Tierhalterhaftpflicht


    Die Tierhalterhaftpflicht bietet Tierbesitzern Schutz für den Fall, dass ihr Haus- oder Nutztier bei Dritten
    einen Schaden verursacht. Sie ist hauptsächlich für die Halter von Hunden und Pferden gedacht. Bei einigen Versicherungsunternehmen wird die Tierhalterhaftpflicht deswegen auch als spezialisiertes Produkt für jeweils eine der beiden Zielgruppen angeboten. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in unseren Beiträgen zur Hundehalterhaftpflicht und zur Pferdehalterhaftpficht.


    Weshalb ist eine Tierhalterhaftpflicht sinnvoll?

    Tierhalterhaftpflicht - Frau recherchiert am PC Tiere sind aus dem Leben vieler Menschen
    einfach nicht wegzudenken. Dabei hat sich mit
    der Entwicklung des städtischen Lebens auch
    eine Kultur herausgebildet, die das Halten von
    Tieren unabhängig von ihrer eigentlichen Funktion
    als Nutz- oder Arbeitstier befürwortet: Die Haustiere
    sind uns liebe Kameraden geworden, mit denen
    wir um ihrer selbst willen zusammenleben möchten.

    Ohne den Schutz einer Tierhalterhaftpflicht ist
    dieses Zusammenleben jedoch mit beachtlichen Haftungsrisiken verbunden, die sogar gesetzlich verankert sind. So heißt es in § 833 BGB:

    „Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“

    Dabei ist es so, dass die sogenannten Kleintiere, also beispielsweise Nager, Vögel und auch Katzen, in sehr vielen Fällen von der privaten Haftpflichtversicherung des Halters bereits mit abgedeckt sind und deswegen keine spezielle Tierhalterhaftpflicht benötigt wird. Ohnehin stellen diese Tiere ein vergleichsweise geringes Haftungsrisiko dar, weil sie eher selten mit anderen Menschen und deren Eigentum in Berührung kommen und sich – mit Ausnahme der Katzen – in vielen Fällen ja auch gar nicht frei in der gesamten Wohnung bewegen. Das Ausmaß eines potenziellen Schadens bei Dritten bleibt also überschaubar. Ganz anders gestaltet sich die Situation jedoch für die Besitzer von Hunden und Pferden, denn diese bewegen sich naturgemäß auch im öffentlichen Raum und können außerdem durch Beißen oder Huftritt auch ernsthafte gesundheitliche Schäden beim Menschen verursachen. Die Tierhalterhaftpflicht schützt die Halter größerer Tiere im Schadensfall vor den finanziellen Folgen.


    Welche Leistungen sind in einer Tierhalterhaftpflicht versichert?

    Die Tierhalterhaftpflicht dient in erster Linie dazu, die Halter größerer Haustiere – vor allem von Hunden und Pferden – finanziell gegen die Ansprüche Dritter zu schützen, wenn ihr Tier einen Schaden verursacht hat. Dabei kann es sich um Schäden

    • am Leben oder der Gesundheit (Personenschäden)
    • am Sachvermögen (Sachschäden)
    • am sonstigen Vermögen (allgemeine Vermögensschäden)

    handeln.


    1. Die Tierhalterhaftpflicht bei Schäden am Leben oder der Gesundheit von Personen

    Die Tierhalterhaftpflicht reguliert den Schaden, wenn das versicherte Tier einen Menschen verletzt oder gar getötet hat, wenn also der Hund – aus welchem Grund auch immer – plötzlich zubeißt oder das Pferd ausschlägt. Ein Personenschaden kann jedoch auch auf indirektem Wege verursacht werden: beispielsweise, wenn sich ein Hund losreißt und einen Radfahrer so erschreckt, dass dieser schlimm stürzt. Oder ein Pferd bricht aus seiner Koppel aus, läuft auf eine Straße und verursacht dadurch einen schweren Verkehrsunfall. Die Tierhalterhaftpflicht übernimmt auch dann die Kosten, wenn der Schaden durch eine solche Verkettung von Ereignissen entstanden ist.


    2. Die Tierhalterhaftpflicht bei Schäden am Sachvermögen Dritter

    Grundsätzlich ist es natürlich weitaus weniger dramatisch, wenn ein Tier „nur“ einen Sachschaden verursacht hat, denn leblose Gegenstände sind immer leichter zu ersetzen als die Gesundheit eines Menschen. Aber auch hier drohen ohne eine Tierhalterhaftpflicht enorme Kosten, zum Beispiel, wenn

    • Ihr Hund teure Designerkleidung zerreißt
    • Ihr Pferd bei einem Ausritt scheut und durch einen Hufschlag ein geparktes Fahrzeug beschädigt
    • Ihr Hund in der Mietwohnung das Echtholzparkett zernagt.

    Die Tierhalterhaftpflicht kommt für diese Art von Schäden am Sachvermögen Dritter bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme auf.


    3. Die Tierhalterhaftpflicht bei allgemeinen Vermögensschäden

    Schließlich kommt die Tierhalterhaftpflicht auch für die sogenannten Vermögensschäden auf. Diese treten zwar sehr häufig im Zusammenhang mit einem Sach- oder Personenschaden auf, stellen aber dennoch eine eigene Kategorie von Schäden dar, weil es sich hierbei um indirekte Auswirkungen des Schadensereignisses handelt. Hierzu ein Beispiel: Ein Pferd bricht aus seiner Koppel aus und läuft auf eine Straße. Dort kann der Fahrer, dem es direkt vors Auto läuft, noch abbremsen und dem Tier zur Seite ausweichen, sodass das Schlimmste verhindert wird. Aber es entsteht dennoch ein Blechschaden am Auto, der die Weiterfahrt unmöglich macht. Deshalb muss der Fahrer, der eigentlich auf dem Weg zum Flughafen war, nun auf die Polizei und den Reparaturservice warten und verpasst dadurch seinen Flug. Der Vermögensschaden, für den die Tierhalterhaftpflicht einspringen würde, wären in diesem Falle die Kosten für das verfallene Ticket bzw. für ein Ersatzticket. Das Pferd hätte in diesem Beispiel also zunächst einmal einen Sachschaden verursacht, nämlich den Blechschaden am Auto. Aber dazu käme nun noch der Vermögensschaden, der in den finanziellen Nachteilen besteht, die der Geschädigte aufgrund seines verpassten Fluges erleidet. Wenn er nun aufgrund seiner Verspätung am Zielort außerdem einen wichtigen Geschäftstermin mit einem potenziellen Kunden versäumt und einen Großauftrag nachweislich deswegen an einen Konkurrenten verliert, wird der Vermögensschaden noch größer. Die Tierhalterhaftpflicht sorgt in diesem Fall dafür, dass der Besitzer des Unglückspferdes diese Kosten nicht selbst tragen muss.


    Was ist vor Abschluss einer Tierhalterhaftpflicht zu beachten?

    Tierhalterhaftpflicht - Vertrag unterschreiben Die Tierhalterhaftpflicht bietet Tierbesitzern im Schadensfall ein umfangreiches Spektrum an Leistungen und ist daher in jedem Falle richtig
    und wichtig. Dennoch sollten Sie einiges beachten, bevor Sie den Vertrag abschließen.

    Wichtig ist, dass Sie vor dem Abschluss Ihrer Tierhalterhaftpflicht darüber nachdenken, welche Bausteine für Sie besonders wichtig sind. Während
    die grundsätzliche Absicherung von Personen-, Sach- und Vermögensschäden bei allen Tarifen gleich ist, können sich die einzelnen Angebote hinsichtlich besonderer Leistungen doch erheblich unterscheiden.
    Über diese Punkte sollten Sie nachdenken, bevor Sie eine Tierhalterhaftpflicht abschließen:

    • Sind alle Hunderassen versicherbar?

    Bei einigen Anbietern der Tierhalterhaftpflicht sind die sogenannten Listenhunde generell ausgeschlossen, bei anderen können sie gegen einen Aufpreis mitversichert werden. Wer also einen Hund einer als gefährlich eingestuften Rasse versichern möchte, sollte sich vorher genau informieren.

    • Sind auch „Verstöße gegen die Halterpflichten“ im Versicherungsschutz inbegriffen?

    Leistungsstarke Tarife zur Tierhalterhaftpflicht bieten auch den Einschluss von Schäden an, die aufgrund von Verstößen gegen bestimmte Vorschriften entstanden sind, beispielsweise Leinenzwang oder Maulkorbpflicht, aber auch durch defekte Umzäunungen von Pferdekoppeln. Wichtig ist hierbei jedoch, dass der Verstoß nicht vorsätzlich erfolgte, also zum Beispiel trotz eindeutiger Hinweisschilder.

    • Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz für Tierbetreuer aus?

    Wer sein Tier regelmäßig von Dritten betreuen lässt, etwa einem Hundesitter, der sollte darauf achten, dass die Tierhalterhaftpflicht auch in diesem Falle Schutz bietet. Ähnliches gilt auch für Pferdebesitzer, die ihr Pferd von anderen reiten lassen.

    • Sind Schäden an gemieteten Objekten eingeschlossen?

    Viele Hundehalter leben in Mietwohnungen, und wenn der Vierbeiner dort den Fußboden zerlegt, kann dies teuer werden. Einige Tierhalterhaftpflicht-Tarife bieten jedoch automatisch auch Schutz für den gemieteten Wohnraum.

    • Welche weiteren zusätzlichen Leistungen sind mit inbegriffen?

    Je nachdem, ob Sie einen Rüden oder eine Hündin bzw. einen Hengst oder eine Stute halten, sollten Sie darauf schauen, ob das Ihnen vorliegende Angebot zur Tierhalterhaftpflicht auch die Kosten bei einem ungewollten Deckakt beinhaltet und/oder ob Jungtiere für die ersten Lebensmonate (bis zur eventuellen Abgabe an einen anderen Besitzer) über das Muttertier mitversichert sind.

    Wichtig ist außerdem: In fünf Bundesländern besteht bereits eine gesetzliche Versicherungspflicht für alle Hundebesitzer. Die Tierhalterhaftpflicht ist obligatorisch in:

    • Berlin
    • Hamburg
    • Niedersachsen
    • Sachen-Anhalt
    • Thüringen

    Aber auch die Tierbesitzer in den anderen Bundesländern sollten keinesfalls auf den wichtigen Schutz einer Tierhalterhaftpflicht verzichten.

    Tierhalterhaftpflicht - Bundesländer Ansicht

    Welche Kosten werden bei einer Tierhalterhaftpflicht im Schadenfall übernommen?

    Wenn das versicherte Tier einen Schaden verursacht hat, dann werden je nach der Art des Schadens von der Tierhalterhaftpflicht verschiedene Leistungen erbracht.

    Zunächst einmal wird Ihre Tierhalterhaftpflicht prüfen, ob die gegen Sie erhobenen Ansprüche

    1. grundsätzlich gerechtfertigt und
    2. der Höhe nach angemessen

    sind. Unrechtmäßige oder überzogene Forderungen werden von Ihrem Versicherungsunternehmen abgewehrt, falls nötig auch mit gerichtlichen Mitteln. Insofern erfüllt die Tierhalterhaftpflicht also auch eine passive Rechtsschutzfunktion.

    Sollten sich die gegen Sie erhobenen Ansprüche jedoch als gerechtfertigt und in der Art und Höhe akzeptabel erweisen, so wird Ihre Tierhalterhaftpflicht selbstverständlich den Schaden regulieren. Hierbei werden im Regelfall die folgenden Leistungen erbracht:

    • bei Personenschäden: die Kosten für die medizinische Behandlung, auch für Folgebehandlungen wie Rehabilitationsmaßnahmen; außerdem ein eventuell eingefordertes Schmerzensgeld
    • bei Sachschäden: Erstattung des Wiederbeschaffungswertes; bei elektronischen Geräten meist des Neuwertes
    • bei allgemeinen Vermögensschäden: Ausgleich des finanziellen Nachteils, der dem Geschädigten entstanden ist, gegen Erbringung der entsprechenden Nachweise

    Neben diesen allgemeinen Leistungen kann die Tierhalterhaftpflicht je nach Anbieter noch zusätzliche Leistungen enthalten, zum Beispiel:

    • die Übernahme der Kosten bei ungewollten Deckakten
    • die Ausweitung des Versicherungsschutzes auf Tierbetreuer, Mitreiter u.ä.
    • den Einschluss von Schäden durch „Verstöße gegen Halterpflichten“, also beispielsweise wenn der Hund trotz Leinenzwangs freiläuft und dabei einen Schaden verursacht.

    Welche Kosten werden bei einer Tierhalterhaftpflicht im Schadenfall nicht übernommen?

    Es gibt, ebenso wie bei allen anderen Versicherungen, auch bei der Tierhalterhaftpflicht einige Ausschlüsse, das heißt Schadensfälle, für die das Versicherungsunternehmen grundsätzlich nicht aufkommt.

    Für Hundebesitzer ist es in erster Linie wichtig zu wissen, ob das jeweilige Angebot zur Tierhalterhaftpflicht für alle Hunderassen gilt. Denn viele Versicherer schließen bestimmte, als gefährlich eingestufte Hunderassen von vornherein aus. Dies betrifft meist auch Rassenmischungen, die eine oder mehrere der als gefährlich geltenden Rassen enthalten. Die bekanntesten betroffenen Hunderassen sind:

    • Pitbull
    • Staffordshire
    • Bullterrier
    • Mastino
    • Mastiff
    • Owtscharka
    • Bordeaux-Dogge
    • Rottweiler
    • Dobermann

    Allerdings variiert die Einstufung als gefährliche Rasse von Bundesland zu Bundesland. Deswegen sollte jeweils individuell mit der Tierhalterhaftpflicht abgeklärt werden, ob der betreffende Hund versicherbar ist oder nicht.

    Pferdebesitzer, die ihr Pferd an Rennen teilnehmen lassen, sollten sich unbedingt vorher genau erkundigen, ob der Schutz ihrer Tierhalterhaftpflicht in diesem Fall greift. Denn bei einigen Anbietern sind Veranstaltungen, bei denen es um die Erzielung hoher Geschwindigkeiten geht, wegen der erhöhten Risiken nicht im Versicherungsschutz mit inbegriffen.

    Ansonsten sind natürlich vorsätzlich herbeigeführte Schäden in jedem Falle von der Tierhalterhaftpflicht ausgeschlossen. Mit fahrlässig verursachten Schäden hingegen gehen die Anbieter unterschiedlich um. Während einige auch diese vom Versicherungsschutz ausschließen, sind bei anderen die sogenannten „Verstöße gegen Halterpflichten“ mit inbegriffen.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Tierhalterhaftpflicht nur für die private Haltung von Hunden oder Pferden bestimmt ist. Wer also die Tiere rein zu gewerblichen bzw. betrieblichen Zwecken hält, muss je nach der Art der Nutzung statt der Tierhalterhaftpflicht entweder eine Betriebs- oder eine Berufshaftpflicht abschließen.

    Zu guter Letzt leistet die Tierhalterhaftpflicht auch dann nicht, wenn das versicherte Tier Schäden am Eigentum des Tierhalters verursacht, denn eigene Schäden sind grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgenommen. Wenn also ein Hund während der Abwesenheit seines Herrchens das Mobiliar zerlegt, können die Ansprüche nicht geltend gemacht werden. Dasselbe gilt jedoch für jede andere Haftpflichtversicherung auch: Schäden, die der Versicherungsnehmer selbst erleidet, sind grundsätzlich ausgeschlossen.

    Tierhalterhaftpflicht - Zufriedener Hund vorm zerbissenem Sofa

    Wie verhalte ich mich bei einer Tierhalterhaftpflicht im Schadenfall?

    Wenn es zu einem Versicherungsfall für Ihre Tierhalterhaftpflicht kommt, dann sollten Sie zunächst einmal
    vor allem eines: Ruhe bewahren. Ein hektisches oder kopfloses Handeln ist in dieser Situation nicht hilfreich und macht womöglich die Situation nur noch schlimmer. Die folgenden Ratschläge können Ihnen eine Hilfestellung geben und erleichtern Ihrer Tierhalterhaftpflicht die Arbeit.

    Wenn Menschen verletzt sind, dann sollten Sie selbstverständlich erste Hilfe leisten und gegebenenfalls einen Arzt oder Krankenwagen verständigen. Ähnliches gilt natürlich auch, wenn ein fremdes Tier verletzt wurde, beispielsweise bei einer Beißerei zwischen zwei Hunden. Außerdem sollten Sie Ihr eigenes Tier schnellstmöglich aus der Gefahrenzone bringen und an einem sicheren Ort unterbringen.

    Teilen Sie dem Geschädigten Ihre persönlichen Daten und den Namen Ihrer Tierhalterhaftpflicht mit. Wichtig ist jedoch, dass Sie trotz eventuell geleisteter Hilfeleistungen kein vorschnelles Schuldeingeständnis abgeben und schon gar nicht vor Ort irgendwelche Zahlungen leisten. Es gehört zu den Aufgaben Ihrer Tierhalterhaftpflicht, zunächst einmal zu prüfen, ob die Ansprüche gerechtfertigt und angemessen sind. Unangemessene Forderungen können vom Versicherungsunternehmen gerichtlich abgewehrt werden – aber dies wird unendlich viel schwerer durchführbar, wenn Sie übereilt handeln.

    Nach dem Eintritt eines Schadensfalles sind Sie verpflichtet, innerhalb einer Woche Ihre Tierhalterhaftpflicht zu informieren. Hierfür gibt es mittlerweile bei den meisten Anbietern eine telefonische Schadenshotline, aber die Schadensmeldung ist natürlich auch auf dem Schriftweg möglich.

    Sollten Sie von dem Geschädigten oder von dessen rechtlichem Vertreter Zahlungsaufforderungen, Mahnungen oder ähnliches erhalten, so müssen Sie diese unverzüglich an Ihre Tierhalterhaftpflicht weiterleiten, jedoch ohne diesen Forderungen bereits nachzukommen. Ihre Versicherung wird für Sie prüfen, wozu Sie tatsächlich verpflichtet sind. Auch hier gilt: Vorschnelles Handeln richtet möglicherweise mehr Schaden an, als dass es nützt.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Das Datum für den Beginn des Versicherungsschutzes ist bei der Tierhalterhaftpflicht auf der Police vermerkt. Damit dieser jedoch tatsächlich in Kraft tritt, muss das Versicherungsunternehmen den Antrag annehmen. Dies bekundet es, indem es die Police dem Versicherungsnehmer zuschickt. Der Versicherungsnehmer ist nun dazu verpflichtet, die erste Prämie fristgemäß zu zahlen, wofür er in den meisten Fällen 14 Tage Zeit hat. Erst, wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, setzt der Versicherungsschutz der Tierhalterhaftpflicht wirklich ein.

    Dabei ist es allerdings möglich, eine sogenannte vorläufige Deckung zu vereinbaren. Dies bedeutet, dass der Schutz der Tierhalterhaftpflicht schon vor dem Übersenden der Police und damit auch vor dem Zahlungstermin gilt. Allerdings besteht diese Deckung nur unter Vorbehalt und verlischt rückwirkend, falls die Zahlung der ersten Prämie nicht rechtzeitig erfolgt.


    Welche Deckungssumme / Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Der Haftung des Tierhalters ist im Schadensfall bei der Höhe nach oben hin keine Grenze gesetzt. Gleichzeitig drohen jedoch gerade bei Personenschäden enorm hohe Kosten, vor allem, wenn

    • ein bleibender gesundheitlicher Schaden entsteht und deshalb eine lebenslange Rente fällig wird und/oder
    • zusätzlich zu den Kosten für die medizinische Behandlung auch noch Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend gemacht werden.

    Aber auch bei den Sachschäden sind durchaus Szenarien denkbar, in denen durch Tiere leicht sehr hohe Kosten entstehen können. Deswegen sollte die Deckungssumme für die Tierhalterhaftpflicht unbedingt ausreichend hoch sein, denn wenn die tatsächlich verursachten Kosten höher liegen als die vereinbarte Versicherungssumme, muss der Versicherungsnehmer die Differenz selbst zahlen.

    Für die private Haftpflichtversicherung empfiehlt die Stiftung Warentest eine Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro für alle Personen- und Sachschäden. Diese Empfehlung lässt sich durchaus auch auf die Tierhalterhaftpflicht übertragen. Tatsächlich bieten viele Versicherer die Tierhalterhaftpflicht mit einer pauschalen Deckungssumme zwischen zwei und vier Millionen Euro für Personen- und Sachschäden an. Bei den reinen Vermögensschäden liegt die Deckungssumme meistens geringer, beispielsweise bei 50.000 Euro, was jedoch als ausreichend betrachtet werden kann. Oft ist es auch möglich, die Deckungssumme der Tierhalterhaftpflicht für einen relativ moderaten Aufschlag auf die Versicherungsprämie zu erhöhen. Dies ist empfehlenswert, vor allem dann, wenn die empfohlenen drei Millionen Euro standardmäßig unterschritten werden. Wer bei der Deckungssumme spart, spart am falschen Ende, weil er sich damit einem unnötigen (und dabei sehr großen) finanziellen Risiko aussetzt.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Bei der Tierhalterhaftpflicht wird der Beitragssatz von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Hierzu zählen zum Beispiel:

    • eine mögliche Selbstbeteiligung
    • die Höhe der Deckungssumme
    • bei Hunden eventuell die Rasse

    1. Die Tierhalterhaftpflicht mit Selbstbeteiligung

    Tierhalterhaftpflicht - Geldscheine Bei einigen Versicherern beinhaltet die Tierhalterhaftpflicht eine Selbstbeteiligung,
    was bedeutet, dass der Versicherungsnehmer
    pro Versicherungsfall einen bestimmten Betrag
    selbst zahlen muss.

    Dieser liegt meist zwischen 100 und 200 Euro.
    Mitunter können Sie bei einem Anbieter auch zwischen einem Vertrag mit und einem (ansonsten identischen) ohne Selbstbeteiligung wählen. Der Beitrag zur Tierhalterhaftpflicht fällt selbstverständlich niedriger aus, wenn eine Selbstbeteiligung vereinbart wird.


    2. Die Höhe der Deckungssumme bei der Tierhalterhaftpflicht

    Die Deckungssumme kann bei verschiedenen Angeboten zur Tierhalterhaftpflicht unterschiedlich hoch ausfallen, wobei generell eine höhere Deckungssumme mit einem höheren Beitrag einhergeht. Es empfiehlt sich jedoch nicht, hierbei allzu große Kompromisse einzugehen: Unter drei Millionen Euro sollte die Versicherungssumme für Sach- und Personenschäden nicht liegen, da sonst das Risiko besteht, dass Sie im Schadensfall doch selbst zahlen müssen.


    3. Die Hunderasse

    Der Umgang mit den als gefährlich eingestuften Hunderassen (den sogenannten „Listenhunden“, oft auch als „Kampfhunde“ bezeichnet) variiert von Anbieter zu Anbieter. Während einige Versicherungsunternehmen diese Hunde grundsätzlich von der Tierhalterhaftpflicht ausschließen, bieten andere eine Versicherung an. Diese führt dann jedoch in vielen Fällen zu einer erhöhten Prämie. Begründet wird dieses Vorgehen damit, dass die Listenhunde einige zuchtbedingte Merkmale aufweisen, die im Schadensfall zu größeren Schäden führen können. Hierzu zählen beispielsweise die besondere Ausprägung des Gebisses und eine niedrigere Hemmschwelle beim Beißen.

    Ansonsten ist noch erwähnenswert, dass einige Anbieter bei der Tierhalterhaftpflicht einen sogenannten Schadensfreiheitsrabatt anbieten – ähnlich wie bei der KFZ-Versicherung. Diese Art der Beitragsverringerung ist jedoch wenig verbreitet.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Tierhalterhaftpflicht?

    Vor dem Abschluss der Tierhalterhaftpflicht sollten Sie sich unbedingt vergewissern,

    • ob das Angebot alle Leistungen enthält, die Sie benötigen und
    • ob der angegebene Preis tatsächlich die beste Option ist.

    Hierbei kann Ihnen ein Vergleich Ihrer Tierhalterhaftpflicht helfen. Dieser lohnt sich jedoch nicht nur vor dem erstmaligen Abschluss, sondern auch für ältere Verträge, denn der Versicherungsmarkt befindet sich ständig in Bewegung. Nur wer seinen Tarif regelmäßig prüft, kann sicher sein, dass er nicht zu viel für seine Tierhalterhaftpflicht bezahlt.


    Können die Beiträge zur Tierhalterhaftpflicht von der Steuer abgesetzt werden?

    Grundsätzlich ist es möglich, die Beiträge zur Tierhalterhaftpflicht bei der Einkommensteuererklärung anzugeben – und zwar nach § 10 EStG unter den Sonderausgaben, also gemeinsam mit der privaten Haftpflichtversicherung. Da die dort zulässigen Freibeträge jedoch auch für die Anrechnung der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung genutzt werden, ist nicht pauschal zu beantworten, ob sich die Angabe der Beiträge zur Tierhalterhaftpflicht tatsächlich auch steuermindernd auswirken wird.


    Was ist bei einer Kündigung der Tierhalterhaftpflicht zu beachten?

    Wer seine Tierhalterhaftpflicht kündigen möchte, muss hierbei die gesetzlichen Fristen einhalten. Diese betragen

    • bei der ordentlichen Kündigung: drei Monate und
    • bei der außerordentlichen Kündigung: einen Monat.

    Während die ordentliche Kündigung ohne Angabe von Gründen immer zum Ende des Versicherungsjahres erfolgen kann – das übrigens nicht unbedingt dem Kalenderjahr entsprechen muss, hier sollten Sie sich in der Police vergewissern! – benötigen Sie für die außerordentliche Kündigung der Tierhalterhaftpflicht einen besonderen Grund. Dieser kann zum Beispiel darin bestehen, dass das Versicherungsunternehmen die Beiträge erhöht hat, aber den Leistungsumfang nicht entsprechend ausgedehnt hat. Auch der Eintritt eines Versicherungsfalles berechtigt Sie, ebenso wie Ihre Tierhalterhaftpflicht, zu einer außerordentlichen Kündigung, und zwar unabhängig davon, wie das Versicherungsunternehmen den Schaden behandelt hat.

    Ein Sonderkündigungsrecht besteht bei der Tierhalterhaftpflicht für den Fall, dass das versicherte Tier verstirbt oder abgegeben wird, entläuft oder gestohlen wird. In diesem Falle ist eine sofortige Kündigung oder auch eine Aufhebung des Vertrages zur Tierhalterhaftpflicht möglich. Allerdings müssen hierfür die entsprechenden Nachweise erbracht werden, zum Beispiel eine tierärztliche Bescheinigung, ein Kaufvertrag, eine Schenkungsurkunde oder eine Verlustanzeige.


    Was ist bei einem Wechsel der Tierhalterhaftpflicht zu beachten?

    Tierhalterhaftpflicht - Beratung am Telefon - Tarif Wechsel Wenn Sie feststellen, dass Ihr Tarif zur Tierhalterhaftpflicht nicht mehr die für Sie günstigste Variante darstellt, dann können Sie selbstverständlich wechseln.

    Bei einem Wechsel der Tierhalterhaftpflicht sollten Sie jedoch darauf achten, dass auch der neue Tarif alle für Sie entscheidenden Leistungen enthält. Außerdem sind die gesetzlichen Kündigungsfristen (ein Monat bzw. drei Monate) einzuhalten.

    Gern beraten wir Sie kostenfrei und unverbindlich, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Tierhalterhaftpflicht zu wechseln.