Firmenrechtsschutzversicherung


    Weshalb ist eine Firmenrechtsschutzversicherung sinnvoll?

    Firmenrechtsschutzversicherung – Weshalb Wirtschaftliches Handeln ist oft genug nicht nur eine Frage unternehmerischen Geschicks.

    Rechtliche Belange sind oft grundlegend für alle Entscheidungen eines Unternehmens, die von wirtschaftlicher Tragweite sind.

    Der Gewerberechtsschutz ist nicht nur im internationalen Handel, sondern auch auf lokalen Märkten, in Personalfragen und bei Fragen der Produktsicherheit ein wesentlicher Faktor Risiko-optimierten Handelns.

    Passieren hier schwere Fehler, steht schnell das Unternehmens insgesamt vor Problemen nicht nur finanzieller Art. Unterschiedliche Leistungsarten müssen angemessen bewertet werden, etwa bei Schadenersatz- oder Rückrufverpflichtungen aus der Produkthaftpflicht. Zusätzlich muss meist mit einem bedeutenden Image-Schaden umgegangen werden.

    Die Firmenrechtsschutzversicherung bildet die Grundlage für rechtliches Risikomanagement.

    Ihre Leistungsmerkmal setzen nicht erst ein, wenn durch (meist unwissentliche) Rechtsverstöße das Unternehmen bereits in der Kritik steht. Aktive Leistungen, zum Beispiel für Prüfungen rechtlicher Gegebenheiten, von Handels- und Personalgrundfragen, Fragen aus dem Privatrechtsschutz für Geschäftsführere, vorgebliche Leistungen aus der Betriebshaftpflicht u.a.m. helfen, bereits im Vorfeld rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

    Die Firmenrechtsschutzversicherung wird meist als umfassender Begriff für unterschiedliche Komponenten eines Rechtsschutznetzes verwendet, das Unternehmen insgesamt vor rechtlichen Konsequenzen schützen soll. Ähnlich wird auch die Gewerberechtsschutzversicherung organisiert.

    Im Einzelnen kann eine Firmenrechtsschutzversicherung Sicherheitsleistungen gewähren auf den Gebieten

    • Arbeitsrechtsschutz, angepasst für Arbeitgeber
    • Verkehrsrechtsschutz vor allem im Logistik- und Transportgewerbe)
    • rechtliche Absicherung von Immobilien und Gewerberaum im Mietrechtsschutz, Wohnungsrechtsschutz oder Grundstücksrechtsschutz
    • für besondere Absicherung von Organen des Unternehmens im Strafrechtsschutz und im Spezial-Straf-Rechtsschutz
    • Vorbereitungen von Geschäftsabwicklungen und Nachsorge im Vertragsrechtsschutz

    Die Firmenrechtsschutzversicherung stellt jedoch nicht nur für Unternehmen und Firmen eine bedeutende Grundsicherung in rechtlichen Belangen dar.

    Auch Selbständige und Freiberufler profitieren von Sicherungsvorteilen spezieller Rechtsschutzprodukte der Firmenrechtsschutzversicherung, z.B. bei Miet- oder Mahnrecht, Inkasso-Fällen und Rechtsunterstützung in Steuer-Sachen.

    Für Selbständige, die Angestellte beschäftigen, sind ergänzend zum Arbeitsrechtschutz gezielte Angebote im Bereich Arbeitgeber-Rechtsschutz empfehlenswert.

    Grundsätzlich bietet die Firmenrechtsschutzversicherung die grundlegende Möglichkeit, das eigene Unternehmen bzw. sich selbst als Unternehmer gegenüber rechtlichen Unwägbarkeiten im geschäftlichen Alltag abzusichern. Das betrifft den Gewerberechtsschutz nicht nur im deutschen Recht bzw. bei rechtlichen Auseinandersetzungen im Geltungsbereich deutschen Rechts, sondern die Firmenrechtsschutzversicherung stellt über eine Auswahl von Fachanwälten vor Ort auch die Absicherung im internationalen Recht sicher. So sind auch Firmen ohne Nachteil abgesichert, wenn sie in einem Land ohne eigene Dependance einem Rechtsstreit ausgesetzt sind – z.B. als Zulieferer oder über die Vermögensschadenhaftpflicht bei Rechtsstreitigkeiten aus der Produkthaftpflicht. Alles rund um die Firmenrechtsschutz.


    Welche Leistungen, Gefahren und Schäden sind in der Firmenrechtsschutzversicherung versichert?

    Firmenrechtsschutzversicherung – was versichert wird Die Firmenrechtsschutzversicherung umfasst
    traditionell ein breites Spektrum, vom Verkehrsrechtsschutz bis zum Gewerberechtsschutz. Ebenso breit ist das Spektrum
    der Anbieter, die verschiedene Leistungen zu teilweise sehr unterschiedlichen Konditionen anbieten.
    Eine detaillierte Übersicht über Leistungen und Gefahrenabwehr der Firmenrechtsschutzversicherung zeigt ein ausführlicher Vergleich.

    Grundlegend sind in
    der Firmenrechtsschutzversicherung
    folgende Leistungen eingeschlossen:

    Übernahmen von Gerichts- und Prozesskosten
    Kommt es zum Prozess, übernimmt die Firmenrechtsschutzversicherung alle für den Prozess vor Gericht anfallenden Kosten. Das sind Entgelte für Verhandlungstage, Verwaltungsauslagen, Kosten für richterlich angeordnete Gutachten und anderes. Bestimmte Anbieter von Gewerberechtsschutzversicherungen leisten keine grundsätzliche Übernahme von Anwaltskosten. Ist das der Fall, sollte dieser Bereich der über Zusatzabschlüsse abgedeckt werden, deren Leistungsumfang der jeweilige Versicherungsvertrag regeln muss.

    Zuweisung von und Unterstützung durch Fachanwälte
    Die Firmenrechtsschutzversicherung arbeitet für die Bereiche, die in ihr versichert sind, mit versierten Fachanwälten zusammen. Für alle Formen anstehender Rechtsstreitigkeiten übernehmen sie gezielt die Beratung des Versicherungsnehmers. Mittelbar ist die Fachanwaltsklausel als nicht nur in so empfindlichen Rechtsfeldern wie dem Strafrechtsschutz oder dem Verkehrsrechtsschutz dazu da, die Wahrnehmung der Rechtsinteressen der Versicherungsnehmers vor Gericht zu sichern. Auch im geschäftlichen Umfeld häufig strittige Rechtsgebiete, wie der Vertragsrechtsschutz, der Privatrechtsschutz von mitversicherten Mitarbeitern oder Uneinigkeit mit der Gewerbeversicherung bei Außenschäden sind entsprechend fachlich sicher erfasst.

    In den konkreten Bestimmungen jeder einzelnen Versicherungspolice wird die Kostenübernahme detailliert festgelegt. Die genauen Leistungsarten müssen bereits im Vergleich geprüft werden. U.U. kann es sonst zu Prozessen kommen, in denen die Wahrung der Unternehmensinteressen durch anwaltliche Vertretung durch die Gewerberechtsschutzversicherung gesondert festgelegt werden muss.

    Hinweis: Achten Sie bereits bei Abschluss der Firmenrechtsschutzversicherung auf die möglichste umfassende Absicherung derjenigen Rechtsbereiche, in denen Sie und Ihr Unternehmen tätig sind. Bspw. sollte ein gesondertes Übernahmemandat im Verkehrsrechtsschutz in der Firmenrechtsschutzversicherung eingeschlossen sein, wenn das Unternehmen Dienstwagen, regelmäßige Mietwagen oder einen Fuhrpark betreibt, der für die Geschäftstätigkeit essentiell ist.

    Kautionsleistungen
    Je nach versichertem Bereich kommt die Firmenrechtsschutzversicherung im Falle einer Verhaftung von mitversicherten Mitarbeitern und Organen für die Bereitstellung einer Kautionsleistung vor Gericht auf. Die Grenzen und Deckungssummen müssen hier einzeln im Versicherungsvertrag festgelegt werden. Der Strafrechtsschutz und in der Erweiterung der Spezial-Strafrechtsschutz müssen dafür auch explizit zu den Leistungsarten der Firmenrechtsschutzversicherung zählen.


    Was ist bei Abschluss einer Firmenrechtsschutzversicherung zu beachten?

    Die Firmenrechtsschutzversicherung ist eine der facettenreichsten gewerblichen Sachversicherungen. Ihr Wirkungskreis ist extrem umfassend und spezialisiert. Sie kann auf wirkungsvolle Art für alle Rechtsbereiche eingerichtet werden, die das Unternehmen und seinen Handlungsbereich umfassen. Die Breite der möglichen Absicherungen macht es besonders wichtig, die Firmenrechtsschutzversicherung optimal anzupassen, um einerseits gefährliche Deckungslücken zu vermeiden, andererseits eine Überversicherung und die damit verbundenen wirkungslosen Mehrkosten zu vermeiden.

    Anpassung der Firmenrechtsschutzversicherung: Welche Bereiche sollten versichert werden?
    Wichtig für eine wirkungsvolle Firmenrechtsschutzversicherung ist ihre korrekt Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens. So sollten Bereiche, in denen rechtliche Auseinandersetzungen auftreten können, auf jeden Fall erfasst werden. Bei Handelsunternehmen, die Mitarbeiter im Außendienst beschäftigen, sollten diese Leistungsarten mit erfasst werden:

    • Inkasso- und Mahnfälle
    • Verkehrsunfälle
    • arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen
    • Regressionsrecht
    • etc.

    Zusätzlich können anwaltliche Leistungen für Steuerrechtsschutz, Verwaltungsrechtsschutz, Mietrechtsschutz und Rechtsbeistand in Verbindung mit  Schadenersatzforderungen in die Firmenrechtsschutzversicherung eingeschlossen werden. Wichtig ist, möglichst umfassenden Versicherungsschutz herzustellen. Denn in der Regel gilt der Versicherungsschutz für einen versicherten Bereich nur und ausschließlich für auf diesem Bereich erfasste Fälle. Die Ausweitung der Firmenrechtsschutzversicherung auf weitere Bereiche ist in der Regel mit einer Karenzzeit verbunden.

    Firmenrechtsschutzversicherung - Abschluss

    Karenzzeit bei Neuabschluss der Firmenrechtsschutzversicherung
    Die meisten Versicherer halten nach Abschluss der Firmenrechtsschutzversicherung eine Karenzzeit vor, innerhalb derer der Versicherungsvertrag bereits gilt, Schadenfälle für einige Rechtsbereiche jedoch ausgeschlossen sind. Je nach Versicherungsvertrag kann die Karenzzeit bis zu 3 Monate nach Abschluss des Vertrags gelten. Das heißt: Erst nach Ablauf dieser 3 Monate kann ein Schadenfall bei der Versicherung zur Übernahme eingereicht werden.
    Meist sind jedoch nicht alle Rechtsbereiche von der Belegung mit einer Karenzzeit betroffen.

    Ausschluss von Rückwirkung
    Liegt bei Abschluss einer Firmenrechtsschutzversicherung bereits eine bekannte Ursache für einen Rechtsstreit vor, der jedoch erst nach Abschluss im Gewerberechtsschutz ausbricht, greift die Firmenrechtsschutzversicherung unabhängig von vereinbarten Karenzzeiten für diesen Versicherungsfall nicht. Liegt also bei Abschluss der Firmenrechtsschutzversicherung bereits das Wissen um einen kommenden Rechtsstreit vor, weil bspw. eine Abrechnung zwischen den Parteien strittig und nicht rechtsmittelfrei verhandelbar ist, muss die Firmenrechtsschutzversicherung nicht für die Kosten dieses Falls einstehen.


    Welche Kosten werden von einer Firmenrechtsschutzversicherung im Schadenfall übernommen?

    Die Firmenrechtsschutzversicherung trägt Kosten für Rechtsauseinandersetzungen. Diese grundsätzliche Regelung wird in vielen Fällen von unterschiedlichen Versicherern in Leistungspakete unterteilt, die jeweils aufeinander bezogen unterschiedliche Arten von Aufwendungen übernehmen.

    Allgemeine Rechtskosten
    Die Firmenrechtsschutzversicherung trägt grundlegende Prozesskosten:

    • Gerichtskosten und Verhandlungskosten
    • Beweismittelkosten (z.B. die Erstellung von Gutachten bzw. Aktenzusammenstellungen, wenn richterlich angeordnet)
    • weitere Kosten, die ohne eigenes Zutun des Versicherungsnehmers von Amts wegen durch den Prozess entstehen.

    Spezielle Rechtskosten (je nach Festlegung im Versicherungsvertrag)

    Je nach Versicherungspaket und der Gestaltung des Versicherungsvertrags kommen zu den grundlegenden Leistungen weiterführende Freistellungen hinzu. Beispielsweise zählen darunter:

    • Anwalts- und Fachanwaltsberatungskosten
    • Fachanwaltsvertretung vor Gericht (Mandatsübernahme)
    • freie Anwaltswahl (je nach Versicherungsvertrag) oder Kostenreduktion bei Anwaltsempfehlung durch die Versicherung
    • Beweismittelkosten, wenn von der eigenen anwaltlichen Vertretung angefordert
    • Auslagen für die Zusammenstellung beweiskräftiger Dokumentationen
    • Transfer- und Unterbringungskosten bei Verhandlungen mit Gerichtsstand nicht am Firmensitz
    • Ausfallgelder
    • Auslagen von Verwaltungen und Verwaltungsgelder insgesamt
    • Beratung vor Prozess
    • Auslagen bei Strafverhandlungen (bis hin zu Kautionsstellungen)
    • Mahn- und Inkassoauslagen und Kosten für das Verfahren der Eintreibung
    • weitere vereinbare Leistungen bei speziellen Anforderungen (Rechtsvertetung im Ausland, etc.)
    • Unterstützung bei Leistungsfällen der Gewerbeversicherung, z.B. Erstellen einer umfassenden Schadenmeldung (Eigenschäden)
    • Mithilfe bei der Zusammenstellung von Nachweisen und Unterlagen bei Rechtsstreitigkeiten aus der Betriebshaftpflicht (Fremdschäden)

    Welche Kosten werden im Schadenfall nicht übernommen?

    Vom Firmenrechtsschutz werden folgende Leistungen auch bei Eintritt des Schadenfalls nicht übernommen:

    Straf- und Ordnungszahlungen nach rechtskräftigem Urteil
    Firmenrechtsschutzversicherung – Schadensfall
    Wird der Versicherungsnehmer in einem ordentlichen Verfahren rechtskräftig zu einer Geldbuße verurteilt, trägt die Kosten für die Geldbuße der Verurteilte persönlich oder in gesamtschuldnerischer Haftung das Unternehmen, je nach Sachlage.

    Leistungen hierfür können auch nicht extra versichert werden.
    Die Firmenrechtsschutzversicherung tritt entsprechend nicht für Strafzahlungen oder Ordnungsgelder ein,
    die der Versicherungsnehmer selbst begleichen muss.

    Steuernachzahlungen
    Auch für den Bereich des Steuerrechts gilt die Freistellung von Kosten für die rechtliche Auseinandersetzung jeweils nur für diejenigen Kosten, die durch den Prozess selbst und die anwaltliche Vertretung entstanden sind. Wird der Versicherungsnehmer von Amts wegen zu einer Rückzahlung und Nachzahlung von Steuerleistungen verpflichtet, muss er diese selbst tragen.

    Schadenersatzzahlungen
    In der Regel übernimmt die Firmenrechtsschutzversicherung auch keine Schadenersatzleistungen, für die eine andere Versicherung aufkommen muss. So springt bei Schadenersatzverpflichtungen die Betriebshaftpflichtversicherung des Unternehmens für den Schadenausgleich ein. Der Firmenrechtsschutz kann in der Verhandlung jedoch zusätzliche Leistungen über den inkludierten Prüf- und Abwehrrechtsschutz der Betriebshaftpflicht hinaus einbringen. Ausgeschlossen sind aber stets Zahlungen von Schadenersatz erfolgen unabhängig vom Ergebnis der Verhandlung jedoch nicht durch die Firmenrechtsschutzversicherung.

    Kosten bei Vorsatz
    Wird nach der Schadenmeldung und dem Leistungsfall der Versicherungsnehmer wegen vorsätzlichen Handelns verurteilt, insbesondere bei Diebstahl, Betrug oder Sachbeschädigung im Zusammenhang mit fraglichen Leistungen der Betriebshaftpflicht, tritt die Firmenrechtsschutzversicherung in der Regel von der Übernahme der Kosten für die Verhandlung insgesamt zurück. Das betrifft in diesem Fall nicht nur die Verurteilungssätze (die auch grundsätzlich nicht getragen werden), sondern auch Prozess- und Anwaltskosten, sofern ausgelegt. Eine Auslage der Kosten während des Prozesses – solange also das Urteil aussteht – kann je nach Vereinbarung im Versicherungsvertrag jedoch erfolgen.


    Wie verhalte ich mich bei einer Firmenrechtsschutzversicherung im Schadenfall?

    Der Eintritt des Schadenfalls kann in der Firmenrechtsschutzversicherung mitunter erfolgen, bevor es überhaupt zum Rechtsstreit kommt. Maßgeblich ist die Ursache des Rechtsstreits bzw. der Stittigkeit einer Sache (auch Vermögenssache) und das Datum des ersten Auftretens. (Z.B,: Die erste Rechnung liegt dem Kunden bereits vor und nach dieser Rechnungsstellung zeigt sich eine unterschiedliche Auffassung über ihren Inhalt. Der Kunde zahlt auch nach Erreichen der letzten Stufe des Mahnverfahrens nicht. Die Schadenmeldung an die Firmenrechtsschutzversicherung erfolgt in der Regel also erst nach Ablauf des erfolglosen Mahnverfahrens.)

    Diese Schadenmeldung an die Firmenrechtsschutzversicherung ist dennoch grundlegend wichtig. Sie muss in der Regel schriftlich und sobald bekannt unverzüglich erfolgen. Mitzuteilen ist:

    • Art der Rechtsstreitigkeit und genauer Gegenstand
    • Ursache des Streits und zuordenbares Datum
    • Umfang der Streitigkeit
    • Involviertheit von Behörden (und wenn ja, welche und seit wann) in den Versicherungsfall
    • Informationen zum Gegner im Rechtsstreit

    Die Firmenrechtsschutzversicherung darf zur Klärung des Streits Einsicht in sämtliche Unterlagen verlangen, die relevant sind. Entsprechende Zusammenstellungen sollten bereitgestellt werden.

    Nach der Meldung des Schadenfalls wird in der Regel ein Fachanwalt mit der Übernahme des Versicherungsfalls beauftragt. Kann der Versicherungsnehmer seinen Anwalt selbst wählen, wird diesem in der Regel nach Bekanntgabe, dass die Firmenrechtsschutzversicherung die Anwaltskosten tragen wird, eine Kostenübernahme durch das Versicherungsunternehmen zugestellt.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Firmenrechtsschutzversicherung – Versicherungsbeginn Unmittelbarer Versicherungsschutz
    Der Beginn des Versicherungsschutzes variiert
    je nach Art des versicherten Schadens.

    Als „Faustregel“ gilt oft: Für Bereiche, die der Versicherungsnehmer nicht selbst beeinflussen kann
    (z.B. Schadenersatzklagen nach betrieblichen Fehlern oder Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung
    nach einem Unfall mit dem Dienstwagen) tritt der Versicherungsschutz in der Regel sofort mit Abschluss des Versicherungsvertrags ein.

    Das gilt für alle Fälle, deren Schadenursache nach
    dem Abschluss der Vertrags liegt.

    Versicherungsschutz erst nach Ablauf einer Karenzzeit
    Kann der Versicherungsnehmer den Eintritt des Schadenfalls selbst beeinflussen (z.B. Erwägung rechtlicher Schritte bei Mahnverfahren) gelten für die meisten Versicherungsanbieter Karenzzeiten von 1 bis 3 Monaten. Die exakte Dauer der Karenz- bzw. Wartezeit bis zur Anerkennung des ersten Schadenfalls wird im jeweiligen Versicherungsvertrag geregelt.
    Die Karenzzeit soll das bewusste Ausnutzen von Versicherungsleistungen im Sinne des Versicherungsanbieters verhindern. Sie wird bei Erstabschlüssen für bspw. Straf- und Vollstreckungsrecht, je nach Police auch für Arbeitgeberrecht aufrecht erhalten.

    Wegfall der Karenzzeit
    Die Karenzzeit auch für eigentlich mit einer Wartezeit belegten Inhalte kann entfallen, wenn für den versicherten Bereich eine Vorversicherung besteht und der Übergang von der Vorversicherung zur aktuellen Firmenrechtsschutzversicherung sich um mindestens Tag der Gültigkeitsdauer überschneidet. Die neu abgeschlossene Firmenrechtsschutz gilt dann im festgelegten vollen Umfang ab dem ersten Tag des Vertrags. Versicherungsfälle, deren Ursache in die Gültigkeitsdauer der abgelaufenen Versicherung fällt, werden bei Zutreffen der Merkmale für den Schadenfall in der Regel von dieser auch dann noch getragen, wenn aktuell eine andere oder keine Firmenrechtsschutzversicherung mehr gilt. Die genaueren Bestimmungen dazu regeln die jeweiligen Versicherungsverträge.

    Auch Beratungsleistungen im Vertragsrechtsschutz werden von vielen Anbietern bereits ab dem ersten Versicherungstag übernommen, wenn dadurch spätere Rechtsstreitigkeiten vermieden werden könnten.


    Infografik

    Firmenrechtsschutzversicherung - Infografik


    Welche Deckungssumme bzw. Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Die Angebote zur Firmenrechtsschutzversicherung variieren in der Festlegung der Deckungssumme. Die genaue Festlegung muss nach dem versicherten Tätigkeitsfeld, dem Umfang mitversicherter Personen und Entscheidungsträger sowie nach Größe und Risikoeinschätzung des versicherten Unternehmens erfolgen.

    Deckung offen: Firmenrechtsschutzversicherung ohne Limitierung bei Prozesskosten
    Von einigen Anbietern der Firmenrechtsschutzversicherung wird auf eine Festlegung der Deckungssumme für Kosten der Prozessführung verzichtet. Anwalts- und Beratungskosten sind hierbei nicht inbegriffen. Je nach Versicherungsanbieter wird die Kostenübernahme nach unterschiedlichen Instanzen gestaffelt. In der Regel entfällt die Deckungssumme bei Zurückweisungsansprüchen oder Abwendungsprozessen ganz. Übernommen werden in diesem Fall die Kosten für Gerichtsverhandlung, richterlich angeordnete Beweismittelerbringung und Verwaltungsauslagen. Einige Anbieter verzichten vollständig auf eine Festlegung der Deckungssumme. Meist sind Einschränkungen regional definiert.

    Deckungsbegrenzung für verschiedene Leistungen
    In der Regel werden Versicherungsleistungen mit einer Deckungssumme belegt, die für das Versicherungsjahr gilt. Je nach Anbieter kann die Deckungssumme nach dem ersten Schadenfall für das laufende Versicherungsjahr erhöht werden, um weitere Versicherungsfälle abdecken zu können. Einzelheiten sind in der jeweiligen Police festgelegt.

    Leistungen, die die Versicherungssumme abdecken muss
    Die Versicherungssumme muss, je nach Streitwert, bedeutende Anteile der Prozess- und Anwaltskosten tragen. Je nach Prozessausgang auch die der gegnerischen Partei.

    Dazu zählen insgesamt:

    • Prozess- und Gerichtskosten (einschließlich Verwaltungsaufwendungen)
    • Anwaltskosten (auch die der gegnerischen Partei, wenn der Prozess verloren geht)
    • Gutachterkosten
    • Zeugengelder
    • Kautionsleistungen (sofern diese nicht zusätzlich als Darlehen angeboten werden)
    • Sachverständigenkosten
    • je nach Police und vereinbarter Leistung auch Gelder für Mahn- und Forderungsmanagement
    • Je nach Gesamteraufstellung des versicherten Unternehmens sollten die Versicherungssummen lieber großzügig als zu knapp festgelegt werden. Anhaltspunkte sind bekannte oder wahrscheinliche Streitwerte im eigenen Geschäftsfeld oder bei Mitbewerbern.

    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Firmenrechtsschutzversicherung - Lächelnde Geschäftsfrau Der Beitragssatz wird maßgeblich von der Art der Firmenrechtsschutzversicherung bestimmt. Ebenso zählen Versicherungssumme, Laufzeit und zusätzliche Leistungen in die Beitragbestimmung.

    Für die meisten Verträge gelten Rahmenrichtlinien für grundlegende Prozesskostenübernahmen und entsprechende Freistellungen
    zusätzlicher Leistungen. Einige Anbieter unterscheiden zwischen Basis- und Premiumangeboten, die einen entsprechenden Mehrwert bieten.

    Übersicht implementierbarer Bausteine (Auszug)

    • Tätigkeiten des vertretenden Anwalts außer Gericht
    • Übernahme des Forderungsmanagements, auch Bonitätsprüfung
    • Vor-Ort-Besuche der anwaltlichen Vertretung
    • Straf-Rechtsschutz und erweiterter Straf-Rechtsschutz

    Desweiteren einschließbare Spezialisierungen zu

    • Wettbewerbsrecht
    • Arbeitsrecht (auch kollektives Arbeitsrecht) und Sozialrecht
    • Verwaltungs- und Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz
    • Steuerrecht
    • Datenschutzrecht
    • Bauherrenrecht
    • Verfahren gegen die unternehmerisch-geschäftliche Substanz des Versicherungsnehmers (Enteignung, Insolvenz)
    • Schadenersatzrecht
    • weitere Versicherungsfelder und Spezialisierungen.

    Der Umfang der zusammengefassten Leistungen bestimmt maßgeblich den Beitrag zur Police.

    Wegen der umfangreichen Möglichkeiten und angebotenen Pakete empfiehlt sich vor Abschluss oder Wechsel der Firmenrechtsschutzversicherung ein Vergleich aller Inhalte und Raten.


    Welche Vorteile bringt der Vergleich der Firmenrechtsschutzversicherung?

    Bei allen Angeboten im Bereich der Firmenrechtsschutzversicherung ist ein Vergleich empfehlenswert. Art und Umfang der Angebote sowie eine große Bandbreite angebotener Versicherungssummen, Deckungsinhalte und nicht zuletzt die Varianz der Höhe der Raten legt es nahe, möglichst aktuell und umfassend Informationen zur Marktlage zu sammeln. Ein Vergleich listet die besten und passendsten Ergebnisse übersichtlich auf und ermöglicht so eine wirtschaftlich sinnvolle Zusammenstellung.

    Die Vorteile:

    • breite Übersicht über den aktuellen Markt
    • Zusammenstellung der wichtigsten und gewünschten Inhalte
    • Sortierung nach eigenen Vorlieben, z.B. Ratenhöhe oder Deckungssumme
    • einfacher Vergleich von Laufzeiten, Ausschlüssen und Sonderleistungen
    • stets Zugriff auf aktuelle Datenbanken der Versicherer
    • wesentliche Zeitersparnis durch direkten umfassenden Vergleich
    • unterstützt durch kostenfreie telefonische Beratung, wenn gewünscht
    • direkte Buchbarkeit online oder telefonisch – auch das ohne Zusatzkosten.

    Die direkte Buchbarkeit der gefundenen und angebotenen Tarife ermöglicht je nach Angebot günstigere Abschlüsse.

    Viele Versicherer bieten auf Vergleichsportalen Vorteilsangebote oder Sonderkonditionen.
    Der kostenfreie telefonische Beratungsdienst steht erfahren und kompetent an Ihrer Seite, wenn es Details zu klären gibt oder einzelne Fragen zu bestimmten Konditionen nicht klar auf Ihre Situation zu beziehen sind. Sind alle Fragen beantwortet und ist das Angebot immer noch überzeugend, bietet der telefonische Service zusätzlich die Möglichkeit, die Firmenrechtsschutzversicherung auch direkt am Telefon zu buchen. Kosten, die über die reguläre Rate für die Firmenrechtsschutzversicherung hinausgehen, entstehen dabei nicht.


    Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden?

    Der breite Wirkungsbereich der Versicherung sowie ihre Eigenschaften, aktiv rechtliche Belange des Versicherungsnehmers durchzusetzen, macht die steuerliche Bewertung der Firmenrechtsschutzversicherung uneindeutig. In der Regel zählen solche Versicherungen in die Betriebsausgaben eines Unternehmens, die zur Gefahrenabwehr und Risikovorsorge im Sachbereich dienen. So z.B. Haftpflicht- und bestimmte Produktions- und Kasko-Versicherungen. Die Firmenrechtsschutzversicherung zählt nicht in allen ihren Bereichen dazu und ist daher nur bedingt steuerlich absetzbar.

    Firmenrechtsschutzversicherung – steuerlich geltend machen

    Arbeitsrechtsklausel kann steuerlich geltend gemacht werden
    Klauseln und vereinbarte Komponenten, die zum Arbeitsrecht wirken, zählen hingegen auch in der Firmenrechtsschutzversicherung zu den Vorsorgeversicherungen. Ihre Kosten können entweder als Paket „Arbeitsrecht“ im vollen Umfang geltend gemacht werden (abhängig von der sonstigen Betriebsausgabenbewertung des Unternehmens), jedoch mindestens anteilig bei umfänglicheren Firmenrechtsschutzversicherungen. Die Veranlagung erfolgt in der Regel als Werbungskosten.


    Was ist bei einer Kündigung zu beachten?

    Die Kündigung der Firmenrechtsschutzversicherung muss zu den im Versicherungsvertrag festgelegten Eckdaten erfolgen. In der Regel wird eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Ende einer Versicherungsperiode, frühestens zum Ablauf der festgelegten Versicherungslaufzeit, vereinbart.

    Hinweis: Für Verträge, die über eine Laufzeit von mehr als 3 Jahren geschlossen werden, liegt der frühestmögliche erste Kündigungszeitpunkt zum Ende des 3. Versicherungsjahres. Das gilt auch dann, wenn der Vertrag über eine längere Laufzeit als 3 Jahre geschlossen wurde.
    Die Kündigung bedarf der Schriftform.

    Kündigung bei bestehendem Versicherungspaket
    Die Versicherung ist als Ganzes kündbar, wenn ein entsprechendes Versicherungspaket Gegenstand des Versicherungsvertrags ist. Mit der Kündigung wird zum Ende des letzten Gültigkeitsdatums der gesamte Versicherungsvertrag aufgehoben. Schadenfälle müssen innerhalb dieser Frist der Versicherung gemeldet werden.

    Kündigung einzelner Bestandteile
    Soll ein Versicherungsvertrag nur teilweise gekündigt werden (weil bspw. eine Komponente durch einen anderen Anbieter ersetzt werden soll oder weil der versicherte Risikobereich nicht mehr im Geschäftsbetrieb akut ist), kann je nach Gestaltung des Vertrags insgesamt eine einzelne Komponente aufgelöst werden. Die Modalitäten dazu sollen bereits bei Abschluss geklärt und vertraglich fixiert werden.

    Nachhaftungen
    Eine generelle eingeräumte Nachhaftungsfrist gilt nicht. Tritt jedoch ein Versicherungsfall nach Ende der Versicherungslaufzeit ein, und liegen dessen Ursachen innerhalb des ehemaligen Versicherungszeitraums, so kann die gekündigte Firmenrechtsschutzversicherung für diesen Schadenfall eintreten. Die Meldung muss an die Versicherung erfolgen, die den Sachverhalt prüft und entsprechende Regelungen vorgibt.

    Karenzzeit nach Kündigung
    Wird die Kündigung der Firmenrechtsschutzversicherung ohne überschneidenden Anschluss erledigt, kann es bei Neuabschluss verschiedener Inhalte zum Firmenrechtsschutz erneut zur Festlegung einer Wartezeit kommen, bis der Schadenfall erneut eintreten kann. Das sollte insbesondere dann berücksichtigt werden, wenn keine eigentliche Kündigung, sondern ein Wechsel der Firmenrechtsschutzversicherung Ziel der Kündigung ist.


    Was ist bei einem Wechsel zu beachten?

    Die Firmenrechtsschutzversicherung kann insgesamt oder in Teilen gewechselt werden.
    Wechsel der gesamten Firmenrechtsschutzversicherung
    Nach Auflösung des bestehenden Versicherungsvertrags sollte der Folgevertrag mit mindestens einem Tag Überschneidung mit der alten Police abgeschlossen werden. In der Regel verzichten Anbieter bei nahtlosem Fortbestehen auf eine erneute Festlegung von Warte- und Karenzzeiten, bis der neue Versicherungsschutz vollständig gültig wird. Bei der Auflösung des gesamten Vertrags sollte weiterhin beachtet werden:

    • Waren alle bisherigen Leistungen tatsächlich in einem einzigen Vertrag zusammengefasst oder bestehen weitere Nebenverträge zu weiteren Leistungen?
    • Sind alle Kündigungsfristen schriftlich eingehalten worden (Nachweis sollte geführt werden)?
    • Sind für alle nachfolgenden Risiken bereits Absicherungen geplant?
    • Können ggf. fortbestehende Einzelabsicherungen in einer neuen Police insgesamt abgedeckt werden und können daher ebenfalls aufgehoben werden?

    Wechsel einzelner Komponenten
    Firmenrechtsschutzversicherung - Lächelnder Geschäftsmann Um einzelne Komponenten zu modifizieren,
    muss der Vertrag entsprechend gestaltet sein.

    Verschiedene Anbieter unterteilen ihre Versicherungsleistungen in Blöcke oder Pakete, die einzeln abschließbar und entsprechend kündbar sind.

    U.U. empfiehlt sich neben einem Vergleich mit dem bisherigen Anbieter und der möglichen Ausweitung bestehender Konditionen ein vollständiger Wechsel
    des gesamten Pakets. Prüfen Sie hier die jeweiligen Voraussetzungen.

    Doppelversicherungen vermeiden
    Verschiedene Komponenten haben ähnliche Leistungsmerkmale. Besonders dann, wenn unterschiedlich Anbieter bspw. Vertrags- und Verwaltungsrechtsschutzaufgaben übernehmen, kann es zu Doppelungen der Versicherungsleistungen kommen. Es empfiehlt sich, vor einem Wechsel diese Szenarien zu prüfen. Ggf. können neben der bereits erfolgten oder geplanten Auflösung bestimmter Komponenten weitere Inhalte zusammengefasst werden. In der Regel vergünstigt eine Zusammenfassung von angebotenen Inhalten die Rate der Firmenrechtsschutzversicherung.