Betriebliche Altersvorsorge


Weshalb ist eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?

Eine betriebliche Altersvorsorge ist besonders sinnvoll, weil sie die immer größer werdenden Versorgungslücken der gesetzlichen Rentenversicherung schließt. Sie gilt daher neben der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherung als die dritte wichtige Säule innerhalb der Altersvorsorge. Ein Mix aus diesen drei Vorsorgeformen wird in der Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Aufgrund des demografischen Wandels sind bereits heute nämlich viele Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung schon nicht mehr sicher. Diese Probleme werden sich in Zukunft wegen der immer weiter zurückgehenden Geburtenraten noch weiter verschärfen. Die nachkommenden Generationen werden kaum noch in der Lage sein, das gesetzliche Rentensystem in der bisherigen Form fortzuführen.

Entlastung lässt sich nur durch eine immer stärkere Nutzung der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge erreichen. Die betriebliche Altersvorsorge bietet dabei insbesondere für angestellte Arbeitnehmer eine besonders geeignete Form der Altersvorsorge dar. Nicht zuletzt, weil sie durch Steuervergünstigungen staatlich unterstützt wird. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können davon profitieren.

Vorteile für Arbeitnehmer bestehen bei einer betrieblichen Altersvorsorge vor allem darin, dass:

  • Versorgungslücken der gesetzlichen Rentenversicherung geschlossen werden können
  • Sich enorme Einsparmöglichkeiten bei der Einkommenssteuer und den Sozialabgaben ergeben
  • Eine Kombination mit anderen Versicherungsleistungen möglich ist

Betriebliche Altersvorsorge - Unterhaltung von Kollegen im Betrieb Ein früherer Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge wurde spätestens 2005 mit einer Anpassung des „Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge“ (BetrAVG) beseitigt.

Seitdem können Arbeitnehmer bei einem Arbeitsplatzwechsel eine bestehende betriebliche Altersvorsorge auch beim neuen Arbeitgeber fortführen. Arbeitgeber können von
einer betrieblichen Altersvorsorge profitieren durch:

  • Steuervorteile
  • Einsparungen bei Sozialabgaben
  • Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte
  • Die Möglichkeit Gesellschaftergeschäftsführern und Geschäftsführern eine attraktive Form der Altersvorsorge zu bieten

Welche Leistungen sind in einer betrieblichen Altersvorsorge versichert?

In der betrieblichen Altersvorsorge ist die Auszahlung einer Rente in einer bestimmten Höhe und Form ab dem Eintritt in den Ruhestand vereinbart. Der Arbeitgeber macht dem Arbeitgeber hierüber eine Zusage. Ab dem Zeitpunkt der Zusage werden Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Je nach Form der Vereinbarung und den Rahmenbedingungen können die Beiträge:

  • komplett vom Arbeitgeber,
  • vom Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer gemeinsam oder
  • vom Arbeitnehmer alleine

eingezahlt werden. Die Auszahlung kann in Form einer Einmalzahlung oder einer lebenslangen monatlichen Rente erfolgen.

Für die Realisierung der betrieblichen Altersvorsorge kommen zwei unterschiedliche Durchführungsformen in Frage:

  1. Interne Durchführung
  2. Externe Durchführung

Bei der internen Durchführung ist der Arbeitgeber für die komplette betriebliche Altersvorsorge verantwortlich. Das heißt, er muss Rücklagen bilden und seinen Arbeitnehmern gemäß den vertraglichen Vereinbarungen eine Rente zahlen.

Bei der externen Durchführung wird die Abwicklung an einen externen Versicherungsanbieter ausgelagert. Insbesondere bei der externen Durchführung ist es in der Regel möglich zusätzliche Leistungen in den Versicherungsschutz miteinzuschließen. Zu den üblichen Ergänzungen zählen:

  • Hinterbliebenenschutz
  • Arbeitsunfähigkeitsabsicherung

Auch bei einer internen Durchführung der betrieblichen Altersvorsorge sind zusätzliche Leistungen durchaus üblich. In welchem Umfang in einer betrieblichen Altersvorsorge zusätzliche Leistungen enthalten sind, hängt letztlich vom Anbieter und den vertraglichen Vereinbarungen zwischen Versicherungsanbieter und Versichertem ab.


Was ist vor Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge zu beachten?

Bei der betrieblichen Altersvorsorge werden bei der externen Durchführung vier unterschiedliche Durchführungswege unterschieden:

  1. Direktversicherung
  2. Pensionskasse
  3. Pensionsfonds
  4. Unterstützungskasse

Hinzu kommt die Pensions- oder Direktzusage als interner Durchführungsweg. Nicht jeder dieser Durchführungswege ist für jede Personengruppe gleichermaßen geeignet. Unterschiede bestehen insbesondere bei:

  • Steuerfreibeträgen
  • Besteuerung in der Anspar- und der Leistungsphase
  • Der Kombinierbarkeit bei mehreren Dienstverhältnissen
  • Mitnahmemöglichkeiten bei Arbeitgeberwechsel

Betriebliche Altersvorsorge - Kollegen beraten sich Vor dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge ist daher darauf zu achten, dass die gewählte Durchführungsform den persönlichen Bedürfnissen und Gegebenheiten entspricht. Zum Beispiel kommen für ein zweites Dienstverhältnis als Durchführungswege einer betrieblichen Altersvorsorge nur die Pensionszusage und die Unterstützungskasse in Frage.

Die übrigen Durchführungsformen der betrieblichen Altersvorsorge sind nur für das erste Dienstverhältnis möglich. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Besteuerung bei den unterschiedlichen Durchführungsformen. Hier sollte vor dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge genau geprüft werden, welches Model im Einzelfall am geeignetsten ist. Gegebenenfalls sollte dabei auch fachliche Unterstützung zum Beispiel von einem Steuerberater in Anspruch genommen werden.

Neben der individuellen Eignung der Durchführungsform ist ein weiterer Punkt vor dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge von großer Bedeutung: die Höhe der monatlichen Beiträge. Mit diesem Punkt ist natürlich auch wieder direkt verknüpft, welche Zahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge im Alter erwartet werden. Die Höhe der monatlichen Beiträge ist vor allem deshalb sehr wichtig, weil je nach Durchführungsweg später unter Umständen nur eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten bestehen. Auch Steuerfreibeträge spielen hierbei eine wichtige Rolle. Für die Direktversicherung, die Pensionskasse und den Pensionsfonds sind Beiträge von bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung pro Jahr steuerfrei.

Vor dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge sollte sich der Versicherungsnehmer außerdem darüber klar werden, ob er eine Absicherung seiner Hinterbliebenen im Todesfall oder einen Invaliditätsschutz wünscht. Diese beiden Punkte sind durchaus übliche Zusatzvereinbarungen. Sie können, müssen aber nicht in der betrieblichen Altersvorsorge eingeschlossen sein. Der Versicherungsnehmer sollte daher prüfen, ob die betriebliche Altersvorsorge seine Wünsche in diesen Punkten erfüllt.


Wann leistet eine betriebliche Altersvorsorge?

Grundsätzlich leistet eine private betriebliche Altersvorsorge immer dann, wenn die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt sind. Das sind in der Regel:

  • Erreichen eines bestimmten Alters (i.d.R. des Renteneintrittsalters)
  • Invalidität
  • Todesfall

Ob Invalidität und Todesfall Voraussetzung für eine Leistung der betrieblichen Altersvorsorge sind, hängt davon ab, ob dies vertraglich vereinbart ist. Es handelt sich dabei jedoch um durchaus übliche Zusatzvereinbarungen.

Wichtig ist dabei auch, dass eine betriebliche Altersvorsorge auch dann leistet, wenn der Versicherte inzwischen bei einem anderen Arbeitgeber tätig ist und seine betriebliche Altersvorsorge nicht mitnehmen konnte oder wollte. Entscheidend ist lediglich, dass die vertraglichen Voraussetzungen für eine Auszahlung erfüllt sind, also das vereinbarte Rentenalter erreicht wird. Ein Wechsel des Arbeitgebers kann jedoch Einfluss auf die Höhe der Leistungen haben.

Besondere Bedingungen zur Leistung einer betrieblichen Altersvorsorge gelten für (Gesellschafter-)Geschäftsführer. Bei ihnen müssen zwei Fristen beachtet werden:

  1. Probezeit
  2. Erdienbarkeitsfrist

Bei der Probezeit handelt es sich um einen Zeitraum, für den die betreffende Person mindestens in einem Unternehmen tätig gewesen muss, ehe eine betriebliche Altersvorsorge vereinbart werden darf. Die Probezeit beträgt fünf Jahre bei Neugründungen. Bei Bestandsunternehmen zwei bis drei Jahre. Die Erdienbarkeitsfrist bezeichnet die Zeitspanne, die zwischen dem Abschluss der betrieblichen Altersvorsorge und dem Beginn der Auszahlung liegen muss. Sie muss mindestens zehn Jahre betragen.

Eine betriebliche Altersvorsorge leistet also grundsätzlich immer dann, wenn alle notwendigen Voraussetzungen für Leistungen erfüllt sind und alle gegebenenfalls geltenden Fristen eingehalten werden.


Wann leistet eine betriebliche Altersvorsorge nicht?

Während die Höhe der ausgezahlten Leistungen aufgrund verschiedener Faktoren schwanken kann, ist eine Leistung der betrieblichen Altersvorsorge grundsätzlich sehr sicher. Es kommt daher nur in sehr wenigen Fällen vor, dass eine betriebliche Altersvorsorge gar nicht leistet. Zu den wichtigsten Gründen dürften vor allem zählen:

  • Wartezeiten
  • Vertragsverletzungen
  • Voraussetzungen für Auszahlungen nicht erfüllt
  • Todesfall des Versicherten ohne Absicherung der Hinterbliebenen
  • Bestimmte Kriterien, die im Versicherungsvertrag definiert sind
  • Verletzung der Beitragspflicht

Die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge sind grundsätzlich an das Erreichen eines bestimmten Alters des Versicherten geknüpft. Diese Voraussetzung kann nur dann nicht erfüllt werden, wenn der Versicherungsnehmer vorzeitig ums Leben kommt. Hat er für diesen Fall keinen Hinterbliebenenschutz in die betriebliche Altersvorsorge eingeschlossen, kommt es dazu, dass die betriebliche Altersvorsorge nicht leistet. Das bedeutet, dass sie die im Vertrag festgelegten Leistungen nicht erbringt. Aus diesem Grund ist die zusätzliche Vereinbarung eines Hinterbliebenenschutzes bei einer betrieblichen Altersvorsorge äußerst sinnvoll. Bei vielen Anbietern ist sie im Versicherungsschutz bereits automatisch enthalten.

Ein weiterer wichtiger Grund dafür, dass eine betriebliche Altersvorsorge keine Leistungen erbringt, sind Vertragsverletzungen. Dazu zählen vor allem:

  • Vorsätzlich falsche Angaben des Versicherten zu seiner Person beim Abschluss des Vertrages
  • Verletzungen der Beitragspflichten

Der Fall, dass eine betriebliche Altersvorsorge nicht leistet, ist weitestgehend ausgeschlossen, wenn keine groben Vertragsverletzungen vorliegen und ein Hinterbliebenenschutz vereinbart wurde. Im Fall einer internen Durchführung sind die vereinbarten Leistungen auch im Fall einer Insolvenz des Arbeitgebers sicher. Dafür sorgen verschiedene Pflichtversicherungen und gesetzliche Vorgaben, die der Arbeitgeber erfüllen muss, wenn er eine betriebliche Altersvorsorge selber anbieten möchte.

Betriebliche Altersvorsorge - Kollegin erklärt

Können Zusatzbausteine versichert werden?

Der Einschluss von Zusatzbausteinen in die betriebliche Altersvorsorge ist durchaus üblich und vom Gesetzgeber sogar gewünscht. Zu den beiden gängigen Zusatzbausteinen zählen:

  1. Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitsabsicherung
  2. Hinterbliebenenschutz

Der Hinterbliebenenschutz ist bei vielen Angeboten für eine betriebliche Altersvorsorge bereits eingeschlossen. Dieser Zusatzschutz stellt sicher, dass im Falle des Todes des Versicherungsnehmers seine Hinterbliebenen finanziell abgesichert werden. Als Hinterbliebene gelten dabei:

  • Ehepartner (auch ehemalige)
  • Lebenspartner
  • Kindergeldberechtigte Kinder

Im Todesfall des Versicherten haben die Hinterbliebenen einen Anspruch auf eine monatliche Rente oder eine Einmalzahlung. Je nach Versicherungsvertrag kann auch eine Wahlmöglichkeit bestehen.

Die zweite wichtige Zusatzoption für eine betriebliche Altersvorsorge ist der Invaliditätsschutz. Damit kann der Versicherte sicherstellen, dass er auch dann finanziell abgesichert ist, wenn er arbeitsunfähig wird. Wie auch beim Hinterbliebenenschutz kann eine Zahlung in Form einer regelmäßigen Rente oder als Einmalzahlung vereinbart werden.

Sowohl für die Berufsunfähigkeitsabsicherung als auch für den Hinterbliebenenschutz fallen zusätzliche Kosten an. Häufig werden sie mit den Beiträgen zur betrieblichen Altersvorsorge verrechnet. Dadurch reduziert sich aber automatisch auch der Anteil für die betriebliche Altersvorsorge. Alternativ kann bei vielen Anbietern die Zusatzabsicherung auch separat berechnet werden. Das hat den Vorteil, dass die Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge nicht reduziert werden.


Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Der Beginn des Versicherungsschutzes durch die betriebliche Altersvorsorge wird grundsätzlich vertraglich genau definiert. Bei der externen Durchführung der betrieblichen Altersvorsorge durch ein Versicherungsunternehmen gelten dabei vor allem die üblichen Regelungen. Das heißt, der Versicherungsschutz kommt zustande:

  • Durch den Abschluss des Versicherungsvertrages
  • Zu einem im Vertrag definierten Anfangs-Zeitpunkt
  • Bei fristgerechter Zahlung der (Erst-)Beiträge

Im Normalfall liegen der im Vertrag definierte Anfangszeitpunkt für eine betriebliche Altersvorsorge und der Abschluss eines entsprechenden Versicherungsvertrages zeitlich nah bei einander. Vereinfacht lässt sich daher sagen, dass der Versicherungsschutz in etwa mit dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge beginnt. In Rechtsfragen ist jedoch der Zeitpunkt relevant, der im Vertrag definiert wurde. Das kann zum Beispiel entscheidend sein, wenn kurz nach dem Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge mit eingeschlossenem Invaliditätsschutz der Versicherungsnehmer arbeitsunfähig wird. In diesem Fall besteht ein Versicherungsschutz nur, wenn der Versicherungsfall nach dem vertraglich vereinbarten Anfangszeitpunkt der betrieblichen Altersvorsorge liegt.

Zu unterscheiden ist der Beginn des Versicherungsschutzes grundsätzlich vom Beginn der Auszahlungsphase der betrieblichen Altersvorsorge. Hierbei handelt es sich um den Zeitpunkt, ab dem der Versicherte Anspruch auf Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge hat. Üblicherweise ist dies der Zeitpunkt, zu dem der Versicherte Arbeitnehmer in den Ruhestand tritt. Wurden Zusatzvereinbarungen etwa in Form einer Invaliditäts- oder einer Hinterbliebenenabsicherung getroffen, ergeben sich hieraus abweichende Leistungsansprüche unter entsprechenden Bedingungen.

Betriebliche Altersvorsorge - Geschäftsmann mit einer Uhr

Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

Versicherungssummen spielen in der betrieblichen Altersvorsorge vor allem dann eine Rolle, wenn eine Einmalzahlung für die Auszahlung vereinbart wurde. Welche Höhen hierbei sinnvoll sind, hängt in erster Linie davon ab, ob und in welcher Form und Höhe der Versicherte noch zusätzlich für das Alter vorsorgt. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch, wenn eine Auszahlung in Form einer monatlichen Rentenrate vereinbart wurde.

Entscheidend bei der Frage nach einer angemessenen Höhe der betrieblichen Altersvorsorge ist vor allem die Frage nach der Rentenversicherungspflicht. Ein versicherungspflichtiger angestellter Arbeitnehmer sollte immer die Höhe seiner gesetzlichen Rente berücksichtigen. Anders verhält es sich, wenn eine betriebliche Altersvorsorge von einer nicht rentenversicherungspflichtigen Person zur Vorsorge genutzt werden soll. Das kann zum Beispiel bei Gesellschafter-Geschäftsführern der Fall sein. Da sie keine Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, sollten entsprechend höhere Auszahlungen erzielt werden. Entscheidend ist letztlich immer, dass die Erträge aus allen Formen der Altersvorsorge für den Versicherten im Alter wirklich ausreichend sind.

Eine weitere wichtige Rolle spielen in vielen Fällen auch Steuerfragen. Das betrifft sowohl die Anspar- als auch die Auszahlungsphase. Hierbei unterscheiden sich die fünf möglichen Durchführungsformen für die betriebliche Altersvorsorge zum Teil enorm. Die Frage nach der geeigneten Versicherungssumme ist daher in der Regel auch eng mit der Frage nach der geeigneten Durchführungsform verbunden.


Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

Der Beitrag für eine betriebliche Altersvorsorge richtet sich insbesondere danach, welche Beträge in der Leistungsphase ausgezahlt werden sollen. Je mehr ausgezahlt werden soll, desto mehr muss auch eingezahlt werden. Oder umgekehrt: Je mehr eingezahlt wird, desto höhere Leistungen können vereinbart werden. Entscheidend ist letztlich auch hierbei, was vertraglich für die betriebliche Altersvorsorge vereinbart wird. Grundsätzlich sind der Höhe der Beiträge nahezu keine Grenzen gesetzt. Aufgrund verschiedener Faktoren gibt es in der Praxis natürlich verschiedene Einschränkungen. Einer davon sind zum Beispiel Steuerfreibeträge. So sind zum Beispiel Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge für die:

  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktversicherung

nur bis zu einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei. Für den Versicherten spielt in der Regel auch eine entscheidende Rolle, ob er die Beiträge selber zahlen muss, oder ob sein Arbeitgeber die Beiträge zahlt. In diesem Fall wird der Arbeitgeber die Höhe der Beiträge festlegen, beziehungsweise die Höhe der Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge bestimmen.

Neben der Höhe der gewünschten Auszahlungen spielt insbesondere bei der externen Durchführung der betrieblichen Altersvorsorge auch das Alter des Versicherten beim Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge eine entscheidende Rolle. Auch gesundheitliche Risikofaktoren können die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge beeinflussen. Das gilt insbesondere, wenn Invaliditäts- und Hinterbliebenenschutz in die betriebliche Altersvorsorge eingeschlossen wurden. Für diese beiden Optionen können ebenfalls höhere Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge fällig werden.


Welche Vorteile bringt ein Vergleich der betrieblichen Altersvorsorge?

Ein Vergleich der betrieblichen Altersvorsorge bringt immer viele Vorteile mit sich. Das setzt allerdings voraus, dass der Versicherungsnehmer die freie Auswahlmöglichkeit hat. Das ist mitunter nicht gegeben, wenn der Arbeitgeber:

  • Die betriebliche Altersvorsorge intern durchführt
  • Bereits Vereinbarungen zur betrieblichen Altersvorsorge mit einem externen Versicherungsanbieter getroffen hat
  • Darauf besteht, die Auswahl des Versicherungsanbieters zu treffen

Betriebliche Altersvorsorge - Geschäftsmann erklärt Vorteile Grundsätzlich hat zwar der Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, dass sein Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge für ihn abschließt.

Allerdings nur solange keine eigenen Konzepte
des Arbeitgebers
bestehen. Viele Arbeitgeber
bieten ihren Arbeitnehmern aber an, eine betrieblichen Altersvorsorge bei einem Versicherungsanbieter ihrer Wahl abzuschließen.

Häufig beteiligen sie sich auch an den Beiträgen
oder zahlen diese sogar komplett.

Kann der Arbeitnehmer seine betrieblichen Altersvorsorge frei auswählen, sollte er in jedem Fall verschiedene Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge genau miteinander vergleichen. Der Vergleich sollte dabei insbesondere mit Blick darauf stattfinden:

  • Welchen Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge ein Angebot enthält und ob dieser geeignet ist
  • Welche Konditionen der Versicherer anbietet
  • Welche Beiträge für welche Leistungen fällig werden
  • Ob gewünschte Zusatzoptionen eingeschlossen werden können

Ein Vergleich der Beiträge sollte dabei grundsätzlich zuletzt durchgeführt werden. Das günstigste Angebot lohnt sich nicht, wenn die gewünschten Leistungen nicht in der betrieblichen Altersvorsorge enthalten sind.


Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

Die Flexibilität bei der Beitragsanpassung ist in erster Linie davon abhängig, welcher Durchführungsweg für die betriebliche Altersvorsorge gewählt wird. Je nach Modell können die Beiträge:

  • Nur erhöht werden
  • Innerhalb einer bestimmten Spanne erhöht oder reduziert werden
  • Beliebig erhöht und gesenkt werden
  • In Form einer Einmalzahlung aufgestockt werden

Aus steuerlichen Gründen ist bei einer Pensionszusage und einer Unterstützungskasse ausschließlich eine Erhöhung der Beiträge möglich. Im Rahmen eines Mindest- und eines Höchstbeitrages können hingegen die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge in Form von Direktzusagen und Pensionskassen relativ frei variiert werden. Die meisten Möglichkeiten zur Anpassung der Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge bieten Pensionsfonds. Bei diesem Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge können die Beiträge erhöht oder gesenkt werden. Zusätzliche Einmalzahlungen sind in der Regel ebenfalls möglich. Abweichend von diesen Fällen können im Einzelfall grundsätzlich immer auch abweichende Vereinbarungen für eine betriebliche Altersvorsorge getroffen werden. Entscheidend sind daher in jedem Fall die Konditionen, die im Versicherungsvertrag für eine betriebliche Altersvorsorge vereinbart werden.

Weitere Anpassungsmöglichkeiten bestehen bei einer betrieblichen Altersvorsorge abhängig vom Versicherungsanbieter und dessen Konditionen. So können Versicherte zum Beispiel bei einigen Anbietern vor Beginn der Auszahlphase die Auszahlungsmodalitäten variieren. Ob also eine regelmäßige Rentenzahlung oder eine Einmalzahlung erfolgen soll. Sind Zusatzoptionen zur betrieblichen Altersvorsorge vereinbart, können mitunter die Auszahlungsbeträge für die Hinterbliebenen verändert werden.


Können die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge von der Steuer abgesetzt werden?

Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge können steuerlich abgesetzt werden. Das gilt sowohl, wenn die Beiträge vom Arbeitgeber gezahlt werden, als auch, wenn der Arbeitnehmer selbst die Beiträge zahlt. Je nach Durchführungsweg gelten jedoch unterschiedliche Bedingungen. Für Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen gelten bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung für Arbeitnehmer als steuerfrei. Hinzu kommt ein Freibetrag von bis zu 1.800 Euro. Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge in Form von Pensionszusagen und Unterstützungskassen sind für Arbeitnehmer sogar komplett steuerfrei. In der Auszahlungsphase sind jedoch die Bezüge aus einer betrieblichen Altersvorsorge bei allen Durchführungswegen grundsätzlich einkommenssteuerpflichtig. Ausnahmen sind bei der Direktversicherung und Pensionskassen in Form einer Ertragsanteilsbesteuerung möglich.

Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber können Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter komplett als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Das gilt für externe Durchführungswege. Führt der Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge intern durch, gelten hierfür besondere Regeln. In diesem Fall ist der Arbeitgeber nämlich verpflichtet, Rücklagen zu bilden, um seine Zusage für eine betriebliche Altersvorsorge auch einhalten zu können. Die notwendigen Rücklagen schlagen sich in der Bilanz als gewinnminderndes Fremdkapital nieder. Genauso wie bei den externen Durchführungswegen wirken sich also auch bei einer internen Durchführung der betrieblichen Altersvorsorge die Aufwendungen für den Arbeitgeber gewinn- und damit steuersenkend aus.


Was ist bei einer Kündigung der betrieblichen Altersvorsorge zu beachten?

Die Kündigung einer betrieblichen Altersvorsorge ist im Grunde so gut wie unmöglich. Das liegt vor allem daran, dass nicht der Arbeitnehmer selber, sondern sein Arbeitgeber der Versicherungsnehmer ist, wenn die betriebliche Altersvorsorge extern durchgeführt wird. Das heißt, der Arbeitgeber schließt für seinen Arbeitnehmer eine entsprechende Versicherung für eine betriebliche Altersvorsorge ab. Die Beträge kann:

  • Der Arbeitgeber
  • Der Arbeitnehmer
  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam

Betriebliche Altersvorsorge - Besprechungstisch mit Unterlagen zahlen. Für eine Kündigung muss daher zuerst die Versicherung auf den versicherten Arbeitnehmer übertragen werden. Das ist grundsätzlich möglich.
Hat der Arbeitnehmer die Beiträge zum Beispiel als Entgeltumwandlung selber gezahlt, könnte er die betriebliche Altersvorsorge unter diesen Umständen sogar kündigen.

Daraus ergibt sich jedoch ein neues Problem. Alle Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge werden
bei ihrer Einzahlung von der Steuer und den Sozialabgaben ausgenommen. Im Falle einer Auszahlung müssten alle angesparten Beiträge nachträglich besteuert und Sozialabgaben darauf gezahlt werden. Eine Kündigung ist daher nicht nur sehr schwierig, sondern auch immer unrentabel.

Alternativ zur Kündigung besteht in der Regel jedoch die Möglichkeit, eine betriebliche Altersvorsorge ruhen zu lassen. In diesem Fall bleibt die betriebliche Altersvorsorge bestehen. Es werden jedoch keine Beiträge mehr erhoben. Auf diese Weise reduziert sich zwar die Auszahlungssumme. Die Verluste sind jedoch erheblich geringer als bei einer Kündigung.


Was ist bei einem Wechsel der betrieblichen Altersvorsorge zu beachten?

Ein Wechsel der betrieblichen Altersvorsorge kann vor allem immer dann notwendig werden, wenn es zu einem Arbeitgeberwechsel kommt. Weil die betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber läuft, sind bei einem Arbeitgeberwechsel einige Dinge zu beachten. Wurde die betriebliche Altersvorsorge bislang extern bei einem Versicherungsanbieter durchgeführt, kommen bei einem Arbeitgeberwechsel verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Welche davon im Einzelfall angewandt werden kann, hängt von der jeweiligen Situation ab. Möglich sind:

  • Eine Fortsetzung der bestehenden externen betrieblichen Altersvorsorge über den neuen Arbeitgeber
  • Eine Fortsetzung der betrieblichen Altersvorsorge mit eigenen Beiträgen
  • Ruhen lassen der bisherigen betrieblichen Altersvorsorge

Auch eine Mitnahme der Ansprüche aus einer Pensionszusage, also bei der internen Durchführung einer betrieblichen Altersvorsorge, zum neuen Arbeitgeber ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist, dass alter und neuer Arbeitgeber und der Arbeitnehmer dem Wechsel zustimmen. Lässt sich eine Mitnahme der betrieblichen Altersvorsorge in der Praxis nicht realisieren, besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit, die bisherige betriebliche Altersvorsorge ruhen zu lassen. In diesem Fall werden keine weiteren Beiträge eingezahlt. Sobald die Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind, erhält der Versicherte aus der ruhenden betrieblichen Altersvorsorge Leistungen. Die Höhe hängt dann von den bis dahin eingezahlten Beiträgen ab.