Betriebshaftpflichtversicherung


    Weshalb ist eine Betriebshaftpflichtversicherung sinnvoll?

    Betriebshaftpflicht - Ein lächelnder Geschäftsmann Unternehmensalltag, Produktion, Arbeiten beim Kunden – Haftungsrisiken begleiten Unternehmen grundsätzlich. In den meisten Fällen sind Vorkehrungen getroffen, um Tätigkeitsschäden auszuschließen oder zu minimieren. Jedoch haftet das Unternehmen auch dann für einen entstandenen Schaden, wenn alle Vorkehrungen einen Unfall oder einen Schaden nicht verhindern konnten.
    Die Betriebshaftpflicht tritt für eine Vielzahl von Schäden ein, für die ein Unternehmen per Gesetz haften muss. Im Bereich der Gewerbeversicherung gehört sie zu den wichtigsten Produkten.

    Die Haftpflicht ist eine gesetzlich geregelte Verantwortung des Unternehmens seinen Mitarbeitern gegenüber, seinen Kunden gegenüber und all jenen, die durch Unternehmenshandlungen zu Schaden kommen.

    Das schließt neben der Haftpflicht natürlichen Personen gegenüber auch die Umwelthaftpflicht ein. Sie muss Erfüllungsansprüchen gerecht werden, die aus der Fehlfunktion von Arbeitsmaschinen oder Unfällen durch Firmenfahrzeuge von Rechts wegen das Unternehmen treffen.

    Schädigungen umfassen grundsätzlich die folgenden Schadensarten:

    • Personenschaden
    • Sach- und Gegenstandsschaden bzw. Schäden an fremdem Eigentum
    • Vermögensschäden, soweit diese aus der Haftpflicht ableitbar sind und das Unternehmen über die Betriebshaftpflichtversicherung dafür haften muss. In diesem Sinn ist die Betriebshaftpflichtversicherung auch als Vermögensschadenhaftpflicht geltend.

    Hinweis: Für reine, nicht aus anderen Schadensarten abgeleitete Vermögensschäden, tritt die Betriebshaftpflichtversicherung nur bedingt ein. In der Regel greifen hier D&O Versicherungen, die Berufshaftpflicht oder eine gezielt eingesetzte Inhaltsversicherung für Prüfung des Schadenersatzanspruchs und Ersatz von reinen Vermögensschäden. Zur zusätzlichen Absicherung über den inkludierten Rechtsschutz der Betriebshaftpflicht hinaus, werden oft ergänzende Rechtsschutzversicherungen abgeschlossen.

    Die Betriebshaftpflichtversicherung sichert nicht nur das Unternehmen als juristische Person oder Körperschaft ab. In ihrer Eigenschaft als Mitarbeiter des Unternehmens sind auch alle Mitarbeiter versichert für Tätigkeitsschäden, die sie im Rahmen ihrer Berufsausübung verursachen. Je nach konkreter Gestaltung der Betriebshaftpflichtversicherung erstreckt sich ihrer Gültigkeit auch auf beauftragte Unternehmen und ausgelagerte Tätigkeiten. Zusätzlich tritt die Betriebshaftpflichtversicherung immer dann ein, wenn auf dem Betriebsgelände oder durch die Tätigkeit des Unternehmens einem Dritten ein Schaden entsteht. D.h., sie gilt auch im Rahmen der Verkehrshaftung des Unternehmens gegenüber Besuchern oder Gästen.


    Infografik

    Betriebshaftpflichtversicherung - Infografik


    Welche Leistungen, Gefahren und Schäden sind in einer Betriebshaftpflichtversicherung versichert?

    Die Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt Leistungen aus allen Schäden, die einem Unternehmen aus der gesetzlichen Haftpflicht entstehen.

    Versicherte Gefahren und Schäden in der Betriebshaftpflichtversicherung sind u.a.

    • Personenschäden auf dem Unternehmensgelände
    • Schäden an fremdem Eigentum
    • Schäden, die von Mitarbeitern des Unternehmens Dritten gegenüber verursacht werden
    • je nach Police auch Forderungen aus Haftungsansprüchen zwischen Mitversicherten des Unternehmens (Haftung des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer, sofern nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt und abgegolten)
    • Haftpflichtschäden, die durch die Unternehmenstätigkeit allgemein verursacht worden sind (Unfälle mit Dienstwagen, Schäden im Außendienst von Mitarbeitern und Angestellten, Schäden, die durch fehlerhafte Produktionsanlagen verursacht worden sind, etc.)

     

    Zu den durch die Betriebshaftpflichtversicherung gedeckten Risiken zählt neben der Übernahme und dem Forderungsmanagement gegenüber Dritten auch die Freistellung von berechtigten Forderungen und die Abwehr unberechtigt erhobener Ansprüche an das Unternehmen. Diese Wirkweise wird regelmäßig auch als inkludierter Rechtsschutz der Betriebshaftpflichtversicherung bezeichnet. Damit ist neben der grundlegenden Absicherung vor Belastungen aus unvorhersehbaren Schäden auch die Absicherung gegen unrechtmäßige Erhebung von Erfüllungsansprüchen gewährleistet. Je nach Versicherungsfall kann dieser Faktor ein bedeutendes Volumen erreichen. Z.B. dann, wenn ein Schadenfall einen längeren Rechtsprozess nach sich zieht. Ohne Betriebshaftpflichtversicherung steht das Unternehmen für alle Verfahrenskosten ein, bis ein Urteil erfolgt ist. Die Betriebshaftpflichtversicherung stellt von solchen Kosten frei und übernimmt die Abwehr der unberechtigten Forderung.

    In der Betriebshaftpflichtversicherung sind neben den genannten Risiken auch alle Schäden versichert, die aus dem Verkehrsbetrieb auf dem Betriebsgelände resultieren. Die Absicherung betrifft sowohl Betriebe mit Betriebsgelände, auf dem Dritte (Gäste, Zulieferer, Kunden etc.) verunfallen oder deren Eigentum durch den Betriebsablauf beschädigt wird, als auch kleine Unternehmen. Dazu zählen bspw. Restaurants, Autohäuser, Servicebetriebe mit Kundenverkehr usw.

    Hinweis: Unternehmen bestimmter Branchen sollten prüfen, ob neben der Betriebshaftpflichtversicherung andere Versicherungen nötig sind, um kernhafte Risiken für den Geschäftsbetrieb zu verringern. Für den Gastronomiebereich kann zum Beispiel eine Betriebsunterbrechungsversicherung eine sinnvolle Ergänzung der Betriebshaftpflichtversicherung sein. Für Autohäuser bspw. empfiehlt sich der Abschluss einer gezielt auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasste Betriebshaftpflichtversicherung, die z.B. auch Versicherungsschutz für Probe- und Werkstattfahrten bietet. Bestimmte Produktionsunternehmen unterliegen wegen ihres Geschäftsfelds erhöhten Umweltrisiken. Eine Umweltschadenhaftpflichtversicherung kann eine notwendige Ergänzung der Betriebshaftpflichtversicherung sein.

    Leistungsergänzungen zur Betriebshaftpflicht

    Die geschäftlichen Tätigkeiten eines Unternehmens müssen oft gezielt in einer erweiterten Gewerbeversicherung abgesichert werden. Die Betriebshaftpflicht deckt nicht alle möglichen Schäden.

    Wichtig ist oft eine Produkthaftpflichtversicherung. Sie deckt in gesondertem Leistungsspektrum Forderungen, die aus der Auslieferung oder dem Verbau fehlerhaft gelieferter Produkte resultieren. Hier sind weniger Tätigkeitsschäden, viel mehr Leistungs- und Erbringungsschäden versichert. Sehr oft spielt die Vermögensschadenhaftpflicht eine große Rolle.

    Die erweiterte Absicherung einer Betriebsschließung, Betriebsunterbrechung oder die zwangsweise Stilllegung von Arbeitsmaschinen sollte je nach Geschäftsfeld ebenfalls erweitert abgesichert werden. Ausgewählt werden kann hier zwischen einer spezifischen Erweiterung der Betriebs- und Berufshaftpflicht zur Leistungsüberbrückung fester Kosten innerhalb der Produkthaftpflichtversicherung bis hin zur Ergänzung der Gewerbeversicherung durch einer separate Mietausfallversicherung. Letztere übernimmt im Fall einer Betriebsunterbrechung ausschließlich die laufenden Mietkosten. Die Erweiterungen der Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht oder Produkthaftpflicht können auch Lohn- und Gehaltsfortzahlungen einschließen.

    Produzierende Unternehmen benötigen zusätzlich häufig eine Umwelthaftpflichtversicherung. In der Erweiterung der bestehenden Gewerbeversicherung ist die gesetzliche Regelung zur Umwelthaftpflicht wiedergespiegelt. Kommt es im Rahmen der Produktion zu Kontaminierung der Umwelt, trägt die Umwelthaftpflichtversicherung die Kosten.

     


    Was ist bei Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung zu beachten?

    Rahmenbedingungen für die Betriebshaftpflichtversicherung
    Die Betriebshaftpflichtversicherung stellt für viele Unternehmen die grundlegende Versicherung dar. Sie ist dazu bestimmt, die wesentlichen Geschäftsbedrohungen und Risiken aus Haftpflichtschäden zu kompensieren. Vor diesem Hintergrund muss die Betriebshaftpflichtversicherung möglichst zielgerichtet auf die Ansprüche und das konkrete Risikofeld des versicherten Unternehmens angepasst sein. Der Abschluss einer Betriebshaftpflicht als Direktversicherung ist dabei nicht immer die optimale Variante. Besonders dann, wenn in der Gewerbeversicherung weitere Komponenten, wie Produkthaftpflichtversicherung, Werkverkehrsversicherung oder Rechtsschutz, integriert werden sollen. Optimal sind hier Paketmodelle, deren Einzelbestandteile beim jeweils günstigsten Anbieter direktversichert werden. Dieser Mittelweg, bspw. über unser Vergleichsportal, ist in der Regel die günstigste Variante.
    Betriebshaftpflicht - Drei Geschäftsläute bei einem Gespräch

    Die Betriebshaftpflichtversicherung steht grundsätzlich für solcherart Schäden ein, die aus dem regulären Unternehmensablauf entstehen, fahrlässig oder ohne Zutun verursacht wurden und für die das Unternehmen nach gesetzlichen Bestimmungen haftet.

    Das Unternehmen muss also durch seine Aufstellung und Struktur in der Lage sein, grundsätzlich unfall- und risikominimiert den Geschäftsauftrag zu erfüllen. Die Betriebshaftpflichtversicherung gibt für verschiedene Branchen entsprechende Richtlinien vor.

    Risikoeinschätzung für das Unternehmen
    Dem Abschluss der Betriebshaftpflichtversicherung sollte eine Einschätzung vorausgehen, welche Risiken durch den Geschäftsbetrieb, die Art des Betriebsgeländes und die Art der Auftragsausführung besonders wahrscheinlich sind. Beispielsweise liegen die Risiken, die einen Schadenersatzanspruch aus der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht des Unternehmens bedingen, wesentlich verschieden für Produktionsbetriebe und bspw. Hotel- und Gaststättenbetriebe. Versicherungssummen und Eintrittsklauseln für den Versicherungsfall sollten bei Bedarf entsprechend individuell verhandelt werden.

    Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Betriebshaftpflichtversicherung
    Neben den Leistungen, die die Betriebshaftpflichtversicherung für das Unternehmen erbringen soll, um eine sinnvolle Risikoabsicherung darzustellen, müssen die Versicherungskonditionen auch wirtschaftlich abbildbar sein. Dazu können Deckungssummen speziell geprüft werden oder Selbstbehalte für verschiedene Schadenfälle vereinbart werden. Grundlegend sollte dem Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung ein möglichst weit gefächerter Vergleich vorausgehen.
    Hinweis: Spezielle Branchen benötigen neben der Betriebshaftpflichtversicherung weitere, z.T. gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen. Hier lohnt sich zu prüfen, welche Risiken möglicherweise bereits von einer anderen Versicherung gedeckt werden. Diese Risiken können ggf. aus den vereinbarten Leistungen der Betriebshaftpflichtversicherung ausgeschlossen werden bzw. kann die nötige Deckungssumme dafür entsprechend angepasst werden. Der mehrfache Abschluss vorgeschriebener Versicherungen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Doppel- oder Mehrfachversicherung. Eine entsprechende Anpassung (je nach Möglichkeit) kann Kosten für die Versicherung wesentlich reduzieren.


    Welche Kosten werden von der Betriebshaftpflichtversicherung im Schadenfall übernommen?

    Der Schadenfall in der Betriebshaftpflichtversicherung tritt ein, wenn ein Dritter durch das haftende Unternehmen geschädigt wird. Das ist z.B. dann der Fall, wenn eine Person auf dem Firmengelände verunfallt, aber auch dann, wenn durch einen Mitarbeiter des Unternehmens im Außendienst ein Schaden verursacht wird. Das Unternehmen haftet dafür, sofern keine vorsätzliche Handlung vorliegt. Jedoch kann unter bestimmten Umständen auch aus Vorsatz von Unternehmensmitarbeitern eine Haftung der Unternehmens bestehen.

    Die Betriebshaftpflichtversicherung trägt alle Kosten, die aus der gesetzlichen Haftpflicht für das Unternehmen entstehen. Insbesondere sind das Kosten nach

    • Personenschäden
    • Sachschäden
    • Vermögensschäden

    Kostenübernahme der Betriebshaftpflichtversicherung nach Personenschäden
    Als Personenschäden werden Ansprüche geltend gemacht, die nach Unfällen oder körperlichen Beeinträchtigungen entstehen. Sie werden nach Heil- und Behandlungskosten bewertet. Die Haftung des Unternehmens resultiert in der Regel daraus, dass der Unfall auf dem Betriebsgelände, durch einen Firmenwagen auch außerhalb des Betriebsgeländes oder durch einen Mitarbeiter im Unternehmensauftrag auf und außerhalb des Betriebsgeländes entstanden ist. Die Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt die Heil- und Behandlungskosten, die in der Folge des Unfalls entstehen und die zur Wiederherstellung der Gesundheit des Geschädigten nötig sind.

    Kostenübernahme der Betriebshaftpflichtversicherung nach Sachschäden
    Wird an einer Sache (Eigentum Dritter, Betriebsinhalte von Auftragnehmern oder Auftraggebern, etc.) ein Schaden verursacht, für den das Unternehmen haftet, stellt die Betriebshaftpflichtversicherung von der Ausgleichszahlung frei. Die Kompensation erfolgt in der Regel in Form von Zeitwertersatz, Gleichwertbeschaffung und der Erstattung von Reparaturkosten.

    Kostenübernahme der Betriebshaftpflichtversicherung nach Vermögensschäden
    Vermögensschäden, für die die Betriebshaftpflichtversicherung eintreten soll, sind in der Regel abgeleitete Vermögensschäden. Der häufigste Fall sind Ausfall- und Verdienstersatzzahlungen oder die Begleichung von Langzeitbehandlungskosten und Rehabilitationsmaßnahmen für chronische Schäden nach Personenschäden. Für direkte Vermögensschäden, die durch einen Betrieb oder ein Unternehmen verursacht werden können, tritt in der Regel eine entsprechende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ein.

    Kostenübernahme der Betriebshaftpflichtversicherung bei unklaren und unberechtigten Forderungen
    Die Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt Kosten für Rechtsauseinandersetzungen, die zur Prüfung und Klärung von unklaren Ansprüchen nötig sind bzw. für die Zurückweisung unberechtigter Ansprüche. Die Prozesskosten werden nicht auf die Versicherungssumme angerechnet.

    Hinweis: Begünstigte der Betriebshaftpflichtversicherung sind in der Regel geschädigte Dritte. Der Versicherungsnehmer wird nur in Ausnahmefällen begünstigt. Z.B. dann, wenn er selbst bereits einen Ausgleich für den Schaden geleistet hat, für den die Betriebshaftpflichtversicherung eintreten muss. In der Baubranche spielt diese Form der Rückvergütung eine besondere Rolle.


    Welche Kosten werden von der Betriebshaftpflichtversicherung im Schadenfall nicht übernommen?

    Betriebshaftpflicht - Gestapelte Münzen In der Regel werden Kostenübernahmen dann zurückgewiesen, wenn ein klarer Vorsatz zu der Forderung geführt hat. Des weiteren übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung auch keine Kosten für Ersatzforderungen, für die eine andere Versicherung bereits leisten muss. Das ist in der Regel auch dann der Fall, wenn die Betriebshaftpflichtversicherung dem Grunde nach eintreten müsste. Ersatzforderungen aus direkten Vermögensschäden übernimmt der Betriebshaftpflichtversicherung nicht.

    Ein weiterer Ausschluss der Versicherungsleistung erfolgt in der Regel vor dem Hintergrund der Produkthaftung eines Unternehmens. Auf gesetzlicher Grundlage haftet ein Unternehmen für Schäden, die eines seiner Produkte bei sachgerechtem Gebrauch trotzdem verursacht (Produktionsfehler, Material- und Einbaufehler, etc.). Hier greift anstelle der Betriebshaftpflichtversicherung die Produkthaftpflichtversicherung.
    Schäden an zu Transport oder Lagerung übernommenen Gütern Dritter sind von der Deckung der Betriebshaftpflichtversicherung ausgenommen
    Schäden an Gebäuden durch Unwetter oder sonstigen Einfluss, Einbruchschäden oder Schäden an sonstigen Betriebsinhalten sind ebenfalls nicht in den Haftungsumfang der Betriebshaftpflichtversicherung eingeschlossen.
    Schäden aus besonderen Geschäftsinhalten: Stellt das Geschäftsfeld der Versicherungsnehmers einen eigenen, besonderen Risikobereich dar, erfordert die Betriebshaftpflichtversicherung in der Regel eine entsprechende Erweiterung. Unter bestimmten Umständen können Ausschlussklauseln mitversichert werden, die Schäden aus dem Betrieb von Umwelt-Risiko-Anlagen oder Atomstrom-Anlagen absichern.
    Schadenersatzzahlungen aus Vertragsverletzungen werden ebenfalls nicht von der Betriebshaftpflichtversicherung übernommen.

    Sonderfall Zweigstellenaufbau

    In der Betriebshaftpflichtversicherung eines Unternehmens sind in der Regel auch Niederlassungen und Zweigstellen mitversichert. Bei den meisten Anbietern auch dann, wenn Mitarbeiter die geschäftliche Administration gerade erst aufbauen.

    Nicht jedoch versichert sind Risiken, die aus dem physischen Bau einer Niederlassung in Form von Gebäuden und Lagerhallen entstehen. Unfallschäden oder Schäden an Dritten sind nicht in der Betriebshaftpflicht erfasst.

    Ergänzend für die Zeit der Bautätigkeit sollte hier eine Bauherrenhaftpflicht oder Bauleistungsversicherung greifen. Bauherr ist das Unternehmen dann, wenn es den Auftrag zum Bau gegeben hat. Auch, wenn später Teile des Unternehmens an Dritte vermietet werden sollen.

    Insbesondere die Bauleistungsversicherung kann später als Gebäudeversicherung oder als Teil der Betriebhaftpflicht-Absicherung in einen Gesamtrisikoschutz integriert werden, je nach Anbieter.

    Wichtig ist: Die Betriebshaftpflicht des Unternehmens greift in der Regel nicht für Haftpflichtschäden, die beim Bau von Niederlassungen und Zweigstellen eintreten können.

    Weitere Themen rund um die Betriebshaftpflicht.


    Wie verhalte ich mich bei einer Betriebshaftpflicht im Schadenfall?

    Der Schadenfall tritt ein, wenn ein Dritter auf dem Firmengelände oder durch sonstige Einwirkung des Unternehmens zu Schaden kommt. Das versicherte Unternehmen ist, unabhängig von behördlicher oder drittparteilicher Tätigkeit, zur Meldung des Schadens an den Versicherer verpflichtet.
    Der Versicherer verlangt in der Regel Auskunft über

    • Art der verursachten Tätigkeitsschäden
    • Ort und Zeit des Schaden sowie Verantwortlichkeit
    • geschätztes oder nachgewiesenes Volumen des Schadens
    • Involviertheit von Behörden bzw. anstehenden behördlichen Ermittlungen im Rahmen des Schadenfalls, insbesondere nach Personenschäden

    Sind Schäden aus anderen Versicherungssparten gegeben, wie der Produkthaftpflichtversicherung oder im Rahmen der Vermögensschadenhaftpflicht bei abgeleiteten Schadenersatzansprüchen, kann der Versicherer den Leistungsfall entsprechend der Sachlage anpassen. Vor diesem Hintergrund ist eine passende Absicherung essenziell.

    Der Versicherer kann die Herausgabe aller relevanten Unterlagen verlangen. Besonders bei der Übernahme von rechtlichen Schritten sollte hier auf umfangreiche Zuarbeit geachtet werden, um Verfahren schnell und umfassend abwickeln zu können. Im Schadenfall können auch Beweise wichtige Bedeutung erlangen. Es empfiehlt sich eine verbindliche Schadenerfassungsprozedur für alle Mitarbeiter des Unternehmens. Die möglichst umfassende Sammlung schadenrelevanter Daten verhindert Streitigkeiten über die Verpflichtung zu Details und Umfang beim Schadensausgleich.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Der Beginn des Versicherungsschutzes in der Betriebshaftpflichtversicherung wird in der Police geregelt. In der Regel beginnt der Versicherungsschutz mit dem ersten Gültigkeitstag der Police. Ausnahmen dazu können in beiderseitigem Einvernehmen sowohl von Seiten des Versicherungsnehmers festgehalten werden als auch vom Versicherer vorgeschlagen. So kann bei noch bestehender Betriebshaftpflichtversicherung (z.B. nach einem Wechsel) vor dem Hintergrund von Kostenersparnis der Versicherungsbeginn verlegt werden.
    Grundlegend wird der Versicherungsschutz so beschlossen, dass er für alle Versicherungsfälle, die nach Beginn des Versicherungsschutzes auftreten, greift. Mit einzelnen Versicherern können Nachhaftungs- und Rückwirkungsklauseln vereinbart werden.
    Betriebshaftpflicht - Eine lächelnde Frau hält eine Uhr

    Nachhaftung: Je nach Inhalt des konkreten Versicherungsvertrags ermöglicht ein Versicherer die Meldung und Übernahme von Schäden nach Ende des Versicherungsvertrags, wenn der Grund für den Schaden noch innerhalb der Versicherungslaufzeit aufgetreten ist. Für Personen- und Sachschäden greift diese Klausel jedoch selten, da der Versicherungsnehmer stets zur unverzüglichen Meldung des Schadenfalls verpflichtet ist. Unter bestimmten Umständen kann die Nachhaftung jedoch von Bedeutung werden, wenn z.B. Langzeit- oder Folgeschäden geltend gemacht werden, die zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls nicht absehbar waren.
    Rückhaftung: Bestimmte Versicherer bieten an die Haftung für einen Schadenfall auch dann zu übernehmen, wenn der Versicherungsvertrag noch nicht gültig war. Dazu muss in der Regel das Schadenereignis vor Beginn des Versicherungsschutzes liegen, die Geltendmachung der Ansprüche jedoch bereits in die Versicherungsperiode fallen. Auch hier gilt: Für Schäden, die unverzüglich zu melden sind, greift diese Vereinbarung in aller Regel selten. Jedoch können auch hier Spät- und Folgeschäden in den Versicherungsschutz fallen, wenn eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde.
    Für beide Formen der Haftungserweiterung gilt: Der Versicherungsnehmer darf vor der Meldung keine Kenntnis über das Auftreten oder Vorliegen einer solchen Forderung besitzen. Die vorsätzliche oder absichtsvolle Verlagerung eines Haftungsausgleichs ist damit ausgeschlossen.
    Hinweis: Für das jeweilige Geschäftsfeld empfiehlt sich eine Prüfung, mit welcher Wahrscheinlichkeit fristüberschreitende Haftungsansprüche eintreten können.


    Welche Deckungssumme bzw. welche Versicherungssumme sinnvoll?

    Die Deckungssummen bei Betriebshaftpflichtversicherungen basieren in der Regel auf statistischen Erfahrungen der Versicherungsunternehmen. Sie sind orientiert an der Unternehmensgröße, der Beschaffenheit des Betriebsgeländes. Für eine genaue Kalkulation der Deckungssumme sollten verschiedene Faktoren genauer betrachtet werden.

    Deckung von Personenschäden
    Je nach Umfang und Größe des Unternehmens erwächst ein erhöhtes Risiko der Verursachung von Personenschäden. Geschäftsfelder mit Publikumsverkehr (z.B. Gastronomie oder Dienstleistungsgewerbe) oder Produktionsbetriebe mit Mitarbeitern im Außendienst sollten auf eine ausreichende Deckungssumme bei Personenschäden achten. Das Unternehmen haftet für verunfallte Personen auf dem Betriebsgelände oder durch Schäden an Personen, die von Mitarbeitern oder sogar beauftragten Erfüllungsgehilfen verursacht werden. In der Festlegung der Deckungssumme für Personenschäden in der Betriebshaftpflichtversicherung müssen Heil-, Behandlungs- und Rehabilitationskosten berücksichtigt werden. Eine Vervielfachung der Deckungssumme nach dem ersten Schadenfall je Versicherungsjahr kann festgelegt werden.

    Deckung von Sachschäden
    Für den Ausgleich von Sachschäden durch die Betriebshaftpflichtversicherung muss ebenfalls eine ausreichend hohe Deckungssumme veranschlagt werden. Hierzu werden neben den statistischen Werten für die jeweilige Unternehmensform und -größe vor allem der Umgang mit Sachwerten Dritter herangezogen. Auch die Verkehrsbewegungen und Haftungshintergründe bei Publikumsverkehr müssen beachtet werden.
    Hinweis: Veranstalter von Publikumsveranstaltungen haften nicht über die Betriebshaftpflichtversicherung für Schäden an Garderobe und Eigentum ihrer Gäste. In der Regel lassen sich spezielle Veranstaltungshaftpflichtversicherungen speziell darauf einstellen.
    Der Ersatz von Sachwerten durch die Betriebshaftpflichtversicherung umfasst regelmäßig Neuwertersatz, Zeitwertersatz oder Reparatur der ersatzpflichtig gewordenen Gegenstände.

    Deckung von Vermögensschäden
    Die Betriebshaftpflichtversicherung muss auch für abgeleitete Vermögensschäden aufkommen. Die Deckungssummen für Vermögensschäden sind in der Regel niedriger kalkuliert, als die Summen für Personen- und Sachschäden. Der Ausgleich erfolgt meist nach dem Versicherungsfall eines Personen- oder Sachschadens in Form geltend gemachter Langzeit- oder Folgeschäden. Direkte (sog. echte) Vermögensschäden werden jedoch nicht von der Betriebshaftpflichtversicherung übernommen.

    Die Deckungssumme kann für den Versicherungszeitraum dynamisch veranschlagt werden. Bei der Festlegung der Versicherungssumme sollte ebenfalls beachtet werden, dass die Betriebshaftpflichtversicherung für Zweigstellen und Filialen eines Unternehmens umfassend mit gelten kann. Hieraus resultiert meiste eine Erweiterung des Risikovolumens.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren bestimmen den Beitragssatz?

    Der Versicherungsbeitrag wird nach verschiedenen Eckpunkten ermittelt. U.a. sind das

    • Größe des Unternehmens
    • Umfang und Art des zu versichernden Unternehmens spielen eine grundlegende Rolle für die Ermittlung des Deckungsvolumens. Daneben zählen Zweigstellen, Filialen und Außenstellen in die Kalkulation für den Beitragssatz, wenn die Betriebshaftpflichtversicherung dafür gelten soll.
    • Vorschäden
    • Die Kenntnis über Vorschäden und bereits geleistete Schadenersatzzahlungen anderer Versicherungen werden vom Versicherer berücksichtigt. Anhaltende Schadenfreiheit kann auch für einen laufenden Versicherungsvertrag eine Anpassung der Versicherungsbeiträge bedeuten.
    • Versicherungssumme und Deckungshöhe für einzelne Schadenfälle

    Betriebshaftpflicht - Ein Geschäftsmann mit einem Taschenrechner Je nach Versicherungssumme wird der Versicherungsbeitrag entsprechend festgelegt.

    In der Regel wird hier die Gesamtversicherungssumme zur Grundlage genommen.

    Die Teilversicherungssummen, die die maximale Deckung für die einzelnen Schadensarten im Versicherungsvertrag regeln, werden hier insgesamt berücksichtigt.

    Laufzeit des Versicherungsvertrags
    Je länger ein Versicherungsvertag vereinbart wird, desto rabattierter setzt die Betriebshaftpflichtversicherung in den meisten Fällen den Beitragssatz fest. Zusätzlich zu Schadenfreiheitsrabatten kann über die Festlegung der Versicherungslaufzeit somit der Beitragssatz beeinflusst werden.
    Ausschlüsse und Selbstbehalte
    Die Betriebshaftpflichtversicherung kann durch gesonderten Ausschluss von Versicherungsleistungen modifiziert werden. Unbedingt muss darauf geachtet werden, durch den Ausschluss bestimmter Leistungen keine Deckungslücken zu generieren. Der Ausschluss einer bestimmten Leistung ist nur dann sinnvoll, wenn das Risiko des Ausschlusses durch eine andere Versicherung getragen wird – hier als eine Form der Doppelversicherung zur Anpassung der Rate genutzt wird.
    Selbstbehalte können für verschiedene Szenarien und Schadensarten vereinbart werden. In der Regel kommen Versicherer dem Versicherungsnehmer bei der Gestaltung des Beitragssatzes entgegen, wenn für bestimmte Szenarien Selbstbehalte vereinbart werden. Bei der Kalkulation sollten betriebswirtschaftliche und risikobewertende Überlegungen einbezogen werden.


    Welche Vorteile bringt der Vergleich der Betriebshaftpflichtversicherung?

    Die Betriebshaftpflichtversicherung gehört zu den grundlegenden Geschäftsversicherungen und wird von den meisten großen Versicherungsunternehmen angeboten. Neben einzelnen Spezialisierungen auf bestimmte Branchen sind die Angebote oft weit gefächert und bieten eine umfassende Auswahl von Deckungssummen, Schadensarten und Laufzeitvarianten an. Daneben können bestimmte Inhalte variiert werden, wie z.B. die Gültigkeit für Zweigstellen und die Mitversicherung von Mitarbeitern. Die beste Übersicht bietet vor diesem Hintergrund ein umfassender Vergleich, der die individuellen Ansprüche des Unternehmens zu den Angeboten der unterschiedlichen Versicherer in Beziehung setzt.
    Für die passende Betriebshaftpflicht ist selten ein Faktor allein ausschlaggebend, um die günstigste Rate bestimmen zu können. Der Vergleich muss auch die individuellen Ansprüche, auf die Branche und das Geschäftsfeld passende Risikoerwägungen abbilden können. Nur so können Haftungsrisiken möglichst umfassend ausgeschlossen werden, Deckungslücken vermieden und auf der anderen Seite kostenungünstige Mehrfachversicherungen vermieden werden.
    Ein fachversierter Vergleich zeigt:

    • die günstigste Rate für das Unternehmen und sein Geschäftsfeld
    • die passende Laufzeit für die Betriebshaftpflichtversicherung (und verschiedene wählbare Optionen)
    • die üblichen Deckungssummen und notwendige Erweiterungen
    • mögliche Ausschlüsse, Selbstbehalte und andere Faktoren, die entsprechend vom Versicherungsnehmer beeinflusst werden können
    • Ergänzungsmöglichkeiten für Eigensicherung von Arbeitsmaschinen über die betriebliche Inhaltsversicherung
    • andere mögliche und angezeigte Erweiterungen

    Können die Beiträge zur Betriebshaftpflicht von der Steuer abgesetzt werden?

    Die Betriebshaftpflicht ist für die meisten Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Sie stellt die geschäftssichernde Grundlage bei Risikomanagement und unerwarteten Schadenereignissen dar, für die ein Unternehmen einstehen muss. Damit zählt die Betriebshaftpflichtversicherung zur wirtschaftlichen Grundlage. Sie kann steuerlich geltend gemacht werden. Die Betriebshaftpflichtversicherung wird in der Regel als Betriebsausgabe steuerlich angegeben.

    Die genaue Veranlagung der Betriebshaftpflichtversicherung richtet sich nach der Art des Unternehmens oder der Körperschaft, für die die Betriebshaftpflicht gelten soll.


    Was ist bei einer Kündigung zu beachten?

    Betriebshaftpflicht - Eine Frau mit einem Mann im Gespräch Die Kündigung muss, analog zu anderen Versicherungsformen, fristgerecht erfolgen.

    Dieser Faktor muss vor allem bei geplantem Neuabschluss einer anderen Versicherung bzw. eine Wechsel der Versicherungsinhalte beachtet werden,
    um doppelte Raten zu vermeiden.

    Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel 3 Monate. Befristete Verträge sind nach Ablauf der Befristung regelmäßig kündbar.

    Besteht die Befristung für mehr als 3 Jahre, ist eine Kündigung ab dem dritten Versicherungsjahr möglich.

    Nach der Kündigung besteht innerhalb der Kündigungsfrist weiterhin Versicherungsschutz bis zum Auslaufen des Versicherungsvertrags. Versicherungsfälle sollten daher besonders innerhalb eines Kündigungszeitraums ohne Verzug dem Versicherer mitgeteilt werden.


    Was ist bei einem Wechsel zu beachten?

    Der Wechsel kann aus wirtschaftlichen oder betriebsinhaltlichen Gründen erfolgen. Wirtschaftlich ist der Wechsel dann interessant, wenn für die gleichen Versicherungskonditionen auf dem Markt günstigere Raten angeboten werden. Als Voraussetzung für die Analyse der bestehenden Betriebshaftpflicht ist oft ein Vergleich nötig. Online-Portale stellen hier die beste Übersicht zur Verfügung und listen die Ergebnisse nach individuellen Bedürfnissen auf.
    Betriebsinhaltlich ist eine Wechsel dann interessant, wenn das Unternehmen eine wesentliche Ausweitung oder eine Veränderung des Geschäftsfelds erfahren hat. Hier müssen oft Versicherungsleistungen und Deckungsbereiche angepasst werden, um einen umfassenden Versicherungsschutz zu gewährleisten. Der Wechsel aus inhaltlichen Gründen lässt sich meist mit wirtschaftlichen Wahlmöglichkeiten verbinden und somit auch betriebswirtschaftlich verträglich gestalten.

    Vor einem Wechsel sollten grundlegend folgende Punkte geprüft werden:

    • Wie lange läuft der bestehende Vertrag zur Betriebshaftpflichtversicherung noch?
    • Für welche Versicherungsinhalte soll die Betriebshaftpflichtversicherung konkret einstehen?
    • Welche bisherigen und welche zukünftigen Deckungen sollen bestehen?
    • Ist die Vergünstigung der Rate eventuell mit weniger Deckung verbunden (Gefahr von Deckungslücken)?