KFZ Versicherung

     


    Zunächst einmal muss, um Missverständnisse zu vermeiden, der Begriff KFZ Versicherung geklärt werden.
    Es gibt in Deutschland mehrere Versicherungen rund um das Thema Automobil, nämlich:

    • die KFZ Haftpflichtversicherung (privat und gewerblich)
    • die Kaskoversicherung (Teilkasko oder Vollkasko)
    • die Insassen-Unfallversicherung
    • den KFZ Schutzbrief sowie
    • die Verkehrs-Rechtsschutzversicherung.

    Gesetzlich vorgeschrieben und deswegen von jedem Kraftfahrzeughalter zwingend abzuschließen ist davon allerdings nur die KFZ Haftpflichtversicherung. Daher ist hier mit dem Begriff KFZ Versicherung in erster Linie auch sie gemeint.


    Weshalb ist eine KFZ Versicherung sinnvoll?

    KFZ Versicherung - Lächelnde Frau im Auto Die KFZ Versicherung ist nicht nur sinnvoll, sondern auch unbedingt notwendig: Denn das „Gesetz über
    die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter“, auch Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) genannt, schreibt vor, dass jeder Halter eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers für sich selbst, für den Eigentümer und für den Fahrer des Fahrzeugs eine Haftpflichtversicherung abzuschließen hat.

    Dies klingt zunächst verwirrend, aber in Deutschland
    ist es so, dass der Halter, also derjenige, auf den das Fahrzeug zugelassen ist, nicht zwingend auch der Eigentümer und Fahrer ist. Trotzdem hat er vor allem für den Fahrer eine Mitverantwortung und darf zum Beispiel das Fahren des auf ihn zugelassenen Fahrzeugs nicht erlauben, wenn:

    • der Fahrer offensichtlich nicht dazu in der Lage ist (etwa, weil er keinen Führerschein hat oder betrunken ist)
    • das Fahrzeug nicht mehr vorschriftsmäßig ist (weil zum Beispiel die Betriebserlaubnis nicht mehr gilt)
    • das Fahrzeug aus irgendeinem Grund nicht verkehrssicher ist.

    Nach dem Straßenverkehrsgesetz (StVG) haftet bei einem Unfall nicht nur der Fahrer, der ihn verursacht hat, sondern immer auch der Halter, weil von dem Fahrzeug per se eine Betriebsgefahr ausgeht (§ 7 StVG).

    Die KFZ Versicherung ist also ein Muss – und dies allerdings nicht nur, weil sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Gerade im Straßenverkehr können Unfälle, an denen auch Dritte beteiligt sind, erhebliche Kosten verursachen. Dies liegt zum Einen an dem hohen materiellen Wert, den ein Kraftfahrzeug in der Regel hat: Nicht selten verursacht auch ein relativ kleiner Schaden Reparaturkosten in Höhe von mehreren Tausend Euro. Noch gravierender sind die Folgen, wenn ein Mensch bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt oder gar getötet wird. Eine intensivmedizinische Behandlung, Reha-Maßnahmen, möglicherweise eine lebenslange Pflegebedürftigkeit… Beim Autofahren ist naturgemäß Geschwindigkeit im Spiel und deswegen die Schadensgefahr besonders groß. Ohne KFZ Versicherung wäre das Haftungsrisiko nicht zu verantworten, weder aus der Perspektive des Unfallverursachers, noch aus der des Unfallopfers.


    Welche Leistungen sind in einer KFZ Versicherung (privat und gewerblich) versichert?

    Die KFZ Versicherung dient dem Zweck, die Ansprüche Dritter zu erfüllen, die sich aus einem durch den Fahrer des versicherten Kraftfahrzeugs verursachten Unfall ergeben. Wie jede andere Haftpflichtversicherung auch reguliert die KFZ Versicherung dabei grundsätzlich drei Arten von Schäden:

    1. Sachschäden
    2. Personenschäden
    3. sonstige Vermögensschäden

    1. Sachschäden

    Auch wenn es nach einem Unfall umgangssprachlich oft heißt, „Gott sei Dank war es nur ein Blechschaden“: Die entstehenden Sachschäden können sehr leicht eine beachtliche Höhe erreichen. Beim Automobil handelt es sich um ein hochkomplexes Gerät, das nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei eventuell notwendigen Reparaturen seinen Preis hat. Die KFZ Versicherung regelt diese Kosten bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme.


    2. Personenschäden

    Noch wichtiger als die Regulierung von Sachschäden ist jedoch der Kostenausgleich bei Personenschäden. Auch hierfür ist die KFZ Versicherung unbedingt notwendig, denn die Kosten für medizinische und therapeutische Maßnahmen können sehr schnell sehr hoch liegen. Hinzu kommt das Recht des Unfallopfers – oder gegebenenfalls seiner Angehörigen – auf ein angemessenes Schmerzensgeld, das im Fall der Fälle noch zusätzlich zu den Behandlungskosten geleistet werden muss. Auch hier leistet die KFZ Versicherung bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme.


    3. Reine Vermögensschäden

    Schließlich spielen bei der KFZ Versicherung auch die reinen Vermögensschäden eine Rolle. Darunter versteht man solche Schäden, die nicht unmittelbar in der Verletzung der Person oder der Beschädigung der Sache bestehen, aber dennoch bei dem Anderen einen finanziellen Nachteil zur Folge haben. Ein Beispiel: Bei einem Unfall wird das Fahrzeug des Unfallgegners so beschädigt, dass er die Fahrt nicht fortsetzen kann. Deswegen verpasst er einen wichtigen Geschäftstermin, wodurch ihm Gewinne für sein eigenes Unternehmen entgehen. Dieser Verlust wäre der reine Vermögensschaden, der zusätzlich zu dem am Auto entstandenen Sachschaden zu berücksichtigen wäre. In der Praxis kommen solche Schäden vergleichsweise selten vor. Aber auch hier übernimmt die KFZ Versicherung die Kosten.


    Der passive Rechtsschutz bei der KFZ Versicherung

    Wenn sich ein Unfall ereignet hat und der Unfallgegner Ansprüche gegen den Unfallverursacher erhebt, dann wird die KFZ Versicherung zunächst einmal prüfen, ob diese Ansprüche

    • grundsätzlich rechtmäßig und
    • der Höhe nach angemessen

    sind. Wenn beides der Fall ist, erfolgt die Regulierung des Schadens. Andernfalls wird die KFZ Versicherung die Forderungen abwehren – notfalls auch mit rechtlichen Mitteln. Deswegen beinhalten die Leistungen der KFZ Versicherung immer auch einen passiven Rechtsschutz für den Versicherungsnehmer.


    Und was ist mit dem eigenen Fahrzeug? Die Kaskoversicherung

    KFZ Versicherung - Mann zeigt den Autoschlüssel Die bisher beschriebenen Leistungen der KFZ Versicherung betreffen allesamt Schäden an der Gesundheit oder am Vermögen des Unfallgegners.
    Wie verhält es sich jedoch mit dem Fahrer bzw. Eigentümer des Fahrzeugs?

    Die KFZ Versicherung kommt in der Tat nicht
    dafür auf. Deswegen müssen unbedingt zusätzliche Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Neben einer privaten Unfallversicherung für den Fahrer spielt die Kaskoversicherung eine entscheidende Rolle.

    Sie ist die wichtigste Ergänzung zur KFZ Versicherung und wird daher sehr häufig mit dieser zusammen abgeschlossen. Viele Versicherer bieten auch Paketlösungen unter dem Namen KFZ Versicherung an.
    Die Kaskoversicherung ist in zwei Varianten zu haben:

    Als Teilkaskoversicherung schließt sie Schäden durch

    • Brand und Explosionen
    • Raub, Diebstahl und Einbruchdiebstahl
    • Glasbruch
    • verschmorte Kabel
    • Marderbiss
    • Unwetter (Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmungen)
    • Wildunfälle (wenn das Fahrzeug in Bewegung ist)

    in den Versicherungsschutz mit ein.

    Bei der Vollkaskoversicherung sind zusätzlich zu den oben genannten Risiken auch noch die folgenden mitversichert:

    • Vandalismus
    • Unfallschäden, vor allem bei selbst verursachten Unfällen am eigenen Fahrzeug.

    Da die finanziellen Risiken nicht minder schwer wiegen, wenn sie das eigene Fahrzeug betreffen, sollte beim Abschluss der KFZ Versicherung unbedingt in Erwägung gezogen werden, den Versicherungsschutz mittels einer zusätzlichen Kaskoversicherung zu erweitern.


    Was ist vor Abschluss einer KFZ Versicherung (privat und gewerblich) zu beachten?

    Angesichts der deutlichen Preisunterschiede bei den verschiedenen Anbietern sollte vor dem Abschluss der KFZ Versicherung unbedingt ein Vergleich durchgeführt werden, damit auch der tatsächlich günstigste Tarif gewählt werden kann. Außerdem gibt es bei der KFZ Versicherung die Besonderheit, dass der Versicherungsnehmer immer der Fahrzeughalter sein muss – nicht aber zwangsläufig der Fahrer und auch nicht der Besitzer. Deswegen ist es durchaus möglich und legitim, beispielsweise das Fahrzeug junger Menschen als Zweitwagen auf die Eltern zuzulassen, um von deren Rabatt für die schadensfreien Jahre zu profitieren. Allerdings muss hierbei unbedingt beachtet werden, inwieweit diese Möglichkeit seitens des Anbieters der KFZ Versicherung mit Einschränkungen belegt ist. So kann es durchaus vorkommen, dass der Zweitwagen nur vom Versicherungsnehmer oder dessen Ehepartner gefahren werden darf – und in diesem Falle wäre für den eigentlichen Fahrer nichts gewonnen. Im Gegenteil: Die KFZ Versicherung wäre gar nicht zur Leistungszahlung verpflichtet, wenn es zu einem Unfall kommt.

    hier unsere weiterführenden Themen zur KFZ Versicherung:

     


    Welche Kosten werden bei einer KFZ Versicherung im Schadenfall übernommen?

    Die KFZ Versicherung ist natürlich in allererster Linie dafür bestimmt, die Schäden zu regulieren, die durch ein Verschulden des Versicherungsnehmers bei Dritten entstehen. Dabei kann es sich um

    • Personenschäden,
    • Sachschäden oder
    • reine Vermögensschäden

    handeln. Die Entschädigungsleistungen der KFZ Versicherung umfassen bei Sachschäden unter anderem:

    • die Reparaturkosten zuzüglich eines Wertminderungsausgleichs (da ein einmal verunfalltes Fahrzeug trotz vollständiger Reparatur an Wert verliert)
    • bei wirtschaftlichen Totalschäden den Wiederbeschaffungswert (abzüglich des Restwertes)
    • die Kosten für einen Mietwagen oder – bei Nichtinanspruchnahme – einen entsprechender Nutzungsausgleich
    • unter Umständen auch die anfallenden Aufwendungen für Abschleppservices, Ummeldungen usw.

    Bei Personenschäden werden von der KFZ Versicherung die Behandlungskosten erstattet, außerdem eventuell angeforderte Schmerzensgeldzahlungen. Sollte aus den Verletzungen des Unfalls eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit resultieren, dann übernimmt die KFZ Versicherung auch die entsprechenden Rentenzahlungen.

    Darüber hinaus gehört zum Leistungsspektrum der KFZ Versicherung auch ein umfassender Schadensabwicklungsservice. Dieser schließt auch die Abwehr unberechtigter oder unangemessen hoher Forderungen mit ein und erfüllt somit gleichzeitig eine passive Rechtsschutzfunktion.


    Welche Kosten werden bei einer KFZ Versicherung im Schadenfall nicht übernommen?

    Die KFZ Versicherung leistet immer dann, wenn der Versicherungsnehmer ursächlich für einen Schaden verantwortlich ist, der bei einem Dritten entstanden ist. Dies gilt auch dann, wenn der Schaden fahrlässig verursacht wurde. Einige Ausnahmen gibt es jedoch, die die KFZ Versicherung aus der Pflicht nehmen bzw. eine finanzielle Beteiligung des Versicherungsnehmers zur Folge haben. So ist jeglicher Vorsatz natürlich ein Ausschlusskriterium. Wenn also beispielsweise ein Autofahrer in eindeutiger Selbsttötungsabsicht einen Unfall provoziert und dabei die Folgen seines Handelns billigend in Kauf nimmt, dann ist seine KFZ Versicherung nicht dazu verpflichtet, für die entstehenden Schäden aufzukommen. Es gibt allerdings nach § 12 des „Gesetzes über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter“ (Pflichtversicherungsgesetz, PflVG) einen sogenannten Entschädigungsfonds, aus dem in bestimmten Situationen Gelder an die Unfallopfer ausgezahlt werden, wenn keine KFZ Versicherung für den Schaden aufkommt.

    Bei Trunkenheitsfahrten, Fahrerflucht oder unbefugter Benutzung eines Fahrzeugs ist die KFZ Versicherung berechtigt, bis zu 5.000 Euro vom Versicherungsnehmer zurückzufordern.

    Abgesehen davon zahlt die KFZ Versicherung nicht bei Schäden am eigenen Fahrzeug und/oder der eigenen Gesundheit. Deshalb sollte der Versicherungsschutz unbedingt erweitert werden: für Sachschäden um eine Kaskoversicherung und zum Schutz vor den gesundheitlichen Folgen um eine private Unfallversicherung.

    KFZ Versicherung - Automodell mit Geldscheinen

    Wie verhalte ich mich bei einer KFZ Versicherung im Schadenfall?

    Natürlich hofft jeder Versicherungsnehmer, dass er seine KFZ Versicherung niemals in Anspruch nehmen muss – und dennoch ist es wichtig zu wissen, wie man sich im Schadensfall zu verhalten hat.

    Zunächst einmal gelten selbstverständlich die allgemeinen Regeln für das Verhalten nach einem Verkehrsunfall:

    1. Anhalten und die Unfallstelle absichern
    2. wenn nötig, den Rettungsdienst rufen
    3. wenn nötig, erste Hilfe leisten
    4. gegebenenfalls die Polizei verständigen.

    Die Verständigung der Polizei ist immer dann zwingend erforderlich, wenn

    • Personen verletzt worden sind
    • ein schwerer Sachschaden aufgetreten ist
    • die Schuldfrage nicht klar ist
    • mehrere Fahrzeuge am Unfall beteiligt sind
    • der Unfallgegner sich unerlaubt vom Unfallort entfernt
    • augenscheinlich eine Straftat vorliegt, wie zum Beispiel Fahren unter Alkoholeinfluss
    • der Unfallgegner im Ausland lebt oder sein Fahrzeug im Ausland zugelassen ist

    Im Hinblick auf die KFZ Versicherung sollten außerdem folgende Dinge beachtet werden:

    1. Sicherung von Beweisen (Fotos oder Skizzen vom Unfallort, Fotos von den Schäden am Fahrzeug)
    2. Aufnahme der Daten des Unfallgegners (amtliches Kennzeichen, Name, Anschrift und Versicherungsunternehmen)
    3. gegebenenfalls Aufnahme der Daten von Unfallzeugen
    4. auf keinen Fall ein vorzeitiges Schuldanerkenntnis abgeben!

    Nach dem Unfall muss für die KFZ Versicherung ein Unfallbericht erstellt werden. Dieser muss zusammen mit der Unfallmeldung binnen einer Woche nach dem Unfall bei der KFZ Versicherung eingereicht werden: bei einem Verschulden oder zumindest Teilverschulden des Versicherungsnehmers bei der eigenen, bei einer klaren alleinigen Schuld des Unfallgegners bei dessen KFZ Versicherung.


    Die KFZ Versicherung bei besonderen Unfallsituationen

    Es gibt einige spezielle Unfallsituationen, auf die hier noch kurz eingegangen werden soll.

    Wenn der Unfallgegner nicht vor Ort ist (zum Beispiel bei Schäden an parkenden Fahrzeugen),

    sollte der Unfallverursacher einige Zeit am Unfallort warten. Bei schweren Schäden ist die Polizei hinzuzurufen. Bei leichteren genügt es, Namen und Anschrift am Unfallort zu hinterlassen. Auf jeden Fall sollten die Polizei und auch die KFZ Versicherung benachrichtigt werden.

    Wenn lediglich ein leichter Blechschaden entstanden ist (sogenannte Bagatellschäden – bis ca. 500 Euro),

    kann auf das Hinzurufen der Polizei verzichtet werden, sofern die Situation eindeutig ist. Die meisten KFZ Versicherungen sind bereit, Bagatellschäden auch ohne Polizeibericht zu regeln. In diesem Falle sollte vor Ort ein Unfallprotokoll angefertigt werden, das von allen Beteiligten unterschrieben wird.

    Bei Wildunfällen

    ist in jedem Fall die Polizei und/oder das Forstamt zu informieren, auch wenn das Tier geflüchtet sein sollte. Wenn das Tier noch an der Unfallstelle ist, sollte es nicht angefasst und schon gar nicht mitgenommen werden. Das am Unfall beteiligte Fahrzeug sollte auf jeden Fall von der KFZ Versicherung begutachtet werden, vor allem dann, wenn der Schaden durch ein Ausweichmanöver entstanden ist.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Der Versicherungsschutz der KFZ Versicherung beginnt, wenn das Versicherungsunternehmen den Antrag des Versicherungsnehmers angenommen und dies durch die Zusendung der Police bestätigt hat. Da jedoch ein Fahrzeug nicht zugelassen werden kann, ohne dass es versichert ist, erteilen die meisten Versicherungsunternehmen bereits vorab die sogenannte elektronische Versicherungsbestätigung für die KFZ Versicherung. Dabei handelt es sich um einen siebenstelligen Code aus Zahlen und Buchstaben, der bei der Zulassungsstelle als Versicherungsnachweis dient. Ab dem Moment der Fahrzeugzulassung besteht ein vorläufiger Versicherungsschutz, bis der Versicherungsnehmer die Police erhalten hat. Darüber hinaus ist die fristgemäße Zahlung der ersten Prämie für die KFZ Versicherung selbstverständlich ebenfalls eine Bedingung für den Beginn des Versicherungsschutzes. Erfolgt sie nicht, dann wird rückwirkend auch die vorläufige Deckung unwirksam.


    Welche Deckungssumme / Versicherungssumme ist sinnvoll?

    KFZ Versicherung Mann berechnet BeiträgeWeil die KFZ Versicherung eine wichtige
    Schutzfunktion für diejenigen hat, die bei einem
    Unfall geschädigt werden, ist nicht nur der Abschluss als solcher gesetzlich vorgeschrieben, sondern
    auch die Mindesthöhe des Deckungsumfangs.

    Sie ist im Rahmen des § 4 des „Gesetzes über
    die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter“ (Pflichtversicherungsgesetz, PflVG) geregelt
    und beträgt:

    • bei Sachschäden: 1,12 Millionen Euro
    • bei Personenschäden: 7,5 Millionen Euro
    • bei reinen Vermögensschäden: 50.000 Euro.

    Bei Fahrzeugen, die der Beförderung von Personen dienen und dafür mehr als neun Sitzplätze haben, gelten entsprechend höhere Mindestversicherungssummen für die KFZ Versicherung.

    Wie hoch die Deckungssumme bei der KFZ Versicherung letztendlich ist, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Viele Versicherungsunternehmen bieten in ihren Policen Versicherungssummen, die die gesetzlichen Mindestanforderungen um ein Vielfaches übersteigen. Bei der HUK und der Barmenia beispielsweise sind es 100 Millionen Euro für alle Arten von Schäden. Das klingt zwar zunächst astronomisch viel, aber es sind durchaus Szenarien denkbar, wo Beträge anfallen, die deutlich über dem gesetzlich geforderten Deckungsrahmen liegen. Der laut Wikipedia teuerste Versicherungsfall für eine KFZ Versicherung in Deutschland war ein Unfall im Jahr 2004, bei dem ein PKW einen Tanklaster rammte, der daraufhin von einer Brücke stürzte und diese in Brand setzte. Der Sachschaden belief sich auf 32 Millionen Euro. Gut beraten ist daher, wer bei der Auswahl seiner KFZ Versicherung auch auf die Höhe der Deckungssumme achtet.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Hinsichtlich der Preisgestaltung sind die Anbieter der KFZ Versicherung vergleichsweise frei, so dass sich durchaus erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Tarifen ergeben können. Es gibt allerdings einige Parameter, die bei allen Versicherungsunternehmen einen Einfluss auf die Höhe der Beiträge zur KFZ Versicherung haben:

    • Schadenshäufigkeit: Für schadensfreie Jahre wird ein Rabatt auf den Beitrag zur KFZ Versicherung gewährt. Umgekehrt kann bei häufigen Schadensfällen auch eine Heraufstufung erfolgen.
    • Typklasse des Fahrzeugs (abhängig von statistischen Werten)
    • Regionalklasse des Zulassungsortes (ebenfalls abhängig von statistischen Erhebungen)

    Dazu kommen noch einige sogenannte „weiche Tarifmerkmale“, die allerdings bei den verschiedenen Anbietern der KFZ Versicherung variieren können. Hierzu zählen zum Beispiel:

    • das Alter des Versicherungsnehmers und/oder Fahrers
    • die Anzahl an Jahren, die seit dem Erwerb der Fahrerlaubnis vergangen sind (Fahrerfahrung); wird für den Versicherungsnehmer und/oder Fahrer abgefragt
    • Beruf des Versicherungsnehmers (einige Anbieter haben bei der KFZ Versicherung Sondertarife für den öffentlichen Dienst)
    • jährliche Fahrleistung
    • Kreis der Fahrer (hier interessiert vor allem, ob sehr junge oder sehr alte Personen das Auto fahren werden)
    • Punktestand in Flensburg

    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der KFZ Versicherung?

    Ein Vergleich der KFZ Versicherung ermöglicht es dem Versicherungsnehmer, sich einen Überblick über die Tarife zu verschaffen, die es aktuell auf dem Markt gibt. Dies ist sowohl vor dem erstmaligen Abschluss als auch für Kunden mit einem bereits laufenden Vertrag sinnvoll. Bei einem Vergleich der KFZ Versicherung kann vor allem festgestellt werden, welches Angebot das beste Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt.

    Denn trotz der gesetzlichen Bestimmungen können sich die eingeschlossenen Leistungen von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Zwar muss jede KFZ Versicherung Sach-, Personen- und Vermögensschäden regulieren. Aber die Höhe der Deckungssumme zum Beispiel kann schon unterschiedlich ausfallen. Wirklich interessant wird es jedoch, wenn bei der KFZ Versicherung auch noch bestimmte zusätzliche Leistungen ins Spiel kommen. So ist der sogenannte „Rabattretter“ sehr beliebt, der ab einer bestimmten Anzahl von schadensfreien Jahren dafür sorgt, dass auch bei einem Schadensfall die Beiträge nicht steigen. Auch der Einschluss von Mietfahrzeugen im Ausland in die KFZ Versicherung (die sogenannte „Mallorca-Klausel“) ist für viele Versicherungsnehmer von Bedeutung.

    Bei der Preisgestaltung für die KFZ Versicherung sind die Versicherungsunternehmen ohnehin recht frei. Deswegen gilt: Nur wer das ihm vorliegende Angebot einem Vergleich unterzieht, kann wirklich sicher sein, dass er den für seine Bedürfnisse passenden Tarif zur KFZ Versicherung so günstig wie möglich bekommt.


    Können die Beiträge zur KFZ Versicherung von der Steuer abgesetzt werden?

    Ja, die Beiträge zur KFZ Versicherung können steuerlich geltend gemacht werden. Hierfür gibt es sogar verschiedene Möglichkeiten – je nachdem, wie das versicherte Fahrzeug genutzt wird.

    Für rein beruflich genutzte Fahrzeuge, also Firmenwagen oder die Fahrzeuge von Selbstständigen, können bei der KFZ Versicherung sowohl die Beiträge zur Haftpflichtversicherung als auch die zur Kaskoversicherung als Betriebsausgaben voll abgesetzt werden.

    Bei den privat genutzten Fahrzeugen hingegen kann als KFZ Versicherung nur der Anteil abgesetzt werden, der tatsächlich auf die Haftpflichtversicherung entfällt. Die optionale Kaskoversicherung erkennt das Finanzamt nicht an. In diesem Fall erfolgt die Anrechnung der Ausgaben für die KFZ Versicherung als Sonderausgabe nach § 10 EStG – und ist demzufolge nur möglich, solange der zulässige Höchstbetrag hierfür noch nicht ausgeschöpft ist.

    Wer sein Fahrzeug beruflich und privat nutzt, wird in aller Regel sowieso ein Fahrtenbuch führen. Die Anrechnung der Prämie zur KFZ Versicherung erfolgt dann anteilsmäßig entsprechend dem Verhältnis zwischen Berufs- und Privatfahrten.


    Was ist bei einer Kündigung der KFZ Versicherung zu beachten?

    Bei nahezu allen Anbietern der KFZ Versicherung beginnt das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr. Die ordentliche Kündigung kann demzufolge unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von einem Monat jeweils zum 30. November erfolgen.

    Eine außerordentliche Kündigung der KFZ Versicherung kann aus folgenden Gründen geschehen:

    • nach einem Schadensfall (durch den Versicherten oder den Versicherer)
    • nach einer Prämienerhöhung aufgrund einer Zuordnung des Fahrzeugs in eine andere Typklasse oder der Zuordnung des Wohnortes zu einer anderen Regionalklasse (durch den Versicherungsnehmer)
    • beim Verkauf des Fahrzeugs (durch den Versicherungsnehmer)

    Ist der Grund für die außerordentliche Kündigung der KFZ Versicherung ein Verkauf, dann ist sie ohne Kündigungsfrist möglich. Ansonsten gilt auch hier die Frist von einem Monat. Die Kündigung der KFZ Versicherung hat in jedem Falle schriftlich zu erfolgen.


    Was ist bei einem Wechsel der KFZ Versicherung zu beachten?

    KFZ Versicherung - Frau mit einem neuem Auto Der Wechsel der KFZ Versicherung ist grundsätzlich immer zum Jahresbeginn möglich. Dabei ist darauf
    zu achten, dass der alte Vertrag spätestens bis zum
    30. November des Vorjahres gekündigt wird.

    Aus diesem Grund gibt es oftmals im Herbst besonders günstige Angebote für eine KFZ Versicherung. Wer jedoch sein Fahrzeug verkauft und dafür ein neues anschafft, hat das Recht, unabhängig von der Vertragslaufzeit eine Sonderkündigung einzureichen,
    um mit dem Fahrzeug auch den Anbieter der KFZ Versicherung zu wechseln.