Rürup Rente


Weshalb ist eine Rürup Rente sinnvoll?

Rürup Rente - Rentner am PC Die Bedeutung der Rürup Rente besteht zunächst einmal darin, dass sie als eine Variante der privaten Rentenversicherung eine zusätzliche Vorsorgemöglichkeit schafft. Diese zusätzliche Absicherung für das Alter kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, wenn man die aktuelle Rentensituation in Deutschland und die diesbezüglich zu erwartende Weiterentwicklung betrachtet.
Die Rürup Rente ist damit eine von zwei staatlich geförderten Sonderformen der privaten Altersvorsorge, die wiederum eine der mittlerweile drei Säulen
in Deutschlands Rentensystem ist. Dieses setzt aus folgenden Rentenmodellen zusammen:

  1. gesetzliche Rentenversicherung
  2. private Altersvorsorge
  3. betriebliche Altersvorsorge

Für die Versicherungsnehmer bietet die Rürup Rente zahlreiche Vorteile. Zunächst einmal ist sie ganz allgemein als eine Form der privaten Altersvorsorge ein wertvolles Instrument für die (zusätzliche) Absicherung:

  • Die Rürup Rente hilft, die im Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwartenden Versorgungslücken zu schließen.
  • Sie kommt aber auch für Personen infrage, die aufgrund der fehlenden Rentenversicherungspflicht oder wegen eines Einkommens oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben.

Darüber hinaus bietet die Rürup Rente noch einige spezifische Vorteile:

  • Sie ist für Selbstständige und Freiberufler bestens geeignet und oftmals auch die einzige Möglichkeit einer staatlich geförderten Altersvorsorge.
  • Die Rürup Rente wird steuerlich vergünstigt, indem die eingezahlten Beiträge bis zu einer Höhe von 20.000 Euro pro Person und Jahr als Sonderausgaben angerechnet werden können.
  • Die private Altersvorsorge in Form der Rürup Rente wird nicht angerechnet, wenn es zu einer Auflistung des Vermögens kommt – sie ist damit „Hartz IV-sicher“.
  • Außerdem kann sie nicht verpfändet werden.
  • Der Sparplan kann flexibel nach den Möglichkeiten des Versicherungsnehmers gestaltet werden; vorübergehende Beitragsaussetzungen sind dabei ebenso möglich wie Einmalzahlungen.
  • Die Beiträge an eine an die Rürup Rente gekoppelte Berufsunfähigkeitsversicherung können bis zum Erreichen der gesetzlichen Höchstgrenze ebenfalls steuerlich abgesetzt werden, sofern sie insgesamt nicht mehr als 50 Prozent der Beitragshöhe ausmachen.
  • In die Rürup Rente können neben dem Invaliditätsschutz auch zusätzliche Maßnahmen zur Hinterbliebenenversorgung eingeschlossen werden.

Welche Leistungen sind in einer Rürup Rente versichert?

Bei der Rürup Rente handelt es sich in den meisten Fällen – ebenso wie bei den meisten anderen Rentenversicherungen – um eine Sonderform der Kapitallebensversicherung. Das versicherte Ereignis ist hierbei also nicht der Tod des Versicherungsnehmers, sondern das Erreichen des vereinbarten Rentenalters. Insofern besteht also das „Risiko“ der Rentenversicherung in einem zu langen Leben des Versicherten.

Die Finanzierung der Rürup Rente basiert auf dem Prinzip des Kapitaldeckungsverfahrens, welches der typische Finanzierungsweg für alle Individualversicherungen ist, unter anderem auch für die „klassische“ private Rentenversicherung ohne staatliche Förderung. Beim Kapitaldeckungsverfahren wird für jeden einzelnen Versicherungsnehmer der Rürup Rente der Sparanteil aus den eingezahlten Beiträgen am freien Kapitalmarkt angelegt. Dort kann das Kapital arbeiten und im günstigen Fall eine Rendite erwirtschaften. Zusätzlich wird – ebenfalls für jeden Versicherten individuell – ein Rückdeckungskapital gebildet. Dieses wächst im Verlauf der Ansparphase an, und später werden daraus die Leistungen der Rürup Rente ausgezahlt.


Die staatliche Förderung der Rürup Rente

Die Rürup Rente ist deswegen ein so wirksames und attraktives Instrument zur (zusätzlichen) privaten Altersvorsorge, weil sie vom Staat in erheblichem Maße steuerlich gefördert wird. So sind die eingezahlten Beiträge bis zu einer Höhe von 20.000 Euro pro Person und Jahr im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuerlich absetzbar. Diese Vergünstigung wird gestaffelt umgesetzt und steigt mit jedem Jahr an. Derzeit (2013) können bereits 76 Prozent als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Bis zum Jahr 2025 werden es 100 Prozent sein.

Die Besteuerung der Rürup Rente erfolgt also nachgelagert: Erst mit dem Beginn der Leistungsauszahlung werden Steuern fällig. Auch hier erfolgt die Umsetzung des Konzepts gestaffelt: Jetzt, im Jahr 2013, werden 66 Prozent der Rentenerträge voll versteuert. Erst im Jahr 2040 wird dieser Anteil bei 100 Prozent liegen.


Was ist vor Abschluss einer Rürup Rente zu beachten?

Rürup Rente - Rentnerin am Tablett Vor dem Abschluss einer Rürup Rente sollten Versicherungsnehmer immer einige Dinge prüfen
und beachten, um eine geeignete optimale Form
der Altersvorsorge zu erhalten. Anders als etwa bei
der ebenfalls staatlich geförderten Riester Rente
gibt es aber bei der Rürup Rente zunächst einmal
einen großen Vorteil: Es bestehen keinerlei Zugangsbeschränkungen. Das heißt
eine Rürup Rente kann jeder abschließen:

  • Selbstständige und Freiberufler (Hauptzielgruppe)
  • Angestellte
  • Arbeiter
  • Beamte

Im Gegensatz zur Riester Rente ist der Abschluss einer Rürup Rente auch an keine weiteren Bedingungen geknüpft.

Während vor dem Abschluss einer Rürup Rente nicht geprüft werden muss, ob bestimmte Berechtigungskriterien eingehalten werden, sollten jedoch folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Hinterbliebenenschutz
  • Sparformen
  • Förderung/Steuern
  • Abschlusskosten

Der Hinterbliebenenschutz stellt bei der Rürup Rente ein gewisses Risiko dar. Er ist nämlich zunächst einmal nicht vorgesehen. Das bedeutet, dass im Todesfall des Versicherungsnehmers während der Ansparphase das angesparte Vermögen nicht vererbt oder ausgezahlt werden kann. Die meisten Versicherer bieten dafür jedoch eine zusätzliche Hinterbliebenenabsicherung an. Sie kann als Zusatzmodul in eine Rürup Rente integriert werden.

Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die Wahl der geeigneten Sparform für die Rürup Rente dar. Grundsätzlich kommen nämlich drei verschiedene Sparformen in Betracht:

  • Konventionelle Rentenversicherungen
  • Fondsgebundene Vorsorge
  • Fondssparplan

Jede dieser Formen hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Nicht immer ist daher auch jede Form für jeden Versicherungsnehmer sinnvoll. Hier sollten die verschiedenen Optionen genau geprüft werden.

Wie auch bei der Riester Rente spielt die staatliche Förderung bei der Rürup Rente eine wichtige Rolle. Damit ein Rentenangebot die staatliche Förderung einer Rürup Rente erhält, muss es im Wesentlichen die folgenden Bedingungen erfüllen:

  1. Die Leistungen müssen als lebenslange Rente, eine sogenannte Leibrente, ausgezahlt werden. (Es besteht also kein Kapitalwahlrecht, auch nicht das Recht auf eine Teilkapitalisierung wie bei der Riester Rente.)
  2. Der vereinbarte Rentenbeginn muss für eine Rürup Rente bei mindestens 60 (bei Verträgen bis zum 31.12.2011) bzw. 62 Jahren (bei Verträgen ab dem 01.01.2012) liegen.
  3. Die Ansprüche aus dem Rürup-Rentenvertrag dürfen nicht vererbbar, nicht beleihbar, nicht verpfändbar und nicht veräußerbar sein.

Nicht zuletzt sollten bei einer Rürup Rente anfallende Abschlusskosten berücksichtigt werden. Diese fallen für die Verwaltung im Versicherungsunternehmen sowie für die Maklerprovision an und müssen vom Versicherten selbst getragen werden. Sie betragen immer vier Prozent der erwarteten Beitragssumme. Die Kosten werden gleichmäßig über einen längeren Zeitraum mit den eingezahlten Beiträgen verrechnet.


Wann leistet eine Rürup Rente?

Eine Rürup Rente leistet ab einem bestimmten Zeitpunkt, der vertraglich vereinbart wird. Gesetzlich vorgeschrieben ist jedoch als frühestes Renteneintrittsalter der 62. Geburtstag, damit eine Rürup Rente förderfähig ist. Für Rürup-Renten-Verträge, die vor dem 01. Januar 2012 abgeschlossen wurde, liegt das früheste Renteneintrittsalter bei 60 Jahren. Viele Anbieter ermöglichen außerdem eine Verschiebung des Rentenbeginns innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Sowohl nach vorne als auch nach hinten. Die genauen Bedingungen hierfür sind in den Vertragsunterlagen des jeweiligen Versicherungsanbieters genau festgehalten. Etwa eine Neuberechnung der Rentenhöhe oder bestimmte Fristen für die Anpassung des Renteneintrittsalters.

Für die Leistung der Rentenzahlungen ist eine weitere Voraussetzung, dass der Versicherungsnehmer zum jeweiligen Zahlungszeitpunkt noch lebt. Das bedeutet, dass die Leistungen nach dem Eintritt ins Rentenalter regelmäßig erbracht werden, solange der Versicherungsnehmer noch lebt. Stirbt der Versicherte, stellt die Versicherung die Zahlungen ein, sofern keine zusätzlichen Vereinbarungen für einen Hinterbliebenenschutz getroffen wurden.


Wann leistet eine Rürup Rente nicht?

Rürup Rente - Retner machen eine Abrechnung Die Rürup Rente ist so konzipiert, dass sie nicht leistet, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb der Ansparphase, also vor dem Eintritt ins Rentenalter, stirbt. In diesem Fall verfallen alle Ansprüche auf Leistungen. Bereits eingezahlte Beiträge verfallen zugunsten der Versichertengemeinschaft.

In diesem Punkt entspricht eine Rürup Rente der gesetzlichen Rentenversicherung. Das bedeutet auch, dass die Leistungen der Rürup Rente grundsätzlich nicht vererbt oder weitergegeben werden können.

Weil dieser Verlust des angesparten Vermögens im Todesfall für die Hinterbliebenen einen großen
finanziellen Verlust darstellt, werden verschiedene Zusatzoptionen von den Versicherern angeboten.
Mit einem entsprechenden zusätzlichen Hinterbliebenenschutz lässt sich sicherstellen, dass eine Rürup Rente auch nach dem Todesfall des Versicherten Leistungen in einer bestimmten Form und Höhe erbringt. In welcher Form und Höhe ist dabei abhängig von:

  • Der gewählten Form der Hinterbliebenenabsicherung
  • Der Höhe des bereits eingezahlten Kapitals, bzw. den bereits zu Lebzeiten an den Versicherten ausgezahlten Rentenbeträgen

Können Zusatzbausteine versichert werden?

Ja, es ist möglich, zusätzliche Leistungen im Zusammenhang mit der Rürup Rente zu vereinbaren. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Hinterbliebenenversorgung und den Invaliditätsschutz.


Hinterbliebenenversorgung im Rahmen einer Rürup Rente

Normalerweise ist es bei einer Rürup Rente im Todesfall so, dass das eingezahlte Kapital verfällt. Die Rürup Rente ist also nicht vererbbar. Dies gilt sowohl beim Ableben des Versicherungsnehmers in der Ansparphase als auch bei seinem Tod nach dem Auszahlungsbeginn. Es ist jedoch möglich, bei Abschluss des Vertrags für die Rürup Rente zusätzliche Maßnahmen für den Hinterbliebenenschutz zu vereinbaren. Wichtig ist hierbei zu wissen: Als Hinterbliebene gelten im Zusammenhang mit der Rürup Rente nur der Ehepartner sowie die kindergeldberechtigten Kinder. Im Falle einer Scheidung bzw. nach dem Verlöschen des Anspruchs auf Kindergeld verlischt auch der Anspruch auf die Hinterbliebenenleistungen.

Die Möglichkeiten der Hinterbliebenenversorgung variieren bei der Rürup Rente je nach Anbieter. Denkbar sind unter anderem:

  • eine garantierte Mindestlaufzeit für die Rentenauszahlung (greift jedoch nur, wenn das Rentenalter tatsächlich erreicht wird)
  • eine wirkliche Hinterbliebenenrente, für die jedoch zusätzlich bezahlt wird
  • eine (ebenfalls kostenpflichtige) Vereinbarung zur Beitragsrückerstattung im Todesfall vor Erreichen des Rentenalters

Invaliditätsschutz im Rahmen der Rürup Rente

Ebenfalls sehr wichtig und von vielen Versicherungsnehmern nachgefragt sind die Möglichkeiten der Absicherung im Falle einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit. Auch dies ist im Rahmen einer Rürup Rente möglich.

Vereinbart werden können entweder eine Rente oder eine Beitragsübernahme. Dabei darf der Anteil der Beiträge für den Invaliditätsschutz nicht mehr als 50 Prozent der gesamten Beitragszahlung ausmachen – dann bleibt die Rürup Rente steuerlich begünstigt. Der Vorteil gegenüber einer getrennten Berufsunfähigkeitsversicherung besteht darin, dass bei Letzterer die steuerliche Abzugsfähigkeit der Prämien deutlich unter den bei einer Rürup Rente möglichen 20.000 Euro pro Person und Jahr liegt.

Dennoch ist bei der Entscheidung für oder gegen eine Kopplung des Invaliditätsschutzes an die Rürup Rente unbedingt auch zu beachten, dass in aller Regel die Beitragszahlungen jeweils nur für die gesamte Versicherung ausgesetzt werden können. Da eine Kündigung der Rürup Rente nicht möglich ist, bleibt bei auftretenden Zahlungsschwierigkeiten nur die Alternative einer Beitragsfreistellung. Diese ist zwar an sich förderungsunschädlich, führt aber bei einer Kopplung mit dem Invaliditätsschutz dazu, dass auch dieser für diese Zeit stillgelegt wird.

Rürup Rente - Lächelnde ältere Dame

Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Für den Beginn des Versicherungsschutzes einer Rürup Rente sind zwei Dinge entscheidend:

  • Vertraglich vereinbarter Versicherungsbeginn
  • Zahlung der ersten Versicherungsprämie

Grundsätzlich beginnt der Versicherungsschutz immer zu einem bestimmten Zeitpunkt, der im Versicherungsvertrag festgehalten wird. Dieser Zeitpunkt muss nicht identisch sein, mit dem Datum des Vertragsschlusses. Es ist zum Beispiel durchaus üblich, dass der Versicherungsschutz durch die Rürup Rente zum Ersten des Folgemonats nach dem Vertragsschluss beginnt. Grundsätzlich kommt auch jeder andere Termin für den Versicherungsbeginn infrage. Entscheidend ist letztlich, welcher Zeitpunkt im Versicherungsvertrag festgehalten wird. Dieser Zeitpunkt ist immer auch die Grundlage für Beitragsberechnungen sowie die Berechnung von Versicherungszeiten.

Eine wichtige Bedingung für den Beginn des Versicherungsschutzes ist immer der Eingang der ersten Versicherungsrate. Diese erste Rate wird auch als Einlösungsbeitrag bezeichnet. Nur wenn diese Rate pünktlich eingezahlt wird, beginnt auch der Versicherungsschutz einer Rürup Rente zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt. Wird die Rate gar nicht gezahlt, tritt der Versicherungsschutz bei den meisten Anbietern nicht in Kraft. Die genaue Unterscheidung der unterschiedlichen Versicherungszeitpunkte kann vor allem dann immer eine wichtige Rolle spielen, wenn zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel ein Invaliditätsschutz oder eine Hinterbliebenenabsicherung für die Rürup Rente vereinbart wurden.


Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

Für eine Rürup Rente werden keine Versicherungssummen im herkömmlichen Sinne vereinbart. Die Höhe der Leistungen der Versicherung hängt vielmehr davon ab, welche Summen der Versicherungsnehmer im Laufe der Jahre eingezahlt hat. Hieraus errechnet sich für den Leistungsfall, also den Renteneintritt, die Höhe der Leistungen. Eine einmalige vollständige Auszahlung der Versicherungssumme ist nicht möglich.

Hinsichtlich der Höhe der monatlichen Beiträge genießen die Versicherungsnehmer bei der Rürup Rente maximale Freiheiten. Denn genau hierauf beruht ja die staatliche Förderung: Die eingezahlten Beiträge können bei der Einkommensteuererklärung bis zu einer Höhe von 20.000 Euro pro Person und Jahr als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Die Realisierung dieses staatlich geförderten Sonderausgabenabzugs erfolgt gestaffelt. Derzeit (2013) sind bereits 76 Prozent der Beiträge abzugsfähig. Bis zum Jahr 2025 werden es 100 Prozent sein. Im Rahmen dieser Grenzen können die Rentenanwärter die Beitragshöhe für die Rürup Rente völlig frei wählen.

Darüber hinaus ist auch der Turnus der Beitragszahlungen bei der Rürup Rente frei wählbar. Es sind monatliche, vierteljährliche, halbjährliche und jährliche Beitragszahlungen möglich. Anders als zum Beispiel bei der Riester Rente gibt es bei der Rürup Rente auch keinen regelmäßig zu leistenden Mindestbeitrag.

Außerdem ist es dem Rentenanwärter gestattet, zu seiner Rürup Rente Einmalzahlungen zu leisten – sofern er die Höchstgrenze für den steuerlichen Abzug nicht überschreitet. Dieses Vorgehen kann besonders relativ kurz vor dem Beginn des Rentenalters von Vorteil sein.


Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

Die Höhe des Versicherungsbeitrags zur Rürup Rente bestimmt der Versicherte selber. Er legt fest, welchen Betrag er regelmäßig oder einmalig in seine Rürup Rente einzahlen möchte. Aus der Höhe der eingezahlten Beiträge errechnet sich dann die Höhe der lebenslangen Rentenzahlungen. Es gilt daher: Je mehr der Versicherungsnehmer einzahlt, desto höher sind auch seine späteren Rentenbezüge aus der Rürup Rente. Aufgrund der geltenden Steuerbegünstigung der Beiträge zur Rürup Rente können jedoch Beitragszahlungen ab einer bestimmten Höhe unrentabel werden. In diesen Fällen kann eine weitere zusätzliche Form der Altersvorsorge unter Umständen effektiver sein. Bei der Berechnung der optimalen Beitragshöhe sollten Versicherungsnehmer daher einen Steuerberater oder einen Experten für Altersvorsorge zu Rate ziehen. Dieser kann gemeinsam mit dem Versicherungsnehmer die für ihn günstigste Variante ermitteln.

Einen Einfluss auf die Beitragshöhe haben in jedem Fall eingeschlossene Zusatzbausteine zur Rürup Rente. Etwa eine Hinterbliebenenabsicherung oder ein Invaliditätsschutz. Die Beiträge für diese zusätzliche Absicherung werden in der Regel von den Beitragszahlungen abgezogen. Das bedeutet aber auch, dass nur ein Teil des Versicherungsbeitrags direkt in die Altersvorsorge fließt. Um die gleichen Leistungen im Alter zu erhalten, sollte also bei dem Einschluss von Zusatzoptionen der Versicherungsbeitrag entsprechend erhöht werden.


Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Rürup Rente?

Rürup Rente - Rentnerin entspannt Ein Vergleich verschiedener Angebote zur Rürup Rente sollte in jedem Fall vor einem Vertragsabschluss vorgenommen werden. Das gilt vor allem deshalb, weil für die Rürup Rente viele verschiedene Angebote
auf dem Markt sind. Sie alle unterscheiden sich vor allem in der Leistung. Das gilt einerseits für die Form der Anlage. Andererseits aber auch für die Höhe der Rentenleistungen, die bei gleichem Beitrag erreicht werden können. Beide Punkte sind in der Regel direkt miteinander verbunden. Die verschiedenen Anlageformen bei einer Rürup Rente ermöglichen nämlich in der Regel auch unterschiedliche Erträge. Je nach Anlageform sind mit höheren Erträgen aber mitunter auch höhere Risiken verbunden. Das bedeutet konkret, dass die Erträge unter Umständen nicht immer in der gewünschten Höhe ausfallen. Zu unterscheiden sind drei Formen der förderfähigen Rürup Rente:

  1. Konventionell (häufig auch als Basisrente bezeichnet)
  2. Fondsgebunden
  3. Fondssparplan

 

Jede dieser Formen hat ihre individuellen Vor- und Nachteile. Vor dem Abschluss eines Versicherungsvertrages sollten Versicherungsnehmer daher genau prüfen, welche Anlage für sie geeignet und am effektivsten ist.

Neben der Form der Rürup Rente sollten auch die konkreten Konditionen verschiedener Anbieter für ein bestimmtes Versicherungsprodukt genau miteinander verglichen werden. In den Konditionen unterscheiden sich nämlich viele Angebote. Das bedeutet konkret, dass die Höhe der Rentenbezüge bei gleichen Beitragszahlungen unterschiedlich hoch ausfallen kann. Mit einem genauen Vergleich der verschiedenen Angebote können Versicherungsnehmer das Angebot für eine Rürup Rente finden, von dem sie am meisten profitieren.


Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

Ja, die Beiträge an die Rürup Rente können jederzeit erhöht oder gesenkt werden. Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Mindest- oder Höchstbeitrag. Allerdings sollte hierbei unbedingt bedacht werden, dass sich eine Veränderung der Beiträge immer auch auf die Rendite auswirken wird. Eine Senkung der Beiträge führt praktisch immer zu finanziellen Einbußen, auch weil die vom Versicherungsnehmer selbst zu zahlenden Abschlusskosten für die Rürup Rente anhand der bei Vertragsbeginn festgelegten Beitragshöhe ermittelt werden. Eventuell zu viel gezahlte Kosten werden nicht zurückerstattet.

Beitragserhöhungen sind jedoch weniger problematisch und bei nahezu allen Anbietern der Rürup Rente möglich. Bei einer Erhöhung der Beiträge sollten jedoch immer auch die Steuerfreibeträge berücksichtigt werden. Sind sie ausgeschöpft, kann eine weitere Erhöhung der Beiträge mitunter unrentabel werden. Es lohnt sich in jedem Fall, vor Abschluss des Vertrags genau zu überlegen, ob die gewählte Beitragshöhe auch dauerhaft beibehalten werden kann. So lassen sich eine finanzielle Überforderung und die daraus resultierenden Nachteile vermeiden.


Können die Beiträge zur Rürup Rente von der Steuer abgesetzt werden?

Die Rürup Rente ist eine von zwei staatlich geförderten Formen der privaten Altersvorsorge. Sie wird steuerlich begünstigt, indem die eingezahlten Beiträge bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden dürfen – wodurch das zu versteuernde Einkommen und damit auch die Steuerlast unmittelbar gemindert werden.

Die steuerliche Anerkennung der Beitragszahlungen zur Rürup Rente erfolgt dabei gestaffelt und steigt von Jahr zu Jahr. Derzeit (2013) können 76 Prozent der eingezahlten Beiträge als Sonderausgaben abgesetzt werden. Bis zum Jahr 2025 wird der Anteil der anrechenbaren Beiträge auf 100 Prozent steigen – das heißt, die Beiträge zur Rürup Rente sind ab dann voll abzugsfähig. Dabei darf jedoch die gesetzlich festgelegte Höchstgrenze von 20.000 Euro pro Person und Jahr nicht überschritten werden.


Welche Leistungen sind bei der Rürup Rente im Alter steuerpflichtig?

Die für die Rürup Rente eingezahlten Beiträge können prozentual als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wobei der abzugsfähige Anteil kontinuierlich ansteigt, sodass er ab dem Jahr 2025 bei 100 Prozent liegen wird.

Analog dazu werden auch die aus der Rürup Rente ausgezahlten Leistungen steuerlich behandelt. Auch hier erfolgt die Besteuerung gestaffelt und steigt von Jahr zu Jahr. Aktuell (2013) müssen 66 Prozent der Rentenleistungen versteuert werden. Bis zum Jahr 2040 wird dieser Anteil auf 100 Prozent steigen, sodass ab dann die Leistungen aus der Rürup Rente dauerhaft voll versteuert werden. Allerdings kann in den meisten Fällen davon ausgegangen werden, dass sich der Steuersatz zugunsten des Versicherungsnehmers entwickelt, also unter dem Niveau des aktuell anzuwendenden Steuersatzes liegen wird. Auf diese Weise lässt sich mithilfe der nachgelagerten Besteuerung bei der Rürup Rente ein Spareffekt erzielen.


Was ist bei einer Kündigung der Rürup Rente zu beachten?

Rürup Rente - Älterer Herr am Laptop Eine Rürup Rente ist unkündbar. Nach Abschluss
des Vertrages gilt eine gesetzliche Widerrufsfrist
von 14 Tagen. Ist diese Frist überschritten, kann das Vertragsverhältnis nicht mehr aufgekündigt werden.

Diese Maßnahme dient einerseits der Aufrechterhaltung des Grundanliegens der Rürup Rente – nämlich, eine langfristige Vorsorgemöglichkeit für das Rentenalter zu bieten. Andererseits begründet sie sich in den enormen steuerlichen Vergünstigungen durch die Anrechnungsmöglichkeit im Rahmen des Sonderausgabenabzugs: Denn diese wären bei einer Kündigung nicht oder nur mit erheblichem Aufwand „reversibel“.

Es besteht jedoch jederzeit die Möglichkeit, bei auftretenden Zahlungsschwierigkeiten den Rentenvertrag auf ruhend zu setzen. Während dieser Zeit der Beitragsfreistellung bleiben selbstverständlich alle bereits erdienten Anwartschaften in voller Höhe erhalten – und bringen auch Zinsen. Bei einer positiven Veränderung der finanziellen Lage können die Beitragszahlungen wieder aufgenommen werden.

Außerdem ist es bei einigen Anbietern auch möglich, eine Rürup Rente auf einen anderen – allerdings nur eigenen! – Rürup Rentenvertrag zu übertragen.


Was ist bei einem Wechsel der Rürup Rente zu beachten?

Weshalb ist eine Rürup Rente sinnvoll?

Während eine Kündigung der Rürup Rente ausgeschlossen ist, ist ein Wechsel des Anbieters unter Umständen möglich. Ob eine Wechseloption besteht, hängt jedoch von den Konditionen des bisherigen Versicherers ab. Nur wenn der Versicherungsvertrag einen Wechsel ausdrücklich erlaubt, besteht die Möglichkeit zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Ausschlaggebend sind daher einzig die Konditionen eines Versicherers. Versicherungsnehmer sollten also beim Abschluss einer Rürup Rente darauf achten,
dass sie eine Wechselmöglichkeit haben.

Für einen Wechsel erheben die Versicherungsanbieter in der Regel Gebühren. Auch für den Abschluss eines neuen Vertrages bei einem anderen Anbieter werden Abschlussgebühren fällig. Ein Wechsel sollte daher nur vorgenommen werden, wenn gute Gründe dafür sprechen.