Private Altersvorsorge


    Weshalb ist eine private Altersvorsorge sinnvoll?

    Private Altersvorsorge - Leute im Gespräch Unter dem Begriff private Altersvorsorge werden
    alle Maßnahmen zusammengefasst, die die
    finanzielle Absicherung von Privatpersonen
    für die Zeit nach ihrem Arbeitsleben betreffen.

    Die private Altersvorsorge beinhaltet also Geldleistungen für das Rentenalter, für deren Finanzierung der Rentenanwärter selbst Sorge trägt. Hierbei kann zwischen drei verschiedenen Modellen unterschieden werden:

    1. die klassische private Rentenversicherung
    2. die Basisrente, auch Rürup Rente genannt
    3. die Riester Rente

    Bei der privaten Altersvorsorge handelt es sich immer um ein freiwillig abgeschlossenes Rechtsverhältnis zwischen einer Privatperson und einem Versicherungsunternehmen. In den einigen Fällen hat der Rentenanwärter ein Kapitalwahlrecht, das heißt er kann beim Eintreten des Versorgungsfalles zwischen einer monatlichen Rentenzahlung und einer einmaligen Kapitalauszahlung wählen. Auf diese Weise bleibt die finanzielle Ausgestaltung seines Ruhestands bis zuletzt flexibel.

    Der Vorteil der privaten Altersvorsorge liegt natürlich zuallererst einmal darin, dass sie dabei hilft, die Versorgungslücken der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen. Bereits heute ist es höchst fraglich, ob und wenn ja in welcher Höhe wir in der Zukunft überhaupt noch eine gesetzliche Rente beziehen werden. Einige Personengruppen haben generell keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente, zum Beispiel Freiberufler oder Angestellte, deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Für sie ist die private Altersvorsorge ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Lebensplanung.

    Darüber hinaus bietet die private Altersvorsorge je nach der gewählten Form verschiedene steuerliche Vergünstigungen. Hinzu kommt, dass die beiden staatlich geförderten Renten – die Riester Rente und die Rürup Rente – nicht angerechnet werden, wenn das private Vermögen aufgelistet werden muss. Sie sind also „Hartz-IV-sicher“. Weitere Vorteile der privaten Altersvorsorge sind:

    • hohe Flexibilität bei der Vertragsgestaltung
    • in vielen Fällen garantierte Leistungen
    • bei der klassischen privaten Rentenversicherung: Kapitalwahlrecht

    Welche Leistungen sind in einer private Altersvorsorge versichert?

    Jede der drei Hauptvarianten der privaten Altersvorsorge basiert auf der Idee des Kapitaldeckungsverfahrens, dem typischen Finanzierungsweg bei privaten Individualversicherungen. Dabei wird jeweils der Sparanteil aus dem Beitrag des Versicherungsnehmers am Kapitalmarkt angelegt. Außerdem wird für jeden Versicherten einzeln ein Deckungskapital gebildet, das während der Ansparphase anwächst und aus dem später die zugesagten Leistungen der privaten Altersvorsorge ausgezahlt werden. Je nach Art der privaten Altersvorsorge gibt es jedoch einige Unterschiede.

    Private Rentenversicherung

    Bei dieser „klassischen“ Variante der privaten Altersvorsorge erfolgt die Auszahlung im Erlebensfall. Versichert wird bei der privaten Rentenversicherung daher nicht der Tod des Versicherungsnehmers, sondern das versicherungswirtschaftliche „Risiko eines zu langen Lebens“.
    Bei dieser Form der privaten Altersvorsorge werden die Beiträge sofort versteuert. Dafür werden jedoch die im Rentenalter bezogenen Leistungen nur mit dem Ertragswert versteuert – und zwar unabhängig davon, ob der Versicherungsnehmer sich für eine monatliche Rente oder für eine einmalige Kapitalauszahlung entscheidet.

    Riester Rente

    Die Riester Rente ist eine von zwei Varianten der privaten Altersvorsorge, die staatlich gefördert werden. Sie wurde in Deutschland im Jahr 2002 im Rahmen des Altersvermögensgesetzes eingeführt. Die Förderung erfolgt in Form einer direkten staatlichen Altersvorsorgezulage in Höhe von 154 Euro pro Jahr und gegebenenfalls Kinderzulagen. Darüber hinaus bietet der Staat im Rahmen der Riester Rente auch steuerliche Vergünstigungen.

    Ansonsten funktioniert die Riester Rente ähnlich wie eine klassische private Rentenversicherung: Der Versicherungsnehmer zahlt Beiträge ein, und nach Erreichen des Rentenalters bezieht er Leistungen, deren Höhe der Versicherungsanbieter mindestens auf dem Niveau der eingezahlten Beiträge garantieren muss.

    Die Basisrente oder Rürup Rente

    Diese Form der privaten Altersvorsorge ist besonders für diejenigen interessant, die keinen Anspruch auf eine Riester Rente haben – in erster Linie sind das die. Auch die Rürup Rente wird staatlich gefördert: Die während der Phase der Anwartschaft eingezahlten Beiträge können im Rahmen der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben angerechnet werden. Mit dem Beginn der Auszahlung im Rentenalter werden die Leistungen allerdings anteilmäßig versteuert, was jedoch in der Regel keinen Nachteil darstellt. Der im Alter anzuwendende Steuersatz liegt üblicherweise deutlich niedriger als der, der zum aktuellen Zeitpunkt gelten würde, so dass sich auch hierbei ein deutlicher Spareffekt verzeichnen lässt.


    Was ist vor Abschluss einer privaten Altersvorsorge zu beachten?

    Für die private Altersvorsorge kommen insbesondere die drei bereits genannten Formen der Vorsorge in Betracht:

    1. Private Rentenversicherung
    2. Riester Rente
    3. Rürup Rente

    Private Altersvorsorge - Nachdenklicher Mann Jede dieser Vorsorgeformen hat individuelle Vorteile oder auch Einschränkungen. Vor dem Abschluss
    einer privaten Altersvorsorge ist daher zu beachten, dass nicht jede Form für jeden Versicherungsnehmer gleichermaßen geeignet ist und unter Umständen auch nicht möglich ist.

    Ob eine Vorsorgeform im Einzelfall geeignet ist,
    hängt von der individuellen Lebenssituation des Versicherungsnehmers und seinen Bedürfnissen
    und Erwartungen an die private Altersvorsorge ab.

    Zu berücksichtigen sind daher vor dem Abschluss einer privaten Altersvorsorge in jedem Fall:

    • Eventuelle Zugangseinschränkungen
    • Kosten beim Abschluss

    Über diese beiden allgemeinen Punkte hinaus sollten außerdem immer auch anbieter- und tarifabhängige Faktoren wie Vertragskonditionen, Rendite oder Laufzeiten berücksichtigt werden.

    Zugangsbeschränkungen gelten nur bei einer Form der privaten Altersvorsorge: der Riester Rente. Alle anderen Formen sind grundsätzlich für alle Versicherungsnehmer möglich. Anspruch auf die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Form der Riester Rente haben:

    • alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer
    • rentenversicherungspflichtige Selbstständige (z.B. Handwerker und Künstler)
    • Bezugsberechtigte bestimmter staatlicher Leistungen wie ALG I, ALG II, Erziehungsgeld usw.
    • vollständig erwerbsunfähige oder dienstunfähige Personen
    • Für alle anderen Personenkreise – insbesondere Selbstständige und Freiberufler – kommt die Riester Rente damit nicht in Betracht.

    Abschlusskosten entstehen beim Abschluss einer privaten Altersvorsorge für Aufwendungen für Verwaltung und Provision des Versicherungsmaklers. Sie wurden gesetzlich auf 4% der zu erwartenden Beitragssumme festgelegt. Allerdings werden diese Abschlusskosten mit den eingezahlten Beiträgen verrechnet, so dass sie sich lediglich auf die Höhe der späteren Versicherungsleistungen auswirken, nicht aber auf die Beitragshöhe an sich. Außerdem müssen die Abschlusskosten über mindestens fünf Jahre verteilt gleichmäßig abgezogen werden.

    Genaue Informationen sind jeweils in den Vertragsunterlagen zu finden, da die Versicherungsanbieter dazu verpflichtet sind, ihre Kosten – unter anderem auch die Abschlusskosten – genau aufzuschlüsseln und somit für eine maximale Transparenz der privaten Altersvorsorge zu sorgen.


    Wann leistet eine private Altersvorsorge?

    Bei der privaten Altersvorsorge handelt es in der Regel um Formen der sogenannten Erlebensversicherungen. Das heißt, dass der Versicherte mit dem Versicherungsanbieter einen bestimmten Zeitpunkt vereinbart, zu dem er ebenfalls vereinbarte Leistungen erhält. Voraussetzung ist, dass der Versicherungsnehmer zu diesem Zeitpunkt lebt. Anders ausgedrückt leistet die private Altersvorsorge also immer dann, wenn der Versicherungsnehmer ein bestimmtes vereinbartes Alter erreicht.

    Je nach Form der privaten Altersvorsorge kann der Versicherte dabei wählen, ob er zum Auszahlungszeitpunkt eine einmalige Kapitalauszahlung erhält oder eine regelmäßige Rentenzahlung. Entscheidet sich der Versicherungsnehmer für eine Einmalzahlung, erhält er das komplette angesparte Vermögen auf einmal ausgezahlt. Diese Auszahlungsform hat den Vorteil, dass der Versicherte sein Vermögen auf jeden Fall ausgezahlt bekommt. Gleichzeitig besteht jedoch ein gewisses Risiko, dass dieses Vermögen nicht lange genug reicht, um den Lebensunterhalt zu sichern, wenn der Versicherte sehr alt wird.

    Bei einer regelmäßigen Rentenzahlung verhält es sich umgekehrt. Der Versicherte kann sich sicher sein, dass er bis zu seinem Lebensende versorgt ist. Stirbt er jedoch relativ früh nach dem Rentenbeginn, hat er unter Umständen nur einen Teil seines eingezahlten Vermögens von der Versicherung zurückgezahlt bekommen. Je nach Art der privaten Altersvorsorge fällt in diesem Fall das Restvermögen des verstorbenen Versicherungsnehmers genauso wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung an die Versicherung.

    Wer nicht möchte, dass sein Restvermögen im Falle eines frühen Todes an das Versicherungsunternehmen geht, kann durch entsprechende Zusatzoptionen dafür sorgen, dass das Vermögen an seine Angehörigen ausgezahlt wird. Bei der Riester Rente ist diese Form der Hinterbliebenenabsicherung besonders einfach und zum Teil sogar auch Bestandteil des Versicherungsmodells.


    Wann leistet eine private Altersvorsorge nicht?

    Im Grunde leistet eine private Altersvorsorge nur in einem Fall nicht. Nämlich immer dann, wenn der Versicherte noch während der Ansparphase verstirbt. Sie leistet also immer dann nicht, wenn der Versicherungsnehmer vor dem Erreichen des vertraglich vereinbarten Auszahlungszeitpunktes stirbt. Erreicht der Versicherte diesen Zeitpunkt und ist für die private Altersvorsorge eine regelmäßige Rentenzahlung vereinbart, leistet die private Altersvorsorge so lange, wie der Versicherte lebt. Stirbt der Versicherte während der Auszahlungsphase, fällt ein eventuell noch vorhandenes Restvermögen, das aus seinen Beiträgen gebildet wurde, an die Versicherung.

    Mit verschiedenen Optionen zur Hinterbliebenenabsicherung kann der Versicherte jedoch dafür sorgen, dass das gebildete (Rest-)Vermögen seinen Angehörigen oder anderen begünstigten Personen zugute kommt.

    Leistungsauschlüsse etwa aufgrund einer Gesundheitprüfung gibt es bei der privaten Altersvorsorge nicht. Eine solche Gesundheitsprüfung, wie sie etwa bei Risikolebensversicherungen üblich ist, ergibt bei einer privaten Altersvorsorge keinen Sinn. Ein frühzeitiger Tod des Versicherten stellt für die Versicherung kein Risiko dar, weil sie in diesem Fall nicht leisten muss, sofern keine Zusatzbausteine zum Hinterbliebenenschutz vereinbart wurden.

    Private Altersvorsorge - Nette Beraterin

    Können Zusatzbausteine versichert werden?

    Ja, die Absicherung zusätzlicher Risiken im Rahmen einer privaten Altersvorsorge ist möglich und in vielen Fällen sogar äußerst sinnvoll.

    Besonders interessant ist für die Mehrzahl der Kunden die Möglichkeit eines Hinterbliebenenschutzes. Dieser ist im engeren Sinne nicht Bestandteil der privaten Altersvorsorge, sondern eher ein typischer Gegenstand der Kapitallebensversicherung. Allerdings ist es möglich, im Rahmen der privaten Altersvorsorge eine garantierte Mindestrentenzeit zu vereinbaren. Das bedeutet, dass die vereinbarte monatliche Rente für eine Mindestanzahl von Jahren ausgezahlt wird, auch für den Fall, dass der Rentenempfänger in der Zwischenzeit verstirbt. Dann erhält für die Dauer der restlichen garantierten Rentenzeit der oder die Hinterbliebene die Rente. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur, wenn der Versicherte das Rentenalter auch tatsächlich erreicht. Verstirbt er vor Eintritt des eigentlichen Versorgungsfalles, so verfällt der Rentenanspruch.

    Sonstige Maßnahmen zum Hinterbliebenenschutz müssen im Rahmen der privaten Altersvorsorge als zusätzliche Leistungen vertraglich geregelt und dann auch extra bezahlt werden. Wird ein Hinterbliebenenschutz zusammen mit der Altersrente vereinbart, so fließt in der Regel ein Teil der monatlich eingezahlten Beiträge in diese zusätzliche Versicherung. Das bedeutet, dass bei gleicher Beitragshöhe die zukünftige Rente niedriger ausfallen wird. Zu beachten ist hierbei unbedingt die Definition des Begriffes „Hinterbliebene“, die je nach dem gewählten Modell der privaten Altersvorsorge enger oder weiter gefasst werden kann.

    Eine weitere weit verbreitete Zusatzoption für die private Altersvorsorge ist eine Absicherung der Berufsunfähigkeit. In diesem Fall erhält der Versicherte im Fall seiner Berufsunfähigkeit je nach Versicherungsvertrag eine regelmäßige Rentenzahlung in einer bestimmten vereinbarten Höhe oder er wird von den Beiträgen zu seiner privaten Altersvorsorge freigestellt. In diesem übernimmt die Berufsunfähigskeitsabsicherung gewissermaßen die Beiträge zur privaten Altersvorsorge und der Versicherte erhält wie vereinbart seine Leistungen, wenn er das entsprechende Alter erreicht.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Entscheidend für den Beginn des Versicherungsschutzes ist der Zeitpunkt für den Versicherungsbeginn, der im Vertrag festgehalten wird. Dieser Zeitpunkt kann vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses abweichen. Üblich ist es zum Beispiel, dass als Zeitpunkt für den Versicherungsbeginn der Erste oder der 15. des Folgemonats nach Vertragsschluss vereinbart wird. Häufig kann der Zeitpunkt auch frei gewählt werden. Erst ab dem im Vertrag festgehaltenen Termin besteht der vereinbarte Versicherungsschutz. Auch Versicherungszeiträume, -laufzeiten und häufig auch Versicherungsjahre werden ab diesem Zeitpunkt berechnet.

    Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Versicherungsschutz der privaten Altersvorsorge zum vereinbarten Zeitpunkt auch tatsächlich in Kraft tritt, ist die Zahlung der ersten Beitragsrate. Wird diese Rate nicht fristgerecht oder gar nicht gezahlt, behalten sich viele Versicherungsanbieter außerdem das Recht vor, vom Vertrag ganz zurückzutreten.

    Private Altersvorsorge - Mann schaut auf die Uhr

    Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

    Versicherungssummen im herkömmlichen Sinne gibt es bei der privaten Altersvorsorge im Grund nicht. Stattdessen vereinbart der Versicherungsnehmer mit dem Versicherungsanbieter eine feste Summe, die er zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt bekommen möchte. Je nach Form der privaten Altersvorsorge kann der Versicherte dabei mitunter wählen, ob er eine einmalige Auszahlung seines Vermögens oder eine regelmäßige lebenslange Rentenzahlung erhalten möchte. Diese Wahlmöglichkeit besteht jedoch nicht bei allen Formen der privaten Altersvorsorge.

    Wie hoch die Leistungen der privaten Altersvorsorge im Leistungsfall ausfallen sollten, lässt sich nicht pauschal sagen. Grundsätzlich gilt bei der Altersvorsorge natürlich in gewisser Weise: Je höher, desto besser!

    Diese Faustregel muss allerdings relativiert werden. Wie hoch die Altersbezüge aus einer privaten Altersvorsorge ausfallen sollten, hängt nämlich von verschiedenen Faktoren und insbesondere den individuellen Voraussetzungen des Versicherungsnehmers ab. Insbesondere davon:

    • Welche weiteren Formen der Altersvorsorge zusätzlich zur privaten Altersvorsorge genutzt werden.
    • Welche Beiträge zur Finanzierung langfristig regelmäßig gezahlt werden können.
    • In welcher Höhe Beiträge für eine bestimmte Form unter Förder- oder Steueraspaketen sinnvoll und vorteilhaft sind.

    Insbesondere unter Steuer- oder Fördermittelaspekten kann es sinnvoll sein, nicht unbegrenzt in eine bestimmte Form der privaten Altersvorsorge zu investieren. Im Zusammenhang mit den staatlich geförderten Varianten der privaten Altersvorsorge freilich es beispielsweise Höchstgrenzen hinsichtlich der Anrechenbarkeit der Beiträge als Sonderausgaben bei der Einkommensteuererklärung. Diese liegen für die Riester Rente bei 2.100 Euro und für die Rürup Rente bei 20.000 Euro pro Person und Jahr.

    Generell ist nach Expertenschätzungen davon auszugehen, dass etwa zehn Prozent des monatlichen Nettoeinkommens in die Altersvorsorge investiert werden müssen, um den Lebensstandard im Ruhestand in etwa halten zu können. Je nachdem, welchen Anteil die private Altersvorsorge am individuellen Vorsorgeplan eines jeden Einzelnen hat, sollte die Entscheidung für die Beitragshöhe entsprechend gefällt werden.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Der Beitrag zur privaten Altersvorsorge richtet sich in erster Linie nach zwei entscheidenden Faktoren:

    1. Der Dauer der Ansparphase
    2. Der Höhe der gewünschten Leistungen im Alter

    Das Zusammenspiel der beiden Faktoren ist im Grunde ganz einfach: Je länger die Ansparphase für eine bestimmte Leistungshöhe ist, desto geringer sind die einzelnen Raten, die dafür monatlich aufgebracht werden müssen. Bezogen auf eine bestimmte Ansparphase bedeutet das natürlich auch, dass die Raten umso höher ausfallen, je höher die gewünschten Leistungen sein sollen.

    Neben diesen beiden Grundfaktoren spielt auch ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle: die Verzinsung! Die Verzinsung der eingezahlten Beiträge kann je nachdem dafür genutzt werden, um für eine gewünschte Leistung möglichst geringe Beiträge zahlen zu müssen. Alternativ kann die Verzinsung auch genutzt werden, um für eine bestimmte Beitragshöhe möglichst gute Leistungen, sprich eine möglichst hohe Rente, im Alter zu erhalten. Bei der Verzinsung sollte immer auch berücksichtigt werden, dass hohe Zinsen häufig auch ein erhöhtes Anlagerisiko bedeuten. Daher sollten Versicherungsnehmer immer sehr gut zwischen einer hohen Verzinsung und dem damit verbundenen Risiko abwägen.

    Ebenfalls einen großen Einfluss auf die Höhe der Beitragssätze haben auch eventuelle Zusatzoptionen und -bausteine, die in eine private Altersvorsorge eingeschlossen werden können. Die Kosten hierfür werden von den Versicherungsanbietern häufig direkt von den Beiträgen für private Altersvorsorge abgezogen. Auf diese Weise reduziert sich der Sparanteil aus den Beitragszahlungen. Um die gleichen Leistungen im Alter erhalten zu können, müssen beim Einschluss von Zusatzbausteinen in der Regel die Beiträge zur privaten Altersvorsorge entsprechend erhöht werden.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der privaten Altersvorsorge?

    Private Altersvorsorge - Mann vergleicht am PC Angebote Ein genauer Vergleich verschiedener Angebote für die private Altersvorsorge bringt enorme Vorteile und sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Wichtig bei einem Vergleich der unterschiedlichen Angebote ist immer, dass sich der Versicherte darüber im Klaren ist, welche Leistungen er benötigt oder wünscht.

    Das ist deshalb so besonders wichtig, weil die
    private Altersvorsorge immer auf die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten zugeschnitten sein sollte.

    Bei der Klärung der individuellen Kriterien für eine private Altersvorsorge sind vor allem immer die folgenden Fragen wichtig:

    • Welcher Lebensstandard ist im Alter angestrebt und wie hoch müssen die Bezüge im Alter dafür sein?
    • Welche Formen der Altersvorsorge werden dafür außer der privaten Altersvorsorge bereits genutzt?
    • Wie viel kann und soll in die private Altersvorsorge investiert werden?
    • Ist eine Absicherung der Angehörigen notwendig und bereits vorhanden, oder sollten Zusatzbausteine in die private Altersvorsorge eingeschlossen werden?
    • Welche Formen der privaten Altersvorsorge können genutzt werden und welche sind davon am vorteilhaftesten?

    Sind die Kriterien geklärt, die eine private Altersvorsorge erfüllen sollte, müssen in einem nächsten Schritt passende Angebote ermittelt werden. Am einfachsten geschieht das mit einem Online-Vergleichsrechner. Nach der einmaligen Angabe aller relevanten Faktoren erhalten die Nutzer eine Vielzahl geeigneter Angebote, die genau zu den persönlichen Anforderungen passen. Diese Angebote können in einem zweiten Schritt direkt miteinander verglichen werden. Dabei lässt sich dann ein Angebot auswählen, das besonders günstig oder flexibel ist oder besonders attraktive Zusatzoptionen ermöglicht.


    Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

    Ja, die Erhöhung oder Senkung der Beiträge zu einer privaten Altersvorsorge ist bei allen Vorsorgeformen möglich. Zu bedenken ist jedoch, dass eine Senkung der Beiträge natürlich automatisch zu einer Minderung der Versicherungsleistung führt. Ein weiterer Nachteil einer dauerhaften Senkung der Beiträge zur privaten Altersvorsorge besteht immer auch darin, dass die Abschlussgebühren anteilig zur erwarteten Gesamtbeitragssumme berechnet werden.

    Werden die Beiträge also nachträglich gesenkt, wurden mehr Abschlussgebühren als nötig gezahlt.
    Aus diesen beiden Gründen ist es grundsätzlich ratsam, sich zu Beginn der Versicherung finanziell nicht zu überfordern, sondern lieber im Nachhinein die Beiträge zu erhöhen, wenn es die wirtschaftliche Situation erlaubt. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass etwa bei der Riester Rente die Beiträge eine bestimmte Höhe nicht unterschreiten dürfen. Andernfalls entfällt die staatliche Förderung. Lässt sich eine Senkung der Beiträge unterhalb der Mindestbeiträge einmal nicht umgehen, kann der Versicherte die Zuschüsse aber wieder erhalten, sobald er die erforderlichen Mindestbeiträge wieder in die private Altersvorsorge zahlt.


    Können die Beiträge zur privaten Altersvorsorge von der Steuer abgesetzt werden?

    Die unterschiedlichen Formen der privaten Altersvorsorge werden alle auf unterschiedliche Weise direkt oder indirekt durch Steuervergünstigungen gefördert.

    Bei der Riester Rente können die eingezahlten Beiträge im Rahmen des § 10a EStG bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Person und Jahr als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

    Eine zusätzliche Vergünstigung besteht darin, dass das während der Zeit der Anwartschaft anwachsende Vermögen, das sich ja aus bereits versteuertem Arbeitslohn und staatlichen Zuschüssen zusammensetzt, steuerfrei bleibt. Erst mit der Auszahlung werden im Rahmen einer nachgelagerten Besteuerung Steuern erhoben. Deswegen lohnt sich diese Variante der privaten Altersvorsorge vor allem für Arbeitnehmer.

    Die gezahlten Beiträge zur Rürup Rente können während der Phase der Anwartschaft bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Die Anrechnung erfolgt gestaffelt, wobei der Prozentsatz jährlich steigt. Aktuell (2014) können bis zu 78% angerechnet werden; die Höchstgrenze des anrechenbaren Betrages liegt bei 20.000 Euro pro Person und Jahr. Vor allem Freiberufler und Selbstständige profitieren von dieser geförderten Form der privaten Altersvorsorge.

    Bei der privaten Altersvorsorge in Form der „klassischen“ privaten Rentenversicherung, einer Variante der Lebensversicherung, werden die Beiträge sofort versteuert. Allerdings werden dann die im Alter ausgezahlten Rentenleistungen nur noch mit dem Ertragswert angesetzt, also teilversteuert. Dies gilt auch dann, wenn der Versorgungsempfänger von seinem Kapitalwahlrecht Gebrauch macht und sich für eine einmalige Kapitalauszahlung anstelle einer monatlichen Rente entscheidet.


    Was ist bei einer Kündigung der privaten Altersvorsorge zu beachten?

    Private Altersvorsorge - Mann erkundigt sich wegen einer Kündigung Bei allen Formen der privaten Altersvorsorge ist ein Kündigung grundsätzlich möglich. Sie sollte jedoch unter allen Umständen möglichst vermieden werden. Die Kündigung einer privaten Altersvorsorge ist nämlich praktisch immer mit finanziellen Verlusten verbunden.

    Besonders stark machen diese sich bei der Kündigung einer Riester Rente bemerkbar, weil
    dann die bereits erhaltene staatliche Förderung in Höhe von 154 Euro pro Jahr (zuzüglich eventueller Kinderzulagen) komplett zurückgezahlt werden muss.

    Besser ist bei einem finanziellen Engpass immer eine Beitragsfreistellung der privaten Altersvorsorge. In diesem Fall wird der Vertrag nur „eingefroren“. Die bereits eingezahlten Beiträge verfallen nicht. Eine eventuell erhaltene Riester-Förderung muss ebenfalls nicht zurückgezahlt werden. Allerdings wird während der Ruhezeit auch die Zahlung der Förderbeträge eingestellt. Durch die weniger eingezahlten Beiträge reduziert sich außerdem immer auch die Höhe der Rentenleistungen.


    Was ist bei einem Wechsel der privaten Altersvorsorge zu beachten?

    Inwiefern ein Wechsel der privaten Altersvorsorge möglich ist, hängt vor allem von der Form der privaten Altersvorsorge ab. Folgendes gilt für die verschiedenen Vorsorgeformen:

    • Private Rentenversicherung
      Ein Wechsel ist nicht möglich. Ein bestehender Vertrag muss gekündigt oder ruhend gestellt und ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.
    • Rürup Rente
      Ein Wechsel ist möglich, wenn diese Option im Vertrag ausdrücklich festgehalten ist. Längst nicht alle Anbieter geben diese Möglichkeit. Wer sich eine Wechseloption bei der Rürup Rente vorbehalten möchte, sollte beim Vertragsabschluss genau auf die Vertragskonditionen achten.
    • Riester Rente
      Von allen Formen der privaten Altersvorsorge ist hier der Wechsel am einfachsten möglich. Allerdings erheben die Anbieter für einen Wechsel mitunter recht hohe Gebühren, weshalb sich auch bei der Riester Rente ein Wechsel nicht immer lohnt.

    Sofern ein Wechsel möglich ist, ist er häufig mit Schwierigkeiten verbunden und sollte daher in jedem Fall gut durchdacht werden. Sprechen gravierende Gründe für einen Wechsel, ist er in den meisten Fällen möglich.