Krankenzusatzversicherung


    Weshalb ist eine Krankenzusatzversicherung sinnvoll?

    Krankenzusatzversicherung - sympathischer Arzt In den vergangenen Jahren ist immer deutlicher geworden, welche gravierenden Auswirkungen
    der demografische Wandel auf die gesetzlichen Krankenkassen hat. Um die steigenden Kosten zu kompensieren, wurden im zunehmenden Maße viele Leistungen spürbar gekürzt oder sogar komplett gestrichen. Möchten die Versicherten auf diese Leistungen, die sie oft sogar schon lange gewohnt sind, nicht verzichten, müssen sie die Kosten dafür selber tragen.

    Je nach Art der Leistungen kann es sich dabei jedoch um enorme Kosten handeln. Um einer solchen finanziellen Belastung entgegenzuwirken, sind in den vergangenen Jahren immer mehr Krankenzusatzversicherungen auf den Markt gekommen. Krankenzusatzversicherungen leisten vor allem zwei Dinge:

    • Sie schließen die Versorgungslücken, die sich in den gesetzlichen Krankenkassen auftun
    • Sie ermöglichen hochwertigere Leistungen auf dem Niveau von Privatpatienten

    Mit Hilfe einer Krankenzusatzversicherung können insbesondere gesetzlich Versicherte ihre ärztliche Versorgung deutlich verbessern und Versorgungslücken schließen. Aber auch für Privatversicherte können Krankenzusatzversicherungen eine sinnvolle Ergänzung ihres Versicherungsschutzes darstellen. Weil sie sich außerdem auf sehr klar abgegrenzte Leistungen beziehen, sind die Kosten für eine Krankenzusatzversicherung vergleichsweise gering. Aufgrund der Spezialisierung der Krankenzusatzversicherungen lassen sich außerdem bestimmte Risiken gezielt absichern. Auf diese Weise lässt sich der Schutz der gesetzlichen Krankenkassen individuell und speziell auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst erweitern. Der Nutzen kann dabei enorm sein und die Kosten, die eine Krankenzusatzversicherung verursacht, bei weitem übersteigen. Dafür ist es wichtig, dass der Schutz durch eine Krankenzusatzversicherung gezielt ausgewählt wird.


    Welche Leistungen sind in einer Krankenzusatzversicherung versichert?

    Die Leistungen einer Krankenzusatzversicherung sind immer vertraglich genau geregelt. In den letzten Jahren haben sich verschiedene Krankenzusatzversicherungen etabliert, die von vielen verschiedenen Versicherungen angeboten werden. Dazu zählen zum Beispiel Krankenzusatzversicherungen für:

    • Wahlleistungen bei stationärer Behandlung (z. B. Einzel- oder Zweibettunterbringung, Chefarztbehandlung o. ä.)
    • Krankenhaustagegeld
    • Ambulante Behandlungen und Arznei-, Verbands-, Hilfs- und Heilmittel (z. B. Sehhilfen, Hörgeräte, Medikamente oder auch orthopädische Schuhe etc.)
    • Zahnersatz
    • Kuraufenthalte
    • Alternative Behandlungen durch Heilpraktiker
    • Auslandsreisekrankenversicherung

    Private Krankenversicherung – Zufriedene Patientin

    Der Umfang und die Art der Leistungen einer bestimmten Krankenzusatzversicherung kann sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Das Gleiche gilt auch für eventuelle Konditionen. So können zum Beispiel über eine Krankenzusatzversicherung die Kosten für Brillen abgesichert werden. Je nach Anbieter und Tarif können die Kosten entweder anteilig oder in vollem Umfang durch die Krankenzusatzversicherung erstattet werden. Auch die Maximalhöhe der Leistungen kann unterschiedlich ausfallen. Üblich sind zum Beispiel Maximalbeträge von:

    • 100 €
    • 200 € oder
    • 300 €

    die jährlich oder alle zwei Jahre erstattet werden.

    Ähnlich wie mit Krankenzusatzversicherungen für Brillen verhält es sich auch mit allen anderen Formen der angebotenen Krankenzusatzversicherungen. Allen ist gemeinsam, dass sie in einem vertraglich vereinbarten Umfang Leistungen entweder unbegrenzt oder bis zu einem bestimmten Maximalbetrag übernehmen. Wie auch in den Volltarifen privater Krankenversicherungen entscheidet der Umfang der Leistungen maßgeblich auch die Höhe der Beiträge für eine Krankenzusatzversicherung.


    Was ist vor Abschluss einer Krankenzusatzversicherung zu beachten?

    Wer plant, eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen, sollte zuvor einige Dinge beachten. Zum Beispiel sollte:

    • Geprüft werden, welche Leistungen die gesetzliche Krankenversicherung tatsächlich erbringt
    • Welche Leistungen darüber hinaus gewünscht werden

    Welche dieser Leistungen von bestimmten Krankenzusatzversicherungen abgedeckt werden
    Eine Prüfung der Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse, bei der eine Person versichert ist, ist deshalb sinnvoll, weil sich auch die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen inzwischen mitunter recht stark von einander unterscheiden. Dabei sollte auch immer gleich geprüft werden, welche Leistungen vom Versicherten gewünscht, von der gesetzlichen Krankenkasse aber nicht erbracht werden. Auf diese Weise kann der Versicherte ermitteln, in welchen Bereichen er einen zusätzlichen Schutz durch eine Krankenzusatzversicherung wünscht.

    Ist auf diese Weise der konkrete Bedarf für eine Krankenzusatzversicherung ermittelt worden, muss ein passendes Angebot gesucht werden. Wie bei den Versicherungstarifen für Vollversicherungen, gibt es auch bei den Krankenzusatzversicherungen unzählige Angebote, die sich im Leistungsumfang unterscheiden. Anhand des ermittelten Bedarfes können die Angebote herausgesucht werden, die den optimalen Versicherungsschutz bieten.

    Je nach Art der Krankenzusatzversicherung und des individuellen Tarifs kann es notwendig sein, dass der Versicherungsanbieter eine Gesundheitsprüfung verlangt. Bei einer solchen Prüfung wird der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers ermittelt. Für eventuelle Vorerkrankungen oder Risikofaktoren können Risikozuschläge berechnet werden. Anders als bei privaten Vollversicherungen sind die Gesundheitsprüfungen bei Krankenzusatzversicherungen jedoch eher die Ausnahme.


    Wann leistet eine Krankenzusatzversicherung?

    Krankenzusatzversicherung - kompetente Ärtzin mit PatientUnter welchen Voraussetzungen eine private Krankenversicherung leistet, ist nicht pauschal zu sagen. Verbindlich ist letztendlich, was für eine bestimmte Krankenzusatzversicherung vertraglich vereinbart wird.

    Grundsätzlich gilt aber, dass der Versicherte für Leistungen, die er über den gesetzlichen Versicherungsschutz hinaus in Anspruch nimmt, vom behandelnden Arzt eine Rechnung erhält.

     

    Diese Rechnung kann er dann bei seiner Krankenzusatzversicherung einreichen und sich erstatten lassen.

    Das Gleiche gilt auch für Arznei-, Hilfs- oder Heilmittel, für die der Versicherte eine Krankenzusatzversicherung abgeschlossen hat. Sobald der Versicherte eine Brille oder ein Hörgerät oder irgendein anderes Hilfs- oder Heilmittel kauft, das von einer Krankenzusatzversicherung eingeschlossen wird, kann er sich die Kosten zurückerstatten lassen. Das können die vollen Kosten, ein vertraglich vereinbarter Anteil oder auch die Zuzahlung zu einer Leistung einer gesetzlichen Krankenkasse sein. Etwa die Zuzahlung bei Medikamenten.

    Wie bei einer privaten Krankenversicherung auch gilt also das Prinzip, dass der Versicherte Leistungen in Anspruch nimmt, dafür eine Rechnung erhält und diese dann bei der Krankenzusatzversicherung einreichen kann. Ist der notwendige Versicherungsschutz gegeben und sind alle eventuellen zusätzlichen Bedingungen erfüllt, werden die entstandenen Kosten im Nachhinein erstattet. Aufgrund der nachgelagerten Kostenerstattung sollten die Versicherten bevor sie eine bestimmte medizinische Leistung in Anspruch nehmen, sicherstellen, dass diese auch tatsächlich durch die Krankenzusatzversicherung abgedeckt werden. Dies geschieht am einfachsten durch einen Blick in die Versicherungsunterlagen, in denen genau beschrieben ist, welche Leistungen im Leistungsumfang der Krankenzusatzversicherung enthalten sind.


    Wann leistet eine Krankenzusatzversicherung nicht?

    Wer eine Krankenzusatzversicherung abgeschlossen hat, kann bestimmte Leistungen in Anspruch nehmen, die über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen. Hin und wieder kann es dabei vorkommen, dass Kosten für erbrachte Leistungen von der Krankenzusatzversicherung nicht erstattet werden. In der Regel kommen dafür vor allem zwei Ursachen in Fragen:

    • Der Versicherte hat Leistungen in Anspruch genommen, die durch die Krankenzusatzversicherung nicht abgesichert sind.
    • Der Versicherte hat einen vertraglich vereinbarten Höchstbetrag für bestimmte Leistungen überschritten.

    Um sicherzustellen, dass die in Anspruch genommenen Leistungen auch tatsächlich durch die Krankenzusatzversicherung abgedeckt werden, sollten die Versicherten vor einer Behandlung:

    • Anhand ihrer Versicherungsunterlagen prüfen, ob die gewünschte Leistung im Versicherungsschutz enthalten ist
    • In Zweifelsfällen Rücksprache mit der Krankenzusatzversicherung halten

    Durch diese frühzeitige Prüfung lässt sich vermeiden, dass Leistungen in Anspruch genommen werden, die nicht im Leistungsumfang einer Krankenzusatzversicherung enthalten sind.

    Ein weiterer Fall, in dem Krankenzusatzversicherungen nicht leisten, kann auch eintreten, wenn für bestimmte Leistungen vertraglich ein bestimmter Höchstbetrag vereinbart ist. In diesem Fall kommt die Versicherung nur bis zu der vereinbarten Summe pro Jahr für die entsprechende Leistung auf. Ist in einer Zusatzversicherung für Heilpraktikerbehandlungen eine Höchstsumme von 1.000 Euro pro Jahr festgelegt, kommt sie nur solange für diese Leistungen auf, bis der jährliche Höchstbetrag erreicht ist. Ist der Grenzbetrag erreicht, muss der Versicherte die Kosten für  weitere Leistungen selber tragen.


    Können Zusatzbausteine versichert werden?

    Krankenzusatzversicherung - Frau bei ZahnarztbehandlungIn der Regel ist es nicht möglich, in einer Krankenzusatzversicherung noch weitere Zusatzbausteine zu versichern.

    Das liegt daran, dass die Krankenzusatzversicherung selber schon, wie der Name bereits sagt, eine Erweiterung des Krankenversicherungsschutzes darstellt.

    Die angebotenen Krankenzusatzversicherungen sind dabei speziell auf bestimmte Leistungen zugeschnitten.

    Nicht selten entsprechen die Krankenzusatzversicherungen Wahltarifen von privaten Krankenversicherungen, die Privatversicherte zusätzlich zu ihrem Volltarif wählen können.

    Die Krankenzusatzversicherung ist jedoch anders als Wahltarife oder Zusatzbausteine nicht an einen bestimmten Haupttarif gekoppelt. Sie können vielmehr von jeder beliebigen Person abgeschlossen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Person gesetzlich oder privat versichert ist. Krankenzusatzversicherungen decken jedoch häufig  insbesondere Leistungen ab, zu denen gesetzlich Versicherte regulär keinen Zugang haben. Anders als Privatversicherte können diese gewünschte Leistungen nämlich nicht individuell in ihren Versicherungsschutz integrieren.

    Bei einigen Anbietern können die einzelnen Leistungen von Krankenzusatzversicherungen in gewisser Weise zu Zusatzbausteinen innerhalb einer Krankenzusatzversicherung werden. Viele Anbieter von Krankenzusatzversicherungen bieten nämlich die Möglichkeit an, statt mehrerer einzelner kleiner Krankenzusatzversicherungen eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen, in denen verschiedene Zusatzleistungen gewählt werden können. Die Vorteile für den Versicherten bestehen dann vor allem darin, dass:

    • Der Versicherungsschutz in einer großen Krankenzusatzversicherung häufig günstiger ist, als wenn die Leistungen einzeln abgesichert werden
    • Der Versicherte einen besseren Überblick hat, als wenn er viele kleine Krankenzusatzversicherungen abschließt

    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Wie bei verschiedenen anderen Punkten verhält es sich auch beim Versicherungsbeginn bei einer Krankenzusatzversicherung wie bei einer privaten Krankenversicherung. Zu unterscheiden sind daher ebenfalls drei unterschiedliche Beginne:

    • Formeller Beginn
    • Technischer Beginn
    • Materieller Beginn

    In gewisser Weise spiegeln diese drei Beginne den Aufnahmeprozess in einer Krankenzusatzversicherung wider.

    Der formelle Versicherungsbeginn liegt vor, sobald der Versicherungsvertrag zwischen Versichertem und Versicherer geschlossen wurde. Das ist für gewöhnlich der Fall, nachdem der Versicherte einen Aufnahmeantrag gestellt und von der Versicherung eine Police erhalten hat. In den Unterlagen, die der Versicherte über seine Krankenzusatzversicherung zusammen mit der Versicherungspolice erhält, ist der technische Beginn festgelegt. Dabei handelt es sich um einen Termin, ab dem die Beiträge berechnet werden. Wie bei einer privaten Krankenversicherung werden auch bei einer Krankenzusatzversicherung eventuelle Wartezeiten ab dem technischen Beginn berechnet.

    Unter der Wartezeit wird eine bestimmte Zeitspanne bezeichnet, innerhalb derer der Versicherte zwar bereits Beiträge zur Versicherung zahlen muss, aber noch keine Leistungen in Anspruch nehmen kann. Die Dauer der Wartezeit kann sich von Versicherung zu Versicherung unterscheiden. Einen wichtigen Einfluss hat auch die Art der Leistungen, für die die Krankenzusatzversicherung abgeschlossen wurde. So beträgt die Wartezeit für Leistungen im zahnärztlichen Bereich nicht selten bis zu acht Monate zum Beispiel für:

    • Kieferorthopädie
    • Zahnbehandlungen
    • Leistungen beim Zahnersatz

    Für viele andere Leistungen beträgt die Wartezeit in der Regel drei Monate.

    Den Ablauf der Wartezeit für eine Leistung bezeichnet der materielle Beginn einer Krankenzusatzversicherung. Ab diesem Zeitpunkt hat der Versicherte vollen Anspruch auf die vereinbarten Leistungen seiner Krankenzusatzversicherung.


    Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

    Krankenzusatzversicherung - Arzt behandelt Patientin Versicherungssummen spielen nur bei einigen Krankenzusatzversicherungen eine wichtige Rolle. Viele Leistungen, die durch eine Krankenzusatzversicherung abgedeckt werden können, sind in ihrer Höhe unbegrenzt.

    Wer zum Beispiel eine Krankenzusatzversicherung für stationäre Behandlungen abschließt, kann für die gesamte Dauer der stationären Behandlung in einem Krankenhaus die vereinbarten Leistungen in Anspruch nehmen.

     

    Das können je nach Vertrag Leistungen sein wie zum Beispiel eine Chefarztbehandlung oder eine Unterbringung in einem Einzelbettzimmer.

    Anders als bei den genannten Beispielen gibt es aber Krankenzusatzversicherungen, bei denen für bestimmte Leistungen eine Versicherungssumme in Höhe eines bestimmten Maximalbetrages vereinbart wird. Häufige Beispiele sind dafür Krankenzusatzversicherungen für:

    • Heilpraktikerbehandlungen
    • Sehhilfen
    • Arznei-, Heil-, Hilfs- und Verbandsmittel

    Sobald der vereinbarte jährliche Höchstbetrag für die jeweiligen Leistungen ausgeschöpft ist, muss der Versicherte darüber hinaus anfallende Kosten selber tragen.

    Welche Versicherungssummen bzw. Höchstbeträge in diesen Fällen sinnvoll sind, hängt insbesondere von den persönlichen Bedürfnissen ab. Wer sich ausschließlich von Heilpraktikern behandeln lassen möchte, ist mit einem Höchstbetrag von unter 1.000 Euro pro Jahr unter Umständen schlecht beraten. Wer hingegen alternativ-medizinische Leistungen nur ergänzend zu herkömmlichen Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen möchte, ist mit einer Höchstsumme von einigen Hundert Euro pro Jahr unter Umständen ausreichend abgesichert. Entscheidend für eine sinnvolle Versicherungssumme in einer Krankenzusatzversicherung ist also in erster Linie der voraussichtliche persönliche Bedarf.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Wie bei der privaten Krankenversicherung richten sich die Beiträge bei einer Krankenzusatzversicherung nach den Leistungen, die der Versicherte im Bedarfsfall in Anspruch nehmen möchte. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Leistungen einer Krankenzusatzversicherung vertraglich vereinbart. Das bedeutet für die Versicherten:

    • Er muss Versicherungsbeiträge nur für die Leistungen zahlen, die er in Anspruch nehmen möchte
    • Er hat einen vertraglich gesicherten Anspruch auf die vereinbarten Leistungen im Bedarfsfall
    • Der Versicherungsschutz kann individuell angepasst werden

    Im Großen und Ganzen entspricht die Beitragsberechnung daher den Prinzipien der privaten Krankenversicherung.

    Damit gilt für die Krankenzusatzversicherung auch, dass zwei wichtige Faktoren bei der Beitragsberechnung auch das Alter des Versicherten sowie eventuelle Vorerkrankungen oder chronische Erkrankungen sind. Das bedeutet, dass mit steigendem Erkrankungsrisiko in der Regel auch die Beiträge ansteigen. Auf diese Weise kompensieren die Versicherungen steigende Risiken. Um die Beitragssteigerungen im Alter möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, Krankenzusatzversicherungen bereits in jungen Jahren abzuschließen. Junge Menschen zahlen in der Regel nur geringe Beiträge zu einer Krankenzusatzversicherung, weil sie die Leistungen nur selten in Anspruch nehmen müssen. Gleichzeitig können die Versicherungsanbieter im Laufe der Jahre mit den Beiträgen Rückstellungen bilden, mit denen der steigende Leistungsbedarf im Alter kompensiert werden kann. Für den Versicherten schlägt sich das in geringeren Beitragssteigerungen im Alter nieder.

    Neben den Risiken spielen bei der Beitragsgestaltung aber auch Selbstbehalte und Höchstsummen für bestimmte Leistungen eine große Rolle. Mit ihnen lassen sich die Beiträge mitunter deutlich senken.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Krankenzusatzversicherung?

    Krankenzusatzversicherung - Ärztin berät PatientinEin Vergleich von Krankenzusatzversicherungen bringt viele verschiedene Vorteile. Das gilt insbesondere für Erstantragsteller. Also für alle Personen, die erstmalig eine Krankenzusatzversicherung abschließen möchten. Der Grund dafür liegt darin, dass in den letzten Jahren das Angebot an Krankenzusatzversicherungen enorm gewachsen ist.

    Zahlreiche Anbieter konkurrieren mit gleichen oder ähnlichen Leistungen zu unterschiedlichen Beiträgen.

    Wie in vielen anderen Bereichen auch bedeutet das für die Versicherten, dass sie vor dem Abschluss einer Krankenzusatzversicherung sehr genau prüfen sollten:

    • Welche Leistungen die Krankenzusatzversicherung im Ernstfall erbringt
    • Welche Beiträge ein Anbieter dafür verlangt

     

    Bei vielen extrem günstigen Angeboten für Krankenzusatzversicherungen ist der Leistungsumfang stark eingeschränkt. Bei anderen Angeboten muss der Versicherte überhöhte Beiträge für durchschnittliche Leistungen zahlen. Es gilt also, die berühmte goldene Mitte zu finden. Das heißt möglichst gute Leistungen zu möglichst geringen Beiträgen. Um aber beurteilen zu können, ob ein Angebot für eine  Krankenzusatzversicherung gut ist, sollten die Interessenten für sich selber klären:

    • Welche Leistungen sie absichern möchten
    • Welche Leistungen sie nicht benötigen
    • Welche Versicherungen geeignete Krankenzusatzversicherungen anbieten

    Nur wer genau weiß, welche Leistungen er wünscht, kann geeignete Krankenzusatzversicherungen ermitteln und deren Konditionen miteinander vergleichen. Auf diese Weise kann der Versicherte mit einem Vergleich der Angebote sicherstellen, dass:

    • Die Krankenzusatzversicherung keine Leistungen beinhaltet, die nicht benötigt werden
    • Das die gewünschten Leistungen in einem bestimmten Tarif auch tatsächlich enthalten sind
    • Er keine überhöhten Beiträge zahlt

    Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

    Ähnlich wie bei einer privaten Vollversicherung können auch Krankenzusatzversicherungen in vielen Fällen Anpassungen des Versicherungsschutzes vorgenommen werden. Diese Anpassungen schlagen sich dann auch in den Beiträgen nieder. Weil der Leistungsumfang bei Krankenzusatzversicherungen jedoch sehr speziell und auch sehr klar umgrenzt ist, sind die Spielräume üblicherweise nicht so umfangreich wie bei Vollversicherungen.

    Ein gutes Beispiel für die Anpassungsmöglichkeiten des Versicherungsschutzes bei Krankenzusatzversicherungen sind zum Beispiel stationäre Zusatzversicherungen. Viele Versicherungen bieten diese Form der Zusatzversicherung an. Darin sind dann verschiedene Zusatzleistungen für den Fall eines Krankenhausaufenthaltes enthalten. Je nach Anbieter haben die Versicherungsnehmer dabei zum Beispiel die Möglichkeit zu wählen, ob sie als Zusatzleistung eine Unterbringung in einem Zweibett- oder Einzelbettzimmer wünschen. Die Wahl der jeweiligen Option schlägt sich dann im Beitrag für die Krankenzusatzversicherung nieder.

    Ähnlich wie in dem genannten Beispiel bestehen auch bei vielen anderen Krankenzusatzversicherungen häufig Wahlmöglichkeiten. Dadurch lassen sich dann sowohl die Leistungen als auch die Höhe der Beiträge flexibel anpassen. Weitere häufige Anpassungsmöglichkeiten bestehen außerdem auch in Form von Selbstbehalten in bestimmter Höhe oder der Festlegung von Höchstbeträgen für einzelne Leistungen.

    Ob und welche Anpassungsmöglichkeiten für eine Krankenzusatzversicherung bestehen, hängt jedoch letztlich vom Anbieter ab. Während einige Anbieter nur wenige Tarife mit zahlreichen Wahloptionen anbieten, haben andere Versicherer ausschließlich fixe Tarife für unterschiedliche Leistungen im Angebot.


    Können die Beiträge zur Krankenzusatzversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

    Krankenzusatzversicherung - Mann bedient TaschenrechnerSowohl Selbstständige als auch Angestellte können Beiträge zur Krankenzusatzversicherung in ihrer Steuererklärung geltend machen. Allerdings nicht in unbegrenztem Umfang.

    Die Grenzen unterscheiden sich bei Selbstständigen und Arbeitnehmern. Die Beiträge für die Krankenzusatzversicherung fallen in den Bereich Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen.

    In diesen Bereich fallen allerdings auch Aufwendungen, die eventuell für gesetzliche Sozialversicherungen oder die private Basisabsicherung anfallen. Dadurch werden die Höchstbeträge in der Regel bereits voll ausgeschöpft.

    Beiträge zur Krankenzusatzversicherungen können also in der Praxis nur von der Steuer abgesetzt werden, wenn die Sonderausgaben noch nicht anderweitig ausgeschöpft wurden. Ist der Maximalbetrag bereits ausgeschöpft, können die Beiträge zur Krankenzusatzversicherung nicht mehr abgesetzt werden.


    Was ist bei einer Kündigung der Krankenzusatzversicherung zu beachten?

    Wie jede andere Versicherung auch, können Krankenzusatzversicherungen gekündigt werden. Das gilt sowohl für:

    • Versicherungsnehmer als auch
    • Versicherungsanbieter

    Hierin besteht ein wichtiger Unterschied zu den privaten Vollversicherungen, bei denen sich die Anbieter freiwillig zum Verzicht auf ein ordentliches Kündigungsrecht ihrerseits verpflichtet haben. Dieser Verzicht gilt nicht automatisch auch für Krankenzusatzversicherungen. Viele Anbieter verzichten allerdings auch bei ihren Krankenzusatzversicherungen häufig auf ihr Kündigungsrecht.

    Möchte der Versicherungsnehmer seine Krankenzusatzversicherung ordentlich kündigen, muss er im Grunde nur zwei Dinge beachten:

    • Vertragliche Kündigungsfristen
    • Mindestvertragslaufzeiten

    Sowohl die Kündigungsfristen als auch die Mindestvertragslaufzeiten können in den Versicherungsunterlagen nachgeschlagen oder beim Anbieter erfragt werden. Eine gängige Kündigungsfrist beträgt drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres. Dieses kann, muss aber nicht, mit dem Kalenderjahr übereinstimmen. Mindestlaufzeiten sind bei vielen Krankenzusatzversicherungen ebenfalls durchaus üblich und vertraglicher Bestandteil. Sie dürfen maximal drei Jahre betragen. Innerhalb dieser Mindestversicherungsdauer sind keine ordentlichen Kündigungen möglich.

    Ein Ausnahme zum ordentlichen Kündigungsrecht besteht immer im außerordentlichen Kündigungsrecht. Dies tritt zum Beispiel bei Beitragserhöhungen in Kraft. In diesem Fall ist eine Kündigung auch ohne Rücksicht auf eventuelle Kündigungsfristen oder Mindestlaufzeiten innerhalb von einem Monat nach der Mitteilung über eine Beitragserhöhung möglich.

     


    Was ist bei einem Wechsel der Krankenzusatzversicherung zu beachten?

    Krankenzusatzversicherung - Chefärztin mit SparschweinDer Wechsel einer Krankenzusatzversicherung ist in der Regel problemlos möglich. Der Vorgang stellt im Grunde nichts anderes dar als die Kündigung eines bestehenden und den Abschluss eines neuen Versicherungstarifes bei einem anderen Anbieter.

    Es gilt daher, bei einem Wechsel der Zusatzversicherung zuerst einmal die Punkte einer Kündigung der Krankenzusatzversicherung zu berücksichtigen.

    Für einen Wechsel der privaten Zusatzversicherung sollten jedoch gute Gründe sprechen. Leichtsinnig sollte ein Wechsel nicht vorgenommen werden. Das hat einen einfachen Grund. Bei dem Abschluss einer Zusatzversicherung spielt das Eintrittsalter des Versicherten eine entscheidende Rolle. Je jünger der Versicherte, desto geringer fallen seine Beiträge aus. Menschen mit einem hohen Versicherungseintrittsalter müssen dementsprechend höhere Beiträge zahlen. Die Beiträge bleiben dann im Laufe der Jahre relativ konstant und steigen in der Regel nur geringfügig an.

    Das hat jedoch zur Folge, dass bei einem Wechsel der Zusatzversicherung der Versicherte einen günstigen Beitrag aufgibt und bei dem Abschluss einer neuen Versicherung mit einem höheren Beitrag rechnen muss, weil:

    • Für den neuen Vertrag das inzwischen gestiegene Eintrittsalter gilt
    • Sich in der Zwischenzeit eventuell der Gesundheitszustand verschlechtert hat und sich nun negativ auf die Beiträge auswirkt

    Ein Wechsel der privaten Krankenzusatzversicherung bietet sich daher in der Regel nur dann an, wenn bei gleichen Leistungen zu einem ähnlichen oder sogar günstigeren Beitrag eine neue Versicherung abgeschlossen werden kann. Wer nur wegen der Beitragshöhe seine Versicherung wechseln möchte, sollte prüfen, ob der aktuelle Tarif eventuell angepasst werden kann. Zum Beispiel, indem nicht benötigte Leistungen nachträglich entfernt werden. Das gilt natürlich nur, wenn der Versicherte mit den Leistungen des Anbieters zufrieden ist. Soll ein Wechsel vorgenommen werden, weil der Versicherte mit seinem Anbieter unzufrieden ist, stellt ein eventueller Wechsel zwischen den Tarifen keine Option dar. Grundsätzlich gilt aber bei jedem Wechsel, dass er gründlich abgewogen und alle Optionen berücksichtigt werden sollten.