Riester Rente


    Weshalb ist eine Riester Rente sinnvoll?

    Riester Rente - Frau am PC Die Riester Rente ist grundsätzlich sehr sinnvoll,
    weil sie eine Form der privaten Altersvorsorge und damit
    eine zusätzliche Vorsorgevariante ist. Sie kann und soll den Rentenanwärtern dabei helfen, die schon jetzt voraussehbaren erheblichen Versorgungslücken zu schließen, die im Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung auftreten werden.

    Seit mehreren Jahrzehnten schon liegen in Deutschland die Geburtenraten konstant unter den Sterberaten.
    Das bedeutet, dass immer mehr junge Menschen immer mehr ältere Menschen versorgen müssen. Der Topf wird also immer kleiner, die Esser hingegen werden beständig mehr.

    Auf diese Weise versucht der Staat, den immer deutlicher zutage tretenden Problemen zu begegnen, die im Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung entstehen. Die Besonderheit der Riester Rente besteht darin, dass sie eine Kombination aus eigener Sparleistung und einer staatlichen Förderung darstellt.

    Die Riester Rente bietet daher für die Versicherten vielerlei verschiedene Vorteile. Diese bestehen natürlich zunächst einmal in den allgemeinen Vorzügen einer privaten Altersvorsorge:

    • Versorgungslücken der gesetzlichen Rentenversicherung werden geschlossen
    • Personen, die keinen Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung haben (z.B. Selbstständige, Freiberufler, Spitzenverdiener), finden hierin eine wertvolle Alternative

    Darüber hinaus weist die Riester Rente aber noch einige besondere Vorteile auf:

    • Es gibt eine staatliche Zulage in Höhe von jährlich 154 Euro pro Person zuzüglich 185 oder 300 Euro pro kindergeldberechtigtem Kind.
    • Die Beiträge zur Riester Rente können bei der Steuererklärung im Rahmen des § 10 a EStG als Sonderausgaben abgezogen werden (bis zu einer Höhe von 2100 Euro).
    • Das angesparte Vermögen bleibt bei der Riester Rente während der gesamten Phase der Anwartschaft steuerfrei (nachgelagerte Besteuerung).
    • Die Riester Rente wird nicht angerechnet, wenn das private Vermögen zwecks des Bezugs staatlicher Leistungen aufgelistet werden muss – sie ist also „Hartz IV – sicher“.

    Welche Leistungen sind in einer Riester Rente versichert?

    Das Funktionsprinzip einer Riester Rente entspricht einer klassischen privaten Rentenversicherung. Der Versicherte zahlt also regelmäßig Beiträge ein und erhält ab einem bestimmten Zeitpunkt regelmäßige Rentenzahlungen. Zusätzlich erhöht sich durch staatliche Zulagen das angesparte Kapital und die Rentenzahlungen erhöhen sich.

    Mit diesem eingezahlten Kapital arbeitet der Versicherungsanbieter, der dabei jedoch den Auflagen des Versicherungsaufsichtsgesetzes zu folgen hat. Aus dem angesparten Vermögen werden dann die Leistungen der Riester Rente ausgezahlt. Deren Höhe muss mindestens der Höhe der eingezahlten Beiträge entsprechen; hierfür hat der Versicherungsanbieter zu garantieren.

    Die Auszahlung der Riester Rente erfolgt im Regelfall als monatliche Rente. Es ist jedoch möglich, eine sogenannte Teilkapitalisierung zu wählen. In diesem Fall werden zum Beginn der Auszahlung bis zu dreißig Prozent der Leistungen in einer Summe ausgezahlt. Die volle Kapitalauszahlung in einer Summe im Sinne eines freien Kapitalwahlrechts ist bei der Riester Rente jedoch nicht möglich.

    Und so wird die Riester Rente vom Staat gefördert

    Die Förderung der Riester Rente durch den Staat erfolgt auf zwei Ebenen:

    • Zahlung einer Altersvorsorgezulage
    • Steuerliche Vergünstigungen

    Die vom Staat direkt zur Riester Rente hinzugezahlte Altersvorsorgezulage beträgt pro Jahr und Person 154 Euro. Ehepaare müssen zwei getrennte Verträge abschließen, um für beide Partner diese Grundzulage zu erhalten. Außerdem gibt es für jedes bis 2007 geborene Kind 185 Euro und für jedes ab 2008 geborene Kind 300 Euro jährlich dazu. Die Förderungsbeiträge für die Kinder werden geleistet, solange für das Kind auch Kindergeld gezahlt wird. Sie stehen dem Kindergeldempfänger zu; bei verheirateten Eltern vorrangig der Mutter.


    Was ist vor Abschluss einer Riester Rente zu beachten?

    Zunächst einmal ist zu beachten, dass die Riester Rente gar nicht für alle Personengruppen zulässig ist. Vielmehr kann aufgrund steuerlicher Bestimmungen die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge nach dem Konzept von Walter Riester nur den folgenden Rentenanwärtern gewährt werden:

    • allen rentenversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern
    • den rentenversicherungspflichtigen Selbstständigen und Freiberuflern (dies betrifft zum Beispiel Handwerker und Künstler)
    • allen Personen, die zum Bezug bestimmter staatlicher Leistungen (ALG I, ALG II, Erziehungsgeld usw.) berechtigt sind

    Riester Rente - Selbsständige Frau Für die meisten Selbstständigen und Freiberufler
    sowie für Spitzenverdiener, deren Einkommen über
    der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung liegt, scheidet die Riester Rente also von vornherein aus. Hier kann jedoch die Basisrente oder Rürup Rente eine sinnvolle Alternative darstellen.

    Für den Bezug der staatlichen Zulagen gelten außerdem einige finanzielle Bedingungen. So muss ein jährlicher Mindesteigenbeitrag zur Riester Rente geleistet werden. Dieser liegt seit dem Jahr 2008 bei 4 % des einkommensteuerpflichtigen Einkommens, wobei hier eine Höchstgrenze von 2100 Euro gesetzt worden ist. Zu diesem Mindesteigenbeitrag kommt ein jährlich an die Riester Rente zu leistender Sockelbeitrag hinzu. Dieser ist nicht vom Einkommen abhängig und liegt seit dem Jahr 2005 für alle Versicherten bei 60 Euro pro Person und Jahr.

    Beim Abschluss eines Vertrages für eine Riester Rente entstehen die bei Versicherungen allgemein üblichen Kosten für die Verwaltung und für die Provision des Maklers. Sie wurden vom Gesetzgeber vereinheitlicht und auf eine Höhe von vier Prozent der zu erwartenden Beitragssumme festgeschrieben. Es wird also ermittelt, wie viel Geld der Anwärter bis zum Auszahlungsbeginn in seine Riester Rente einzahlen wird, und auf der Grundlage dieser Summe werden die Abschlusskosten ermittelt.


    Wann leistet eine private Riester Rente?

    Die Riester Rente basiert wie auch die klassische (nicht geförderte) private Rentenversicherung auf dem Prinzip einer Lebensversicherung. In diesem Fall wird jedoch nicht das Risiko „Tod des Versicherungsnehmers“ abgesichert, sondern das – natürlich nur unter versicherungswirtschaftlichen Gesichtspunkten so zu betrachtende – Risiko eines zu langen Lebens. Der Versicherungsfall tritt bei einer Riester Rente dann ein, wenn der Versicherungsnehmer das Erreichen des Rentenalters überlebt.

    Ab diesem Zeitpunkt erhält der Versicherte dann regelmäßige Rentenzahlungen. Die Höhe richtet sich dabei in erster Linie nach den eingezahlten Beiträgen. Konnte die Versicherung Überschüsse erwirtschaften und hat sie den Versicherten daran beteiligt, erhöhen sich die Rentenzahlungen entsprechend.

    Wurde ein zusätzlicher Versicherungsschutz in die Riester Rente eingeschlossen, kann es auch schon vor dem Erreichen der Altersgrenze zu Leistungen kommen. Zum Beispiel, wenn ein zusätzlicher Invaliditätsschutz vereinbart wurde. In diesem Fall leistet die Riester Rente bereits, sobald der Versicherungsnehmer arbeitsunfähig wird. In welcher Weise und in welchem Umfang die Leistungen erbracht werden, ist im Vertrag genau festgehalten.

    Stirbt der Versicherungsnehmer, kann der Ehegatte die Riester Rente in vielen Fällen übernehmen. Wurde ein zusätzlicher Hinterbliebenenschutz vereinbart, leistet die Versicherung sogar noch für die Dauer einer vereinbarten Garantiezeit an die Hinterbliebenen.


    Wann leistet eine Riester Rente nicht?

    Der Fall, dass eine Riester Rente gar nicht leistet und eingezahlte Beiträge verfallen, kann so gut wie gar nicht eintreten. Selbst im Todesfall des Versicherungsnehmers zahlt die Versicherung den Policenwert an den Ehepartner aus. Diese starke Absicherung ist unter anderem vom Gesetzgeber so gewollt. Zum Beispiel in der Form der Auszahlung oder Übertragung an den Ehegatten. Diese können im Todesfall des Versicherungsnehmers explizit eine eigene neue Riester Rente abschließen, um die Anwartschaften samt der staatlichen Zulagen übernehmen zu können.

    Selbst wenn der Versicherte seinen Beitragspflichten nicht nachkommt, muss das noch kein Grund dafür sein, dass eine Riester Rente nicht leistet. In diesem Fall setzen viele Versicherer den Vertrag auf ruhend. Zahlt der Versicherungsnehmer seinen Erstbeitrag jedoch nicht, treten Versicherer in der Regel vom Versicherungsvertrag zurück.

    Alles in allem ist die Riester Rente damit eine sehr sichere Form der Altersvorsorge. Der Versicherte geht so gut wie kein Risiko ein, dass die Versicherung gar nicht leistet. Eine grundsätzliche Absicherung der direkten Angehörigen im Todesfall stellt eine weitere wichtige Sicherheit dar.


    weitere Themen zur Riester Rente:

    Können Zusatzbausteine versichert werden?

    Ja, grundsätzlich ist es möglich, über die Riester Rente zusätzliche Risiken mit abzusichern. Hierbei sind für die meisten Versicherungsnehmer vor allem der Invaliditätsschutz und die Hinterbliebenenversorgung von Interesse.

    Riester Rente - Glückliches Pärchen

    Invaliditätsschutz im Rahmen einer Riester Rente

    Die Riester Rente ermöglicht auch den Abschluss einer zusätzlichen Absicherung gegen eine Invalidität. Diese greift für den Fall, dass die versicherte Person schon vor dem Eintritt ins Rentenalter aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen nicht mehr in der Lage ist, ihrem Beruf (bzw. überhaupt irgendeinem Beruf) nachzugehen. Der Invaliditätsschutz ist im Zusammenhang mit einer Riester Rente jedoch nur in begrenztem Umfang möglich. Maximal fünfzehn Prozent der eingezahlten Beiträge dürfen für diesen zusätzlichen Schutz aufgewendet werden – er fällt damit also nicht sehr hoch aus. Außerdem mindert er die vereinbarte Altersrente, und zwar auch dann, wenn die Invalidität nicht eintritt. Es lohnt sich daher zu überlegen, ob nicht stattdessen zusätzlich zur Riester Rente noch eine gesonderte Versicherung zur Absicherung der Arbeitskraft (Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits-, Existenzschutz-, Schwere-Krankheiten- oder Grundfähigkeitsversicherung) sinnvoll wäre.


    Hinterbliebenenschutz im Rahmen der Riester Rente

    Ein zentraler Gedanke beim Abschluss einer privaten Altersvorsorge ist natürlich auch der Hinterbliebenenschutz.

    Für Ehepartner ist der Schutz bei einer Riester Rente quasi schon mit inbegriffen. Wenn sie über einen eigenen Rentenvertrag verfügen (was ohnehin sinnvoll ist, um die staatlichen Fördermöglichkeiten voll auszuschöpfen), dann gehen im Erbfall nicht nur die Sparanteile, sondern auch die angesparten Fördermittel auf ihre eigene Riester Rente über. Es ist sogar ausdrücklich erlaubt, noch einen zweiten Riester-Vertrag abzuschließen, wenn sich der Tod des Ehepartners zum Beispiel durch eine schwere Krankheit ankündigt. Für die Kinder des Verstorbenen gilt: Die Sparanteile aus der Riester Rente können sie erben, die Fördermittel allerdings müssen an den Staat zurückgezahlt werden.

    Darüber hinaus ist es je nach dem für die Riester Rente ausgewählten Vorsorgemodell durchaus auch möglich, garantierte Mindestlaufzeiten für die Rente zu vereinbaren. In diesem Fall werden die Leistungen aus der Riester Rente für eine bestimmte Zeit garantiert ausgezahlt, selbst wenn der Versicherungsnehmer früher verstirbt. Bedingung für diese Variante des Hinterbliebenenschutzes ist jedoch, dass der Rentenanwärter das Rentenalter auch tatsächlich erreicht. Andernfalls verfallen die Anwartschaften, und der Hinterbliebenenschutz greift nicht.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Bei der Frage nach dem Beginn des Versicherungsschutzes einer Riester Rente müssen verschiedene Zeitpunkte berücksichtigt werden:

    • Formeller Beginn
    • Technischer Beginn
    • Materieller Beginn

    Der formelle Beginn bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem der Vertrag geschlossen wurde und der Versicherungsnehmer den unterzeichneten Vertrag erhalten hat. Der technische Beginn kann von diesem Zeitpunkt abweichen und wird im Vertrag festgehalten. Üblich ist zum Beispiel der Erste des Folgemonats. Ab diesem Zeitpunkt werden Beiträge erhoben und Versicherungszeiträume berechnet. Der dritte Zeitpunkt, der materielle Beginn, bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem der Versicherer Leistungen im Versicherungsfall erbringt. Dieser Zeitpunkt fällt häufig mit dem technischen Beginn zusammen. Mitunter ist eine Bedingung für den materiellen Beginn einer Riester Rente die Zahlung der ersten Beitragsrate. Erst wenn diese beim Versicherer eingegangen ist, übernimmt er die vereinbarten Leistungen.

    Weil bei der Riester Rente zwischen dem Vertragsabschluss und dem Versicherungsfall, dem Rentenbeginn, häufig ein sehr langer Zeitraum liegt, scheint eine Unterscheidung der verschiedenen Versicherungsbeginne nicht wichtig zu sein. Für die Hauptleistung der Riester Rente mag das stimmen. Werden aber Zusatzleistungen wie Invaliditätsschutz vereinbart, kann eine Unterscheidung wichtig werden. Zum Beispiel wenn ein möglicher Versicherungsfall genau zwischen den verschiedenen Zeitpunkten eintritt.


    Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

    Riester Rente - Taschenrechner mit Geldscheinen Die Bedeutung einer zusätzlichen finanziellen Absicherung für das Alter kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Deswegen ist in Deutschland im Jahr 2002 zusammen mit dem „Gesetz zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögens“ (AltVmG) die Riester Rente als ein mögliches Instrument zur privaten Altersvorsorge eingeführt worden.

    Experten gehen davon aus, dass ein Rentenanwärter heute ungefähr zehn Prozent seines Nettoeinkommens für die private Altersvorsorge aufwenden muss, damit er im Rentenalter seinen Lebensstandard in etwa halten kann. Wenn mehr möglich ist – umso besser!
    Bei der Riester Rente sind lediglich die Höchstgrenzen für die staatliche Förderung in Form des Sonderausgabenabzugs zu beachten: Bis zu 2100 Euro an Beiträgen können pro Person und Jahr bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden (§ 10 a EStG). Höhere Beiträge sind zwar möglich, allerdings ist die Rentabilität in diesem Fall zu prüfen. Eventuell ist es dann ratsamer, eine weitere Vorsorgeform hinzuzuwählen – für Angestellte lohnt sich beispielsweise eine Variante der betrieblichen Altersvorsorge.

    Das im Rahmen der Riester Rente angesparte Vermögen bleibt aber auf jeden Fall während der gesamten Zeit der Anwartschaft steuerfrei und wird erst mit dem Beginn der Leistungsauszahlungen versteuert.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Der Beitrag für die Riester Rente richtet sich in erster Linie danach, welche Leistungen der Versicherte im Rentenalter erhalten will. Dabei gilt grundsätzlich: Je mehr er einzahlt, desto mehr Leistungen, also höhere Rentenzahlungen kann er erwarten. Umgekehrt gilt daher auch, dass für Rentenzahlungen in einer bestimmten Höhe auch entsprechende monatliche Beiträge gezahlt werden müssen. Die konkrete Höhe der Beiträge zur Riester Rente ist dabei vor allem abhängig von:

    • Dauer der Ansparphase
    • Höhe der gewünschten Rentenzahlungen

    Je länger der Zeitraum bis zur gewünschten Rentenzahlung ist, desto niedriger sind bei gleicher Rentenhöhe die entsprechenden monatlichen Beiträge.

    Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Beitragssatz beeinflusst, sind eventuelle Zusatzleistungen. Werden Zusatzleistungen für die Riester Rente vereinbart, werden auch für diese Leistungen Beiträge berechnet. Für den Versicherungsnehmer bedeutet das, dass er monatliche mehr bezahlen muss, um die gleichen Rentenleistungen zu erhalten. Ganz einfach deshalb, weil von den Beiträgen jeden Monat ein Teil in die Zusatzleistungen fließt. Der Anteil für die Altersvorsorge verringert sich dadurch automatisch.

    Bei der Berechnung der Leistungen und der monatlichen Beiträge sollten Versicherungsnehmer grundsätzlich immer auch zwei wichtige Grenzwerte berücksichtigen:

    • Mindestbeitrag für Zulagenberechtigung
    • Höchstmöglicher Sonderausgabenabzug

    Der Mindestbeitrag beträgt 4 % der rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des vorangegangenen Jahres bis zu einem maximalen Beitrag von 2.100 Euro pro Jahr. Hinzu kommt außerdem der einkommensunabhängige Sockelbeitrag von derzeit 60 Euro pro Jahr. Nur wenn der Mindest- und der Sockelbeitrag gezahlt werden, erhält der Versicherte die staatlichen Zulagen.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Riester Rente?

    Ein Vergleich der Riester Rente sollte in jedem Fall vor einem Vertragsabschluss durchgeführt werden. Insbesondere, um:

    1. Verschiedene Formen der Riester Rente und
    2. Konditionen verschiedener Anbieter

    miteinander zu vergleichen. Je nach Art der Vorsorge und den Konditionen eines Anbieters können sich nämlich erhebliche Unterschiede vor allem bei der Rentenhöhe ergeben. Bei einem Vergleich unterschiedlicher Angebote für eine Riester Rente sollten daher vor allem immer berücksichtigt werden:

    • Höhe der garantierten Rente
    • Umfang möglicher Überschussbeteiligungen
    • Abschlusskosten

    Innerhalb der genannten Punkte können sich die unterschiedlichen Angebote für eine Riester Rente zum Teil massiv unterscheiden. Bereits kleine Unterschiede können jedoch bei den mitunter sehr langen Laufzeiten enorme Auswirkungen haben. Mit einem genauen Vergleich der unterschiedlichen Formen der Riester Rente können Versicherungsnehmer außerdem die Anlageform finden, die optimal zu ihren Bedürfnissen passt.

    So eignet sich zum Beispiel ein besonders sicherer, aber nicht sehr renditestarker Riester-Banksparplan insbesondere für ältere Personen. Riskantere, in der Regel auch renditestärkere Riester-Fondssparpläne eignen sich hingegen vorrangig für längere Anlagezeiträume, also jüngere Versicherungsnehmer.


    Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

    Riester Rente - Nachdenklicher Mann Ja, selbstverständlich ist es möglich, die Beiträge für
    die Riester Rente je nach Bedarf zu erhöhen oder zu senken. Dabei sollte jedoch unbedingt bedacht werden, dass eine Senkung der Beiträge immer auch eine Minderung der späteren Rentenleistungen nach sich zieht. Die beim Vertragsabschluss zugesagte zusätzliche Altersrente kann nur dann tatsächlich
    in der erwarteten Höhe ausgezahlt werden, wenn die Beiträge über die gesamte Zeit der Anwartschaft hinweg konstant bleiben. Deswegen ist es deutlich empfehlenswerter, vor dem Abschluss der Riester Rente die eigenen finanziellen Möglichkeiten genau zu prüfen und den Vertrag entsprechend zu gestalten. Eine spätere Erhöhung der Beiträge ist jederzeit problemlos möglich und wirkt sich zudem positiv auf die später
    zu erwartende Rente aus.


    Können die Beiträge zur Riester Rente von der Steuer abgesetzt werden?

    Die steuerliche Begünstigung der Riester Rente erfolgt auf zwei Ebenen:

    • Möglichkeit der Anrechnung der eingezahlten Beiträge im Rahmen des Sonderausgabenabzugs nach § 10 a EStG
    • Nachgelagerte Besteuerung des angesparten Rentenvermögens
    • Anrechnung der Beiträge zur Riester Rente als Sonderausgaben

    Das Einkommensteuergesetz erlaubt im Rahmen seines § 10 a den Abzug von Beiträgen zu einer zusätzlichen Altersvorsorge in Form der Riester Rente. Die Beiträge können bis zu einer Höhe von 2100 Euro pro Person und Jahr als Sonderausgaben geltend gemacht werden.


    Nachgelagerte Besteuerung des Sparvermögens bei der Riester Rente

    Neben der Vergünstigung durch den Sonderausgabenabzug im Rahmen des § 10 a EStG entsteht bei der Riester Rente ein weiterer Spareffekt dadurch, dass das anwachsende Vermögen während der gesamten Phase der Anwartschaft steuerfrei bleibt.

    Erst mit dem Beginn der Leistungsauszahlungen wird die Riester Rente besteuert. Dann erfolgt die Besteuerung zum vollen Steuersatz in der Rubrik „sonstige Einkünfte“. In der Regel sind jedoch für die Zukunft deutlich niedrigere Steuersätze zu erwarten als die zum aktuellen Zeitpunkt gültigen. Diese Regelungen für die nachgelagerte Besteuerung gelten unabhängig davon, ob der Rentenempfänger von der Möglichkeit einer Teilkapitalisierung Gebrauch macht: Auch die Auszahlung eines Teilbetrags beim Rentenbeginn (in Höhe von bis zu dreißig Prozent des angesparten Vermögens) ändert nichts an der vollen Besteuerung der Leistung als „sonstige Einkünfte“.


    Was ist bei einer Kündigung der Riester Rente zu beachten?

    Eine Riester Rente zu kündigen ist möglich, aber absolut nicht zu empfehlen! Die Kündigung einer privaten Altersvorsorge vor dem Ablauf der Vertragslaufzeit ist nämlich – ähnlich wie bei einer Lebensversicherung – immer mit finanziellen Verlusten verbunden. Denn die volle Rückerstattung der bereits eingezahlten Beiträge ist in diesem Falle bei keinem Anbieter möglich. Bei der Riester Rente kommt noch hinzu, dass bei einer vorzeitigen Kündigung auch die staatlichen Fördermittel komplett zurückgezahlt werden müssen, sodass unter Umständen am Ende nur noch sehr wenig ausgezahlt werden kann.

    Deswegen ist von einer Kündigung der Riester Rente unbedingt abzusehen. Für den Fall finanzieller Engpässe gibt es immer die Möglichkeit, den Vertrag auf „ruhend“ zu setzen. Dann werden die Beitragszahlungen eingestellt. Die schon eingezahlten Beiträge verfallen jedoch nicht, sondern bringen weiterhin Zinsen. Auch müssen die staatlichen Fördermittel nicht zurückgezahlt werden. Es ist lediglich so, dass bei einer Beitragsfreistellung der Riester Rente auch die Zahlung der Altersvorsorgezulage „eingefroren“ wird. Sie kann aber problemlos neu beantragt werden, wenn der Rentenvertrag wieder aktiviert wird.


    Was ist bei einem Wechsel der Riester Rente zu beachten?

    Riester Rente - Lächelnde Ansprechpartnerin Ähnlich wie bei einer Kündigung gilt auch bei einem Wechsel, dass er grundsätzlich möglich, häufig aber nicht zu empfehlen ist. Das liegt vor allem daran, dass bei einem Wechsel der Riester Rente in der Regel
    recht umfangreiche Gebühren fällig werden.

    Wie bei der Kündigung ist es daher auch hier häufig sinnvoller, einen bestehenden Vertrag Ruhen zu lassen und einen neuen weiteren Vertrag abzuschließen. Sprechen jedoch gute Gründe für einen vollständigen Wechsel, ist dieser grundsätzlich in jedem Fall möglich. Von der Möglichkeit zum Wechsel sollten vor allem Versicherte Gebrauch machen, die mit dem Versicherer sehr unzufrieden sind. Insbesondere wenn noch lange Laufzeiten gelten, kann in diesen Fällen viel Ärger vermieden werden.

    Ein weiterer triftiger Grund für einen Wechsel der Riester Rente kann auch eine Fehlentscheidung bei der Wahl der Anlageform sein. Sogenannte Wohn-Riester-Verträge ermöglichen zum Beispiel umfangreiche Kapitalentnahmen zur Immobilien-Finanzierung. Wer dies beim Abschluss seiner Riester Rente nicht berücksichtigt oder seine Lebenspläne geändert hat, kann mit einem Wechsel in die passende Anlageform die entsprechenden Möglichkeiten für sich nutzen.