Berufshaftpflichtversicherung


    Weshalb ist eine Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll?

    Berufshaftpflicht - Lächelnde Auszubildende Die Berufshaftpflichtversicherung gehört zu den betrieblichen Sachversicherungen. Sie tritt als Haftpflichtversicherung für Schadenersatzansprüche
    an bestimmte Personen ein, die infolge ihrer Berufsausübung mit Forderungen nach Schadenersatz konfrontiert werden.

    Die Berufshaftpflichtversicherung ist dabei nicht nur vor dem Hintergrund zutreffender Forderungen wichtig.
    Auch für zu unrecht erhobene Ansprüche gelten die Leistungen der Berufshaftpflichtversicherung.

    Sie stellt die rechtliche Prüfung im Vorfeld sicher und sorgt, bei nicht zutreffender Haftung des Berufsausübenden, für eine Zurückweisung der vorgeblichen Ansprüche. Im Unterschied zur Betriebshaftpflichtversicherung versichert die Berufshaftpflichtversicherung Risiken einzelner Berufsgruppen. Sie gilt im Unternehmen für bestimmte Angestellte als auch im Umfeld freiberuflich Tätiger.

    Sie ist speziell für Berufe und Berufsgruppen konzipiert, die durch ihre Tätigkeit der Gefahr ausgesetzt sind, Vermögensschäden gegenüber Dritten (Auftraggebern) verantworten zu müssen. Zu den speziell abgesicherten Berufsgruppen zählen:

    • Berufe mit beratender Tätigkeit (Vermögens-, Steuer- oder Unternehmensberater etc.)
    • Berufe, die Dienstleistungen für Dritte erbringen und für das Ergebnis haften (Software-Dienstleister, Werbeateliers, Grafiker)
    • Berufe mit Beratungs- und Tätigkeitsanteil, deren Ergebnis Schadenersatzforderungen sein können (Arztberufe, Heil- und Pflegeberufe, Hebammen, etc.)
    • Berufe unterschiedlicher Spezialisierungen, meist, wenn im Auftrag Dritter vermögenswerte Handlungen, Bewertungen oder Beratungen durchgeführt werden, für deren Fehlerhaftigkeit der Berater haftet (Software-Berater, Agentur-Berater, unterschiedliche Ingenieursberufe, etc.)

    Die Berufshaftpflicht übernimmt für echte und abgeleitete Vermögensschäden die Prüfung, Freistellung und Zurückweisung unberechtigter Forderung für den Versicherungsnehmer, wenn dieser einen Haftpflichtschaden verursacht hat oder gegen ihn Forderungen erhoben werden, die sich auf die Verursachung eines Haftpflichtschadens beziehen. Einzelne Berufsgruppen (z.B. Anwälte, Notare, Ingenieure) sind zum Abschluss einer Berufshaftpflicht nach Kammervorgaben oder per Gesetz verpflichtet. Ohne die entspreche Versicherung wird eine Genehmigung zur Berufsausübung in der Regel in diesen Fällen nicht erteilt. Damit wird die Berufshaftpflicht für eine Berufe zur Voraussetzung für einen Berufseinstieg.

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    Welche Leistungen, Gefahren und Schäden sind versichert?

    Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Berufe, die aufgrund ihrer Bestimmung Verantwortung für Vermögenswerte Dritter übernehmen. Das erfolgt in der Regel über Beratung, Begutachtung, Beurkundung, etc. für einen Auftraggeber. Erfolgt die solcherart beschaffene Dienstleistung gegenüber dem Auftraggeber fehlerhaft oder besteht der Verdacht, eine Tätigkeit könne nach fehlerhafter Ausführung einen Schaden verursacht haben, entsteht grundlegend die Verpflichtung des Dienstleistenden zur Begleichung des entstandenen Schadens. Im Falle einer unbegründeten Forderung entsteht nicht selten die Nachweispflicht der Unschuld.

    Sie übernimmt vor diesem Hintergrund Leistungen, die infolge von Vermögensschäden erbracht werden müssen. Die Schäden müssen infolge der Tätigkeitsausübung und als Ergebnis dieser Tätigkeit gelten. Besteht darüber Uneinigkeit, übernimmt die Berufshaftpflicht die Aufklärung.

    Versicherte Gefahren in der Berufshaftpflicht
    Versichert werden Tätigkeiten von:

    • Architekten und Bauingenieuren – Die Leistungen umfassen Ersatzansprüche von fahrlässiger Fehlplanung, Berechnungs- und Baufehlern bis hin zu fehlerhaften Protokollen und Messfehlern. Fehler am Bau ziehen oft langwierige Kostenaufstellungen, Verhandlungen und Prüfungen nach sich. Die Berufshaftpflichtversicherung springt bereits in diesem Prüfungsprozess für den Versicherungsnehmer ein. Sie stellt von Kosten frei, die im Rahmen fehlerhafter Berufsausübung als Schadenersatz gefordert werden.
    • Anwälte und Notare – Die Berufshaftpflicht tritt für Kostenerstattungen ein, die aus Fahrlässigkeit einem Mandaten gegenüber entsteht. Das kann z.B. in der Folge von Verfahrensfehlern, verpassten (auch aus Fahrlässigkeit verpassten) Terminen oder übersehener Verfahrensinhalte eintreten. Für Anwälte, Anwaltsnotare und Notare ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung zur Ausübung ihres Berufs an einem bestimmten Standpunkt verpflichtend.
    • Dienstleistungsberufe – Hersteller, Instandhalter (Supporter) oder Bereitsteller von wirtschaftlichen Grundlagen für einen Dritten haften in der Regel für die Funktion ihrer Dienste. Ausfälle führen zu Ersatzforderungen des Abnehmers, die als Vermögensschäden geltend gemacht werden.
    • weitere Leistungen einer Berufsgruppe, eines Selbstständigen oder eines Versicherungsinhabers, die auf die Ausübung einer vermögenswert definierbaren Übernahme von Tätigkeiten, Werten des Auftraggebers o.ä. zurückgehen oder sich aus solchen Tätigkeiten begründen lassen

    Berufshaftpflicht - Geschäftsgespräch Leistungen Leistungen der Berufshaftpflicht
    Die Berufshaftpflichtversicherung leistet grundsätzlich die Freistellung von berechtigten Schadenersatzforderungen aus Vermögensschäden
    bis zum Erreichen der Deckungssumme.

    Im Einzelnen bedeutet das: Freistellung von Forderungen aus Vermögensschäden, für die der Versicherungsnehmer haftet. Freistellung von Rechtskosten für Forderungsüberprüfungen, deren Inhalt oder Berechtigung infrage gestellt wird. Entlastung und Zurückweisung unberechtigter Forderungen für den Versicherungsnehmer.

    Die Berufshaftpflichtversicherung stellt die grundlegenden Bedürfnisse, die Dritte nach gesetzlichen Haftpflichtregelungen an den Versicherungsnehmer richten könnten, auf die Basis einer möglichst umfassenden Absicherung.

    Schäden in der Berufshaftpflichtversicherung: ausgewählte Beispiele
    Für die Ausführung ihrer Arbeit haften Selbstständige, Angestellte versicherungspflichtiger Berufsgruppen und Sozien in Arbeitszusammenschlüssen und Tätigkeitskonsortien dem Auftraggeber gegenüber. Je nach Art der Beauftragung beläuft sich die Haftung nicht nur über den tatsächlichen Auftragswert selbst, sondern beinhaltet Folge-, Ketten- und Produktionswertschäden, die dem Auftraggeber nach einem fehlerhaft ausgeführten Auftrag bzw. dem durch Fehler nachteilig verlaufenen Mandat entstanden sind.

    Z.B. haftet ein Rechtsanwalt nicht nur für die bewusst oder fahrlässig von ihm selbst verursachten Schäden. Auch Unterlassungsleistungen Angestellter oder Dienstberechtigter fallen unter die Berufshaftpflichtversicherung des Mandatsträgers, wenn sie für das fragliche Mandat verursacht wurden. Z.B. kann ein im Sekretariat falsch eingetragener Termin dazu führen, dass eine entscheidende Frist für den Mandanten verpasst wird. Finanzielle Nachteile wird der Mandant beim Rechtsanwalt geltend machen. Die Berufshaftpflichtversicherung springt für einen solchen Schaden ein.
    Dazu zählen auch Versäumnisse der Informationsgewinnung. Verpasst ein Rechtsanwalt, für eine Mandantschaft nötige zusätzliche Unterlagen einzufordern oder zu sichten und entstehen dem Mandanten vermögenswerte Schäden darauf, trägt die Berufshaftpflichtversicherung in der Regel die Kosten für Prüfung und Ausgleich des Schadens. (Bleiben z.B. Unterlagen nach Posteingang unbeachtet im Vorzimmer, haftet der Rechtsanwalt auch dann, wenn er selbst nicht für die korrekte Inhausverteilung und damit innerbetriebliche Zustellung verantwortlich ist. Dem Mandanten gegenüber haftet er trotzdem.)

    Ärzte und Angehörige von Pflegeberufen haftet nicht nur durch Beratungsleistungen ihren Patienten gegenüber. Jede ihrer Tätigkeiten unterliegt der Berufshaftpflicht^. Entsprechend speziell ist die Berufshaftpflichtversicherung für Ärzte und Pflegeberufe aufgestellt. In einigen Fällen gilt die Deckung der Berufshaftpflichtversicherung für diese Berufsgruppe für Personen-, Sach- und Vermögensschäden gleichermaßen. Das ist insofern von Vorteil, als z.B. nach einem Behandlungsfehler mit Langzeitfolgen die Unterscheidbarkeit zwischen Personen- und Vermögensschaden undeutlich wird. Die Berufshaftpflichtversicherung greift hier an entsprechend vielen Stellen. Ausgeschlossen sind in der Regel Vorsatzhandlungen und Haftung für solche Fälle, für die bereits eine andere Versicherung einstehen muss.

    Ingenieure, Architekten und Dienstleister haftet über ihren Auftrag hinaus in der Regel für Fristen, Folgeschäden aus Verzögerungen oder Produktfehlern oder schadhaften Aufträgen. Muss wegen einer Fehlplanung oder Fehlmessung ein Bau zurückgenommen werden oder ist nur eingeschränkt nutzbar, haftet der Architekt oder der beauftragte Vermesser. Ein Software-Dienstleister haftet z.B. für die Vollständigkeit der ausgelieferten Programme und für Schäden, die aus der Nutzung dieser Programm entstehen und deren Ursache haftungsrelevant beim Dienstleister liegt. In diesen Fällen prüft die Berufshaftpflichtversicherung die Vorwürfe, reguliert berechtigte Ansprüche, verhindert aber auch die Regressnahme von unbegründeten oder falsch adressierten Schadenersatzforderungen.


    Was ist bei Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung zu beachten?

    Rück- und Nachhaftung
    Die Berufshaftpflichtversicherung gilt in der Regel ab Zustimmung der Versicherung bzw. ab dem vereinbarten Versicherungsbeginn. Rück- und Nachhaftungen sind in der Berufshaftpflichtversicherung selten festgelegt und bestehen gemeinhin nicht. D.h., alle Schadenfälle, die vor Versicherungsbeginn eingetreten oder deren wahrscheinlicher Eintritt bekannt ist, weil bereits hinreichende Anhaltspunkte zur haftungsrelevanten Schädigung vorliegen, fallen nicht unter die Deckung der Berufshaftpflichtversicherung. Dieser Umstand ist besonders beim Versicherungswechsel bedeutsam. Zeitlicher Lücken im Versicherungsschutz sollten möglichst ausgeschlossen werden.

    Versicherte Berufsgruppe
    In einigen Fällen ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung für die Zulassung zur Berufsausübung notwendig (Rechtsanwälte, Anwaltsnotare und Notare). In anderen Fällen sind die Ansprüche, die eine Berufshaftpflichtversicherung erfüllen muss, von speziellen Bedürfnissen begleitet (z.B. bei medizinischen Pflegeberufen oder in bestimmten Dienstleistungsbranchen). Stellen Sie möglichst genau fest, wie exakt die jeweilige Berufshaftpflichtversicherung Ihre Bedürfnisse abdeckt. Ziehen Sie optimaler Weise einen Online-Vergleich zu Rate, der die Versicherungsleistungen im Einzelnen auflistet.
    Berufshaftpflicht - Junges Pärchen

    Versicherter Personenkreis
    Für bestimmte Berufe sind Projektzusammenschlüsse oder der Betrieb von Sozietäten typisch. Ebenso typisch ist die Weitervergabe von Aufträgen. Die Haftung dafür bleibt in der Regel jedoch beim Hauptauftragnehmer. Stellen Sie auch als Selbstständiger oder freiberuflich Tätiger sicher, ob die Berufshaftpflichtversicherung alle wichtigen Personenkreise beschreibt, die sie im Ernstfall vertreten muss bzw. für deren verursachte Schäden per Gesetz Sie selbst als Versicherungsnehmer und Hauptauftragnehmer haften.

    Mehrfachdeckung
    Verschiedene Anbieter der Berufshaftpflichtversicherung definieren für ihre Deckungssumme die Möglichkeit, für unterschiedliche Schadenfälle ein Vielfaches der Summe je Versicherungsjahr gelten zu lassen. Für einen Arzt kann das heißen, in z.B. 3 Schadenfällen im Jahr statt der eigentlich vereinbarten Deckungssumme von EUR 3 Mio. nun über EUR 9 Mio. zu verfügen. Die maximale Deckungssumme beim einzelnen Schadenfall bleibt im Beispiel jedoch bei EUR 3 Mio. Sie wird bei einem folgenden Schadenfall ggf. aufgestockt, und die Aufstockung gilt auch dann nur für diesen Fall. Es empfiehlt sich zu prüfen, ob und in welchem Rahmen die Berufshaftpflichtversicherung diese Option bereitstellen sollte.

    Versichertes Volumen
    Vor Abschluss der Berufshaftpflichtversicherung sollte unbedingt Klarheit über die zu versichernden Vermögenswerte bestehen. Für einige Berufsgruppen, denen der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung vorgeschrieben ist, sind z.T. auch die Versicherungssummen definiert. Jedoch gilt auch hier: Machen Sie anhand Ihres Geschäftsfeldes, des von Ihnen verantworteten Vermögens und ggf. einer Rückschau auf vergangene Bilanzen ein möglichst genaues Bild, welcher Deckungsrahmen für Sie optimal ist. Deckungslücken können besonders im Umgang mit großen Vermögenswerten schnell die Existenz gefährden. Sie bedeuten auf jeden Fall einen starken wirtschaftlichen Einschnitt. Denn Schadenersatzforderungen müssen in der vollen Höhe des verursachten Schadens beglichen werden. Die maximal vereinbarte Leistung mit der Berufshaftpflichtversicherung spielt für die Zuerkennung des Schadenvolumens keine Rolle.


    Welche Kosten werden in einer Berufshaftpflichtversicherung im Schadenfall übernommen?

    Die Berufshaftpflichtversicherung trägt im Versicherungsfall alle Kosten, die zur Klärung der Schadenersatzansprüche nötig sind. Sie übernimmt nach der Schadenmeldung die Aufstellung der geforderten Posten, die Prüfung der Berechtigung und, wenn nötig, die Auftrennung der Posten nach „gerechtfertigt“ und „nicht gerechtfertigt“. Unberechtigt erhobene Ansprüche werden von der Berufshaftpflichtversicherung zurückgewiesen. Die Kosten für die Zurückweisung und ggf. damit in Verbindung stehende Rechtskosten werden nicht in die Deckungssumme eingerechnet. Berechtigte Ansprüche werden bis zur Höhe der Deckungssumme von der Berufshaftpflichtversicherung für den Versicherungsnehmer beglichen. Im Einzelnen übernimmt die Berufshaftpflichtversicherung folgende Kosten:

    • zentral die Freistellung von Zahlungen bis zum Erreichen der Deckungssumme, die aus Schadenersatz von eine Geschädigten gefordert werden
    • dazu zählen auch Rückerstattungkosten für Fehlproduktionen, die infolge eines Fehlers des Versicherungsnehmers erfolgt sind (z.B. kann ein Grafiker den Ersatz und Neudruck von Flyern geltend machen, die nach einem Entwurfsfehler oder wegen fehlerhafter Datenübertragung zur Druckerei nicht vom Kunden verwendbar sind, etc.)
    • Rückbaukosten bei Versicherungsfällen im Baugewerbe
    • Differenzerstattungen (Bsp.: Eine Steuerrückerstattung an den Mandanten wird durch Fristmissachtung durch den Steuerberater zur Nachzahlung bzw. fällt nicht in der erwartbaren Höhe aus. Der Steuerberater haftet in Höhe des Differenzbetrages, den der Mandant von ihm fordern kann. Die Berufshaftpflichtversicherung prüft und gleicht aus.
    • je nach Sachlage den Ausgleich von Vermögensschäden nach Auftragszeitüberschreitung (nicht im Sinn einer Produkthaftpflichtversicherung oder Speditions- bzw. Transportversicherung)
    • Folgeschäden: Verursacht ein unsachgemäß ausgeführter Auftrag beim Kunden Folgeschäden an Produkten oder Anlagen, tritt die Berufshaftpflichtversicherung für dieser Schäden ein
    • Übernahme von Prozesskosten im Rahmen der Klärung fraglicher Ansprüche. Die übernommenen Prozesskosten und Gerichtskosten fallen nicht in die Deckungssumme.

    Welche Kosten werden in der Berufshaftpflicht im Schadenfall nicht übernommen?

    Die Berufshaftpflichtversicherung ist in erster Linie eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Ausgenommen sind damit zunächst alle Personen- und Sachschäden, sofern sie keine direkten „echten“ Vermögensschäden darstellen. Für die Kompensation solcher Personen- und Sachschäden steht grundlegend die Betriebshaftpflichtversicherung ein.
    Berufshaftpflicht - Geldscheine mit Münzen Weiterhin richtet sich die Berufshaftpflichtversicherung als Haftpflichtversicherung an geschädigte Dritte als Begünstigte.

    Eigenschäden, Schäden an eigener Einrichtung oder Betriebsausfälle durch eigenes Verschulden oder Fremdverschulden sind gemeinhin nicht in die Berufshaftpflichtversicherung eingeschlossen.

    Ausnahmen bei der Festlegung des Begünstigten:
    Im Baugewerbe kommt es nach Bau- oder Vermessungsschäden häufig bereits zu einer Schadenkompensation dem Geschädigten gegenüber durch den Hafter. In der Regel fallen Rück- und Neuaufbau mit geringer Verzögerung weniger intensiv finanziell ins Gewicht. Die Berufshaftpflichtversicherung macht in einigen Fällen einen Schadenminderungsprozess zum Bestandteil für die Rückerstattung der Schadenersatzkosten an den Schädiger als Kompensation seiner Auslagen zur eigenen Schadenersatzleistung.

    Unfallschäden, Transportschäden oder Aufbauschäden an Anlagen oder Lieferschäden von Gütern und Produkten sind in die Leistungen der Berufshaftpflichtversicherung nicht eingeschlossen. Entsprechende Transport- oder Speditionsversicherungen können hier greifen.

    Für Schäden, die nicht aus direkt betroffenen Vermögenswerten abgeleitet werden, greift die Berufshaftpflichtversicherung in der Regel nicht. Ebenso nicht für Schäden, für die nach den Bestimmungen zum Versicherungsrecht oder nach Versicherungslage des Unternehmens eine andere Versicherung eintritt bzw. bereits eingetreten ist.

    Vorsatzhandlungen oder Straftaten sind als Grundlage für Schadenersatzansprüche aus den Leistungen der Berufshaftpflichtversicherung ausgeschlossen. Für Manager, Geschäftsführer oder leitende Angestellte kann bei Bedarf auf erweiterte Leistungen der D&O Versicherung zurückgegriffen werden.


    Wie verhalte ich mich in der Berufshaftpflichtversicherung im Schadensfall?

    Der Schadenfall in der Berufshaftpflichtversicherung
    wird je nach versicherter Berufsgruppe unterschiedlich bewertet.

    Voraussetzung für den Schadenfall ist die Schädigung eines Dritten in seinen Vermögenswerten.

    Das kann zum einen ein direkter Vermögensschaden sein, zum Beispiel dann, wenn ein Vermögensberater eine nachteilige Entscheidung für den Vermögensbestand seines Mandaten trifft, die nach Wissen und Gewissen anders hätte ausfallen müssen.

    Der Mandant hat im Haftpflichtfall Anspruch auf Ersatz des Schadens in der entstandenen Höhe.
    Was ist zu tun bei Vermögens- und Verwaltungstätigkeiten?
    Der Vermögensberater (i.e. auch Notar, beauftragter Rechtsanwalt, etc.) meldet den Vermögensschaden der Berufshaftpflichtversicherung – die weitere Klärung übernimmt die Versicherung. Die Unterstützung durch den Versicherungsnehmer bleibt jedoch wichtig:
    Nachweise über alle Vorgänge und Entscheidungsgrundlagen des Vermögensberaters muss er möglichst umfassend der Versicherung zur Verfügung stellen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Bewertung der Berechtigung und der Höhe der Schadenersatzforderung.
    Waren Maßnahmen zur Schadenminderung bindend und sind sie getroffen worden? Nachweise müssen auch hier umfassend katalogisiert werden. Je nach Sachlage verlangt die Berufshaftpflichtversicherung entsprechende Maßnahmen vom Versicherungsnehmer, um die Ansprüche auf Schadenersatzfreistellung zu wahren.
    Der Geschädigte ist in der Berufshaftpflichtversicherung für Vermögens- und Beratungsdienstleistungen in der Regel der Begünstigte. An ihn, nicht an den Versicherten, wird der Schadenausgleich geleistet. Der Versicherungsnehmer muss in aller Regel nicht in Vorleistung gehen.
    Welches Vorgehen in der Berufshaftpflichtversicherung bei Dienstleistungen?
    Dienstleister haften mit Ausführung ihres Werkes für mögliche Folgeschäden. Einige Beispiel:
    eine großräumige Anzeige in Tageszeitungen wird versehentlich mit dem Falschen Datum von der beauftragten Agentur geliefert. Die Agentur haftet dafür. Die Anzeigenkampagne ist entsprechend wirkungslos und muss wiederholt werden. Die Agentur oder der selbstständige Grafiker muss die Kosten tragen. Da dem Klienten ein erheblicher Schaden entstanden ist, der nicht gegenständlich einer Sache zuzuordnen ist, greift hier die Berufshaftpflichtversicherung. Sie ersetzt den Vermögensschaden dem Klienten, die eine zweite Kampagne starten musste. Kann er glaubhaft machen, dass aus dem Fehler beim ersten Auftrag weitere Schäden entstanden sind (etwa Ausfälle), springt die Berufshaftpflichtversicherung auch für diese ein bis zum Erreichen der Deckungssumme.

    Beratungstätigkeiten: Verhalten im Schadenfall
    Berufshaftpflicht - Nachdenklicher junger Mann Grundsätzlich ist immer die Meldung an die Berufshaftpflichtversicherung. Der Schadenfall wird dort aufgenommen, weitere Schritte werden vereinbart.

    Berater haften für mitgeteilte Inhalte und Entscheidungen, die auf Grund ihrer Beratung getroffen werden. Vergisst ein Berater dem Kunden gegenüber
    ein wichtiges Entscheidungskriterium zu erwähnen, hätte dies nach Stand der Kunst jedoch erwähnen müssen, haftet er für Ausfälle und bedingt (je nach Nachweis) für entgangenen Gewinn dem Kunden gegenüber. Die Berufshaftpflichtversicherung muss hier einspringen, denn schon kleine Fehler können erhebliche finanzielle Risiken bergen.

    Der Berater muss der Berufshaftpflichtversicherung nachweisen, dass:

    • er nicht vorsätzlich gehandelt hat
    • er generell über die Berechtigung und Qualifikation zur Beratung verfügt
    • er Vorkehrungen getroffen hat, ggf. geeignete Schadenminderungsvorgänge beim Kunden einzuleiten
    • er, wenn in den Vereinbarungen festgehalten, regelmäßig geeignete Fortbildungen besucht
    • auf Verlangen der Versicherung weitere Belege zureichen kann.

    Berufshaftpflichtversicherung für Pflegeberufe: der Schadenfall
    Nach Fehlbehandlungen und Fehldiagnosen kann es besonders im Pflegebereich zu teils umfangreichen Schadenersatzforderungen kommen. Die Berufshaftpflichtversicherung muss umgehend von jedem Vorwurf in Kenntnis gesetzt werden. Sie übernimmt in der Regel die Rechtsprüfung und die weitere Abwicklung des Schadenfalls. Der Versicherungsnehmer muss alle relevanten Daten und Akten bereitstellen und für Gutachten zur Verfügung stehen. Die genaueren Regelungen legen die verschiedenen Versicherungsbedingungen der Branchen der Heil- und Pflegeberufe fest.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Der Beginn der Versicherungslaufzeit wird im Versicherungsvertrag geregelt. Er kann umgehend einsetzen, sobald ein gültiger Vertrag geschlossen ist. Schadenfälle können je nach Vertrag unmittelbar oder nach Ablauf einer Karenzzeit geltend gemacht werden.

    In der Regel zählen Vorversicherungen und Vorschäden in solche Regelungen mit hinein.
    Hinweis: Achten Sie besonders beim Wechsel der Berufshaftpflichtversicherung auf einen möglichst lückenlosen Versicherungsschutz.
    Bestimmen Sie die Fristen dementsprechend.


    Welche Deckungssumme ist sinnvoll?

    Die Wahl der Deckungssumme ist abhängig vom versicherten Geschäftsfeld. Als Eckwerte für die Bestimmung der passenden Deckungssumme in der Berufshaftpflichtversicherung dienen auf der einen Seite für jede Berufsgruppe erstellte statistische Werte über wahrscheinliche und häufige Schadenfälle. Auf der anderen Seite entscheidet individuell das verantwortete Vermögen oder das potentielle Schadenvolumen, das durch die Berufsausübung einem Risiko unterliegt. Ein Vergleich der unterschiedlichen Anbieter zeigt, in welchem Rahmen sich Deckungssummen bewegen können. Ein wesentlicher Aspekt kann zusätzlich die Option der Mehrfachdeckung sein.

    • Zur Festlegung der Deckungssumme empfiehlt sich:
    • Prüfung der üblichen Versicherungssummen im jeweiligen Berufsumfeld
    • Schätzung oder Vergleich der Bilanzierungs- und Verwaltungssummen im Geschäftsjahr
    • Anpassung von Mehrfachdeckung (nach dem ersten Schadenfall im Geschäftsjahr erhöht sich die Deckungssumme um ein Vielfaches des ursprünglichen Wertes, in der Regel das Doppelte bis zum Vierfachen je Versicherungsfall)
    • Erfahrungen aus Vorschäden oder älteren Versicherungen.

    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Berufshaftpflicht - Frau berechnet Beitrag Der Beitragssatz in der Berufshaftpflichtversicherung ist wesentlich von der Art der versicherten Berufstätigkeit, der Laufzeit der Versicherung insgesamt und meist einem Vorschadenbonus abhängig.

    Die Berufstätigkeit resultiert eine statistische Risikoeinschätzung, in welcher Höhe die Deckungssumme für die Berufshaftpflichtversicherung kalkuliert wird.

    Die Risikoeinschätzung erfolgt dabei einerseits nach statistischen Schadenwerten im gleichen Berufssektor. Auf der anderen Seite wird das konkrete monetäre und Wertrisiko in die Kalkulation der Deckungssumme einbezogen. Besonders bei der Verantwortung für große Vermögenswerte spielt eine ausreichende Deckungssumme eine entscheidende Rolle. Generell gilt, dass Schadenersatzforderungen in der vollen Höhe geleistet werden müssen. Reicht die Deckungssumme der Berufshaftpflichtversicherung nicht aus, geht eine Mehrforderung zu Lasten des Versicherten.

    Die kalkulierte Deckungssumme beeinflusst wesentlich die Höhe der Rate.
    Ebenso wird die vereinbarte Laufzeit bei der Kostenkalkulation der Raten berücksichtigt. Viele Versicherer goutieren längere Laufzeiten mit Rabatten.
    Die Bestimmung von Vorschäden bzw. der Schadenfreiheit bei Vorversicherungen kann bei den meisten Versicherern ebenfalls in eine Vergünstigung der Rate einbezogen werden.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Berufshaftpflichtversicherung?

    Die Entscheidung für die optimale Rate (immer gemessen an den notwendigen und wichtigen Inhalten der Berufshaftpflichtversicherung) fällt in der Regel nach einem Vergleich. Der Vergleich hat damit eine zentrale Stellung bei der Auswahl der passenden Versicherung. Je nach Aufstellung wird aus einer Vielzahl von Tarifen die auf die gesuchten Bedingungen am besten passende Variante ausgewählt. In der Übersicht finden sich nebeneinander und leicht vergleichbar:

    • die Aufstellung der absoluten Rate
    • die wichtigsten Inhalte der ausgewählten Berufshaftpflichtversicherung
    • die Höhe der Deckungssummen
    • Laufzeiten
    • ggf. Ausschlüsse oder weitere Besonderheiten.

    Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden?

    Je nach Berufsfeld gehört die Berufshaftpflicht zur Gruppe gesetzlich vorgeschriebener Haftpflichtversicherungen. Diese Form der Risikominderung kann steuerlich geltend gemacht werden. Nicht immer ist das der Fall, wenn die Berufshaftpflichtversicherung optional oder als Erweiterung bestehender Firmenversicherungen gewählt wird. Wir stehen Ihnen bei der genauen Bestimmung, welcher Fall aus Sie zutrifft, gern beratend zur Seite.


    Was ist bei einer Kündigung der Berufshaftpflicht zu beachten?

    Bei der Auflösung sollte auf folgende Eckpunkte geachtet werden:

    • Wie lange ist die Kündigungsfrist? In der Regel kann der Versicherungsvertrag zum Ende des Versicherungsjahres, mindestens zum Ende der vereinbarten Mindestlaufzeit gekündigt werden. Bei Verträgen, die über eine längere Laufzeit als 3 Jahre geschlossen wurden, kann die Kündigung frühestens mit dem Ende des 3. Versicherungsjahres erfolgen.
    • Sind im Rahmen der Kündigungsfrist alle Schadenmeldungen erfolgt? Die Nachmeldung von Schadenereignisse nach Vertragsende ist nur bedingt möglich.
    • Ist der Anschlussvertrag nahtlos geplant? Wichtig bei Kündigung und Wechsel ist, die Anschlussverträge (ob in einer Berufshaftpflichtversicherung oder einer anderen betrieblichen Haftpflichtversicherung) nahtlos zu planen. Zeitliche Deckungslücken können ebenso wie Lücken bei der Versicherungssumme bzw. den jeweiligen Versicherungsleistungen zu erheblichen geschäftlichen Risiken führen.

    Berufshaftpflicht - Lächelnder junger Geschäftsmann


    Was ist bei einem Wechsel zu beachten?

    Der Wechse kann aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll sein.
    Ist der Wechsel gut vorbereitet?
    Dazu zählt:

    • Ist die Kündigung der bisherigen Berufshaftpflichtversicherung fristgerecht erfolgt?
    • Beginnt der Versicherungsschutz der neuen Berufshaftpflicht rechtzeitig?
    • Sind alle Schadenfälle korrekt zugeordnet, sind in diesem Zusammenhang Nachmeldefristen beachtet worden?

    Der Wechsel kann aus inhaltlichen und wirtschaftlichen Gründen sinnvoll und vorteilhaft sein. Es empfiehlt sich, von Zeit zu Zeit die bestehende Versicherung zu prüfen und zu vergleichen.