Pflegezusatzversicherung


Weshalb ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

Pflegezusatzversicherung - lächelnde Pflegerin mit einem altem Mann Genauso wie die gesetzliche Krankenversicherung gehört die Pflegeversicherung in Deutschland zu den gesetzlichen Sozialversicherungen.

Das bedeutet, dass jeder Bürger automatisch Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen muss, sobald er der Sozialversicherungspflicht unterliegt.

Diese Versicherungspflicht wurde auch auf Privatversicherte ausgeweitet.

Private Krankenversicherungen sind demnach verpflichtet, ihren Versicherten Pflegeleistungen
in gleichem Umfang wie die gesetzliche Pflegeversicherung zur Verfügung zu stellen. Diese Form der Pflegeversicherung wird als private Pflegepflichtversicherung bezeichnet.

Wie bei allen gesetzlichen Sozialversicherungen nehmen auch bei der Pflegeversicherung die Probleme der Finanzierbarkeit immer weiter zu. Das liegt daran, dass das System umlagefinanziert wird. Das Problem bei dieser Finanzierungsweise besteht jedoch darin, dass die Zahl der Einzahler aufgrund des demografischen Wandels immer weiter sinkt. Gleichzeitig werden die Menschen in Deutschland immer älter und benötigen damit immer mehr Pflege. Weil also die Einnahmen die Ausgaben immer weniger decken können, werden die Kosten dadurch reduziert, dass die Leistungen immer stärker eingeschränkt werden.

Bereits heute decken die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung die Pflegekosten bei weitem nicht mehr ab. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie oder ihre Angehörigen einen erheblichen Anteil der Pflegekosten selber tragen müssen. Wenn sie oder ihre angehörigen diese Kosten nicht tragen können, werden die Betroffenen nur im Rahmen der gesetzlichen Leistungen verpflegt. In den meisten Fällen ist das unzureichend und die Betroffenen werden nur sehr schlecht versorgt.

Um diesem Risiko zu entgehen, sollten die drohenden Versorgungslücken mit einer Pflegezusatzversicherung geschlossen werden. Die Pflegezusatzversicherung kommt für die Kosten auf, die die Versicherten im Rahmen einer angemessenen Pflege selbst tragen müssen, weil die Kosten von der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht übernommen werden. Darüber hinaus ermöglicht eine Pflegezusatzversicherung häufig noch zusätzliche Leistungen.


Welche Leistungen sind in einer Pflegezusatzversicherung versichert?

Die Aufgabe der Pflegezusatzversicherung besteht darin, die Versorgungslücken der gesetzlichen Pflegeversicherung zu schließen. Auf diese Weise ermöglicht sie eine angemessene Pflege im Bedarfsfall. Höhe, Art und Umfang der Leistungen unterscheiden sich wie bei allen privaten Kranken- und Zusatzversicherungen von Anbieter zu Anbieter und von Tarif zu Tarif. Grundsätzlich wird jedoch zwischen drei Formen der Pflegezusatzversicherung unterschieden:

  1. Pflegetagegeldversicherung
  2. Pflegekostenversicherung
  3. Pflegerentenversicherung

Je nach Tarif und Anbieter können diese Versicherungsformen auch miteinander kombiniert werden.

Bei einer Pflegezusatzversicherung in Form einer Pflegetagegeldversicherung erhalten die Versicherten im Bedarfsfall einen vertraglich vereinbarten Betrag pro Tag ausgezahlt. Die Verwendung des Geldes steht ihnen frei. Die Versicherten können also völlig unabhängig entscheiden, wie sie das Geld einsetzen.

Ähnliches gilt auch für die Pflegerentenversicherung. Hierbei handelt es sich im Grunde um eine Form der Lebensversicherung. Die Versicherten erhalten eine garantierte regelmäßige Rentenzahlung, sobald sie pflegebedürftig werden. Die Pflegebedürftigkeit richtet sich dabei nicht immer nach den gesetzlichen Pflegestufen. Daher können Leistungen mitunter schon bei geringe, Pflegebedarf bezogen werden. Dieser Umstand spielt zum Beispiel bei Demenz häufig eine entscheidende Rolle.Wie bei einer Pflegetagegeldversicherung können die gezahlten Beträge frei verwendet werden.

Anders verhält es sich, wenn es sich bei der Pflegezusatzversicherung um eine Pflegekostenversicherung handelt. In diesem Fall kommt die Pflegezusatzversicherung für Kosten im Pflegefall auf, die nach Abzug der gesetzlichen Leistungen vom Versicherten selber getragen werden müssen. Hierfür kommen in der Regel zwei unterschiedliche Formen zur Kostenübernahme in Betracht:
Orientierung der Leistungen der Pflegeversicherung an den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung
Aufstockung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung durch die Pflegezusatzversicherung

Orientieren sich die Leistungen der Pflegezusatzversicherung an der gesetzlichen Pflegeversicherung, erhält der Versicherte zusätzlich zu den gesetzlichen Leistungen von der Pflegezusatzversicherung einen Betrag, der sich prozentual an diesen Leistungen orientiert. Die Höhe des Prozentsatzes ist abhängig vom Versicherungsvertrag und kann zwischen 20 und 200 Prozent betragen.

Bei der Aufstockung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt die Pflegezusatzversicherung alle zusätzlichen Kosten bis zu einem bestimmten Maximalbetrag. Alternativ wird auch häufig ein bestimmter Prozentsatz der Gesamtkosten vereinbart, bis zu dem alle offenen Kosten übernommen werden. Wichtig ist, dass nur Leistungen bezahlt werden, die nicht durch die gesetzliche Pflegeversicherung gedeckt sind.


Was ist vor Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zu beachten?

Pflegezusatzversicherung - eine Ärztin in BeratungWie bei allen Versicherungen sollte auch bei einer Pflegezusatzversicherung der Abschluss gut durchdacht sein. Das gilt umso mehr, wenn Mindestvertragslaufzeiten gelten. Vor dem Abschluss sollten die Versicherungsnehmer daher mehrere Punkte sehr genau prüfen und sich vor allem darüber bewusst werden, was sie von einer Pflegezusatzversicherung erwarten. Daher sollte vor dem Abschluss einer Pflegeversicherung:

  • Der persönliche Bedarf genau geprüft werden
  • Die Investitionsbereitschaft geprüft werden

Wer diese beiden Punkte für sich geklärt hat, kann beginnen, geeignete Angebote für Pflegezusatzversicherungen zu suchen. Diese sollten sich insbesondere an dem persönlichen Bedarf orientieren. Das heißt, es sollten die gewünschten Leistungen in dem Tarif für eine Pflegezusatzversicherung abgedeckt sein. Liegen mehrere Angebote mit dem gleichen oder einem ähnlichen Leistungsumfang vor, können die Beiträge miteinander verglichen werden. Übersteigen dabei alle Angebote die Investitionsbereitschaft oder -fähigkeit des künftigen Versicherungsnehmers, sollte er prüfen, auf welche Leistungen er verzichten kann. Häufig spielt dabei weniger die Art der Leistungen eine entscheidende Rolle. Ausschlaggebend für die Berechnung der Beiträge ist meistens eher der Umfang, in dem Leistungen erbracht werden. Hier gibt es in der Regel viele Anpassungsmöglichkeiten.

Weitere wichtige Punkte, die vor dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zu berücksichtigen sind, betreffen:

  • Eintrittsalter des Versicherungsnehmers
  • Förderfähigkeit

Das Eintrittsalter des Versicherungsnehmers hat einen direkten Einfluss auf die Höhe der Beiträge zur Pflegezusatzversicherung. Je jünger der Versicherungsnehmer beim Versicherungsbeginn ist, desto niedriger sind die Versicherungsbeiträge. Der zweite Punkt, die Förderfähigkeit, spielt erst seit kurzem eine Rolle. Seit 2013 werden Pflegezusatzversicherung nämlich staatlich gefördert.

Das bedeutet, dass jeder Versicherungsnehmer einen staatlichen Zuschuss von fünf Euro pro Monat zu seiner Pflegezusatzversicherung erhält. Bedingung dafür ist, dass die angebotene Pflegezusatzversicherung förderfähig ist und der Versicherte Beiträge von mindestens zehn Euro pro Monat einzahlt.


Wann leistet eine private Pflegezusatzversicherung?

Eine private Pflegezusatzversicherung leistet grundsätzlich immer dann, wenn Pflegebedürftigkeit des Versicherten vorliegt. In welchem Umfang sie leistet und ob weitere Bedingungen an die Leistungserbringung geknüpft sind, hängt von der individuellen Vertragsgestaltung ab. Gemeinsam ist jedoch nahezu allen Pflegezusatzversicherungen, dass die Leistungen nach der Pflegebedürftigkeit gestaffelt sind. Hierbei werden die Pflegestufen von I-III herangezogen. Eine Ausnahme hiervon bilden Pflegerentenversicherungen, die mitunter auch bei geringerer Pflegebedürftigkeit oder Demenz Leistungen erbringen. Je nach Pflegestufe werden die Leistungen in vollem Umfang in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes erbracht. Ein weiteres Kriterium ist häufig auch die Art der notwendigen Pflege. Unterschieden werden hierbei zum Beispiel:

  • Häusliche, teilstationäre oder Kurzzeitpflege
  • Vollstationäre Pflege

Je nach der Form der Pflegezusatzversicherung ist neben der grundsätzlichen Pflegebedürftigkeit eine weitere Voraussetzung, dass die gesetzliche Pflegeversicherung Leistungen erbringt. Abhängig von der vertraglichen Ausgestaltung werden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung dann durch die Pflegezusatzversicherung ergänzt oder aufgestockt. Eine Abhängigkeit von den Leistungen einer Pflegeversicherung besteht in der Regel dann, wenn es sich bei der Pflegezusatzversicherung um eine Pflegekostenversicherung handelt.

Ein weitere wichtige Voraussetzung, damit eine Pflegezusatzversicherung Leistungen erbringt, ist der Ablauf eventueller Wartezeiten. Je nach Versicherungsanbieter und Tarif gelten für die Pflegezusatzversicherung nämlich häufig Wartezeiten ab dem Abschluss der Versicherung. Das bedeutet, dass der Versicherte innerhalb der vereinbarten Wartezeit keinen Anspruch auf Leistungen hat. Ausgenommen ist häufig unfallbedingte Pflegebedürftigkeit. Die Dauer der Wartezeiten kann von Pflegezusatzversicherung zu Pflegezusatzversicherung variieren. Üblich sind ein bis zwei mitunter aber auch fünf Jahre.


Wann leistet eine Pflegezusatzversicherung nicht?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es vorkommen, dass eine Pflegezusatzversicherung keine Leistungen erbringt. Das ist vor allem unter folgenden Voraussetzungen häufig der Fall:

  • Die notwendige Pflegebedürftigkeit liegt nicht vor
  • Bestimmte vertraglich geregelte Bedingungen sind nicht erfüllt
  • Die Wartezeit der Pflegezusatzversicherung ist noch nicht abgelaufen
  • Der Versicherte hat Fragen bei der Gesundheitsprüfung nicht wahrheitsgemäß beantwortet
  • Der Versicherte ist seinen Beitragsverpflichtungen nicht nachgekommen
  • Vertraglich vereinbarte Höchstbeträge wurden bereits ausgeschöpft

Die meisten dieser Situationen, in denen eine Pflegezusatzversicherung nicht leistet, lassen sich vermeiden. Insbesondere durch eine gezielte Auswahl des Versicherungstarifes. Längst nicht alle Pflegezusatzversicherungen verlangen nämlich eine Gesundheitsprüfung vor dem Abschluss eines Vertrages. Das Problem einer Gesundheitsprüfung besteht nämlich vor allem darin, dass Versicherte mitunter Fragen aus Unwissenheit falsch beantworten. Wer dieses Risiko vermeiden möchte, sollte einen Tarif ohne Gesundheitsprüfung wählen. Das Gleiche gilt für eventuelle Wartezeiten. Sie variieren von Tarif zu Tarif. Auch hier sind verschiedene Tarife ganz ohne Wartezeiten auf dem Markt.

Ebenfalls beeinflussbar sind die Maximalbeträge für Leistungen einer Pflegezusatzversicherung. Wer einen besonders günstigen Tarif mit sehr geringen Höchstbeträgen für die Leistungen wählt, stößt im Bedarfsfall schnell an die Grenzen. Zusätzliche Kosten muss der Versicherte dann selber tragen oder auf die entsprechenden Leistungen verzichten. Umfangreichere Leistungen bedingen in der Regel natürlich höhere Beiträge. Hier genügt aber oft die Wahl eines Tarifes, der förderfähig ist. Mit einem solchen Tarif sind deutlich bessere Leistungen der Pflegezusatzversicherung möglich, ohne dass der Versicherte mehr zahlen muss.


Können Zusatzbausteine versichert werden?

Pflegezusatzversicherung - Alte Frau mit BausteinenWeil die Pflegezusatzversicherung bereits ein ergänzendes Versicherungsangebot für bestehenden Versicherungsschutz darstellt, können in der Regel keine weiteren Zusatzbausteine mitversichert werden.

Bei verschiedenen Anbietern haben die Versicherten jedoch unterschiedliche Anpassungs- und Wahlmöglichkeiten. Zum Beispiel besteht bei einigen Anbietern die Möglichkeit, einen Pflegetagegeldtarif und einen Pflegekostentarif miteinander zu kombinieren.

Zusätzlich enthalten einige Tarife auch die Option, dass Kosten für Heilmittel anteilig erstattet werden können. Welche dieser Möglichkeiten bei einem Anbieter für eine Pflegezusatzversicherung zur Verfügung steht, ist abhängig von dessen Angebot.

Bei einigen Anbietern kann zum Beispiel auch die Pflegezusatzversicherung selber ein Baustein innerhalb einer größeren Zusatzversicherung sein. Verschiedene Versicherungen bieten nämlich die Möglichkeit an, verschiedene Zusatzversicherungen in einem größeren Tarif miteinander zu kombinieren. Durch den Abschluss mehrerer Zusatzversicherungen bei einem Anbieter können sich dadurch interessante Vergünstigungen bei den Beiträgen ergeben.

Letztendlich gilt bei der Frage nach Zusatzbausteinen auch wieder, dass der Versicherte nach passenden Angeboten für eine Pflegezusatzversicherung suchen sollte, die seine Bedürfnisse abdecken. Statt einen Zusatzbaustein in eine Pflegezusatzversicherung zu integrieren, kann es dann auch sinnvoller sein, eine zusätzliche Versicherung ausschließlich für die gewünschten zusätzlichen Leistungen abzuschließen.


Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Alle Konditionen zum Beginn des Versicherungsschutzes sind im Vertrag einer Pflegezusatzversicherung genau festgelegt. Grundsätzlich müssen dabei drei unterschiedliche Beginne unterschieden werden:

  1. Technische Beginn
  2. Formelle Beginn
  3. Materieller Beginn

Als technischer Beginn wird der Zeitpunkt bezeichnet, zu dem der Versicherungsnehmer einen Aufnahmeantrag bei seiner Pflegeversicherung gestellt hat und diese ihm die Versicherungspolice zugeschickt hat. Es handelt sich also um den Zeitpunkt, zu dem der Versicherungsnehmer seine Versicherungsunterlagen für eine Pflegezusatzversicherung erhalten hat. Der zweite, der formelle Beginn bezeichnet einen Zeitpunkt, zu dem die Versicherung beginnen soll. Dieser Zeitpunkt ist auch in der Police selber festgehalten. Dieser Zeitpunkt ist entscheidend für die Berechnung von:

  • Beiträgen
  • Eventuellen Wartezeiten

Als materieller Beginn wird der Zeitpunkt bezeichnet, ab dem der Versicherte einen Anspruch auf Leistungen von der Pflegezusatzversicherung hat. Also der Zeitpunkt nach Ablauf einer eventuell geltenden Wartezeit. Gilt für die Pflegezusatzversicherung keine Wartezeit, können der formelle und der materielle Beginn zusammenfallen. Weitere Bedingungen zur Berechnung eventueller Fristen und Zeiträume können ebenfalls in den Versicherungsunterlagen definiert sein. Für den Versicherten ist letztlich vor allem der materielle Beginn seiner Versicherung ein wichtiger Zeitpunkt. Entsteht nämlich zwischen dem formellen und dem materiellen Beginn ein Pflegebedarf hat der Versicherte bis zum materiellen Beginn seiner Pflegezusatzversicherung keinen Anspruch auf Leistungen, sofern die Pflegebedürftigkeit nicht unfallbedingt ist.


Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

Die Angemessenheit einer Versicherungssumme für eine Pflegezusatzversicherung richtet sich danach:

  • Welcher Pflegeaufwand entstehen kann
  • Welche weiteren Möglichkeiten zur Deckung eventueller Versorgungslücken zur  Verfügung stehen

Pflegezusatzversicherung - Steuer Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen wird, kann es jedoch sehr schwierig sein, den Bedarf zu kalkulieren. Auch die Entwicklung der gesetzlichen Leistungen und einer sich daraus ergebenden Versorgungslücke sind nur schwer für einen längeren Zeitraum zuverlässig abzuschätzen. Aus diesem Grund sollten Personen mit einem niedrigen Versicherungseintrittsalter darauf achten, dass sie die Versicherungssummen flexibel anpassen können.

Nur so ist sichergestellt, dass auf alle entscheidenden Veränderungen angemessen reagiert werden kann.
Ebenfalls vorteilhaft sind in diesem Fall Pflegezusatzversicherungen, die anfallende Kosten bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Gesamtkosten tragen. In diesem Fall ist die Höhe der anfallenden Kosten nicht mehr der entscheidende Faktor. Allerdings sollte auch beachtet werden, dass derart flexible Pflegezusatzversicherungen in der Regel auch höhere Beiträge verlangen.

Wer diese Kosten nicht tragen möchte oder kann, kann jedoch auf Tarife mit fixen Versicherungssummen für eine Pflegezusatzversicherung ausweichen. In diesem Fall wird ein bestimmter Maximalbetrag vertraglich vereinbart, bis zu dem die Pflegezusatzversicherung Leistungen im Bedarfsfall zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt. Als monatliches Pflegetagegeld werden derzeit etwa 1.800 Euro empfohlen. Diese Summe sollte der Versicherte pro Monat erhalten, wenn er Pflegestufe III erreicht hat. Ausgehend von diesem Betrag berechnen die meisten Pflegezusatzversicherungen prozentual die Höhe des Pflegetagegeldes in den niedrigeren Pflegestufen.


Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

Den Beitragssatz zur Pflegezusatzversicherung bestimmen mehrere Faktoren. Wie bei allen privaten Versicherungen gilt dabei auch der Grundsatz: Je umfangreicher die Leistungen sein sollen, desto höher auch die Beiträge. Folgende Faktoren haben daher einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Beiträge zur Pflegezusatzversicherung:

  • Umfang und Höhe der gewünschten Leistungen der Pflegezusatzversicherung
  • Alter des Versicherungsnehmers bei Eintritt in die Pflegezusatzversicherung
  • Risikofaktoren wie Vorerkrankungen zum Zeitpunkt des Eintritts in die Pflegezusatzversicherung
  • Flexibilität bei der späteren Leistungsanpassungen

Durch einen möglichst frühzeitigen Eintritt in eine Pflegezusatzversicherung können die Versicherungsnehmer den Versicherungsbeitrag deutlich senken. Dieser kann bei vielen Pflegezusatzversicherungen über viele Jahre hinweg konstant gehalten werden. Auch das Risiko von Vorerkrankungen, die als Risikofaktor angesehen werden können, ist in jungen Jahren deutlich geringer als im Alter. Bei der Flexibilität und dem Leistungsumfang einer Pflegezusatzversicherung hilft in vielen Fällen ein ausgiebiger und gewissenhafter Vergleich unterschiedlicher Tarife. Dadurch lassen sich bei gleichen oder sehr ähnlichen Leistungen die günstigsten Angebote für eine Pflegezusatzversicherung ermitteln. Denn nicht bei allen Pflegezusatzversicherungen kosten die gleichen Leistungen auch gleich viel.


Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Pflegezusatzversicherung?

Der Vergleich von Pflegezusatzversicherungen bringt enorme Vorteile. Jeder Versicherungsnehmer sollte daher vor dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung verschiedene Angebote miteinander vergleichen. Das liegt vor allem daran, dass zahlreiche Angebote für Pflegezusatzversicherungen auf dem Markt sind. Häufig unterscheiden sie sich in den Leistungen nur gering. Trotzdem können die Beiträge enorm unterschiedlich ausfallen. Die Vorteile eines Vergleichs von Pflegezusatzversicherungen bestehen daher vor allem darin, dass der Interessent:

  • Sich darüber klar wird, welche Leistungen er benötigt oder wünscht
  • Bei Angeboten mit gleichem Leistungsumfang das günstigste ermitteln kann
  • Häufig Anbieter und Tarife entdeckt, die er ohne einen Vergleich der Pflegezusatzversicherung nicht gefunden hätte

Der erste Punkt stellt in gewisser Weise nur einen indirekten Vorteil eines Vergleichs der Pflegezusatzversicherung dar. Wer sich nämlich nicht darüber im Klaren ist, welche Leistungen er von einer Pflegezusatzversicherung erwartet, läuft schnell Gefahr, den erstbesten Tarif zu wählen, der besonders günstig erscheint. Dieser muss aber nicht automatisch auch für den Versicherungsnehmer gut geeignet sein. Nur wer sich wirklich darüber im Klaren ist, welche Leistungen er erwartet, kann unterschiedliche Pflegezusatzversicherungen miteinander vergleichen. In einem solchen Vergleich lassen sich dann die Pflegezusatzversicherungen ermitteln, die die gewünschten Leistungen zu besonders günstigen Konditionen anbieten.


Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

Eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes und des Beitrags zur Pflegezusatzversicherung, kann auf zweierlei Weisen stattfinden:

  • Vor dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung
  • Nach dem Abschluss

Eine Anpassung des Versicherungsschutzes und der Beträge zur Pflegezusatzversicherung vor Vertragsabschluss ist bei nahezu allen Anbietern möglich. Eine Anpassung findet in erster Linie über die Höhe der Leistungen statt. Also je nach Form der Pflegezusatzversicherung über die Höhe:

  • Des Pflegetagesgeldes
  • Der Kostenübernahme

Pflegezusatzversicherung - Ärztin mit Sparschwein Die Höhe der Leistungen wirkt sich direkt auf die Höhe der Beiträge aus. Auch die Art der Pflegezusatzversicherung kann bei vielen Anbietern gewählt werden. Möglich sind reine Pflegetagesgeldversicherungen, reine Pflegekostenversicherung oder Mischformen aus beiden Arten.
Etwas schwieriger als diese Anpassungen vor dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ist die flexible Anpassung eines laufenden Vertrages. Wer auch nach dem Abschluss der Pflegezusatzversicherung noch eine Leistungen anpassen können möchte, muss darauf achten, dass der Vertrag diese Option enthält. Nicht jeder Tarif lässt nachträgliche Anpassungen zu. Bei den meisten Anbietern erhöht eine Anpassungsoption allerdings auch die Beiträge. Dennoch wird insbesondere jungen Menschen empfohlen, auf eine solche Anpassungsoption zu achten. Sie wissen beim Abschluss häufig noch nicht, welche Leistungen sie im Alter benötigen könnten. Auch ist in der Regel nicht absehbar, wie sich die Kosten für Pflege und die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung entwickeln werden. Mit einer Anpassungsoption können die Versicherten dann im Laufe der Jahre ihren Leistungsbedarf flexibel an die allgemeinen und individuellen Gegebenheiten anpassen.


Können die Beiträge zur Pflegezusatzversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

Grundsätzlich sind Beiträge zu privaten Vorsorgeleistungen steuerlich absetzbar. Somit also auch Beiträge zur Pflegezusatzversicherung. Sie können als sogenannte Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden. Wie so oft gelten allerdings auch hier bestimmte Beschränkungen und Höchstgrenzen. Diese unterscheiden sich außerdem für Selbstständige und angestellte Arbeitnehmer.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass zu den Vorsorgeaufwendungen neben den Beiträgen für eine Pflegezusatzversicherung vor allem auch die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zählen. Diese schöpfen in der Regel die geltenden Freibeträge bereits voll aus. Werden die geltenden Freibeträge nicht ausgeschöpft, können auch weitere Ausgaben für Vorsorgeleistungen berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass die Beiträge zur Pflegezusatzversicherung theoretisch zwar steuerlich absetzbar sind, in der Praxis jedoch häufig nicht abgesetzt werden können, weil die Freibeträge bereits ausgeschöpft sind. Seit 2010 gelten folgende Höchstbeträge für die Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen:

  • 1.900 Euro für Angestellte
  • 2.800 Euro für Selbstständige, die alle Beiträge selber tragen müssen

Was ist bei einer Kündigung der Pflegezusatzversicherung zu beachten?

Wer mit seiner Pflegezusatzversicherung unzufrieden ist, kann diese problemlos kündigen. Dabei sind jedoch einige Punkte zu beachten:

  • Kündigungsfristen
  • Mindestvertragslaufzeiten

Bei der Kündigungsfrist einer Pflegezusatzversicherung ist außerdem zusätzlich zu unterscheiden zwischen:

  • Ordentlicher Kündigung
  • Außerordentlicher Kündigung

Die ordentliche Kündigung kann der Versicherte jederzeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist zu eine bestimmten Zeitpunkt vornehmen. Das Kündigungsrecht beträgt drei Monate. Je nach Versicherung ist eine Kündigung zum Ende des Kalender- oder des Versicherungsjahres möglich. Das Versicherungsjahr kann vom Kalenderjahr abweichen. Anfangs- und Endtermin sind im Versicherungsvertrag genau festgehalten.

Eine außerordentliche Kündigung ist ohne Berücksichtigung der regulären Kündigungsfristen möglich. Eine außerordentliche Kündigung ist zum Beispiel möglich, wenn der Versicherungsanbieter die Beiträge erhöht, ohne auch gleichzeitig den Leistungsumfang zu erweitern. Während die meisten Versicherungsanbieter auf ihr ordentliches Kündigungsrecht für Pflegezusatzversicherungen verzichten, steht auch ihnen ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Davon können Anbieter zum Beispiel Gebrauch machen, wenn der Versicherungsnehmer bei der Antragstellung falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung gemacht hat.

Neben der Kündigungsfrist gelten bei Pflegezusatzversicherung häufig auch Mindestlaufzeiten. Innerhalb dieses Zeitraums ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich. Mindestlaufzeiten können individuell geregelt sein. Verbindliche Angaben sind im Vertrag festgehalten. Weit verbreitet sind Mindestlaufzeiten von zwei Jahren.


Was ist bei einem Wechsel der Pflegezusatzversicherung zu beachten?

Die Kündigung einer Pflegezusatzversicherung ist in den meisten Fällen mit dem Wechsel zu einem anderen Anbieter verbunden. Vor einem solchen Wechsel sollten einige Dinge bedacht werden:

  • Kriterien für ein Kündigung
  • Verlust bisheriger Ansprüche
  • Häufig höhere Beiträge

Pflegezusatzversicherung - Wechsel-Wegweiserschilder Grundsätzlich sind beim Wechsel einer Pflegezusatzversicherung alle Kriterien für eine Kündigung der Versicherung zu berücksichtigen.

In erster Linie also die Kündigungsfristen und Mindestvertragslaufzeiten.
Darüber hinaus sollten Versicherungsnehmer vor einem Wechsel aber immer bedenken, dass sie mit der Kündigung einer bestehenden Pflegezusatzversicherung auch alle Ansprüche auf Leistungen aus ihrer bisherigen Versicherung verlieren.

Sie erhalten also für alle bislang gezahlten Beiträge keine Gegenleistungen mehr. Gleichzeitig richten sich die Beiträge der neuen Pflegezusatzversicherung nach:

  • Alter
  • Vorerkrankungen

Je größer der Abstand zwischen dem Abschluss der bestehenden und dem Abschluss einer neuen Pflegezusatzversicherung, desto größer in der Regel auch die Unterschiede in der Beitragshöhe. Haben sich in der Zwischenzeit zusätzlich relevante Vorerkrankungen ergeben, die als Risikofaktor gewertet werden können, können dadurch die neuen Beiträge für eine Pflegezusatzversicherung weiter steigen. Gerade bei einer langjährigen Pflegezusatzversicherung empfiehlt es sich daher grundsätzlich immer, vor einem Wechsel Möglichkeiten zur Anpassung der bestehenden Pflegezusatzversicherung zu prüfen.