Dienstunfähigkeitsversicherung

    Weshalb ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung sinnvoll?


    Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte

    Dienstunfähigkeitsversicherung - Beamter zuhause am Telefon Im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung
    leistet die Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte besondere Dienste. Sie schließt eine Versorgungslücke bei attestierter Dienstunfähigkeit, die von der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht erfasst wird.

    Im Wesentlichen liegt diese unterschiedliche Bewertung in der Tatsache, dass Beamte oft ohne Berufsbild an verschiedensten Stellen tätig sind.

    Die Beschreibung der Berufsunfähigkeit trifft sachlich vor diesem Hintergrund oft nur unzureichend zu. Entsprechend unsicher wird der Leistungseintritt einer Berufsunfähigkeitsversicherung.


    Im Dienst des Staats – mit Risiken bei Dienstunfähigkeit

    Auf der anderen Seite sind Beamte nicht über ein klassisches Berufs- und Arbeitsverhältnis beschäftigt, sondern stehen in einem Dienstverhältnis dem Dienstherrn gegenüber. Als Dienstherr tritt der Staat ein (auf Bundes- oder Landesebene) und sichert für die Dauer des Dienstverhältnisses Versorgung und Bezüge des Beamten. Im Ruhestand wird ein Ruhegehalt gezahlt – jedoch nicht verhältnislos. Dienstzeit, Status des Beamtentätigkeit (auf Zeit, auf Probe, Anwartschaft) spielen für die Bewertung der Ruhebezüge eine entscheidende Rolle. Je nach Sachlage entstehen im Fall der Dienstunfähigkeit erhebliche Einbußen, wenn nur die staatlich geregelten Ruhebezüge gezahlt werden. Die Dienstunfähigkeitsversicherung ergänzt wesentlich diese Versorgungslücken.


    Junge Beamte und Beamtenanwärter: Risiken werden vom Dienstvertrag nicht erfasst

    Dienstverträge für staatlich verpflichtete Beamte sehen Ruhegeld (und dann in geringer Höhe, denn sie werden an absolvierten Dienstjahren bemessen) nur ab einer Dienstdauer von mind. 5 Jahren vor. Werden Beamte relativ frühzeitig dienstunfähig, gehen sie ein wesentliches Risiko mangelnder Ruhebezüge und Ruhestandsgelder ein.

    Dabei ist der Grund für die Dienstunfähigkeit nicht entscheidend (Unfall, Krankheit, psychische Gründe, etc.).

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist vor diesem Hintergrund ein entscheidendes Mittel der Versorgungssicherung.

    Einige Anbieter versichern Dienstunfähigkeit auch für Beamte auf Zeit, Beamtenanwärter, Beamte auf Probe und Beamte bis Widerruf. Zusätzlich wird in der Mehrzahl der angebotenen Dienstunfähigkeitsversicherungen auf die „abstrakte Verweisung“ verzichtet. Die Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt dann auch in dem Fall, wenn grundsätzlich ein anderer Beruf oder eine andere Beschäftigung potentiell ausgeführt werden könnten.

    Auch die teilweise Leistung wird von einigen Anbieter in den Versicherungsvertrag aufgenommen. D.h., auch bei teilweiser Dienstunfähigkeit leistet die Dienstunfähigkeitsversicherung.


    Welche Leistungen sind versichert?

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung soll zentral Folgen absichern, die aus einer Mangelversorgung der Ruhegehälter bei Dienstunfähigkeit entsteht. Sie ist speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Beamten im Staatsdienst.
    Je nach Anbieter und Beruf umfasst das

    • Beamte auf Lebenszeit
    • Beamte in Probezeit
    • Beamte im Status der Widerrufbarkeit
    • Beamtenanwärter.

    Je nach Anbieter sind die konkreten Leistungen und Personengruppen, für die die Leistungen erfolgen sollen, sehr unterschiedlich gestaffelt. Zum Teil treten auch spezielle Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) ein, wenn in den allgemeinen Versicherungsbedingungen die Gültigkeit der BU-Versicherung auch für Beamter ausdrücklich festgehalten ist (sog. „Beamtenklausel“).

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung greift speziell für die vollständige oder teilweise Dienstunfähigkeit mit Bezugsersatzleistungen, die, je nach Sachlage, das Ruhegehalt des Versicherungsnehmers ergänzen oder ersetzen.

    In wesentlicher Erweiterung zur Berufsunfähigkeit greift die Dienstunfähigkeitsversicherung bei

    • Dienstunfähigkeit durch Krankheit oder infolge einer Krankheit
    • Dienstunfähigkeit nach Unfall
    • psychisch oder psycho-somatisch bedingter Dienstunfähigkeit
    • Dienstunfähigkeit nach Schädigung durch die Dienstausübung.

    Hinweis: Nicht alle Leistungen greifen für alle Versichertengruppen gleichermaßen. Welche Leistung in welcher Höhe erfolgt, hängt wesentlich vom Status des Versicherungsnehmers ab sowie vom konkreten Versicherer. Ein Vergleich macht hier deutlich, welche Versicherungsinhalte ergänzend zum Kriterium der Versicherungsrate in Betracht gezogen werden sollten, um einen Leistungsausfall der Dienstunfähigkeitsversicherung zu vermeiden. Auch alters- und dienstzeitlich bedingte Versorgungslücken müssen hier beachtet werden.


    Leistungen bei teilweiser Dienstunfähigkeit

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung leistet bei teilweiser Dienstunfähigkeit. D.h., auch ärztlich attestierte mindere Leistungsfähigkeit für die Dienstausübung (weniger als 50%) führt zum Leistungseintritt der Versicherung. Inhalt der Leistungen sind entweder die Ergänzung des geringeren Gehalts auf Grund geringerer Arbeitszeit oder die Leistung vereinbarter Höhen im Versicherungsfall. Diese Höhe kann je nach Alter, Versicherungszugehörigkeit, Dienstzeit, etc., auch dynamisch vereinbart werden. Einzelheiten dazu regelt der Versicherungsvertrag.


    Leistung bei Dienstunfähigkeit

    Dienstunfähigkeitsversicherung - Beamter zuhause am Telefon Bei vollständiger Dienstunfähigkeit tritt die Dienstunfähigkeitsversicherung ein. Sie leistet einen vereinbarten Beitrag zusätzlich zum Ruhegehalt, das dem Beamten bei Beendigung des Dienstverhältnisses von Staats wegen dann zusteht, wenn er eine bestimmte Anzahl Dienstjahre absolviert hat.

    Je nach Dienstvertrag kann auch der Status des Beamten eine Rolle spielen. Gerade in der ersten Dienstjahren ist die Versorgungslücke zwischen
    aktiven Bezügen und zu erwartenden Ruhebezügen
    im Fall plötzlicher Dienstunfähigkeit beachtlich.
    Die Leistungen der Dienstunfähigkeitsversicherung sind hier von besonderer Bedeutung. Sie sollten hier verhältnismäßig höher vereinbart werden. Je nach Versicherungsvertrag lassen sich Ratengestaltungen und Versicherungsleistungen wählen, die den relativ höher gewordenen Ruhebezügen einen geringeren Betrag im Fall der Dienstunfähigkeit hinzufügen. So wird nach Wegfall der grundsätzlichen die bestehen bleibende monetäre Versorgungslücke geschlossen.


    Was ist vor Abschluss zu beachten?

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist für Beamte von besonderer Wichtigkeit. Auf dem Versicherungsmarkt gelten Berufs- und Dienstunfähigkeitsversicherung als gleichwertige Versicherungsformen, die ähnlich gelagerte Risiken abdecken sollen. Jedoch sind die Risiken einer Dienstunfähigkeit wesentlich strenger zu beurteilen – weil sie eine Beschäftigtengruppe betreffen, die in der Regel selbst keinem Berufsbild angehört. Vor diesem Hintergrund greifen Berufsunfähigkeitsversicherungen nur dann, wenn klar und eindeutig eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Im Gegensatz zu klaren Kriterien der Berufsausübung ist eine Diensterfüllung wesentlich weiter gefasst.

    Vor Abschluss der Dienstunfähigkeitsversicherung muss also unbedingt sicher gestellt sein, dass in ihr die sog. „Beamtenklausel“ versicherungsvertraglich fixiert ist. Die Beamtenklausel definiert die Berufsunfähigkeitsversicherung zu einer Dienstunfähigkeitsversicherung – sie wird von Fachversicherern als sog. „echte Beamtenklausel“ geführt – im Gegensatz zur „unechten Beamtenklausel“.

    „Echte Beamtenklausel“ in der Dienstunfähigkeitsversicherung: Vorteil bei der Dienstunfähigkeitsrente
    Die Bestimmung in der „echten Beamtenklausel“ legt den Versicherungsfall fest dafür, dass

    • der Beamte in den Ruhestand versetzt wird
    • der Beamte in den Ruhestand entlassen wird.

    Die Unterscheidung ist vor dem Hintergrund des Leistungseintritts vor allem für Beamte auf Zeit, auf Widerruf bzw. in der Probezeit entscheidend. Denn sie werden bei Dienstunfähigkeit nicht in den Ruhestand versetzt, sondern in den Ruhestand entlassen.

    Im Allgemeinen wird in Verträgen, die den Leistungseintritt für Fälle der Versetzung und der Entlassung regeln, zusätzlich die Entscheidung des Dienstherrn auf tatsächlich vorliegende Dienstunfähigkeit von der Versicherung anerkannt und auf eine eigene Prüfung verzichtet.


    „Unechte Beamtenklausel“

    Häufig regelt die „unechte Beamtenklausel“ in Verträgen zur Berufsunfähigkeitsversicherung nur unzureichend, dass die Dienstunfähigkeitsversicherung eintreten muss. Hier gelten in der Regel überschneidende Kriterien der Berufsunfähigkeit. Zusätzlich sind Fälle von Entlassung in der Ruhestand nicht geregelt, so dass besonders alle Beamte, die nicht auf Lebenszeit verpflichtet sind, einem Leistungsrisiko unterliegen.

    Die Möglichkeit von Berufung auf Formulierungen und Leistungsbeschreibungen aus der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung führt oft auch dazu, dass die Versicherung dem Attest der Dienstunfähigkeit nur bedingt folgt und selbst Untersuchungen anstellt, die eine Berufsunfähigkeit erkennen sollen. Wie oben beschrieben trifft dieses Vorgehen jedoch nicht selten auf die Probleme, ohne klares Berufsbild eine Berufsunfähigkeit entsprechend erkennen zu können. Hier kann im Zweifelsfall vom Versicherer der vollständige oder teilweise Leistungsfall abgelehnt werden mit Verweis auf die grundsätzliche Fähigkeit zur Weiterarbeit.

    Vor diesem Hintergrund wird die Entscheidung für die richtige Dienstunfähigkeitsversicherung auch eine Entscheidung für die richtige Beratung. Im Online-Vergleich steht dazu neben den Auswahlkriterien des Portals und der Update-Analyse per E-Mail auch eine kostenfreie telefonische Beratung zur Verfügung, die Zweifelsfälle hilft aufzuklären.


    Verzicht auf „abstrakte Verweisung“

    Hinweis: In den Versicherungsbedingungen sollte im Idealfall festgehalten werden, dass die Dienstunfähigkeitsversicherung darauf verzichtet, im Leistungsfall auf Nebentätigkeiten oder weitere Verwendbarkeit bei ähnlicher Beschäftigung zu bestehen. Die Regelung sieht vor, dass im Fall erkannter Dienstunfähigkeit für eine bestimmte Beschäftigung u.U. die Befähigung zur Ausübung einer ähnlichen Tätigkeit jedoch bestehen geblieben ist.

    Z.B. kann ein Lehrer nicht mehr in der Lage sein, Schüler zu unterrichten und wird vor diesem Hintergrund dienstunfähig. Jedoch könnte er noch auf beratender Position in einer Schulbehörde o.ä. eingesetzt werden.)

    Verzichtet der Versicherer auf die Möglichkeit dieser „abstrakten Verweisung“ bedeutet dies, der Leistungsfall tritt nach Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn ein, ungeachtet möglicher weiterer Faktoren.


    Infografik

    Dienstunfähigkeit - Infografik


    Wann leistet eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung soll Ausfälle kompensieren, die nach vollständiger oder teilweiser Dienstunfähigkeit entstehen. Zu den Gründen zählen u.a.

    • Unfall
    • Erkrankung
    • Reha-Folge oder Dauerbeschädigung
    • gesundheitliche Einschränkungen.

    Zusätzlich wichtig wird im Zweifelsfall, ob die Dienstunfähigkeitsversicherung dazu ausgelegt ist, die Dienstunfähigkeit zu kompensieren, wenn sie nach Beschädigung im Dienst oder durch die Ausübung des Dienstes oder sonstwie in Verbindung mit der Dienstausübung entstanden ist und ob sie darüber hinaus auch für die Dienstunfähigkeit leistet, wenn Aktivitäten in der Freizeit (Unfälle oder Erkrankungen, die nicht mit der Dienstausübung grundlegend in Zusammenhang gebracht werden können) Auslöser der Dienstunfähigkeit waren.

    Hinweis: Diese Leistungsbeschreibungen sollte bei Abschluss einer Dienst unbedingt beachtet werden. Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist gerade zu Beginn der Beamtenlaufbahn eine wichtige, existenzsichernde Versicherung, die ein möglichst breites Feld des Versicherungsrisikos abdecken sollte.

    Leistung bei teilweiser Dienstunfähigkeit
    Die Dienstunfähigkeitsversicherung tritt je nach konkreter Gestaltung bereits ein, wenn eine teilweise Dienstunfähigkeit zu Erwerbseinbußen führt. Festgelegt sind in der Regel feste Zahlbeträge, die monatlich ausgeschüttet werden und in der Regel niedriger festgelegt werden können unter Fortführung der Versicherung. Sie sind in der Höchstdauer begrenzt bis zum Eintritt der festgelegten Ruhebezüge bzw. nach eigenen Maßgaben zu anderen Laufzeiten.

    Die Leistungen aus der Dienstunfähigkeitsversicherung werden verallgemeinernd in diesem Sinn auch als DU-Rente (Dienstunfähigkeitsrente) bezeichnet.

    Je nach Vertragsgestaltung bleibt die Ratenzahlung aufrecht bzw. wird für die Dauer der Leistungszahlung ausgesetzt. Nach einem bestimmten Zeitraum kann der Versicherer die Aktualität der Dienstunfähigkeit prüfen lassen, wenn im Versicherungvertrag nicht die Entscheidung über die Dienstunfähigkeit an die Einschätzung des Dienstherrn gebunden ist.


    Leistungen bei vollständiger Dienstunfähigkeit

    Dienstunfähigkeitsversicherung - junger Beamter im RollstuhlDie Dienstunfähigkeit wird nach ärztlichem Gutachten vom Dienstherrn festgestellt. Vollständige Dienstunfähigkeit wird in der Regel dann festgehalten, wenn der Beamte bis auf Weiteres seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Dies kann bereits nach mehrmonatigem Tätigkeitsausfall und körperlicher Beeinträchtigung der Fall sein, wenn keine oder nur geringe Aussicht darauf besteht, dass eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit uneingeschränkt möglich ist.

    Auch bei Dienstunfähigkeit, deren Begründung auf eine Dauer eines erheblichen Zeitraums festgelegt ist (je nach Versicherer zwischen 1 und 3 Jahren, ggf. abweichend), wird die Dienstunfähigkeit als vollständig angenommen.

    Den Leistungsfall verursacht die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn vorbehaltlich etwaiger Regelungen zum Versicherungseintritt (s. „echte Beamtenklausel“). Geleistet wird in vereinbarter Höhe.


    Wann leistet eine Dienstunfähigkeitsversicherung nicht?

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung leistet nicht:

    • bei kurzzeitiger Erkrankung und Wiedereingliederung in die Tätigkeit ohne Einschränkungen
    • bei wenn durch Bestimmung im Versicherungsvertrag der Leistungseintritt nicht eindeutig geregelt ist („Echte“ vs. „unechte“ Beamtenklausel)
    • keine Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn erfolgt.

    Im Einzelnen regeln den Leistungseintritt der Dienstunfähigkeitsversicherung die jeweiligen Bestimmungen im konkreten Versicherungsvertrag. Besonders die Festlegungen zur Versetzung in den Ruhestand müssen bei Vertragsschluss sorgfältig geprüft werden.


    Können Zusatzbausteine versichert werden?

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung kann im Rahmen von Versorgungsversicherungen als Baustein abgeschlossen werden. So kann sie durch Erweiterung der Berufsunfähigkeitsversicherung zur Dienstunfähigkeitsversicherung aufgebaut werden.

    Die Dienstunfähigkeitsversicherung kann darüber hinaus in Verbindung mit anderen Vorsorge sichernden Maßnahmen und Rücklagemodellen kombiniert werden. Besonders Lebensversicherungen oder private bzw. zusätzliche Rentenversicherungen können dazu beitragen, die Ratenleistung und auch die steuerliche Bewertung der Aufwendungen für die Dienstunfähigkeitsversicherung zu beeinflussen. Zusätzlich wirken im Leistungsfall alle Faktoren gemeinsam auf die Ausschüttungshöhe.

    Je nach konkretem Sachverhalt kann das empfindliche Einbrüche bei der Sicherung des Lebensstandards vermindern.

    In die Dienstunfähigkeitsversicherung können zusätzlich Vereinbarungen eingebracht werden, die sich vergünstigend auf die Ratengestaltung auswirken. So liegt es der Einkommens- und Pensionsentwicklung im Beamtenstatus inne, dass die Versorgungslücke bei Dienstunfähigkeit mit Zahl absolvierter Dienstjahre geringer wird. Mit der Dienstunfähigkeitsversicherung lässt sich vereinbaren, dass der Zahlbetrag der DU-Rente ab einer bestimmen Anzahl von Dienstjahren gesenkt wird. Ebenso möglich ist eine Verkürzung der Leistungsdauer.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Der Versicherungsschutz in der Dienstunfähigkeitsversicherung beginnt mit Abschluss des Versicherungsvertrags. Ob und in wie weit der Leistungsfall bereits ab dem Vertragsdatum eintreten kann, regeln die jeweiligen Versicherungsbedingungen im Einzelnen:

    • Karenzzeiten in der Dienstunfähigkeitsversicherung
      Bis zum Eintritt des ersten Leistungsfalls nach Abschluss der Dienstunfähigkeitsversicherung können Karenzzeiten vereinbart werden. In der Regel sind sie festgeschrieben und bestimmen den Zeitraum zwischen Feststellung der Dienstunfähigkeit und der ersten Leistung aus der Dienstunfähigkeitsversicherung. Die Karenzzeit beträgt im Mittel 6 Monate, in denen abgewartet werden soll, ob die festgestellte Dienstunfähigkeit bestehen bleibt. Die Karenzzeit kann je nach Versicherungsvertrag unterschiedlich geregelt sein.
    • Prämienzahlung wären der Karenzzeit
      Tritt der Fall attestierter Dienstunfähigkeit ein und beginnt die Karenzzeit, werden für die Wartezeit in der Mehrheit der Fälle keine Prämienzahlungen in die Dienstunfähigkeitsversicherung vereinbart. Je nach Beamtenstatus bedeutet die Karenzzeit u.U. einen wesentlichen Einschnitt in die monatlichen Bezugsleistungen, deren Folgen mit Aussetzen der Prämienzahlung verringert werden kann. Die genauen Vereinbarungen hierzu regelt der einzelne Versicherungsvertrag.
    • Prämienzahlung im Leistungsfall
      Tritt der Leistungsfall ein, wird je nach Versicherungsvertrag
    • eine Weiterzahlung der bisherigen Prämie fällig
    • eine verringerte Prämienzahlung wie vereinbart fortgesetzt
    • auf die Prämienzahlung bis zum Erreichen der Versicherungslaufzeit verzichtet.Hier empfiehlt sich die grundlegende Prüfung bereits vor Abschluss des Vertrags.

    Welche Versicherungssummen sind sinnvoll?

    Dienstunfähigkeitsversicherung - Geschäftsfrau mit LaptopDie Dienstunfähigkeitsversicherung ist ihrer Gestaltung nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung ähnlich und zählt zu den Summenversicherungen. D.h., es wird für den Leistungsfall keine relative Entschädigung für erlittenen Schaden geleistet, sondern vereinbarte Summen (hier im Sinn einer monatlichen Rente) an den Versicherungsnehmer überwiesen.

    Die Höhe der Summe hängt von der Vereinbarung im Versicherungsvertrag ab; die Gesamtsumme bemisst sich an Höhe der monatlichen Leistungen bis zum Erreichen des Leistungsendes.


    Orientierung der Versicherungssumme an den realen Bezügen

    Die Versicherungssumme (also die vereinbare Höhe monatlicher Leistungen auf den maximal erreichbaren Leistungszeitraum gemessen) sollte sich an den real vorhandenen Grundbezügen orientierten. Vor dem Hintergrund, dass die Höhe der Leistungsvereinbarung direkt auf die Höhe der Versicherungsrate wirkt, kann eine zusätzliche Einbeziehung von Leistungszulagen in Betracht gezogen werden. Hier ist das Kosten-Nutzen-Prinzip zu beachten.


    Anpassung der Versicherungssumme an das Lebensalter und die Dienstjahre

    Zur Verbesserung der Beitragsleistung kann die Versicherungssumme fix oder dynamisch an den eigenen Status angepasst werden. Je mehr Dienstjahre ein Beamter absolviert hat, desto geringer fällt die Versorgungslücke im Fall der Dienstunfähigkeit aus. In diesem Zusammenhang ist zu überlegen (und zu kalkulieren), die Versicherungssumme absichtsvoll zu senken und die monatlichen Leistungen zu reduzieren. Das Ruhegehalt eine Beamten mit hohen Dienstjahren muss im Allgemeinen nicht mehr in dem Maße ergänzt werden, wie das eines Beamten auf Zeit, eines Beamtenanwärters oder eines jungen Beamten.

    Hinweis: Die Reduzierung der Versicherungssumme sollte unbedingt kalkuliert werden mit Rücksicht auf den eigenen Status. Für Beamte auf Zeit und Beamte auf Widerruf kann sie Nachteile bergen.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Der Beitragssatz wird im Wesentlichen von der Leistungshöhe im Versicherungsfall, der vereinbarten Leistungsdauer und von demografischen sowie gesundheitlichen Faktoren bestimmt.

    • Leistungsvereinbarungen
      Die Höhe der im Versicherungsfall erwarteten monatlichen Rentenzahlungen aus der Dienstunfähigkeitsversicherung wirken direkt auf die Beitragshöhe. Hier sollte sich an den aktuell realen Einkünften orientiert werden. Im Laufe des Versicherungszeitraums können die Beitragssätze angepasst werden.
    • Leistungszeitraum
      Der Leistungszeitraum der Dienstunfähigkeitsversicherung bestimmt, wie lange die Versicherung im Fall der Dienstunfähigkeit zahlen soll. Naturgemäß ist der Zeitraum bei Dienstanfängern länger als bei Beamten, die in absehbarer Zeit ordentlich in den Ruhestand entlassen werden und damit ihr planmäßiges Ruhegehalt beziehen. Der Leistungszeitraum wird vertraglich vereinbart und ist anpassbar.
    • demografische Rahmenbedingungen
      Bei Versicherungsabschluss zählt neben den konkreten dienstlichen und beruflichen Umständen auch das Alter des Beamten in die Bestimmung der Versicherungsrate.
    • gesundheitliche Vorgeschichte
      Durch die Versicherung wird vor Abschluss der Dienstunfähigkeitsversicherung eine Prüfung der gesundheitlichen Vorbelastungen (analog zu den Abläufen bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung) durchgeführt, die das Risiko eines Versicherungsfalls helfen soll zu bewerten. Daran orientiert sich zum Teil die Raten- und Beitragsgestaltung.

    Vorteile

    Dienstunfähigkeitsversicherung - Beamte mit TaschenrechnerBesonders bei Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung für Beamte des öffentlichen Dienstes sind eine Reihe von Gegebenheiten nötig zu beachten, um einen umfassenden und optimalen Versicherungsschutz zu erreichen, wenn es zum Ernstfall kommt. Der berufliche Ausfall durch Dienstunfähigkeit hat weitreichende Einschnitte in Versorgung und Alltag für den zur Folge. Bei unzureichender Absicherung gerät der erarbeitete Lebensstandard in Gefahr.

    Der Vergleich der Dienstunfähigkeitsversicherung stellt zentral sicher, dass nach individuellen Voraussetzungen die passende Dienstunfähigkeitsversicherung identifiziert werden kann. Dazu zählen:

    • Beamtenstatus
    • Laufzeit der Versicherung
    • Versorgungshöhe
    • Bedeutung der Beamtenklausel
    • Leistungszeitraum
    • Anpassbarkeit der Beitragsgestaltung
    • etc.

    Zusätzlich zum Vergleich online ist die Möglichkeit, per E-Mail über aktuelle Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt und zu den gewünschten Konditionen auf dem Laufenden zu bleiben. Als Ergänzung dazu kann der Vergleich dazu genutzt werden, telefonische Beratung kostenfrei zu speziellen Fragen in Anspruch zu nehmen.


    Kann eine flexible Anpassung des Versicherungsschutzes sowie des Beitrags vorgenommen werden?

    Der Versicherungsschutz kann gestaffelt in Bezug auf die Beitragshöhe und die Versicherungsleistungen angepasst werden.

    Anpassung der Dienstunfähigkeitsversicherung auf die Beitragshöhe
    Zur Regulierung und optimalen Gestaltung der Beitragshöhe kann die monatliche DU-Rente den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. So liegt vor dem Hintergrund der geringeren Versorgungslücke zum ordentlichen Ruhegehalt bei höheren Dienstjahren eine Reduzierung der monatlichen Leistungen im Versicherungsfall nahe. Das wirkt direkt auf die Höhe des Beitragssatzes.


    Anpassung des Leistungszeitraums

    Der Leistungszeitraum beschreibt die Dauer, für die die vereinbarte monatliche DU-Rente gezahlt wird. Dieses Instrument kann dazu eingesetzt werden, die Dienstunfähigkeitsversicherung als gezieltes Instrument für Ausfälle nach der Dienstunfähigkeit einzusetzen. Im Idealfall leistet die Dienstunfähigkeitsversicherung bis zum Erreichen des Ruhealters. Bei fortschreitendem Alter reduziert sich diese Zeitspanne. Sie kann entsprechend angepasst werden. Ob die Anpassung dynamisch oder zu festgelegten Abständen erfolgt, regelt der jeweilige Versicherungsvertrag.


    Können die Beiträge von der Steuer abgesetzt werden?

    Die Absetzbarkeit der Beiträge ist bedingt möglich. In der Regel werden die Zahlungsfreistellungen über „Sonstige“ Vorsorgeleistungen veranschlagt. Die Absetzbarkeit ist jedoch nur bedingt gegeben bzw. wirtschaftlich sinnvoll, da Leistungen in Kranken- und Pflegeversicherungen den Aufwendungen für private Vorsorge gleichgestellt werden. Sie können insgesamt und relativ zueinander veranlagt werden – was den Gesamtveranlagungsbetrag reduziert, wenn man den Anteil der Dienstunfähigkeitsversicherung gesondert betrachtet.

    Eine umfassende Beratung sichert die optimale Eingliederung der Beitragsleistungen für die Dienstunfähigkeitsversicherung in die Steuererklärung. So können bspw. Rückerstattungen in mit der Dienstunfähigkeitsversicherung ggf. verbundene Rentenversicherungen einfließen und die Steuerlast modifizieren.


    Steuerpflicht für Leistungen aus der Versicherung?

    Auf Leistungen der Dienstunfähigkeitsversicherung müssen Steuern anteilig auf den sog. Ertragsanteil geleistet werden. Der Ertragsanteil richtig sich nach der Laufzeit der Dienstunfähigkeitsversicherung. Das erwartete Gesamtvolumen wird nach Ertragsanteil im Gegensatz zur gesetzlichen Leibrente bewertet. Steuern werden nur auf diesen prozentual ermittelten Ertragsanteil fällig.


    Was ist bei einer Kündigung zu beachten?

    Die Kündigung der Dienstunfähigkeitsversicherung ist nur bedingt und vor besonderem Hintergrund zu empfehlen. In verschiedenen Kombi-Versicherungen fallen über die Zeit gerechnet ungünstige Beitrags- und Erlösgestaltungen an. In Kombi-Lösungen ist es unter Umständen sinnvoll, einzelne Bestandteile per Kündigung herauszulösen oder beitragsfrei zu stellen. Besonders die Beitragsfreiheit führt zu einer Festsetzung der Leistungen einzelner Bestandteile und kann ein Werkzeug sein, Verluste bei einer Kündigung zu verhindern bzw. zu minimieren. Oft werden bei einer Kündigung die bereits gezahlten Beiträge wirkungslos oder anteilig gering ausbezahlt. Diese Verringerung führt zu Verlusten.

    Die Kündigung selbst kann fristgerecht schriftlich erfolgen. Empfehlenswert ist jedoch in jedem Fall eine genaue wirtschaftliche Prüfung mit ggf. Auffangmodellen für die Ertragsverluste. Neuabschlüsse müssen zusätzlich mit veränderten Einstiegsbedingungen rechnen. Auch hier empfiehlt sich die grundsätzliche Prüfung vor der Kündigung. Eventuell kommen Beitrags- und Auszahlungsveränderungen dem wirtschaftlichen und dem Absicherungsinteresse des Versicherungsnehmers eher entgegen.


    Was ist bei einem Wechsel zu beachten?

    Dienstunfähigkeitsversicherung - Beratung Der Wechsel der Dienstunfähigkeitsversicherung
    ist vor bestimmtem wirtschaftlichem Hintergrund empfehlenswert – jedoch nur dann, wenn die Ersparnis der Beitragsleistungen den Verlust der aufgegebenen Leistungen der bestehenden Dienstunfähigkeitsversicherung auffängt. In der Regel hängt die Wirtschaftlichkeit des Wechsels von der Dauer der bestehenden Dienstunfähigkeitsversicherung ab. Prüfen Sie hier genau, zu welchen Konditionen ein Wechsel sinnvoll ist. Eventuell können Renten- und private Altersvorsorgemodelle Alternativen zum Wechsel sein.