Versicherungen für Freiberufler


    Wer gilt als Freiberufler? Welche Versicherungen sind für Freiberufler sinnvoll?

    Versicherungen für Freiberufler - Lächelnde Frau Als Freiberufler gelten jene, die einen
    freien Beruf ausüben.

    Dies sind Tätigkeiten, die nicht der
    Gewerbeordnung unterliegen und besondere Fachkenntnisse und Fertigkeiten aufweisen.

    Das Einkommenssteuergesetz (§ 18 EStG) teilt die freien Berufe in drei Gruppen auf:

    • Katalogberufe: In diese Gruppe fallen vier Berufsgruppen – (1) Heilberufe, (2) rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe, (3) naturwissenschaftliche und technische Berufe sowie (4) Kulturberufe
    • katalogähnliche Berufe: Die Anforderungen der katalogähnlichen Berufe entsprechen denen der Katalogberufe. Voraussetzung ist jeweils eine höhere Ausbildung.
    • Tätigkeitsberufe: Auch selbstständig ausgeübte künstlerische, schriftstellerische, wissenschaftliche, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten zählen zu den freien Berufen.

    Ein Freiberufler arbeitet unabhängig und eigenverantwortlich. Diese berufliche Freiheit trägt jedoch auch Risiken, die mit unterschiedlichen Versicherungen gut abgesichert werden können.

    Je nach Branche können verschiedene Versicherungen für Freiberufler sinnvoll sein. Die folgenden bilden hierbei nur eine Auswahl an möglichen Versicherungen:

    Freiberufler sollten sich aber auch Gedanken zu folgenden Versicherungen machen:


    Welche Leistungen, Gefahren und Schäden sind mit welchen Versicherungen für Freiberufler abgedeckt? Welche Kosten werden von Versicherungen für Freiberufler im Schadensfall übernommen?

    Betriebshaftpflicht: Versicherungsschutz für Personen- und Sachschäden sowie Vermögensfolgeschäden

    Eine Betriebshaftpflichtversicherung kommt für Schäden bei einem Dritten auf, die durch typische berufliche Tätigkeiten entstanden. Diese Schäden können Schäden an Personen oder Sachen sein. Aber auch aus diesen Personen- oder Sachschäden resultierende Vermögensschäden – so genannte Vermögensfolgeschäden – sind mit einer Betriebshaftpflicht gut abgesichert.

    Für diese Schäden haftet der Freiberufler unbegrenzt, das heißt mit seinem gesamten Vermögen, und das unabhängig davon, ob er selbst den Schaden verursacht hat oder ein Angestellter. Unter Umständen können die von den geschädigten Dritten erhobenen Ansprüche die Existenz bedrohen.

    Auch wenn die Betriebshaftpflichtversicherung nicht obligatorisch ist, ist sie doch sehr sinnvoll angesichts der möglichen Haftung des Freiberuflers. Sie hilft zudem auch, unbegründete oder überhöhte Schadensersatzansprüche abzuwehren und beinhaltet somit eine kleine Rechtsschutzversicherung.

     

    Vermögensschadenhaftpflicht: Versicherungsschutz für Vermögensschäden

    Der Vermögensschadenhaftpflicht ist für all jene Freiberuflern wichtig, die:

    • beraten
    • begutachten
    • prüfen
    • vollstrecken
    • verwalten
    • beurkunden
    • beaufsichtigen

    Versicherungen für Freiberufler - Ein Geschäftsmann macht Pause Für viele Freiberufler, die solchen Tätigkeiten nachgehen, ist sie sogar gesetzlich vorgeschrieben,
    so zum Beispiel für Ärzte, Steuerberater und Rechtsanwälte.

    Doch nicht nur das Gesetz kann eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verlangen, auch die eigenen Kunden können diese erwarten.
    Dies ist vor allem bei IT-Dienstleistern oder Ingenieuren der Fall.

    Mit dieser Versicherung sind Vermögensschäden abgesichert, die nicht aus einem Personen- oder Sachschaden resultieren. Diese Vermögensschäden werden auch als reine oder echte Vermögensschäden bezeichnet. Damit sind finanzielle Nachteile oder auch entgangene finanzielle Vorteile gemeint.

    Im Schadensfall überprüft die Versicherung, ob der Anspruch auf Schadensersatz gerechtfertigt ist. Ist er es, zahlt die Versicherung nicht nur eine Entschädigung, sie übernimmt zudem auch die anfallenden Kosten einer Rechtsverteidigung. Unberechtigte oder überhöhte Ansprüche werden dagegen abgewehrt, notfalls auch vor Gericht.

     

    Berufshaftpflichtversicherung: Versicherungsschutz für Personen-, Sach- und Vermögensschäden

    Eine Berufshaftpflicht kombiniert die Vorteile von Betriebshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht. Sie kommt sowohl für Personen- und Sachschäden sowie Vermögensfolgeschäden auf als auch für reine Vermögensschäden. Die Berufshaftpflicht vereint damit zwei essentielle Versicherungen in einer. Auch sie übernimmt die Prüfung der erhobenen Schadensersatzansprüche und erfüllt sie oder wehrt sie ab.

     

    Inhaltsversicherung (Geschäftsinhaltsversicherung oder Inventarversicherung)

    Schäden entstehen nicht nur an Dritten, auch das eigene Unternehmen kann betroffen sein. Eine Inhaltsversicherung sichert Schäden ab, die durch folgende Ereignisse und Umstände eintreten können:

    • Feuer
    • Einbruchdiebstahl
    • Sturm und Hagel
    • Leistungswasser
    • Elementarschäden: Überschwemmung, Erdsenkung, Erdbeben und Schneelawine

    Je nach Anbieter ist es auch möglich, eine Allgefahrendeckung abzuschließen. Das bedeutet, dass alle Risiken und Gefahren – außer der ausdrücklich ausgeschlossenen – versichert sind. Somit können auch innere Unruhen, böswillige Beschädigungen oder Rauch und Ruß in den Versicherungsschutz aufgenommen werden.

    Damit der Freiberufler nicht auf den Kosten eines Schadens am Inhalt seines Unternehmens sitzen bleibt, übernimmt eine Inhaltsversicherung die Kosten für eine nötige Reparatur oder Wiederbeschaffung (zum Neuwert) beschädigter oder zerstörter technische und kaufmännische Ausstattung. Sie kommt zudem auch für notwendige Instandhaltungen auf.

    • technische Ausstattung: zum Beispiel Werkzeuge und Maschinen
    • kaufmännische Ausstattung: unter anderen Schreibtische und Büromöbel

    Sinnvoll ist solch eine Versicherung vor allem für jene, die in ihren Geschäftsräumen teure Geräte und Maschinen oder wertvolles Inventar haben. Manche Versicherer schließen in den Versicherungsschutz auch fremdes Eigentum ein, das sich zu Zwecken der Bearbeitung, der Nutzung oder des Verkaufs in den Geschäftsräumlichkeiten befand. Mit der Inhaltsversicherung werden jedoch nicht nur die Kosten für Sachschäden abgesichert.
    Je nach Versicherer können auch weiter Kosten übernommen werden, so zum Beispiel:

    • Löschkosten
    • Kosten für Abbruch- und Aufräumarbeiten
    • Kosten, die für die Wiederherstellung von Dokumenten anfallen
    • Mehrkosten, wenn die Neuanschaffung einer zu ersetzenden Sache durch den technischen Fortschritt nicht mehr (im ursprünglichen Zustand und Wert) zu erhalten ist

     

    Versicherungen für Freiberufler - Büro Ausstattung Betriebsunterbrechungsversicherung
    Eine Betriebsunterbrechungsversicherung kann
    in Zusammenhang mit einer Inhaltsversicherung abgeschlossen werden.

    Muss der Geschäftsbetrieb aufgrund eines Schadens
    für einen gewissen Zeitraum unterbrochen werden, erstattet diese Versicherung den Ertragsausfall und übernimmt Mehrkosten, beispielsweise für Schichtarbeit oder Überstundenzuschläge.

     

    Rechtsschutz

    Streitigkeiten gibt es in jeder Beziehung, auch in den beruflichen. Damit sich die finanziellen Folgen in Grenzen halten, gibt es die Rechtsschutzversicherung. Sie übernimmt die bei einem Rechtsstreit entstehenden Kosten.


    Welche Deckungssumme/Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Für die Deckungssummen der verschiedenen Versicherungen kann keine generalisierte Empfehlung gegeben werden. Die Versicherungen sollten auf die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten des jeweiligen Freiberuflers und seines Unternehmens abgestimmt sein. Grundsätzlich sollten jedoch die größtmöglichen Schäden abgesichert sein. Je höher also das Risiko eines Schadens ist, desto höher sollte auch die Summe zu dessen Deckung ausfallen.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Die Beiträge zu den Versicherungen hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen beispielsweise das individuelle Schadensrisiko, die Art des Unternehmens, die gewählte Deckungssumme und die Höhe des Umsatzes.