Private Pflegeversicherung

    Die private Pflegeversicherung

    versicherungscheck24.de – Private Pflegeversicherung – Senior hält seine kleine Enkelin auf dem ArmDie Deutschen sind weltweit als Versicherungsweltmeister bekannt. In kaum einem anderen Land ist die Bevölkerung mit so vielen unterschiedlichen Versicherungspolicen ausgestattet wie in Deutschland, darunter auch relativ fragwürdige Versicherungen wie die Zahnspangenversicherung. Da ist es etwas verwunderlich, dass gerade beim Thema Pflege noch Luft nach oben ist – was den Status der privaten Pflegeversicherungen angeht.

    In der Bundesrepublik Deutschland ist die gesetzliche Pflegeversicherung, als eine der fünf Säulen der Sozialversicherung Pflicht. Jedoch ist es jetzt schon abzusehen, dass die Kassen der Pflegeversicherungen wohl nicht ausreichend gefüllt sind, um eine gut Versorgung im Alter komplett zu bestreiten. Die Prognosen sind sehr beängstigend: Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass wir im Jahr 2050 mit bis zu 4,4 Millionen pflegebedürftigen Personen in Deutschland rechnen müssen. Dem Gesetzgeber ist das ebenfalls klar geworden und so wird seit dem Jahr 2013 die private Pflegeversicherung in Form des sogenannten „Pflege-Bahr“ staatlich bezuschusst. Mit 60 Euro pro Jahr können sich Versicherte den Abschluss dieser Piraten Pflegeversicherung fördern lassen. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach, wird auch diese zusätzliche Absicherung nicht ausreichen, um alle Kosten im Falle einer Pflegebedürftigkeit zu decken. Sollte man daher besser noch eine zusätzliche private Pflegeversicherung abschließen?


    Ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

    Die gesetzliche Pflegeversicherung staffelt ihre Zahlungen für pflegebedürftige Personen nach Pflegestufen. Dabei sieht die Verteilung folgendermaßen aus:

    Zahlungen von Pflegegeld gestaffelt nach Pflegestufen:

    • Pflegestufe 0 (mit Demenz): 123 €
    • Pflegestufe I: 244 €
    • Pflegestufe I (mit Demenz): 316 €
    • Pflegestufe II: 458 €
    • Pflegestufe II (mit Demenz): 545 €
    • Pflegestufe III: 728 €
    • Pflegestufe III (mit Demenz): 728 €

    Dabei sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass das Pflegegeld unter Umständen nicht sofort gezahlt wird. Sollte bei der pflegebedürftigen Person nämlich eine Aussicht darauf bestehen, dass sich der Zustand nach einer Reha-Maßnahme verbessert, wird zunächst keine Pflegestufe festgestellt, sondern erst die Reha abgewartet. Eine private Pflegeversicherung kann hier unter Umständen sinnvoll sein, denn der Pflegebedarf kann auch schon ab Pflegestufe I erheblich sein:

    • Pflegestufe I: erhebliche Pflegebedürftigkeit: Die pflegebedürftige Person benötigt mindestens 90 Minuten täglich Hilfe, dabei müssen 45 Minute auf die sogenannte Grundpflege entfallen (Körperpflege, Nahrungsausnahme).
    • Pflegestufe II: schwere Pflegebedürftigkeit: Hierbei besteht ein Hilfebedarf von mindestens 180 Minuten täglich, 120 Minuten davon müssen für die Grundpflege aufgewendet werden.
    • Pflegestufe III: schwerste Pflegebedürftigkeit. Die zu pflegende Person benötigt dabei mindestens 300 Minuten täglich die Hilfe eines Anderen. Die Grundpflege nimmt dabei 240 Minuten in Anspruch.

    Ist man nicht in der Lage, die Pflege selbst zu bewerkstelligen, muss man sich an einen ambulanten Pflegedienst wenden – vorausgesetzt die pflegebedürftige Personen soll zu Hause betreut werden. Bei einer Unterbringung im Pflegeheim müssen selbstverständlich auch diese Kosten getragen werden. Dabei belaufen sich die Kosten durchschnittlich auf rund 3.500€ im Monat, lediglich für rund 1.600€ kommt die gesetzliche Pflegeversicherung auf. Eine eventuell abgeschlossene private Pflegeversicherung würde sich an den noch übrigen Kosten beteiligen. Insofern kann der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung durchaus sinnvoll sein.


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    Die private Pflegeversicherung im Vergleich

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine private Pflegeversicherung abzuschließen. Ob feste Zahlungen oder die Beteiligung an der Unterbringung im Pflegeheim. Dem Versicherten stehen bei dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:

    1. Die private Plegetagegeldversicherung

    • Hierbei handelt es sich um die häufigste Form einer privaten Pflegeversicherung. Ein fester Betrag wird im Bedarfsfall gezahlt. Man unterscheidet zwei Tarife:
    • Der flexible Pflegetagegeld-Tarif: Hier haben Versicherte die Möglichkeit, eine individuelle Leistung für jede Pflegestufe festzulegen. Möchten Sie beispielsweise die Zahlungen für die Pflegestufe I erhöhen, können Sie mit Ihrer privaten Pflegeversicherung eine Deckung von bis zu 100% vereinbaren.
    • Der statische Pflegegeldtarif: Ausgangspunkt bei diesem Tarif ist die Pflegestufe III. Hier vereinbaren Sie mit Ihrer privaten Pflegeversicherung einen festen Betrag. Ausgehend von diesem Betrag berechnet sich die Höhe der Zahlungen für die Pflegestufe I und II prozentual.

    2. Die private Pflegekostenversicherung

    versicherungscheck24.de – Private Pflegeversicherung – Seniorin mit Tochter vor dem LaptopHierbei trägt die private Pflegeversicherung diejenigen Kosten, die noch übrig bleiben, nachdem die gesetzliche Pflegeversicherung ihren Beitrag gezahlt hat.

    3. Die private Pflegerentenversicherung

    Bei dieser Police zahlt die private Pflegeversicherung im Fall einer Pflegebedürftigkeit einen bestimmten Betrag, der bei Vertragsabschluss vereinbart worden ist. Der Versicherungsnehmer kann wählen, ob dieser Beitrag als monatliche Rente oder Einmalzahlung ausbezahlt werden soll.

    4. Der Pflege-Bahr

    Der sogenannte Pflege-Bahr ist die wohl am bekanntesten private Pflegeversicherung. Der Staat fördert die private Absicherung mit einem festen monatlichen Beitrag: Zahlen Versicherte 10€ monatlich ein, gibt es eine staatliche Förderung in Höhe von 5€.