Lagergut Versicherung

     
    versicherungscheck24.de – Lagergut Versicherung – Lagerarbeiter mit Bürangestellten in LagerOb Lebensmittel, elektronische Geräte, Werkstoffe oder sogar Autos – fast alle Handelswaren werden zwischen der Produktion und dem Verkauf auf diversen Stationen immer mal wieder gelagert: beim Hersteller, beim Spediteur oder Lagerlogistiker genauso wie beim Käufer beziehungsweise beim Kunden.

    Wenn auch nur für einen begrenzten Zeitraum in den Lagern vieler Firmen befinden sich häufig hohe Lagerbestände und damit hohe Summen an Geld. Auch ein kurzfristiger Lagerbestand sollte daher mit einer Lagergut Versicherung für den möglichen Schadensfall abgesichert werden.

    Was genau ist eine Lagergut Versicherung und welche Risiken deckt die Lagergut Versicherung ab? Wer kann die Lagergut Versicherung abschließen und lohnt sich eine Lagergut Versicherung auch im privaten Bereich? Worin besteht der Unterschied zu einer Inventarversicherung? Was ist eine Selfstorage Versicherung? Im Folgenden erfahren Sie alles Wissenswerte über die Lagergut Versicherung:


    Zwei Arten der Lagergut Versicherung

    Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Bereichen der Lagergut Versicherung unterscheiden:

    • die gewerbliche Lagergut Versicherung als Teil der Transportversicherung
    • die private (und gewerbliche) Lagergut Versicherung für sogenannte Selfstorage-Einlagerungen

    Die Lagergut Versicherung als Bestandteil der Transportversicherung

    Eine gewerbliche Lagergut Versicherung ist keine eigenständig abzuschließende Versicherung, sie ist immer Bestandteil einer Transportversicherung. Diese schützt allgemein Waren auf Handelswegen zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Sämtliche Risiken des Transportweges von der Be- bis zur Entladung können dabei abgesichert werden. Eine Transportversicherung umfasst in der Regel folgende Teilbereiche:

    • die Güterversicherung
    • die Werkverkehrsversicherung
    • die Speditionsversicherung
    • die Reiselagerversicherung
    • die Transportversicherung für Valoren
    • die Ausstellungs- und Messeversicherung
    • die Tiefkühlversicherung
    • die Musterkollektionsversicherung
    • und die Lagergut Versicherung

    Die Lagergut Versicherung wird als separates Modul zur Transportversicherung abgeschlossen und deckt die Risiken ab, die während der kurzzeitigen Lagerung auf Transportwegen passieren können. Dazu gehört unter anderem die Vorlagerung beim Produzenten beziehungsweise beim Verkäufer, bevor die Ware von einem Transportunternehmen abgeholt wird. Auch eine mögliche Zwischenlagerung, beispielsweise bei einem Spediteur, zählt zum Leistungsumfang einer Lagergut Versicherung genauso wie die mögliche Nachlagerung beim Kunden beziehungsweise dem Käufer. Voraussetzung für die Absicherung durch eine Lagergut Versicherung ist, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Lagerung handelt. Versicherungsschutz erhält übrigens ausschließlich die Lagerware und nicht das Lagergebäude. Dafür muss eine separate Betriebsgebäudeversicherung abgeschlossen werden.

    Eine Lagergut Versicherung zur Sicherung des Warenbestands oder der kurzzeitig zu lagernden Ware kann von jeder Person abgeschlossen werden, die ein begründetes Interesse an dem Lagergut hat – sowohl aus rechtlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Neben dem Eigentümer können das auch ein Mieter oder Pächter der Ware sein, der Käufer beziehungsweise der Verkäufer oder die Bank, die die Ware finanziert. Generell gibt es jedoch keine Verpflichtung, das Lagergut zu versichern, es sei denn, es besteht beispielsweise eine vertragliche Vereinbarung mit dem jeweiligen Kunden oder der Bank.


    Die versicherten Risiken der Lagergut Versicherung

    Eine Lagergut Versicherung schützt genau wie die Hausrat- oder die Inventarversicherung bei Beschädigung, Zerstörung oder Verlust des Lagergutes durch

    • Einbruch, Diebstahl und Vandalismus
    • Brand
    • Blitzschlag
    • Hagel und Sturm
    • austretendes Leitungswasser

    Dagegen sind in einer Lagergut Versicherung Schäden durch folgende Risiken in der Regel nicht eingeschlossen:

    • Krieg und innere Unruhen
    • Streik
    • Kernenergie
    • Entziehung und Beschlagnahme durch höhere Gewalt
    • übliche Temperaturschwankungen oder Luftfeuchtigkeit
    • fehler- oder mangelhafte Verpackung der Waren
    • natürliches Verderben des Lagergutes
    • Folgeschäden der Güter

    Der Unterschied zwischen einer Lagergut Versicherung und einer Inventarversicherung

    Eine Lagergut Versicherung ist nicht zu verwechseln mit einer Inventarversicherung, auch Betriebs-Inhaltsversicherung genannt. Diese deckt zwar dieselben Risiken ab, bezieht sich jedoch auf Waren und Güter, die langfristig in einem Unternehmen eingelagert sind. Sie sichert zudem die gesamte Einrichtung und das Inventar des Betriebs mit ab. Dazu gehören neben der Büroausstattung auch Computer, Telefonanlagen, Maschinen sowie Werkzeuge. Vergleichbar ist sie mit einer privaten Haushaltsversicherung im gewerblichen Bereich. Welche Lagergut Versicherung für ein Unternehmen in Frage kommt, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. So ist für einen Betrieb, der zum Beispiel Lagerlogistik oder einen Versandhandel betreibt, eine Lagergut Versicherung im Rahmen einer Transportversicherung sinnvoll, da die Waren nur für kurze Zeit lagern. Wer einen dauerhaften Lagerbestand führt und zudem eine hochwertige Geschäftseinrichtung besitzt, für den lohnt sich die Inventarversicherung. Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit, beide Versicherungen abzuschließen.

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    Die Beiträge und die Deckungssumme der Lagergut Versicherung

    Generell hängt die Höhe der Deckungssumme davon ab, ob die Lagergut Versicherung als eine General- oder als eine Einzelpolice abgeschlossen wurde. Bei der Einzelpolice wird der exakte Warenwert der jeweiligen Lagerung genau berechnet und daraufhin eine Versicherungssumme festgelegt. Eine Selbstbeteiligung im Schadensfall kann vertraglich vereinbart werden. Anders bei der Generalpolice, die in der Transportversicherung geläufig ist: Es wird im Vorwege kein Versicherungswert aufaddiert, sondern generell ein allgemeines Versicherungsmaximum für alle Lagervorgänge vereinbart.

    Die Beitragshöhe der Lagergut Versicherung errechnet sich neben der Deckungssumme aus verschiedenen Faktoren, die das Risiko eines Schadens beeinflussen können. Dazu gehören:

    • die vorangegangenen Schäden des Lagerguts
    • die Beschaffenheit des Lagers, wie
      • Bauart
      • Temperatur
      • Luftfeuchtigkeit oder
      • Größe
    • die Sicherheitsvorkehrungen im Lager, wie
      • Feuermelder
      • Versorgung mit Löschwasser
      • Alarmanlagen
      • Überwachung mit Video oder von einem Bewachungsdienst oder
      • Zutrittskontrollen
    • die Lagerdauer
    • die geografische Lage des Lagers. Befindet sich das Lager beispielsweise in
      • einem Überschwemmungsgebiet
      • Hanglage oder
      • einem Erdbebengebiet

    Je größer die Deckungssumme und das Risiko sind, desto höher fällt auch der Beitrag zur Lagergut Versicherung aus.


    Selfstorage Versicherung als private (und gewerbliche) Lagergut Versicherung

    Auch im privaten Bereich kann es immer mal wieder vorkommen, dass Gegenstände kurz- oder langfristig gelagert werden müssen – sei es durch einen Umzug, Renovierungsarbeiten in den eigenen vier Wänden, Platzmangel in der Wohnung oder sei es durch Auslandsaufenthalte. Lagerflächen werden teilweise von Transport- und Umzugsunternehmen angeboten. In Großstädten boomen die sogenannten Selfstorage-Häuser, die Lagerraum in frei wählbaren Größen für variabel festgelegte Zeiträume anbieten. Der große Vorteil dieser Möglichkeit zur Lagerung besteht darin, dass fast jederzeit ein unbeschränkter Zugang zu seinem eigenen Lager möglich ist. Eine gute Lagergut Versicherung, auch als Selfstorage Versicherung bezeichnet, bietet meist einen effektiven Versicherungsschutz für vielfältige Schadensfälle. In den meisten Fällen bieten die Selfstorage Betreiber in Zusammenarbeit mit einem Versicherungsunternehmen die Lagergut Versicherung ihren Mietern direkt mit an.


    Die Deckungssumme und die Beträge der Lagergut Versicherung Selfstorage

    Die Deckungssumme der Lagergut Versicherung ist meist auf einen bestimmten Betrag festgesetzt und liegt zwischen 500 bis 1.000 Euro je Quadratmeter. Individuell lässt sich diese Deckungssumme individuell und abhängig vom Wert der eingelagerten Sachen erhöhen. Monatlich kann dann bei einer Absicherung von 1.000 Euro mit einem Beitrag von 1,50 Euro bis 1,80 Euro je nach Anbieter kalkuliert werden.

    Die Lagergut Versicherung, die direkt in einem Selfstorage-Haus abgeschlossen wird, erstattet dabei in der Regel den Wert des beschädigten Gegenstands zum Wiederbeschaffungswert beziehungsweise kommt für die Kosten für die Wiederherstellung auf. Sollten gewerbliche Kunden den Selfstorage Service zur Lagergut Versicherung nutzen, dann wird bei neuen Waren der Einkaufspreis erstattet, bei bereits verkauften Sachen der Verkaufspreis. Häufig werden sogar die Kosten für die Aufräumarbeiten von der Lagergut Versicherung übernommen.


    Die Leistungen der Lagergut Versicherung Selfstorage

    Der Leistungsumfang variiert von Anbieter zu Anbieter und lässt sich nicht pauschal festlegen. Dennoch bietet eine Lagergut Versicherung in den meisten Fällen Versicherungsschutz bei folgenden Schäden durch:

    • Blitzschlag
    • Feuer
    • Einbruchdiebstahl
    • Raub und räuberische Erpressung
    • Vandalismus
    • Hagel und Sturm
    • Leitungswasser
    • Flugzeug- oder Flugkörperabsturz
    • Streik und inneren Unruhen
    • Einsturz des Gebäudes
    • Elementarschäden: Hochwasser, Erdbeben, Lawinen, Vulkanausbruch, Schneedruck oder Erdrutsch

    In der Lagergut Versicherung sind dabei alle eingelagerten Gegenstände bis zu der vorab festgelegten Deckungssumme versichert. Ausnahme: Kein Versicherungsschutz für die Lagergut Versicherung im Bereich Selfstorage besteht jedoch für:

    • Tiere
    • verderbliche Ware
    • Kunstwerke
    • Schmuck und Münzen
    • Bargeld
    • Aktien, Wertpapiere und Urkunden
    • antike Gegenstände (älter als 100 Jahre) außer Möbel

    Die Lagergut Versicherung über die Hausratversicherung

    versicherungscheck24.de – Lagergut Versicherung – Zwei Büroangestellte füllen Dokumente ausDas Selfstorage-Inventar kann auch über die private Hausratversicherung mit abgesichert werden. Dies ist jedoch in den meisten Fällen nur für einen kurzen, begrenzten Zeitraum möglich. Wichtig ist vor allem, das jeweilige Versicherungsunternehmen vorher zu informieren und die Lagergut Versicherung mit in die Hausratversicherung aufzunehmen. Sollte dies prämienfrei möglich sein, dann kann es sich im Falle einer kurzen Übergangslagerung lohnen, die eigene Lagergut Versicherung in Anspruch zu nehmen. Überprüft werden sollte jedoch der Leistungsumfang. Elementarschäden gehören beispielsweise in der Regel nicht zu den abgedeckten Risiken einer Hausratversicherung. Wer plant, sein Inventar über einen langen Zeitraum zu lagern, der greift eher auf die Lagergut Versicherung zurück, die in den Selfstorage Häusern angeboten wird.