Haftpflicht für Architekten


    Haftpflicht für Architekten - Architekt beim zeichnen Wer als Selbstständiger tätig ist, trägt im Vergleich zu angestellten Arbeitnehmern ein besonderes Risiko. Jeder Selbstständige und Unternehmer haftet in vollem Umfang, d. h. auch mit seinem Privatvermögen, für Schäden, die er im Zusammenhang mit seiner ausgeübten Tätigkeit direkt oder indirekt
    zu verantworten hat. Je nach Berufsart sind die Risiken für bestimmte Schadensarten unterschiedlich groß oder ergeben sich unter Umständen gar nicht. So schließt die Haftpflicht für Architekten auch echte Vermögensschäden mit ein.

    Um speziell solche sehr berufsspezifischen Risiken abzusichern, gibt es Berufshaftpflichtversicherungen. Sie decken sowohl für angestellte insbesondere aber für selbstständige tätige Angehörige einer Berufsgruppe ganz bestimmte Risiken ab, die im Zusammenhang mit einem besonderen Berufsbild bestehen, ab. In der Regel handelt es sich dabei um beratende Berufe wie zum Beispiel:

    • Rechtsanwälte
    • Notare
    • Ingenieure
    • Berater
    • Ärzte
    • Architekten
    • etc.

    Weshalb ist eine Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten sinnvoll?

    Genauso wie Rechtsanwälte oder Steuerberater sind auch Architekten gesetzlich zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung verpflichtet, wenn sie ihrer Tätigkeit selbstständig nachgehen möchten. Aus gutem Grund! Bei ihrer Tätigkeit sind nämlich auch Architekten besonderen Risiken ausgesetzt: Sie haften für Fristen, Produktfehler oder Folgeschäden, die sich zum Beispiel aus Verzögerungen bei der Umsetzung des Bauvorhabens ergeben können. Insbesondere haften sie aber für Fehlplanungen. Muss in der Folge einer solchen Fehlplanung der Bau zurückgenommen oder nachträglich noch einmal sehr umfassend verändert werden oder kann er am Ende sogar nur eingeschränkt genutzt werden, haftet der Architekt auch dafür. In der Praxis bedeutet dies, dass der betroffene Architekt Schadensersatz leisten muss und zum Beispiel für zusätzlich entstehende Kosten für Korrekturen aufkommen muss.
    Mit einer Haftpflichtversicherung für Architekten ist ein gezielter Schutz vor solchen Schadensersatzforderungen möglich. Im Falle berechtigter Schadensersatzforderungen springt die Versicherung für den Versicherten ein und leistet den berechtigten Schadensersatz. Neben dieser Regulierung von berechtigten Ansprüchen leistet eine Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten aber noch mehr. Sie beinhaltet nämlich grundsätzlich immer auch einen passiven Rechtsschutz. Das bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass die Versicherung bei Schadensersatzforderungen prüft:

    • ob diese tatsächlich berechtigt sind
    • ob die Höhe der Forderungen angemessen

    Zur Klärung des fraglichen Falles zieht die Versicherung auch vor Gericht. Auf diese Weise schützt eine Berufs-Haftpflicht für Architekten nicht nur vor den finanziellen Belastungen einer berechtigten Schadensersatzforderung, sondern weist auch unberechtigte oder überzogene Forderungen zurück.


    Welche Kosten werden von einer Berufshaftpflichtversicherung für Architekten im Schadenfall übernommen?

    Die Berufshaftpflichtversicherung für Architekten übernimmt im Schadensfall berechtigte Schadensersatzansprüche für den Versicherungsnehmer. Allerdings tut sie dies nicht in beliebiger Höhe. In welchem Umfang sie Schadensersatzzahlungen übernimmt, ist abhängig von:

    • Selbstbehalten
    • Deckungssummen

    Haftpflicht für Architekten - Geldscheine mit Münzen

    Sowohl eventuelle Selbstbehalte als auch Deckungssummen sind vertraglich festgehalten. Bei Selbstbehalten handelt es sich je nach dem um einen festen oder auch prozentualen Anteil an der Schadenssumme, die der Versicherte im Schadensfall selbst zu zahlen hat. Während Selbstbehalte nicht zwangsläufig vereinbart sein müssen, sind Deckungssummen in jedem Fall vertraglich festgelegt. Sie stellen den Höchstbetrag dar, bis zu dem eine Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten Schäden übernimmt. Übersteigt ein Schaden die vereinbarte Deckungssumme, muss der Versicherte die nicht gedeckte Differenz selber tragen. Es empfiehlt sich daher in jedem Fall, Deckungssummen in ausreichender Höhe zu vereinbaren. Eine Mindesthöhe für die Deckungssumme einer Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten ist in vielen Bundesländern zusammen mit der Versicherungspflicht gesetzlich geregelt.

    Kommt es zum Versicherungsfall, trägt die Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten unter anderem alle Kosten, die zur Klärung aller Schadensersatzansprüche anfallen. Sie übernimmt eine Aufstellung aller berechtigten Forderungen, weist unberechtigte Forderungen zurück oder sorgt für eine angemessene Höhe überzogener Forderungen. All diese Aufgaben „im Vorfeld“ einer Schadensregulierung übernimmt eine Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten, ohne dass die dabei entstehenden Kosten auf die Deckungssumme angerechnet werden. Das Gleiche gilt, wenn die Versicherung zur Klärung von Ansprüchen prozessiert.

    Im Rahmen der Deckungssummen übernimmt eine Haftpflicht für Architekten, sofern keine individuellen oder abweichenden Vereinbarungen getroffen werden, im Schadensfall bis zum Erreichen der Deckungssumme Kosten, die zum Beispiel resultieren aus:

    • Planungsfehler
    • Fehlerhafte konstruktive Bearbeitung ( etwa statische Berechnungen)
    • Beratungsfehler oder -versäumnisse
    • Mangelnde Objektüberwachung
    • Begutachtungsmängel

    Welche Kosten übernimmt eine Haftpflicht für Architekten nicht?

    Welche Kosten eine Haftpflicht für Architekten nicht übernimmt, hängt letztlich von den vertraglichen Vereinbarungen ab. Grundsätzlich ist dabei immer zu beachten, dass in der Haftpflicht drei verschiedene Schadensarten unterschieden werden:

    • Personenschäden
    • Sachschäden
    • Vermögensschäden

    Für jede dieser Schadensarten ist in einer Haftpflichtversicherung für Architekten eine individuelle Deckungssumme festgelegt. Je nach Versicherungsart kann es dabei auch vorkommen, dass insbesondere Personen- wie auch Sachschäden von der Berufs-Haftpflichtversicherung für Architekten nicht gedeckt sind. Das hängt davon ab, ob es sich bei einer Versicherung um eine reine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung handelt oder nicht. Traditionell decken Berufshaftpflichtversicherungen insbesondere echte Vermögensschäden ab. Auf der anderen Seite gehören zu den berufsspezifischen Risiken von Architekten auch Sach- und Personenschäden. Diese sind üblicherweise nur durch Betriebshaftpflichtversicherungen abgesichert. Inwiefern also bestimmte Schadensarten abgesichert sind, hängt von der genauen Art der Haftpflichtversicherung für Architekten ab. Leider unterscheiden viele Versicherungsanbieter in der Benennung ihrer Produkte nicht immer ganz eindeutig. Klarheit schafft letztlich ein Blick in die Versicherungskonditionen.


    Worauf ist beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Architekten zu achten?

    Haftpflicht für Architekten - Eine Architektin am arbeiten Architekten, die eine Haftpflichtversicherung abschließen möchten, sollten zuerst immer genau prüfen, welche Schadensarten eine bestimmte Versicherung abdeckt.

    Handelt es sich bei einem Versicherungsprodukt
    um eine reine Vermögensschadenhaftpflicht,
    muss gegebenenfalls zusätzlich noch eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

    Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass
    sowohl Sach- als auch Personen- und echte Vermögensschäden abgesichert sind. Viele Angebote für eine Berufshaftpflicht für Architekten decken inzwischen alle Schadensarten ab oder ermöglichen einfache und passgenaue Ergänzungen.
    Dies muss aber nicht immer automatisch gegeben sein.

    Neben der Frage, welche Schadensarten durch den Versicherungsschutz abgedeckt sind, spielen vor allem die Deckungssummen eine entscheidende Rolle. Ihre Höhe sollte in jedem Fall angemessen sein. Ein entscheidender Faktor ist hierbei insbesondere die Projektgröße oder auch der Auftragswert für das jeweilige Vorhaben. Hinzu kommen gegebenenfalls bestimmte Risiken, die sich ebenfalls aus der Art des Projektes oder auch dem übernommenen Aufgaben ableiten.

    Eine wichtige Besonderheit der Haftpflicht für Architekten, die in vielen Fällen auch gesetzlich gefordert ist, ist die Nachversicherungsfrist. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Frist, für deren Dauer der Versicherungsnehmer auch nach Beendigung seiner Tätigkeit als Architekt durch die Versicherung abgesichert ist. Auf diese Weise sind auch Mängel abgesichert, die nicht sofort nach oder während der Realisierung des Bauvorhabens sichtbar sind.


    Professionell beraten lassen

    Die Haftpflicht für Architekten stellt einen sehr essentiellen Versicherungsschutz für Angehörige dieser Berufsgruppe dar. Aufgrund der unterschiedlichen Risiken, die sich je nach Auftrag und Tätigkeit ergeben, aber auch wegen der geltenden gesetzlichen Vorgaben, sollten sich Versicherungsnehmer vor Vertragsabschluss in jedem Fall individuell und unabhängig beraten lassen.