Hundehalterhaftpflicht


    Weshalb ist eine Hundehalterhaftpflicht sinnvoll?

    Hundehalterhaftpflicht - Frauchen mit einem Hund Mehr als fünf Millionen Hunde leben in Deutschland und machen damit etwa 13 Prozent der Haushalte ein ganzes Stück reicher. Hunde sind besondere Lebewesen und für viele Menschen inzwischen viel mehr als „nur“ ein Haustier.

    Sie nehmen aktiv am Familienleben teil und bringen sich und ihre individuelle Persönlichkeit mit ein. Aufgrund ihrer fein ausgeprägten Sensoren scheinen sie unsere Gefühle wahrzunehmen und zu reflektieren.

    Wer seinen Hund gut behandelt, wird dafür mit aufrichtiger Zuneigung belohnt – ein Hundeleben lang.

    Aber… So ein Hund kann auch eine Menge Unsinn anrichten. Es gibt wohl keinen Hundebesitzer, der dies noch nicht selbst erlebt hat. Vom Entdeckungsdrang des Welpen über den Übermut des Junghundes bis hin zu unvorhersehbaren, vielleicht schreckbedingten Verhaltensweisen des erwachsenen Hundes: Es gibt viele Gründe, aus denen ein Hund Schaden anrichten kann. Vorsatz oder böser Wille ist dabei natürlich nie im Spiel, aber wenn das Eigentum oder gar die Gesundheit Dritter betroffen sind, dann kann das unangenehme Folgen haben. Denn nach § 833 BGB haftet ein Tierhalter für Schäden, die sein Tier bei anderen verursacht hat, und zwar in unbegrenzter Höhe.

    Die Hundehalterhaftpflicht sichert Sie als Hundebesitzer gegen die finanziellen Folgen eines solchen Schadensfalles ab. Sie ist eine von zwei Sonderformen der Tierhalterhaftpflicht (die andere ist die Pferdehalterhaftpflicht) und wurde speziell für Hundehalter entwickelt.


    Hundehalterhaftpflicht und private Haftpflichtversicherung

    „Ich habe doch eine private Haftpflichtversicherung, wozu dann noch eine Hundehalterhaftpflicht abschließen?“, diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer. Allerdings ist es ein Irrtum zu glauben, dass die private Haftpflichtversicherung ausreicht, um Schäden abzudecken, die Ihr Hund verursacht hat. Tatsächlich ist es so, dass diese nur kleine Haustiere wie Vögel oder Nagetiere mit einschließt. Auch Katzen sind oftmals in der privaten Haftpflichtversicherung mit inbegriffen, Hunde jedoch nicht. Deswegen sollten Sie als Hundebesitzer unbedingt eine zusätzliche Hundehalterhaftpflicht abschließen.


    Die Hundehalterhaftpflicht als Pflichtversicherung

    Um die enorme Wichtigkeit der Hundehalterhaftpflicht zu unterstreichen, haben einige Bundesländer sie bereits als Pflichtversicherung eingeführt – also genau wie die KFZ Versicherung für Autofahrer. In diesen fünf Ländern ist die Hundehalterhaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben:

    • Berlin
    • Hamburg
    • Niedersachsen
    • Sachsen-Anhalt
    • Thüringen

    Darüber hinaus sind in mehreren Bundesländern die Halter von sogenannten Kampf- oder Listenhunden dazu verpflichtet, eine Hundehalterhaftpflicht abzuschließen, obwohl ansonsten keine allgemeine Versicherungspflicht besteht. In Nordrhein-Westfalen muss für Tiere ab einer bestimmten Größe bzw. Gewichtsklasse (über 20 kg bzw. 40 cm Schulterhöhe) zwingend eine Hundehalterhaftpflicht abgeschlossen werden. Es wird jedoch diskutiert, eine generelle Versicherungspflicht in allen Bundesländern einzuführen.


    Welche Leistungen sind in einer Hundehalterhaftpflicht versichert?

    Der Zweck einer Hundehalterhaftpflicht besteht darin, den Hundebesitzer vor den finanziellen Auswirkungen eines durch seinen Hund verursachten Schadens zu bewahren. Dabei kann es sich um verschiedene Arten von Schäden handeln:

    • Personenschäden
    • Sachschäden
    • Mietsachschäden
    • sonstige Vermögensschäden, auch allgemeine Vermögensschäden genannt

    1. Hundehalterhaftpflicht – Personenschäden

    Ein Personenschaden besteht darin, dass das Leben oder die Gesundheit eines anderen Menschen Schaden nehmen. Dies kann im Zusammenhang mit Ihrer Hundehalterhaftpflicht beispielsweise bei Beißvorfällen der Fall sein, aber auch indirekt ausgelöst werden: zum Beispiel, wenn Ihr Hund sich losreißt und einen Fahrradfahrer so erschreckt, dass dieser stürzt und sich dabei schwer verletzt.


    2. Hundehalterhaftpflicht – Sachschäden

    Hundehalterhaftpflicht - Hund auf einem Kaputtem Sofa Sachschäden betreffen das gegenständliche Vermögen anderer Menschen und entstehen dadurch, dass Ihr Hund etwas zerstört.

    Das kann zum Beispiel die teure Kleidung eines Passanten sein, der im schlammigen Park übermütig angesprungen wird, aber auch das Smartphone Ihres Besuchers, das sich Ihr Vierbeiner in einem unbeobachteten Moment schnappt und genüsslich zerlegt.

    Schließen Sie Ihre Hundehalterhaftpflicht so früh wie möglich ab: Vor allem junge Hunde neigen dazu, Gegenstände aller Art zu zerkauen.

    Übrigens gelten auch Verletzungen, die Ihr Hund anderen Hunden zufügt, als Sachschäden, weil Tiere nach der deutschen Gesetzgebung nach wie vor zum Sachvermögen gezählt werden.


    3. Hundehalterhaftpflicht – Mietsachschäden

    Da auch gemietete Wohnimmobilien fremdes Eigentum sind, sind sie ebenfalls im Versicherungsschutz der Hundehalterhaftpflicht mit inbegriffen. Auch hier ist die Spanne möglicher Versicherungsfälle groß: zerkratzte oder angenagte Fußböden, beschädigte Wände oder zerwühlte Vorgärten sind durchaus keine Seltenheiten. Bei leistungsstarken Policen gilt die Deckung von Mietsachschäden auch für Aufenthalte in Ferienwohnungen und -häusern. In dem Fall ist dann auch das fremde Mobiliar mit eingeschlossen.


    4. Hundehalterhaftpflicht – Vermögensschäden

    Unter Vermögensschäden sind solche Schäden zu verstehen, die über die Verletzung von Personen und die Beschädigung von Sacheigentum hinausgehen und – meist als Folgeerscheinung solcher Schäden – einen finanziellen Nachteil für den Geschädigten mit sich bringen. Im Hinblick auf die Hundehalterhaftpflicht kann das zum Beispiel der Verdienstausfall sein, den ein Freiberufler erleidet, wenn er durch den versicherten Hund so stark verletzt wurde, dass er für eine Weile nicht arbeiten kann.


    Hundehalterhaftpflicht und passiver Rechtsschutz

    Die Hundehalterhaftpflicht beinhaltet außerdem immer auch eine passive Rechtsschutzfunktion, da das Versicherungsunternehmen bei jedem Schadensfall für Sie überprüft, ob die erhobenen Ansprüche angemessen und gerechtfertigt sind. Sollte dies nicht der Fall sein, dann übernimmt die Hundehalterhaftpflicht die Abwehr der Forderungen.


    Zusätzliche Leistungen der Hundehalterhaftpflicht

    Zu den oben genannten Komponenten kommen bei einigen Tarife zur Hundehalterhaftpflicht noch zusätzliche Leistungen. Das können zum Beispiel die folgenden Angebote sein:

    • Einschluss von Welpen und Junghunden in den Versicherungsschutz des Muttertiers (bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres möglich)
    • Einschluss von ungewollten Deckakten
    • Einschluss des sogenannten Fremdhüterrisikos
    • Verzicht auf den Leinenzwang
    • Mitversicherung von Hundeschlitten

    Hundehalterhaftpflicht - Angebote Recherche

    Was ist vor Abschluss einer Hundehalterhaftpflicht zu beachten?

    Beim Abschluss einer Hundehalterhaftpflicht ist zunächst einmal zu beachten, dass für einige Hunderassen besondere Bedingungen gelten. Die sogenannten Listenhunde (auch unter dem Begriff „Kampfhunde“ bekannt) sind nicht bei allen Anbietern der Hundehalterhaftpflicht versicherbar. Bei anderen wiederum werden sie zwar akzeptiert, aber wegen des größeren Risikos wird ein erhöhter Versicherungsbeitrag fällig.

    Dies wird damit begründet, dass die Listenhunde als gefährlich eingestuft werden, weil bei ihnen einige zuchtbedingte Besonderheiten vorliegen. Dies kann die Beschaffenheit des Gebisses betreffen, aber auch besondere Eigenheiten wie eine verminderte Beißhemmung oder ein Festhalten des Bissopfers („Verbeißen“). Natürlich sind nicht alle Listenhunde automatisch auch gefährlich und aggressiv, aber im Hinblick auf die Hundehalterhaftpflicht gelten für sie besondere Bedingungen.

    Welche Rassen auf den Listen geführt werden, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Auch bei den Versicherungsunternehmen gibt es hierbei Unterschiede, sodass es sich auf jeden Fall lohnt, auch bei mehreren Anbietern nach einer Hundehalterhaftpflicht zu fragen. Gern unterstützen wir Sie bei einem umfangreichen Vergleich verschiedener Angebote.

    Häufig betroffene, das heißt als gefährlich eingestufte Hunderassen sind unter anderem:

    • American Bulldog
    • American Pit Bull Terrier
    • American Staffordshire Terrier
    • Bullmastiff
    • Dobermann
    • verschiedene Doggenarten
    • Mastiff
    • Mastino
    • Owtscharka
    • Rottweiler
    • Staffordshire Bullterrier
    • Thai Ridgeback

    Zu beachten ist, dass oftmals auch Kreuzungen, in der eine oder mehrere dieser Rassen vorkommen, denselben Restriktionen unterliegen wie die reinrassigen Listenhunde.

    Des Weiteren lohnt es sich vor dem Abschluss der Hundehalterhaftpflicht darüber nachzudenken, ob für Sie eventuell eine Paketlösung in Frage kommt. Einige Versicherungsunternehmen bieten die Hundehalterhaftpflicht zusammen mit weiteren Bausteinen an, nämlich

    Die Tierschutzversicherung ist bei einigen Anbietern auch als reine OP-Versicherung erhältlich, was etwas günstiger ist als die Krankenvollversicherung. Die Rechtsschutzversicherung ermöglicht es Ihnen, eigene Rechtsinteressen auch aktiv zu verfolgen.

    Sinnvoll sind diese Ergänzungen zur Hundehalterhaftpflicht allemal. Sprechen Sie uns an, falls Sie Unterstützung bei der Zusammenstellung einer genau zu Ihnen und Ihrem Vierbeiner passenden Hundeversicherung wünschen. Hier unsere Themen rund um die Hundehalterhaftpflicht.


    Welche Kosten werden bei einer Hundehalterhaftpflicht im Schadenfall übernommen?

    Wenn Ihr Hund bei einem Dritten einen Schaden verursacht hat, dann übernimmt Ihre Hundehalterhaftpflicht zunächst einmal die Prüfung der gestellten Forderung auf Angemessenheit und Rechtmäßigkeit. Wenn sich dabei herausstellt, dass tatsächlich ein Haftungsfall vorliegt, dann wird der entstandene Schaden von der Hundehalterhaftpflicht reguliert.

    Hundehalterhaftpflicht - Frau mit einem Taschenrechner

    Regulierung von Sachschäden und Mietsachschäden

    Wenn fremdes Sachvermögen von Ihrem Hund beschädigt worden ist, dann übernimmt die Hundehalterhaftpflicht die Kosten für die Reparatur. Sollte sich jedoch herausstellen, dass im konkreten Fall die Reparaturkosten den Preis einer Neuanschaffung übersteigen würden, dann wird stattdessen der Wiederbeschaffungswert erstattet. Dieser gilt auch dann, wenn der betreffende Gegenstand ganz zerstört ist. Die Höhe der Erstattung wird nach oben hin von der vereinbarten Deckungssumme begrenzt.


    Regulierung von Personenschäden

    Die höchsten Kosten drohen naturgemäß immer dann, wenn Ihr Hund einen Menschen verletzt oder gar dessen Tod verursacht hat. Bei schweren Verletzungen kommt es zu langwierigen intensivmedizinischen und therapeutischen Behandlungen und unter Umständen zu lebenslangen Zahlungsverpflichtungen, sodass die Gesamthöhe der durch den Schaden verursachten Kosten auch einen sechs- oder siebenstelligen Betrag erreichen kann. Deswegen ist vor allem in diesem Bereich die Hundehalterhaftpflicht umso wichtiger. Bei Personenschäden übernimmt die Versicherung

    • die Kosten für die medizinische Behandlung
    • die Kosten für notwendige therapeutische Maßnahmen
    • eventuelle Reha-Kosten
    • eventuell gestellte Forderungen nach Schmerzensgeld
    • im Falle einer dauerhaften Beeinträchtigung die Zahlung einer entsprechenden Rente.

    Auch hier erfolgt die Regulierung des Schadens maximal bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme.


    Regulierung von Vermögensschäden

    Bei den Vermögensschäden, zum Beispiel einem durch den versicherten Hund verursachten Verdienstausfall, leistet die Hundehalterhaftpflicht ebenfalls einen finanziellen Ausgleich im Rahmen der Deckungssumme. Diese liegt jedoch bei den meisten Anbietern deutlich unter der Deckungshöhe für Sach- und Personenschäden. Dies liegt daran, dass Vermögensschäden verhältnismäßig selten vorkommen und auch nicht mit so hohen Kosten verbunden sind.


    Welche Kosten werden bei einer Hundehalterhaftpflicht im Schadenfall nicht übernommen?

    Die Hundehalterhaftpflicht leistet grundsätzlich nicht, wenn Vorsatz im Spiel ist: wenn also der Hundebesitzer selbst den Schaden willentlich verursacht oder aber einen Dritten dazu veranlasst hat, den Schaden zu verursachen. Außerdem fallen sämtliche Schäden, die der Hundebesitzer selbst erleidet, nicht in den Bereich der Hundehalterhaftpflicht, da eigene Schäden nicht mitversichert sind. Ähnliches gilt auch für Schadensansprüche von Personen, die mit dem Versicherungsnehmer in einer häuslichen Gemeinschaft leben.

    Ein weiterer Grund für eine eventuelle Verweigerung der Leistungsauszahlung der Hundehalterhaftpflicht kann vorliegen, wenn das Versicherungsunternehmen den Versicherungsnehmer auf bestimmte gefährliche Umstände hingewiesen hat und dieser aber die Gefahrenquelle nicht beseitigt hat. Das kann beispielsweise ein zu niedriger Zaun am häuslichen Grundstück sein. Wenn der Hundebesitzer diesen trotz Hinweisen nicht durch einen höheren ersetzt und deswegen der versicherte Hund darüber springt und einen Schaden verursacht, dann wäre das eine Situation, in der die Hundehalterhaftpflicht die Leistungsauszahlung verweigern kann.


    Wie verhalte ich mich bei einer Hundehalterhaftpflicht im Schadenfall?

    Hundehalterhaftpflicht - Ansprechpartnerin Zu einem Schadensfall für die Hundehalterhaftpflicht kann es trotz aller gebotenen Vorsicht immer kommen.

    Wichtig ist, dass Sie nun Ruhe bewahren und einige Hinweise befolgen, damit sich die Schadensabwicklung mit Ihrer Hundehalterhaftpflicht möglichst unkompliziert gestaltet.


    1. Minimierung des Schadens

    Sie als Versicherter bei der Hundehalterhaftpflicht haben die Pflicht, den von Ihrem Hund verursachten Schaden möglichst gering zu halten. Hierfür sollten Sie alles Zumutbare tun, was Sie selbst nicht in Gefahr bringt, zum Beispiel:

    • bei Personenschäden erste Hilfe leisten und wenn nötig einen Krankenwagen rufen
    • bei Unfällen helfen, die Unfallstelle abzusichern
    • wenn der Hund eine brennende Kerze umgeworfen hat versuchen, das Feuer selbst zu löschen
    • wenn dies nicht möglich ist die Feuerwehr verständigen

    2. keine Zugeständnisse oder Zusagen

    So wichtig es auch ist, den Geschädigten zu unterstützen: Auf keinen Fall sollten Sie ihm gegenüber sofort Ihr Verschulden einräumen, irgendwelche Zahlungen zusagen oder ihm womöglich gar vor Ort Geld geben. Ihre Hundehalterhaftpflicht wird anhand einer Überprüfung der Fakten entscheiden, ob die Ansprüche des Geschädigten überhaupt gerechtfertigt sind und welche Kostenhöhe angemessen ist. Wenn Sie voreilig etwas eingestehen oder zahlen, erschweren Sie dadurch die diesbezügliche Verhandlungsarbeit Ihrer Hundehalterhaftpflicht ganz erheblich. Bereits gezahlte Geldsummen sind womöglich nicht zurückforderbar, selbst wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass Sie gar nicht hätten zahlen müssen. Hinterlassen Sie deswegen nur Ihre Kontaktdaten und die Ihrer Hundehalterhaftpflicht beim Geschädigten.


    3. Die Hundehalterhaftpflicht umgehend informieren

    „Umgehend“ bedeutet in diesem Falle, dass die Schadensmeldung innerhalb von sieben Tagen nach dem Vorfall bei der Hundehalterhaftpflicht eingegangen sein muss. Sie können hierfür bei vielen Anbietern ein spezielles online-Formular oder sogar eine telefonische Hotline nutzen. Auch der herkömmliche Postweg ist für die Schadensmitteilung zulässig, aber hierbei ist die längere Laufzeit zu beachten.

    Wichtig ist bei der Schadensmeldung, dass Sie Ihrer Hundehalterhaftpflicht den Vorfall wahrheitsgetreu und vollständig schildern. Denn nur so können sich die Mitarbeiter ein genaues Bild von der Situation machen und das weitere Vorgehen entsprechend planen.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Wenn Sie vom Versicherungsunternehmen die Police zuschickt bekommen, dann bedeutet dies, dass Ihr Antrag auf Aufnahme in die Hundehalterhaftpflicht angenommen wurde. Damit ist die erste Voraussetzung für den Beginn des Versicherungsschutzes erfüllt. Zusammen mit der Police erhalten Sie außerdem eine Mitteilung darüber, bis wann Sie die erste Prämie zu zahlen haben. Sollten Sie nicht bereits beim Abschluss Ihrer Hundehalterhaftpflicht ein automatisches Lastschriftverfahren vereinbart haben, so müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Sie den ersten Beitrag fristgemäß überweisen. Erst dann wird der Versicherungsschutz tatsächlich wirksam.

    Als Datum für den Beginn Ihrer Hundehalterhaftpflicht können Sie entweder ein beliebiges, Ihnen genehmes Datum wählen, oder aber es gilt das Datum der Antragstellung. Somit kann es auch vor dem Zahlungstermin für die erste Prämie liegen. In diesem Falle gilt eine vorläufige Deckung, die jedoch (auch rückwirkend) verlischt, wenn die Zahlung nicht rechtzeitig erfolgt.


    Welche Deckungssumme / Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Hinsichtlich der Deckungssumme gibt es bei der Hundehalterhaftpflicht keine gesetzliche Mindestregelung, aber die folgenden Richtwerte können Ihnen bei der Auswahl eines geeigneten Versicherungsschutzes behilflich sein.


    1. Personenschäden

    Hundehalterhaftpflicht - Personenschäden rechnen mit einem Taschenrechner Gerade bei den Personenschäden kommt es darauf an, dass Ihre Hundehalterhaftpflicht einen leistungsstarken Versicherungsschutz bietet.

    Denn hier werden aufgrund der eventuell notwendigen intensivmedizinischen Behandlungen, Therapien, Reha-Maßnahmen oder gar lebenslangen Renten nicht selten Zahlungen in Millionenhöhe fällig. Hinzu kommt außerdem der Anspruch des Geschädigten auf ein angemessenes Schmerzensgeld.

    Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung darauf zu achten, dass die Versicherungssumme für Personenschäden mindestens drei Millionen Euro beträgt. Dieser Wert ist auch für die Hundehalterhaftpflicht ratsam. Viele Versicherungen bieten jedoch bereits standardmäßig eine höhere Versicherungssumme an.


    2. Sachschäden

    Auch bei den Sachschäden kann es geschehen, dass die Höhe der verursachten Kosten in die Tausende geht, zum Beispiel wenn bei einem Unfall Fahrzeuge stark beschädigt werden. Die Empfehlung der Stiftung Warentest für die private Haftpflichtversicherung beläuft sich daher auch hier auf eine Summe von mindestens drei Millionen Euro. Wer auch bei seiner Hundehalterhaftpflicht auf diesen Mindestwert achtet, ist auf der sicheren Seite. Deckungssummen von fünf oder sogar zehn Millionen Euro sind jedoch auch bei den Sachschäden inzwischen keine Seltenheit mehr.


    3. Vermögensschäden

    Die Vermögensschäden treten bei der Hundehalterhaftpflicht deutlich seltener auf als die Sach- und Personenschäden. Auch liegen die Kosten hierbei in der Regel nicht so hoch. Für die KFZ Versicherung, bei der die Mindesthöhe der Deckungssumme für alle Schadensarten gesetzlich vorgeschrieben ist, wird für die Vermögensschäden ein Wert von mindestens 50.000 Euro verlangt. Dieser Betrag ist erfahrungsgemäß ausreichend, sodass Sie damit auch bei der Hundehalterhaftpflicht auf der sicheren Seite sind.

    Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Deckungssumme bei der Hundehalterhaftpflicht

    • für Personenschäden mindestens 3 Millionen Euro
    • für Sachschäden (auch Mietsachschäden) ebenfalls mindestens 3 Millionen Euro
    • für Vermögensschäden mindestens 50.000 Euro

    betragen sollte.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Der Beitrag zur Hundehalterhaftpflicht ist von verschiedenen Einflüssen abhängig, von denen die wichtigsten hier kurz aufgeführt werden sollen.


    1. Die Höhe der Deckungssumme

    Bei einigen Anbietern besteht bei der Hundehalterhaftpflicht die Möglichkeit, zwischen unterschiedlich hohen Deckungssummen zu wählen, zum Beispiel drei, fünf oder zehn Millionen Euro. Auch beim Vergleichen mehrerer Tarife können Unterschiede bei der Versicherungssumme deutlich werden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Deckungssumme, desto höher der Beitrag zur Hundehalterhaftpflicht. Allerdings empfiehlt es sich nicht, die Versicherungssumme zu niedrig anzusetzen, da bei einer Unterdeckung der Versicherte selbst die Differenz zahlen muss.


    2. Die Möglichkeit einer Selbstbeteiligung

    Wenn ein Versicherungsunternehmen für jeden Versicherungsfall eine Zuzahlung des Versicherungsnehmers verlangt, spricht man von einer Selbstbeteiligung. Auch bei der Hundehalterhaftpflicht ist dies durchaus üblich. Der vom Versicherten zu leistende Eigenbetrag liegt dabei meist zwischen 100 und 200 Euro. Eine Selbstbeteiligung wirkt sich immer beitragsmindernd aus. Einige Versicherer bieten auch zwei verschiedene Tarife zur Hundehalterhaftpflicht an: einmal mit und einmal ohne Selbstbeteiligung.

    Hundehalterhaftpflicht - Gestapelte Münzen

    3. Die Rasse

    Halter von Hunden, die zu einer als gefährlich eingestuften Rasse gehören (den sogenannten Listenhunden), müssen mitunter einen erhöhten Beitrag zur Hundehalterhaftpflicht zahlen. Dies gilt meist auch für Mischlinge, bei denen eine oder mehrere der betreffenden Rassen nachweisbar sind.


    4. Die Vertragsdauer und der Zahlungsmodus

    Bei einigen Anbietern gibt es Rabatte auf den Versicherungsbeitrag, wenn die Hundehalterhaftpflicht für einen langen Zeitraum (zum Beispiel zehn Jahre) abgeschlossen wird. Ähnliches gilt, wenn Sie die Beiträge zur Hundehalterhaftpflicht jährlich (statt monatlich) zahlen.


    5. Öffentlicher Dienst

    Und schließlich bieten einige Versicherer die Hundehalterhaftpflicht für Versicherungsnehmer, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, zu vergünstigten Konditionen an.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Hundehalterhaftpflicht?

    Bei der Hundehalterhaftpflicht handelt es sich um ein Produkt, das sehr viele Versicherungsunternehmen im Angebot haben. Deswegen lohnt sich ein umfangreicher Vergleich – und zwar nicht nur vor dem Abschluss, sondern auch, falls Ihr Vertrag schon länger läuft.

    Bei einem solchen Vergleich können Sie feststellen, welche der zahlreichen Tarife alle diejenigen Leistungen enthalten, auf die es Ihnen besonders ankommt. Haben Sie beispielsweise einen Listenhund, dann kann die Preispolitik bei den verschiedenen Anbietern der Hundehalterhaftpflicht stark variieren. Wenn Sie hingegen viel mit Ihrem Vierbeiner reisen, dann kommt es darauf an, dass Ihre Hundehalterhaftpflicht auch Mietsachschäden in Ferienwohnungen, Hotelzimmern etc. abdeckt. Sobald Sie mithilfe des Vergleichs alle in Frage kommenden Tarife ermittelt haben, können Sie aus diesen den günstigsten auswählen.


    Können die Beiträge zur Hundehalterhaftpflicht von der Steuer abgesetzt werden?

    Ja, die Angabe der Beiträge zur Hundehalterhaftpflicht bei der Einkommensteuererklärung ist möglich, und zwar als Sonderausgabe (§ 10 EStG). Da jedoch hier ein Höchstbetrag von 1900 bzw. 2800 Euro pro Jahr gilt, wirken sie sich nur dann steuermindernd aus, wenn diese Obergrenze noch nicht durch die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ausgeschöpft ist.


    Was ist bei einer Kündigung der Hundehalterhaftpflicht zu beachten?

    Bei einer Kündigung der Hundehalterhaftpflicht gelten je nach Sachlage verschiedene Fristen.

    Die ordentliche Kündigung ist ohne Angabe von Gründen jeweils zum Ende des laufenden Versicherungsjahres möglich. Hier gilt eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten, wobei einzelne Anbieter auch Verträge mit kürzeren Fristen (meist ein Monat) anbieten. Erfolgt zum Ende der vereinbarten Laufzeit keine Kündigung, dann verlängert sich der Vertrag für die Hundehalterhaftpflicht stillschweigend um ein weiteres Jahr.

    Außerordentlich können Sie Ihre Hundehalterhaftpflicht nur dann kündigen, wenn ein besonderer Grund vorliegt. Dies kann beispielsweise eine Beitragserhöhung ohne angemessene Leistungssteigerung sein, aber auch der Eintritt eines Versicherungsfalles. Die außerordentliche Kündigung muss innerhalb von vier Wochen nach dem Zugang der Mitteilung über die Erhöhung bzw. nach dem Abschluss des Versicherungsfalles eingereicht werden. Es gilt hier eine gesetzliche Kündigungsfrist von einem Monat.
    Beim Tod oder der Abgabe des versicherten Hundes gilt im Allgemeinen ein Sonderkündigungsrecht, im Rahmen dessen der Vertrag sofort aufgelöst werden kann.


    Was ist bei einem Wechsel der Hundehalterhaftpflicht zu beachten?

    Hundehalterhaftpflicht - Recherche am PC Ein Wechsel der Hundehalterhaftpflicht ist problemlos möglich. Sie müssen hierbei jedoch die geltende Kündigungsfrist für Ihren alten Vertrag beachten.

    Außerdem ist es sehr wichtig, dass Sie rechtzeitig einen neuen Vertrag abschließen, damit in Ihrem Versicherungsschutz keine gefährliche Lücke entsteht.