Pferdehalterhaftpflicht


    Weshalb ist eine Pferdehalterhaftpflicht sinnvoll?

    Pferdehalterhaftpflicht - Frau mit einem Pferd Pferde sind wunderschöne Tiere – dabei aber auch groß und kraftvoll. Sie haben Temperament und erreichen beim Laufen beachtliche Geschwindigkeiten. Sie bewegen große Lasten und wiegen selbst mehrere Hundert Kilogramm. Mit einem Schlag ihrer kräftigen Hufe können sie einen Menschen lebensgefährlich verletzen und auch harte Materialien zertrümmern.

    Eine Pferdehalterhaftpflicht schützt Sie als Halter, falls Ihr Pferd bei Dritten einen Schaden verursacht.

    Nach § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) haftet der Tierhalter, wenn sein Tier einen Menschen verletzt oder tötet oder dessen Eigentum beschädigt. Diese Haftung ist der Höhe nach nicht beschränkt, und Ausnahmen gelten nur für Tierhalter, die ihr Tier ausschließlich zu gewerblichen Zwecken halten und die darüber hinaus nachweislich alle Sorgfaltspflichten erfüllt haben. Ob im konkreten Schadensfall diese Ausnahmeregelung anerkannt wird, ist fraglich. Wenn man sich andererseits einmal vor Augen führt, welche enormen Kosten gerade aus den Personenschäden resultieren können, wo auch Schmerzensgeldzahlungen üblich sind und eventuell eine lebenslange Rente erforderlich wird, dann wird schnell deutlich, warum die Pferdehalterhaftpflicht unverzichtbar ist.

    Es handelt sich bei der Pferdehalterhaftpflicht nicht um eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung, aber der Abschluss ist dennoch wirklich jedem Pferdebesitzer unbedingt zu empfehlen. Folgende Beispiele sollen einmal kurz aufzeigen, wie leicht es zu einem Haftungsfall kommen kann:

    1. Ihr Pferd bricht aus seiner Koppel aus und läuft auf eine Straße, wo es einen schweren Verkehrsunfall verursacht.
    2. Ihr Pferd bricht aus seiner Koppel aus und beschädigt parkende Fahrzeuge bzw. verwüstet auf seiner Flucht fremde Felder oder Gärten.
    3. Ihr Pferd zieht bei einer Ausflugsfahrt einen Kremserwagen. Es scheut und der Wagen stürzt um, Personen werden verletzt.
    4. Ihr Pferd wirft seinen Reiter ab, der infolge des Sturzes schwer verletzt wird.
    5. Ihr Pferd schlägt aus und verletzt dabei den Tierarzt, den Hufschmied oder den Pferdepfleger.
    6. Ihr Pferd schlägt in seiner Box aus, die Sie gemietet haben, und beschädigt diese.
    7. Ihr Hengst deckt eine Stute, deren Halter damit nicht einverstanden war.

    All diese Beispiele sind mögliche Schadensfälle für die Pferdehalterhaftpflicht.


    Welche Leistungen sind in einer Pferdehalterhaftpflicht versichert?

    Bei der Pferdehalterhaftpflicht handelt es sich um eine von zwei speziellen Varianten der Tierhalterhaftpflicht. Diese gilt für alle größeren Haustiere, ganz besonders jedoch für Hunde und Pferde. Deswegen gibt es sie auch jeweils direkt als Hundehalterhaftpflicht und als Pferdehalterhaftpflicht.

    Die Pferdehalterhaftpflicht übernimmt zunächst einmal wie die reguläre Haftpflichtversicherung auch die grundsätzliche Abdeckung von:

    1. Sachschäden
    2. Personenschäden
    3. allgemeinen Vermögensschäden

    1. Sachschäden bei der Pferdehalterhaftpflicht

    Wenn das versicherte Pferd fremdes Eigentum beschädigt oder zerstört, dann übernimmt die Pferdehalterhaftpflicht dafür die Kosten. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Schäden an den Ländereien eines Dritten (sogenannte Flurschäden), Schäden an beweglichen Gegenständen oder auch Schäden an gemietetem Eigentum wie der Pferdebox oder einer gepachteten Koppel handeln. Die Pferdehalterhaftpflicht reguliert den Schaden im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme.

    2. Personenschäden bei der Pferdehalterhaftpflicht

    Personenschäden können nicht nur beim gewohnheitsmäßigen direkten Umgang mit dem Pferd verursacht werden – also beispielsweise beim Reiten oder der Pflege des Tieres – sondern auch durch Verkehrsunfälle, die das Pferd verursacht, oder durch Unfälle mit einem vom Pferd gezogenen Transportfahrzeug wie einem Schlitten oder Kremserwagen. Wenn Menschen verletzt oder gar getötet werden, dann darf neben den Behandlungskosten auch ein Schmerzensgeld eingefordert werden. Entstehen bleibende gesundheitliche Beeinträchtigungen, so wird unter Umständen die Zahlung einer lebenslangen Rente fällig. Die Pferdehalterhaftpflicht übernimmt diese Kosten bis zur im Versicherungsvertrag vereinbarten Deckungssumme.

    3. Vermögensschäden bei der Pferdehalterhaftpflicht

    Schließlich gibt es in Bezug auf die Pferdehalterhaftpflicht noch die sogenannten Vermögensschäden. Von einem Vermögensschaden spricht man in der Versicherungsbranche immer dann, wenn einem Dritten ein finanzieller Nachteil entsteht, der jedoch nicht unmittelbar in einem Sach- oder Personenschaden begründet ist, sondern nur mittelbar. Ein Beispiel hierfür wäre der Verdienstausfall eines Freiberuflers, wenn dieser durch das versicherte Pferd verletzt wird und deswegen einige Wochen nicht arbeiten kann. Für die Vermögensschäden wird bei der Pferdehalterhaftpflicht meist eine eigene Deckungssumme festgelegt, die deutlich unter der für die Personen- und Sachschäden liegt.


    Mögliche zusätzliche Leistungen bei der Pferdehalterhaftpflicht

    Pferdehalterhaftpflicht - Frau schreibt sich Angebote auf Da ein Pferd in vielen Fällen auch in materieller Hinsicht einen beachtlichen Wert hat, empfehlen sich je nach der jeweiligen Situation einige zusätzliche Versicherungsleistungen.

    Diese können bei einigen Anbietern direkt zusammen mit der Pferdehalterhaftpflicht abgeschlossen werden. Oftmals ist eine solche Paketleistung deutlich günstiger im Vergleich zur Summe der einzelnen Prämien.

    Folgende Erweiterungen bzw. Ergänzungen zur Pferdehalterhaftpflicht bieten sich an:

    • eine Krankenversicherung für das Pferd
    • eine Rechtsschutzversicherung für den Pferdehalter
    • eine Unfallversicherung für den Reiter

    Die zusätzliche Rechtsschutzversicherung für Pferdehalter ermöglicht es dem Besitzer, eigene Ansprüche gerichtlich durchzusetzen. Zwar beinhaltet die Pferdehalterhaftpflicht bereits einen passiven Rechtsschutz, weil sie zunächst die Ansprüche des Geschädigten prüft und diese gegebenenfalls auch abwehrt. Aber ein zusätzlicher Rechtsschutz würde auch ein aktives Vorgehen für die eigenen Interessen ermöglichen. Die Unfallversicherung ist vor allem dann unverzichtbar, wenn der Reiter auch der Halter des Pferdes ist, da in dieser Konstellation die Pferdehalterhaftpflicht den Schaden nicht regulieren würde. Und eine Krankenversicherung für das Pferd dient dazu, die unter Umständen sehr hohen Kosten abzudecken, die bei einer notwendigen medizinischen Behandlung oder gar Operation des Pferdes auf den Halter zukommen.


    Was ist vor Abschluss einer Pferdehalterhaftpflicht zu beachten?

    Bevor Sie als Pferdebesitzer eine Pferdehalterhaftpflicht abschließen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, welche Leistungen Sie tatsächlich benötigen. Selbstverständlich besteht der grundsätzliche Versicherungsschutz bei einer Pferdehalterhaftpflicht immer aus den drei Bestandteilen Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden. Aber es gibt sehr viele verschiedene Nutzungsarten für Pferde, so dass es sich durchaus lohnt, das Leistungspaket entsprechend anzupassen.

    So ist es zum Beispiel etwas völlig anderes, einen Pferdehof für „Gnadenbrotpferde“ zu unterhalten als einen mit aktiven Reitpferden, die auch bei Turnieren mitlaufen. Und wer seine Tiere für Kutsch- oder Schlittenfahrten einsetzt, benötigt einen anderen Schutz als jemand, der einen Deckhengst für die Zucht hält. Bei Pferden, die in einer gemieteten Stallung oder Box untergebracht sind, sollten unbedingt auch Schäden an gemietetem Eigentum mitversichert werden. Weil die Versicherer um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Pferdebesitzer wissen, bieten einige tatsächlich auch verschiedene Tarife zur Pferdehalterhaftpflicht an. Ansonsten gibt es aber in vielen Fällen zumindest eine Wahlmöglichkeit bei bestimmten Leistungsbausteinen wie der Teilnahme an Turnieren und Rennen.

    Darüber hinaus sollten Sie vor dem Abschluss des Vertrages die Versicherungsbedingungen eines jeden Angebotes zur Pferdehalterhaftpflicht ganz genau prüfen. Einige Anbieter machen die Leistungsauszahlungen von bestimmten Voraussetzungen abhängig, zum Beispiel davon, dass jeder Reiter immer einen Helm trägt oder dass die Umzäunung der Pferdekoppel eine bestimmte Mindesthöhe hat. Keine Sorge, viele Tarife zur Pferdehalterhaftpflicht kommen auch ohne solcherlei Einschränkungen aus. Aber es ist eben wichtig, dies vorher genau zu prüfen. Alle Themen rund um die Pferdehalterhaftpflicht.


    Welche Kosten werden bei einer Pferdehalterhaftpflicht im Schadenfall übernommen?

    Die Pferdehalterhaftpflicht leistet im Schadensfall einen finanziellen Ausgleich bis zur vereinbarten Deckungssumme. Für Schäden am Sachvermögen werden die Reparaturkosten oder – falls die Reparatur unmöglich oder unrentabel ist – der Wiederbeschaffungswert erstattet. Bei beschädigten Fahrzeugen kommt zum Wiederbeschaffungswert noch ein Wertminderungsausgleich hinzu, da ein Auto nach einem Unfall selbst bei einer vollständigen Reparatur nie mehr den vollen Wert erreicht.

    Bei reinen Vermögensschäden muss gegenüber der Pferdehalterhaftpflicht nachgewiesen werden, wie hoch der finanzielle Verlust (zum Beispiel in Form eines Verdienstausfalls) für den Geschädigten tatsächlich ist. Die Regulierung erfolgt auch hier bis zum vereinbarten Höchstbetrag. Am umfangreichsten sind im Hinblick auf die Regulierung wahrscheinlich die Personenschäden, weil hier zusätzlich zu den Kosten für die medizinische Behandlung (inklusive aller therapeutischen Maßnahmen, Rehabilitationsmaßnahmen usw.) auch noch die Forderungen nach Schmerzensgeld erfüllt werden müssen. Und bei bleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann die Pferdehalterhaftpflicht zur Zahlung einer lebenslangen Rente verpflichtet werden.

    Je nach dem gewählten Tarif reguliert die Pferdehalterhaftpflicht außerdem die Ansprüche der Geschädigten bei folgenden Arten von Schadensereignissen:

    • Flurschäden
    • Teilnahme an Turnieren
    • Fremdreiterrisiko
    • Reitbeteiligungen
    • Schlitten- und Kutschfahrten
    • ungewollte Deckakte
    • Schäden an gemietetem Eigentum
    • Schäden an geliehenem Eigentum wie Reitutensilien

    Pferdehalterhaftpflicht - Frau mit einem Taschenrechner

    Welche Kosten werden bei einer Pferdehalterhaftpflicht im Schadenfall nicht übernommen?

    In bestimmten Situationen ist die Pferdehalterhaftpflicht nicht zur Leistungsauszahlung verpflichtet. Typische Ausschlüsse sind:

    1. Vorsatz

    Selbstverständlich gilt es nicht als Versicherungsfall für die Pferdehalterhaftpflicht, wenn der Pferdebesitzer den Schaden vorsätzlich herbeigeführt oder jemand anderen dazu angestiftet hat, den Schaden zu verursachen.

    2. Familienmitglieder

    Familienmitglieder bzw. die Menschen, die mit dem Pferdebesitzer in einer häuslichen Gemeinschaft leben, können bei der Pferdehalterhaftpflicht keine Ansprüche gegen ihn geltend machen.

    3. Schäden an gemietetem, geliehenem oder gepachtetem Sachvermögen

    Wenn es nicht ausdrücklich anders im Versicherungsvertrag vermerkt ist, dann gilt die Pferdehalterhaftpflicht nicht für Schäden an gemietetem Eigentum, zum Beispiel den Stallungen, aber auch an gepachtetem Weideland. Bei manchen Tarifen wird zusätzlich noch zwischen beweglichen gemieteten Sachen (beispielsweise eine Transportbox) und unbeweglichen unterschieden. Wenn auch geliehene Gegenstände wie beispielsweise eine Reitausrüstung in den Versicherungsschutz der Pferdehalterhaftpflicht eingeschlossen sind, dann gilt die Deckung jedoch nicht für Schäden durch Abnutzung, Verschleiß oder übermäßige Beanspruchung.

    4. mangelnde Gefahrenbeseitigung

    Der Anbieter der Pferdehalterhaftpflicht kann vom Versicherungsnehmer verlangen, dass er offensichtliche Gefahren, die zu einem erhöhten Schadensrisiko führen, innerhalb einer bestimmten Frist behebt. Hierzu könnte beispielsweise ein zu niedriger Zaun zählen. Eine nicht erfolgte Gefahrenbeseitigung kann dazu führen, dass die Leistungen aus der Pferdehalterhaftpflicht nicht ausgezahlt werden.


    Wie verhalte ich mich bei einer Pferdehalterhaftpflicht im Schadenfall?

    Natürlich hofft jeder Pferdebesitzer, dass er seine Pferdehalterhaftpflicht niemals benötigen wird. Was ist jedoch zu tun, wenn trotz aller Vorsicht ein Versicherungsfall eintritt? Um Ihrer Pferdehalterhaftpflicht die Abwicklung des Schadens möglichst leicht zu machen, sollten Sie die folgenden Dinge beachten:

    1. Den Schaden nach Möglichkeit eingrenzen

    Als Versicherungsnehmer einer Pferdehalterhaftpflicht sind Sie dazu verpflichtet, das Ausmaß eines entstandenen Schadens möglichst einzugrenzen bzw. Folgeschäden zu verhindern. Selbstverständlich gilt diese Vorgabe jedoch nur unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr eigenes Leben und Ihre Gesundheit nicht gefährden. Maßnahmen der Schadenseingrenzung für die Pferdehalterhaftpflicht können zum Beispiel sein:

    • bei Personenschäden erste Hilfe leisten und einen Arzt bzw. Rettungswagen verständigen
    • bei Verkehrsunfällen helfen, die Unfallstelle zu sichern
    • bei einem Ausbruch aus der Koppel die Schäden am Zaun sofort sichern, bevor eventuell weitere Pferde entlaufen

    2. Kein vorschnelles Schuldeingeständnis

    Auch wenn Sie Ihr Möglichstes tun, um den Schaden einzugrenzen und den Geschädigten zu unterstützen, sollten Sie keinesfalls Ihr Verschulden übereilt eingestehen, Zahlungszusagen machen oder sogar vor Ort etwas bezahlen. Es gehört zu den Aufgaben Ihrer Pferdehalterhaftpflicht, zunächst einmal alle Ansprüche des Geschädigten Ihnen gegenüber zu prüfen und über deren Rechtmäßigkeit und Angemessenheit zu entscheiden. Ein vorschnelles Schuldeingeständnis würde dem Versicherungsunternehmen diese Arbeit ungleich schwerer machen. Hinterlassen Sie stattdessen bei dem Geschädigten Ihre eigenen Kontaktdaten sowie die Ihrer Pferdehalterhaftpflicht.

    Pferdehalterhaftpflicht - Frau mit einem Handy

    3. Den Schaden unverzüglich der Pferdehalterhaftpflicht melden

    Wenn ein Versicherungsfall eingetreten ist, dann sind Sie als Versicherungsnehmer dazu angehalten, diesen innerhalb einer Woche bei Ihrer Pferdehalterhaftpflicht zu melden. Dies können Sie telefonisch oder schriftlich tun. Die Nutzung einer Schadenshotline, wie sie viele Versicherer inzwischen anbieten, hat den Vorteil, dass Ihnen die Mitarbeiter Ihrer Pferdehalterhaftpflicht direkt Tipps und Hinweise zum weiteren Vorgehen geben können.

    4. Gegenüber der Pferdehalterhaftpflicht vollständige und wahrheitsgemäße Angaben machen

    Selbstverständlich müssen Sie gegenüber Ihrer Pferdehalterhaftpflicht vollständige und wahrheitsgemäße Angaben zum Schadenshergang machen. Nur so kann sich das Versicherungsunternehmen ein realistisches Bild von der Situation machen und den Sachverhalt entsprechend beurteilen.


    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Der Versicherungsschutz der Pferdehalterhaftpflicht setzt ein, sobald das Versicherungsunternehmen die Unterlagen an den Versicherungsnehmer geschickt und dieser die erste Prämie gezahlt hat. Die Ausstellung der Versicherungspolice bestätigt die Annahme des Aufnahmeantrags. Allerdings wird diese hinfällig, wenn der Versicherungsnehmer den ersten Beitrag nicht innerhalb der ihm hierfür gesetzten Frist bezahlt. Mitunter wird als Datum für den Versicherungsbeginn in den Versicherungsunterlagen auch das Antragsdatum übernommen. In diesem Falle gilt bis zur Bezahlung der ersten Prämie eine vorläufige Deckung für die Pferdehalterhaftpflicht, die allerdings unwirksam wird, wenn die Zahlung nicht rechtzeitig erfolgt.

    Wer sich für eine Paketlösung entscheidet, die neben der Pferdehalterhaftpflicht auch eine Rechtsschutzversicherung enthält, der sollte unbedingt prüfen, inwiefern die Rechtsschutz-Komponente mit Wartezeiten verbunden ist. Denn um auszuschließen, dass der Pferdehalter extra eine Rechtsschutzversicherung abschließt, um die Kostendeckung für einen sich bereits anbahnenden Rechtsstreit zu sichern, gilt hier sehr häufig eine Wartezeit von drei Monaten. Rechtsstreitigkeiten, deren Ursprung in der Zeit vor dem Abschluss der Versicherung liegen, sind übrigens grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.


    Welche Deckungssumme / Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Anders als zum Beispiel bei der KFZ Versicherung gibt es für die Pferdehalterhaftpflicht keine gesetzlich festgelegte Mindesthöhe hinsichtlich der Versicherungssumme. Allerdings gibt es verschiedene Richtwerte, an denen Sie sich orientieren können, wenn Sie einen Tarif zur Pferdehalterhaftpflicht auswählen.

    Das größte finanzielle Risiko stellen bei der Pferdehalterhaftpflicht in der Regel die Personenschäden dar. (Intensiv-) medizinische Behandlungen, spezielle therapeutische Maßnahmen und möglicherweise eine anschließende stationäre Rehabilitation haben ihren Preis. Hinzu kommen eventuelle Forderungen nach einem Schmerzensgeld für den erlittenen Schaden. Wenn ein Mensch so schwer verletzt ist, dass er bleibende gesundheitliche Beeinträchtigungen davonträgt, so wird unter Umständen die Zahlung einer lebenslangen monatlichen Rente fällig. Auch diese müsste aus den Leistungen der Pferdehalterhaftpflicht bestritten werden. Wenn diese aufgrund einer zu niedrigen Deckungssumme ausgeschöpft sind, dann ist der Pferdehalter selbst zur Zahlung der Differenz verpflichtet.

    Die Stiftung Warentest empfiehlt deswegen für die allgemeine Haftpflichtversicherung, dass die Deckungssumme für Personenschäden nicht unter drei Millionen Euro liegen sollte. Ähnliches rät sie auch für die Sachschäden, die ebenfalls sehr hohe Kosten verursachen können, zum Beispiel wenn Fahrzeuge oder Gebäude betroffen sind. Auch für die Pferdehalterhaftpflicht sollte daher die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden mindestens drei Millionen Euro betragen. Bei vielen Anbietern liegt sie allerdings inzwischen standardmäßig höher. Versicherungssummen von 10 oder 15 Millionen Euro sind heutzutage längst üblich.

    Für die Vermögensschäden gibt es bei der KFZ Versicherung die gesetzliche Vorgabe, dass die Deckungssumme mindestens 50.000 Euro betragen muss. Dieser Wert hat sich bewährt und kann deswegen ebenfalls problemlos auf die Pferdehalterhaftpflicht übertragen werden. Wer sich für eine Paketlösung entscheidet, die auch eine Rechtsschutzversicherung für Pferdehalter beinhaltet, der ist gut beraten, wenn er sich hier für eine Deckungssumme von mindestens 250.000 Euro entscheidet. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass dieser Betrag in der überwiegenden Mehrzahl der Rechtsstreitigkeiten ausreicht, um den Vorfall über zwei Instanzen zu verhandeln. Allerdings ist es heute so, dass die meisten Rechtsschutzversicherungen die Deckung nach oben hin völlig offen lassen.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Pferdehalterhaftpflicht - Pony Die Höhe der Beiträge richtet sich bei der Pferdehalterhaftpflicht nach verschiedenen Kriterien.

    So spielt es zum Beispiel eine Rolle, um was für eine Art Pferd es sich handelt. Denn manche Versicherer bieten verschiedene Tarife zur Pferdehalterhaftpflicht an, je nachdem, ob es sich um

    • ein reguläres Pferd,
    • ein Pony,
    • ein Fohlen bzw. Jungtier oder
    • ein Gnadenbrotpferd

    handelt. Dabei gelten in der Regel niedrigere Beiträge zur Pferdehalterhaftpflicht für Ponys und Jungtiere und noch stärkere Rabatte für Gnadenbrotpferde – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass diese nicht mehr geritten werden.

    Abgesehen davon ist es natürlich wichtig, welche Leistungen in die Pferdehalterhaftpflicht mit eingeschlossen werden sollen. Diese wiederum ergeben sich aus der jeweiligen Aufgabe des Pferdes, teilweise auch aus seiner Unterbringung. Je nach dem abgeschlossenen Tarif sind die notwendigen Bausteine entweder bereits in der Pferdehalterhaftpflicht mit eingeschlossen oder müssen zum Basisschutz hinzugewählt werden. Mögliche Bausteine der Pferdehalterhaftpflicht sind unter anderem:

    • Kostendeckung bei Mietschäden
    • Kostendeckung bei Flurschäden
    • Versicherung bei Teilnahme an Rennen oder Turnieren
    • Versicherung von Schäden, die fremde Tierhüter oder Reiter erleiden
    • Einschluss von Kutsch- und Schlittenfahrten

    Je umfangreicher das Leistungspaket ist, desto höher wird in aller Regel auch der Beitrag zur Pferdehalterhaftpflicht ausfallen.

    Und schließlich spielt es für die Beitragshöhe auch eine Rolle, ob das jeweilige Angebot zur Pferdehalterhaftpflicht eine Selbstbeteiligung vorsieht. Wenn dies der Fall ist, fällt der Beitrag meist niedriger aus. Allerdings sind dann je nach Anbieter pro Versicherungsfall zwischen 100 und 200 Euro zu zahlen.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Pferdehalterhaftpflicht?

    Nur durch einen Vergleich können Sie herausfinden, welche der Ihnen vorliegenden Angebote zur Pferdehalterhaftpflicht alle für Sie wichtigen Leistungen enthalten. Denn gerade in Bezug auf die zusätzlichen Ansprüche, die sich aus einer bestimmten Nutzungsart des versicherten Pferdes (zum Beispiel als Rennpferd) ergeben, sind die Tarife sehr unterschiedlich ausgestaltet. Was bei einigen Angeboten von Anfang an enthalten ist, muss bei anderen als zusätzliche Leistung zur Pferdehalterhaftpflicht abgeschlossen werden. Auch die Deckungshöhe ist bei den verschiedenen Anbietern der Pferdehalterhaftpflicht unterschiedlich hoch.

    Außerdem sollten Sie darauf achten, ob das jeweilige Angebot zur Pferdehalterhaftpflicht die Auszahlung der Versicherungsleistungen an bestimmte Bedingungen knüpft, wie zum Beispiel eine Helmpflicht oder eine Mindesthöhe für die Koppelzäune. Manche Versicherer nehmen – ähnlich wie bei der KFZ Versicherung – eine Beitragserhöhung vor, wenn ein Versicherungsfall eingetreten ist. Alle diese Details können Sie mithilfe eines Vergleichs vor dem Abschluss Ihrer Pferdehalterhaftpflicht herausfinden. Und wenn Sie die für Sie passenden Tarife gefunden haben, können Sie im zweiten Schritt das günstigste Angebot auswählen.


    Können die Beiträge zur Pferdehalterhaftpflicht von der Steuer abgesetzt werden?

    Ja, es ist möglich, die Beiträge zur Pferdehalterhaftpflicht bei der Einkommensteuererklärung geltend zu machen. Die Ausgaben für Haftpflichtversicherungen werden vom Gesetzgeber als steuermindernd anerkannt, weil eine solche Versicherung dem Schutz der Person dient. Die Anrechnung der Beiträge zur Pferdehalterhaftpflicht erfolgt für die private Nutzung der Pferde unter § 10 EStG als Sonderausgabe für Vorsorgeaufwendungen. Allerdings fallen die Beiträge nur dann ins Gewicht, wenn der zulässige Höchstbetrag für die Sonderausgaben noch nicht durch die Sozialabgaben und sonstigen Versicherungen ausgeschöpft ist. Die Obergrenze liegt für Angestellte bei 1900 Euro und für Selbstständige und Freiberufler bei 2800 Euro pro Jahr. Wenn das versicherte Pferd jedoch gewerblich genutzt wird, dann können die Beiträge zur Pferdehalterhaftpflicht in voller Höhe als Betriebsausgaben abgesetzt werden.


    Was ist bei einer Kündigung der Pferdehalterhaftpflicht zu beachten?

    Pferdehalterhaftpflicht - Vertrag Bei der Kündigung der Pferdehalterhaftpflicht müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfristen eingehalten werden.

    Diese betragen bei einer ordentlichen Kündigung drei Monate und bei einer außerordentlichen Kündigung einen Monat. Die ordentliche Kündigung der Pferdehalterhaftpflicht ist nur jeweils zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich, während die außerordentliche jederzeit ausgesprochen werden kann.

    Allerdings bedarf es hierfür eines besonderen Kündigungsgrundes, beispielsweise einer Beitragserhöhung ohne Leistungsanpassung oder eines Versicherungsfalles.

    Wenn das versicherte Tier verstirbt oder verkauft wird, dann wird der Vertrag über die Pferdehalterhaftpflicht aufgehoben. Allerdings muss der Versicherungsnehmer hierfür dem Versicherungsunternehmen einen schriftlichen Nachweis vorlegen.


    Was ist bei einem Wechsel der Pferdehalterhaftpflicht zu beachten?

    Wenn Sie bei einem Vergleich festgestellt haben, dass Ihre Pferdehalterhaftpflicht zu teuer oder zu leistungsschwach ist, dann können Sie selbstverständlich den Anbieter wechseln. Wichtig ist jedoch, dass Sie die jeweils gültige Kündigungsfrist beachten, wobei jedoch auch keine Lücke im Versicherungsschutz entstehen darf: Alter und neue Vertrag sollten also möglichst nahtlos ineinander übergehen. Abgesehen davon sollten Sie bei einem Wechsel Ihrer Pferdehalterhaftpflicht nicht ausschließlich an den günstigeren Preis denken, sondern vorher genau prüfen, dass auch der neue Tarif alle für Sie wichtigen Leistungen enthält.