Ärztehaftpflichtversicherung

    Warum ist eine Ärztehaftpflichtversicherung sinnvoll?

    Ärztehaftpflichtversicherung - Zwei Ärzte informieren sich am Tablett Die Ärztehaftpflichtversicherung ist eine der grundlegenden Versicherungsformen, die für Mediziner den wichtigsten Schutz darstellen.

    Sie ist auf der einen Seite gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Zulassung für die ärztliche Tätigkeit durch die zuständige Kammer erfolgen soll, zum anderen sichert sie das grundlegende Risiko behandelnder Ärzte ab: Wegen medizinischer Fehler haften zu müssen.

    Der Sache nach ist im medizinischen Umfeld ein Schadenfall immer mit der Gesundheit eines Menschen verbunden. Aus medizinischen Fehlern, die Schaden verursachen, resultieren Haftpflichtansprüche des Geschädigten an den Arzt, und die müssen in der gesamten Höhe beglichen werden. Es kommen, besonders wenn ein irreparabler Schaden entstanden ist und der Arzt für die dauerhafte Pflege oder anhaltenden Verdienstausfall aufkommen muss, schnell hohe Summen zusammen. Die Ärztehaftpflichtversicherung fängt die anfallenden Kosten auf und erstattet sie dem Geschädigten bzw. übernimmt direkt anfallende Kosten.

    In den Leistungen der Ärztehaftpflichtversicherung ist zusätzlich ein passiver Rechtsschutz eingeschlossen. Der Effekt: Die Versicherung prüft die erhobenen Vorwürfe auf ihre Berechtigung. Sie nimmt vor diesem Hintergrund einen Großteil administrativen Aufwands für die Prüfung der Berechtigung der erhobenen Ansprüche vom Arzt weg. Je nach konkreter Sachlage werden die erhobenen Ansprüche entweder erfüllt, oder sie werden im Umfang der Berechtigung übernommen und für den Teil unberechtigter Forderungen zurückgewiesen.

     

    Wichtig für die Rechtsleistungen ist, dass für die Prüfung und ggf. Zurückweisung keine Kosten auf die Deckungssumme angerechnet werden. Die Anteile für die administrative und rechtliche Bewertung bzw. Bearbeitung des Versicherungsfalls trägt die Versicherung selbst.

     

    • Angestellte Ärzte, niedergelassene Ärzte und Mediziner in Ausbildung
      Je nach Anbieter können für angestellte und niedergelassene Ärzte unterschiedliche Konditionen gelten. Wichtig ist, dass der Arzt im Vorfeld der Versicherung auf einen ausreichenden Versicherungsschutz im Sinn der Vorgaben der zuständigen Landesärztekammer geachtet wird. Nur mit der mindestens vorgeschrieben Deckung bzw. dem Basisleistungsumfang wird eine Zulassung erteilt. Dieser Punkt ist für angestellte und niedergelassene Ärzte gleich.Niedergelassene Ärzte sollten auf eine umfangreichere Deckung achten. Ihr Risiko wird gemeinhin nicht von einer administrativen Instanz im Sinne einer bspw. Krankenhausverwaltung gemindert. Sie sind Schadenersatzforderungen meist direkt ausgesetzt. Zusätzlich haften sie auch für Fehler ihrer Angestellten über ihre eigene Berufshaftpflicht mit. Das macht eine effiziente Ärztehaftpflichtversicherung nötig, die vor allem in ihrem Deckungsumfang angepasst ist.Mediziner und Ärzte in Ausbildung sollten ebenfalls auf einen umfassenden Versicherungsschutz achten. Verschiedene Anbieter halten spezielle Ausbildungstarife oder angepasste Tarifmodelle vor, die später angeglichen werden können.
    • Absicherung von Auslandseinsätzen
      Auslandseinsätze (z.B. für Ärzte ohne Grenzen und andere Organisationen, Auslandsausbildung, etc.) müssen meist separat abgesichert werden. In vielen Fällen liegen Verbandsversicherungen vor oder spezielle Angebote für die jeweilige Tätigkeit. Ärzte sollten sich im Vorfeld des Einsatzes beim Träger bzw. der verantwortlichen Organisation über die jeweilige Versicherungslage informieren.

    Ärztehaftpflichtversicherung - Arzt mit einem Globus

    Welche Gefahren und Schäden sind in der Ärztehaftpflichtversicherung abgedeckt?

    • Nachhaftung
      In die Ärztehaftpflichtversicherung muss eine Nachhaftung eingeschlossen sein, damit auch spät geltend gemachte Ansprüche den Arzt nicht im Ruhestand oder nach einem Tätigkeitswechsel ungeschützt treffen. Verschiedene Anbieter integrieren Leistungen für die Nachhaftung in ihre Angebote, andere stellen sie als gesonderte Leistung bereit. Sie ist jedoch ausdrücklich empfehlenswert. Der Versicherungsvergleich gibt Auskunft über den Eintritt der Versicherung bei einem Leistungsfall, der in der Nachhaftungsfrist auftritt.
    • Vermögensschadendeckung
      Vermögensschäden treten auf, wenn bspw. einem Geschädigten ein Verdienstausfall erstattet werden muss. Je nach Anbieter wird die Deckungssumme für Vermögensschäden separat vereinbart und ist meist nicht in der gleichen Höhe wie die Summen für Personenschäden und Sachschäden angesetzt. Vermögensschäden sollten, da mit Schädigung eines Menschen in vielen Fällen eben auch Verdienstausfälle in die Leistungspflicht fallen, ausreichend hoch versichert werden.
    • Notarzttätigkeit
      Die Notarzttätigkeit sollte in die Ärztehaftpflichtversicherung aufgenommen sein. Ist sie es nicht grundlegend, sollte sie, wenn die entsprechende Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wird, angemessen versichert werden. In der Regel gelten dieselben Konditionen wie in der grundständigen Ärztehaftpflichtversicherung.
    • Angepasste Versicherungssumme
      Die Versicherungssumme kann sich dem konkreten Risiko der jeweiligen Karrierestufe anpassen. Vorteil: Auch der Versicherungsbeitrag passt sich entsprechend an. Nicht alle Anbieter halten die Anpassungsklausel vor. Im Versicherungsvergleich sind entsprechende Informationen festgehalten.
    • Leistungsanpassung je nach Verantwortung und Ausbildungsstand
      Auch der Leistungsumfang der Ärztehaftpflichtversicherung kann je nach Anbieter angepasst werden. Damit folgt nicht nur die Deckungssumme dem jeweiligen konkreten Tätigkeitsfeld, auch die versicherten Leistungen können dem aktuellen Risiko angepasst werden. Vor allem in der Ausbildung oder Facharztausbildung sollte die Anpassung geprüft werden, sofern sie vom Versicherer vorgesehen ist. Nicht alle medizinischen Bereiche können gleichermaßen angepasst versichert werden. Auch hier gibt der Versicherungsvergleich nähere Auskunft.