Wohngebäudeversicherung

    Weshalb ist eine Wohngebäudeversicherung sinnvoll?

    Wenn schon Elektrogeräte oder Brillen versichert werden, sollte es nicht überraschen, wenn auch Immobilien gegen Schäden oder vielleicht sogar die völlige Zerstörung durch eine Wohngebäudeversicherung versichert werden. Häuser sind für die meisten Menschen einer der größten Werte ihres gesamten Vermögens, oft sogar der bei Weitem wertvollste Bestandteil. Das Risiko, dass diesem Vermögenswert Schaden zugefügt wird, kann niemand ausschließen. Besonders dadurch, dass Immobilien eben auch den unberechenbaren Gefahren von Wettereinwirkungen oder unvorhersehbaren Risiken wie einem Kabelbrand oder einem Wasserschaden ausgesetzt sind, begleitet das Schadensrisiko den Hauseigentümer vierundzwanzig Stunden am Tag.

    Die Wohngebäudeversicherung ist kein Schutzschild, der das Risiko abwehren kann. Eine optimal gestaltete Gebäudeversicherung sorgt aber dafür, dass nach dem Schaden die Kosten nicht zum Ruin des Eigentümers und endgültigen Verlust des gepflegten und geliebten Heims führen. Nur ein geringer Teil der Hauseigentümer kann es sich erlauben, größere Schäden wie ein abgedecktes Dach oder eine Brandruine aus seinem restlichen Vermögen zu zahlen. Und eigentlich gar kein Hauseigentümer hat diesen Aufwand nötig, wenn er die richtige Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat.

    Bei einer finanzierten Immobilie hat der Eigentümer oft auch gar keine andere Wahl. Der Kreditgeber besteht auf dem Nachweis einer Wohngebäudeversicherung, damit der meist sechsstellige Kreditbetrag nicht zusammen mit dem niedergebrannten Haus rettungslos verloren ist. Es ist also keine Frage, dass die Versicherung für jede Immobilie mehr als nur sinnvoll ist. Sie ist nötig und sie lohnt sich schon beim ersten Sturmschaden, wenn die Dachdecker anrücken müssen.

    Welche Leistungen sind in einer Wohngebäudeversicherung versichert?

    Der genaue Leistungsumfang ergibt sich aus dem jeweiligen Tarif. Die Grundabsicherung einer Wohngebäudeversicherung betrifft aber:

    • Feuer
    • Leitungswasser
    • Sturm
    • Hagel

    Dabei handelt es sich zum einen um nicht beherrschbare Wetterphänomene (Sturm, Hagel, Brand durch Blitzschlag) und zum anderen um Risiken, die sich aus dem Gebäude selbst entwickeln können (Brand durch Kabelschäden, geplatzte Wasserleitungen, Explosion etc.).

    Die meisten dieser Schadensursachen sind in verschiedenen Varianten möglich. Die genaue Aufzählung ergibt sich aus dem jeweiligen Tarif und dem individuellen Vertrag, der zwischen dem Hauseigentümer und der Versicherung geschlossen wird. Hinzu kommt, dass neben dem Basisschutz eine Erweiterung nach dem Baukastenprinzip in zeitgemäßen Angeboten zur Wohngebäudeversicherung eigentlich selbstverständlich ist. Dies gibt dem Versicherungsnehmer die Chance, den Versicherungsschutz auf seine Bedürfnisse anzupassen und den Schutz zu optimieren.

    Zu den wichtigen Ergänzungen zählen:

    • erweiterter Schutz bei Elementarschäden
    • Versicherung von besonderen technischen Anlagen (Photovoltaik, Solaranlagen, Wärmepumpen etc.)
    • Glasschäden

    Bei Unklarheiten, in welchem Umfang das neue oder auch alte Haus überhaupt Bedarf an einer Wohngebäudeversicherung hat, empfiehlt sich immer eine Anbieter neutrale Beratung durch die Versicherungsexperten. Die erfahrenen Fachleute geben unverbindlich und kostenlos Auskunft, was bei einer Immobilie notwendig ist und was zwar anraten, aber mit Blick auf ein womöglich beschränktes Versicherungsbudget auch später durch eine Erweiterung dazukommen kann.

    Ein Sonderfall ist die Rohbauversicherung, die das Gebäude bereits absichert, wenn es sich noch im Bau befindet. Auch hier drohen beinahe die gleichen Gefahren wie bei einem fertigen Haus. Ein Sturm kann auf der Baustelle immensen Schaden anrichten und den halbfertigen Bau zerstören oder erheblich beschädigen. Die Rohbauversicherung übernimmt dieses Risiko für einen angemessenen Zeitraum und wird nach der Fertigstellung dann in die Wohngebäudeversicherung umgewandelt.

    Welche Kosten werden bei einer Wohngebäudeversicherung im Schadenfall übernommen?

    Die Kosten, die eine Wohngebäudeversicherung im Schadensfall übernimmt, sind unterschiedlich. Sie bestehen zum einen aus den Kosten für die direkte Behebung des Schadens und denen für mögliche Neben- und Folgekosten.

    • Reparaturkosten

    Die meisten Schäden sind Teilschäden, die nicht das gesamte Gebäude betreffen. Sofern den Versicherungsnehmer keine besondere Schuld am Schadensereignis trifft, zahlt die Wohngebäudeversicherung die Kosten, die für die Reparatur des Schadens entstehen. Bei kleineren Schäden reicht oft die Mitteilung über den Schaden und die spätere Einreichung der Reparaturrechnung. Bei größeren Schäden kann die Vorlage eines Kostenvoranschlags erforderlich sein. Bei wirklich sehr großen Schäden (abgedecktes Dach etc.) kann die Begutachtung durch einen Sachverständigen die Voraussetzung für die Kostenübernahme sein.

    • Wiederherstellungskosten

    Die Kosten für den Wiederaufbau eines Hauses nach einem Totalschaden wie es bei einem Brand häufig der Fall ist werden im Rahmen einer Neuwertregelung geleistet. Dies bedeutet, dass sich die Wohngebäudeversicherung nicht darauf beruft, welchen Preis der Bau des Hauses im Jahr seiner erstmaligen Fertigstellung hatte. Gezahlt wird, was die Neuerrichtung aktuell und in dem Umfang kostet, die den vorherigen Zustand wieder herstellt.

    • Aufräumkosten
    • Abbruchkosten
    • Gebühren für Genehmigungen
    • Unterbringung bei zeitweiser Unbewohnbarkeit
    • weitere vertragsgemäße Kosten

    Aufräumkosten und viele andere Nebenkosten gehören zu den notwendigen Kosten, die bei einem größeren Schaden entstehen. Aus diesem Grund sind sie auch in den Tarifen der Wohngebäudeversicherung vorgesehen. In welchem Umfang die Versicherungssumme dafür gezahlt wird, kann aber vom jeweiligen Anbieter abhängen. Viele Basisverträge übernehmen nur recht geringe Summen, während Komforttarife in diesem Bereich deutlich großzügiger mit der Kostenübernahme sind.

    Welche Kosten werden bei einer Wohngebäudeversicherung im Schadenfall nicht übernommen?

    Vorab sollte nachvollziehbar sein, dass die Wohngebäudeversicherung jedenfalls dann aus der Leistung frei ist, wenn der Versicherungsnehmer die versicherte Immobilie mit nachweisbarem Vorsatz schädigt. Brandstiftung und bewusste Zerstörung von wichtigen Anlagen lohnt sich also nicht. Von der strafrechtlichen Folge ganz abgesehen.

    • Grobe Fahrlässigkeit

    Etwas Sorgfalt im Umgang mit dem Haus ist auch geboten, um grobe Fahrlässigkeit auszuschließen. Die Heizung im Winter abzuschalten und einen Leitungsschaden zu riskieren könnte die Auszahlung der Versicherungssumme ebenfalls gefährden. Andererseits ist übliche Fahrlässigkeit bei vielen Tarifen kein Verweigerungsgrund. Dieser Einwand der Fahrlässigkeit wird vertraglich bereits ausgeschlossen oder bei grober Fahrlässigkeit zumindest auf Schäden oberhalb einer bestimmten Schadenssumme begrenzt.

    • Elementarschäden

    Neben den normalen Elementarschäden muss eine Wohngebäudeversicherung ausdrücklich auf die erweiterten Elementarschäden ausgerichtet sein, wenn Gefahren wie Überschwemmungen, Schneedruck und ähnliches abgesichert werden sollen. Nicht in jeder Region ist diese zusätzliche Absicherung möglich. In Hochrisikogebieten wird der erweiterte Elementarschadenschutz gar nicht erst angeboten. Nur noch sehr alte Verträge enthalten ihn und sollten bei einem derartigen Risiko auch weitergeführt werden, selbst wenn sie teurer als die marktüblichen Tarife sind.

    • Einrichtung und persönlicher Besitz

    Die Wohngebäudeversicherung bezieht sich auf das Gebäude selbst und seine technischen Anlagen und die Ausstattung. Sie ist nicht dafür gedacht, auch zugleich die Einrichtung wie Möbel oder persönliche Gegenstände wie Kleidung und Schmuck oder E-Geräte zu versichern. Dafür benötigt der Hauseigentümer eine zusätzliche Hausratversicherung in entsprechendem Umfang. Der Versicherungsschutz kann oft sogar durch eine kombinierte Versicherung mit diesen zusätzlichen Bausteinen günstig erweitert werden. Diese Komplett-Versicherung wird von vielen Anbietern zusammen mit einem Rundumschutz wie Gebäudehaftpflichtversicherung oder einer Rechtsschutzversicherung für Hauseigentümer angeboten.

     

    Weitere Themen rund um die Wohngebäudeversicherung:

    Wie verhalte ich mich bei einer Wohngebäudeversicherung im Schadenfall?

    Das wichtigste Gebot bei einem Schadenfall besteht darin, diesen Ihrer Wohngebäudeversicherung auch zu melden. Wenn möglich suchen Sie die Unterlagen zu Ihrem Versicherungsvertrag raus und setzen sich telefonisch mit der zuständigen Schadensabteilung in Verbindung.

    • Schadensminderungspflicht

    Je nach Art des Schadens müssen Sie unabhängig von der Bearbeitung alle Maßnahmen treffen, die eine Verschlimmerung des Schadens verhindern. Dies ist die Schadensminderungspflicht, die durch Sofortmaßnahmen wie Absicherung von Schäden am Dach oder Beauftragung von Handwerkern mit einer Notreparatur erfüllt wird.

    • Dokumentation des Schadens

    Halten Sie den genauen Umfang des Schadens fest. Machen Sie Fotos oder bewahren beschädigte Teile auf.

    • Kostenvoranschlag

    Je nach Art des Schadens und der erforderlichen Reparatur kann die Versicherung von Ihnen verlangen, dass Sie aussagekräftige Kostenvoranschläge einreichen. So lässt sich die Schadenshöhe näher bestimmen. Setzen Sie sich vor der Erteilung des endgültigen Auftrags noch einmal mit Ihrer Wohngebäudeversicherung in Verbindung. Es ist möglich, dass die Kosten um bestimmte Durchschnittswerte oder Abzüge alt für neu gekürzt werden. So können Sie abschätzen, in welchem Umfang Sie womöglich eigene Mittel einsetzen müssen.

    • Gutachter

    Bei manchen Schäden werden Sachverständige hinzugezogen. Das kann an der Schadenshöhe oder auch bei Fragen zum Schadenshergang sein. Ist ein Wiederaufbau Ihres Hauses notwendig, sollten Sie sich in Geduld fassen, bevor Sie die endgültige Zusage erhalten. Insbesondere ist die Schadensatzsumme oft ein Hin und Her zwischen der Versicherung und Ihnen, dem Architekten und manchmal auch einem hinzugezogenen Anwalt.

    Unabhängig davon, wie groß der Schaden ist, sollten Sie die Schadensmeldung immer sehr schnell erledigen und durch eigene Maßnahmen verhindern, dass sich das ursprüngliche Schadensbild noch vergrößert.

    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Entscheidend ist der zwischen den Vertragsparteien vereinbarte Versicherungsbeginn. Dieser ergibt sich aus den Vertragsdokumenten, dem Versicherungsschein. Allerdings hängt der Beginn der Wohngebäudeversicherung nicht nur alleine davon ab. Versicherungsschutz hat der neue Versicherungsnehmer erst dann, wenn er auch den Erstbeitrag zur Gebäudeversicherung zahlt.

    Es ist also sehr wichtig, den ersten Beitrag – ob Jahresbeitrag oder ein anderer Zahlungszeitraum – sofort nach Erhalt der dafür notwendigen Informationen und auf das von der Wohngebäudeversicherung angegebene Konto zu zahlen. Am einfachsten ist dies, wenn eine Einzugsermächtigung erteilt wird und das Konto in der entsprechenden Höhe Deckung aufweist. Dann wandert die Verantwortung für die rechtzeitige Zahlung zur Versicherung, die sich darum kümmern muss, den Betrag auch einzufordern.

    Die Zeit zwischen dem Zugang der Versicherungspolice und der fristgerechten Einlösung des Erstbeitrags ist nicht ohne Versicherungsschutz. Sollte ein Schaden in diesem Zeitraum entstehen, der Erstbeitrag aber pünktlich gezahlt worden sein, so besteht ebenfalls die Eintrittspflicht der Wohngebäudeversicherung.

    Achten Sie auch später darauf, dass die Beiträge immer ausgeglichen sind und versuchen, es nicht bis zur Erinnerung kommen zu lassen. Es hat schon viele Hauseigentümer hart getroffen, wenn wegen einer nicht bezahlten Wohngebäudeversicherung ein hoher Schaden nicht erstattet wurde. Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass die Gebäudeversicherung den Kreditgeber informiert und Sie auch von dieser Seite auch Ärger zu erwarten haben.

    Welche Deckungssumme / Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Grundsätzlich kommen mehrere Faktoren für die Deckungssumme zusammen:

    • Wert des Gebäudes
    • Versicherungssumme der ausgewählten Zusatzbausteine
    • Verschiedene Schadensarten mit begrenzter Deckungssumme

    Bei der Hauptsumme für den Wert des Gebäudes sind die Auswahlmöglichkeiten des Versicherungsnehmers begrenzt. Der Betrag richtet sich zumeist nach dem sogenannten Versicherungswert 1914. Dabei wird anhand einer Formel der fiktive Betrag errechnet, den das Gebäude bei einem Bautermin im Jahr 1914 verursachen würde. Dieser Betrag ergibt sich aus der Art der Bauweise, der Ausstattung und dem Baukostenindex, durch den der gleitende Neuwert immer an die aktuellen Kosten im Fall eines kompletten Wiederaufbaus in der Gegenwart orientiert bleibt.

    Die Zusatzbausteine, durch die eine Wohngebäudeversicherung ergänzt werden kann, bieten oftmals mehr Entscheidungsfreiheit und überlassen dem Versicherungsnehmer die Wahl, ob er lediglich die Basisbeträge versichert oder sich doch etwas komfortabler schützen will.

    Schließlich enthalten die meisten Tarife der Wohngebäudeversicherung Nebenkosten wie Aufräumkosten oder Gebühren für behördliche Genehmigungen, die vom Versicherer aus mit einem maximalen Betrag gedeckelt werden.

    Am wichtigsten ist es jedoch, dass der Versicherungswert des Hauses wirklich passt. Eine Unterversicherung hat bei einem großen Schaden fatale Folgen, wenn es nicht möglich ist, das zerstörte Gebäude zu ersetzen oder zumindest des Kreditgebers zu befriedigen. Bei der Festlegung der Feuerversicherungssumme 1914 sollte also darauf geachtet werden, dass diese den aktuellen Zustand spiegelt. Wenn sich im Laufe der Jahre durch Ausbau oder Umbau eine Wertsteigerung einstellt, sollte die Wohngebäudeversicherung in diesem Punkt entsprechend angepasst werden.

    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Der Beitrag zur Wohngebäudeversicherung richtet sich natürlich zunächst wesentlich nach dem Versicherungswert. Je teurer das versicherte Objekt ist, desto höher wird auch der Beitrag sein, da die Versicherungssumme entsprechend hoch sein muss. Es hat aber nicht allein der Wert des Hauses Einfluss auf den Beitrag.

    Entscheidend für den Versicherungsbeitrag zur Wohngebäudeversicherung sind unter anderem:

    • Versicherungswert
    • Beitragsvorstellung des Anbieters generell
    • Versicherungsleistungen
    • Zusatzbausteine
    • Rabatte
    • Kombi-Versicherung mit mehreren Versicherungsarten (Hausrat, Rechtsschutz für Hauseigentümer, Gebäudehaftpflicht etc.)
    • gewähltes Zahlungsintervall
    • Höhe der Selbstbeteiligung

    Gerade durch die ausgewählte Höhe der Selbstbeteiligung und die Art des Zahlungsintervalls lässt sich der Gesamtbeitrag in den meisten Fällen zum Vorteil des Versicherungsnehmers beeinflussen. Allerdings sollte die Selbstbeteiligung auch nicht zu hoch angesetzt werden, um bei kleineren Schäden nicht auf den ganzen Kosten sitzenzubleiben.

    Bei der Auswahl der Zahlungsintervalle ist zu beachten, dass ein Jahresbeitrag vielleicht günstiger ist, sich dieser aber oft mit anderen Versicherungen am Jahresanfang im Januar drängt und das Budget in diesem Monat dann sehr eng werden kann. Wer regelmäßige Belastungen pro Quartal oder vielleicht sogar monatlich wählt, kann oft viel besser kontrollieren, dass auch alle Versicherungen ausgeglichen werden.

    Der Einfluss auf die generelle Preisgestaltung der Wohngebäudeversicherung ist zwar nicht möglich, aber jeder Hauseigentümer kann einfach und schnell vergleichen, ob es nicht bei gleichen Leistungen ein günstigeres Angebot gibt.

    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Wohngebäudeversicherung?

    Die Vorteile, die ein Versicherungsvergleich für die Wohngebäudeversicherung bringt, sind schon auf den ersten Blick zu erkennen. Dies gilt sowohl für Hausbesitzer, die bereits über eine Gebäudeversicherung verfügen, wie auch für Neu-Eigentümer, die sich nun erstmals mit den Tarifen und Kosten für diese Art der Versicherung beschäftigen.

    • Welche Anbieter gibt es überhaupt für Wohngebäudeversicherung?

    Schon hier hilft der Vergleich, denn auch erfahrene Hauseigentümer werden feststellen, dass das Angebot der Versicherungsgesellschaften wohl deutlich größer ist als gedacht. Dies hängt damit zusammen, dass es einige Spezialversicherer gibt, die ansonsten beim Bedarf der Personenversicherung nicht unbedingt in Erscheinung treten oder durch großangelegte Werbeaktionen auf sich aufmerksam machen.

    • Wie hoch sind die durchschnittlichen Beiträge für die Wohngebäudeversicherung?

    Der Versicherungsvergleich ist ein allgemeiner Test, der für die jeweils eingegebenen Merkmale des Hauses eine Liste mit einem Ranking ermittelt. So entsteht ein allgemeiner Überblick, mit welchen Kosten ein Hausbesitzer im günstigsten und im kostspieligsten Fall zu rechnen hätte. Auch wenn sich dieser Beitrag im Einzelfall noch ändern kann, so ermöglicht der schon in der Planungsphase des Hauskaufs eine ungefähren Wert, der bei der Auflistung der allgemeinen Hauskosten einfließt. Altbesitzer mit einer bestehenden Versicherung können abschätzen, ob ihr bisheriger Anbieter wirklich vorteilhaft ist oder sie Einsparpotenzial durch einen Wechsel ausschöpfen können.

    • Der Versicherungsvergleich ist bequem online möglich, erfordert keinen Besuch eines Versicherungsvertreters und ist kostenlos.

    Alle Informationen zur Wohngebäudeversicherung, die Leistungen und Preise stehen direkt zur Verfügung. Ohne Zeitdruck ist die Prüfung möglich und eine Entscheidung kann auch verschoben werden, ohne dass der Versicherungsberater deutlich enttäuscht wieder seine Mappe schließt. Das nimmt den Entscheidungsdruck und gibt die Möglichkeit, in aller Ruhe das wirklich optimale Angebot zu finden.

    Können die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

    Die Beantwortung dieser Frage kann nicht mit einem einfachen Ja oder Nein erfolgen, denn die Bewertung der steuerlichen Absetzbarkeit der Wohngebäudeversicherung hängt von den individuellen Umständen ab. Es ist also zu differenzieren:

    • Selbstgenutztes Einfamilienhaus

    Bei einem ausschließlich vom Eigentümer genutzten Haus können die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung nicht von der Steuer abgesetzt werden. Steuerlich absetzbar sind personenbezogene Versicherungen wie die Haftpflichtversicherung oder eine private Rentenversicherung. Versicherungsschutz für das eigene Haus fällt nicht darunter.

    • Komplett vermietete Immobilie

    Wird die Immobilie vermietet, stellt sich das steuerlich wieder anders dar. Sofern die Wohngebäudeversicherung als Betriebsausgabe gebucht wird, kann diese Betriebsausgabe auch steuerlich geltend gemacht werden. Zu bedenken ist aber, dass die meisten Versicherungen auf die Mieter umgelegt werden. In den zu zahlenden Betriebskosten ist der Anteil für Versicherungen fast immer vertreten. Wer als Vermieter also die Wohngebäudeversicherung als Betriebsausgabe verbucht, muss zugleich die Zahlung des Mieters darauf als Einnahme aufführen. Damit hebt sich bei einem regelmäßig zahlenden Mieter der steuerliche Vorteil auf.

    • Teilweise vermietete Immobilie

    Die Abrechnung wird komplizierter, wenn das Gebäude im gemischten Gebrauch steht. Wohnen also Vermieter und Mieter unter einem Dach, ist dies immer auch bei den Kosten für die Wohngebäudeversicherung zu berücksichtigen. Um die Anteile richtig anzugeben und damit eine reibungslose Steuerberechnung zu unterstützen, empfiehlt sich bei diesen Konstellationen die Beteiligung eines Steuerberaters. Diese schlüsselt die Beträge nachvollziehbar auf und kann auch die Sonderberechnungen zum Beispiel bei einem Leerstand durchführen.

    Was ist bei einer Kündigung der Wohngebäudeversicherung zu beachten?

    Bei der Kündigung der Wohngebäudeversicherung sind die allgemeinen Kündigungsbedingungen zu beachten. Die meisten Tarife sind so gestaltet, dass sie eine Mindestlaufzeit haben, vor deren Ablauf eine Kündigung nicht zulässig ist. Allerdings bestehen Ausnahmen:

    • Kündigung nach Ablauf von drei Jahren, wenn der Vertrag über diese Zeit hinausläuft;
    • außerordentliche Kündigung bei einer Beitragserhöhung, bei der die Leistungen nicht angepasst werden;
    • Sonderkündigungsrecht.

    Interessant für Hauseigentümer ist in vielen Fällen das Sonderkündigungsrecht. Es betrifft hauptsächlich den Verkauf der Immobilie. Häuser werden zusammen mit allen Rechten und Pflichten übertragen. Dazu gehören auch die speziell auf die Immobilie bezogenen Lieferverpflichtungen und auch Versicherungen wie die Wohngebäudeversicherung. Es ist einem neuen Eigentümer allerdings nicht zuzumuten, sich einfach mit den von seinem Vorgänger abgeschlossenen Verträgen abzufinden und sich an die normalen Kündigungsfristen zu halten.

    Erwirbt jemand also eine Immobilie, die über eine Wohngebäudeversicherung verfügt, so steht ihm ein Sonderkündigungsrecht zu. Genau wie die Verträge mit den Energielieferanten kann er sich überlegen, ob er den Vertrag weiterführt oder ob er sich nach einem anderen, womöglich günstigeren Anbieter umsieht. Wer ein Haus mitsamt Wohngebäudeversicherung erwirbt, hat nach der grundbuchrechtlichen Eintragung einen Monat Zeit, von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Dies ist in der Regel ein ausreichend langer Zeitraum, sich über die Tarife zu informieren, die Leistungen und Beiträge zu vergleichen und sich – je nach Ergebnis dieses individuellen Tests zur Wohngebäudeversicherung – für einen alternativen Anbieter zu entscheiden.

    Bei sehr alten Verträgen sollte ohnehin geprüft werden, ob die Leistungen dieser Wohngebäudeversicherung noch zeitgemäß sind, damit keine Versicherungslücke entsteht. Im umgekehrten Fall kann es sein, dass der alte Vertrag vielleicht auch noch bessere Konditionen bietet, als aktuell am Markt überhaupt noch zu erhalten sind. In diesem Fall lohnt die dann wieder die Übernahme. Gerade bei ehemaligen DDR-Verträgen in Hochwassergebieten hat sich dies für die Eigentümer als wahrer Segen erwiesen, wenn sie aus diesem Grund eine Elementarversicherung hatten, die in diesen Risikogebieten neu nicht mehr angeboten wird.

    Was ist bei einem Wechsel der Wohngebäudeversicherung zu beachten?

    Der Wechsel der Gebäudeversicherung ist in aller Regel unkompliziert, solange die Fristen eingehalten werden und mit dem Abschluss der neuen Versicherung keine Versicherungslücke entsteht. Es ist sinnvoll, sich zunächst zu informieren, welche neue Wohngebäudeversicherung infrage kommt und dann zu vereinbaren, dass diese erst im Anschluss an die Laufzeit des alten Vertrages wirkt.

    Bei einer finanzierten Immobilie kann es sein, dass eine Verbindung zwischen der Wohngebäudeversicherung und dem Kreditinstitut besteht. Soll also die bestehende Wohngebäudeversicherung gekündigt werden, macht diese die Wirksamkeit der Kündigung von der Genehmigung der zuständigen Bank abhängig. Diese kann die Zustimmung nicht verweigern, wenn die Konditionen der neuen Versicherung für das Wohngebäude ausreichen, um das Interesse des Kreditgebers bei einem größeren Schaden oder Wiederaufbau zu erfüllen.

    Versicherungsnehmer sollten also einen Blick in die bestehenden Vereinbarungen werden und sich im Zweifel zu den Modalitäten des Wechsels beraten lassen. Die Versicherungsberater helfen bei der Prüfung, wie der Wechsel der Wohngebäudeversicherung reibungslos und ohne Fehler durchgeführt werden kann. Eine Doppelversicherung ist nicht zu befürchten, da selbst dann, wenn der alte Vertrag nicht aufgelöst wird, der neue Vertrag rückabgewickelt wird. Anderseits ist so ein Aufwand leicht zu vermeiden und die Beratung durch die Versicherungsexperten spart auch hier wieder Zeit und Geld.