Viele Unternehmer haken das Thema Versicherungen einmal ab und legen die Ordner in den Schrank. Doch eine Gewerbeversicherung ist kein statisches Produkt, sondern muss mit Ihrem Unternehmen „atmen“. Wer heute mit Summen von vor drei Jahren versichert ist, riskiert im Ernstfall das Aus – trotz monatlicher Beitragszahlung.
Die Falle der Unterversicherung: Wenn die Inflation Ihr Backup frisst
Stellen Sie sich vor, in Ihrem Betrieb brennt es. Der Sachschaden an Maschinen und Einrichtung beträgt 200.000 €. Ihre Versicherung ist jedoch noch auf einen Wert von 150.000 € abgeschlossen, weil das vor ein paar Jahren der Stand der Dinge war.
Das Problem: Die Versicherung zahlt nicht einfach die 150.000 €. Durch die Unterversicherung wird die Leistung anteilig gekürzt. Im schlimmsten Fall bleiben Sie auf einem Großteil der Kosten sitzen, obwohl Sie jahrelang brav Ihre Beiträge gezahlt haben.
Was Sie jetzt prüfen sollten:
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Sind Neuanschaffungen des letzten Jahres bereits gemeldet?
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Entsprechen die Versicherungssummen den aktuellen Wiederbeschaffungspreisen (die durch die Inflation massiv gestiegen sind)?
Der unsichtbare Endgegner: Die Betriebsunterbrechung
Ein Feuer oder ein Rohrbruch ist schlimm. Aber oft ist nicht der kaputte Schreibtisch das Problem, sondern die Tatsache, dass Ihr Betrieb drei Monate stillsteht.
Die Fixkosten laufen weiter: Mieten, Gehälter, Leasingraten. Während die Inhaltsversicherung den kaputten Laptop ersetzt, ist es die Betriebsunterbrechungsversicherung, die Ihr Überleben sichert.
Wichtig zu wissen: Achten Sie auf die sogenannte Haftzeit. Viele Standard-Tarife leisten nur für 12 Monate. In Zeiten von Lieferengpässen bei Baustoffen oder Spezialmaschinen kann es heute jedoch deutlich länger dauern, bis ein Betrieb wieder voll hochgefahren ist. Eine Erweiterung auf 18 oder 24 Monate ist oft nur ein kleiner Beitragsunterschied, aber eine gewaltige Sicherheitsgarantie.
Haftung im digitalen Zeitalter: Mehr als nur Stolperfallen
Früher schützte die Betriebshaftpflicht vor allem davor, dass ein Kunde im Laden ausrutscht. Heute ist die Haftung komplexer. Wenn Sie als Dienstleister durch einen kleinen Fehler den Betrieb Ihres Kunden lahmlegen (Vermögensschaden), können die Forderungen in die Millionen gehen.
Prüfen Sie Ihre Police auf:
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Echte Vermögensschäden: Nicht nur Sach- und Personenschäden.
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Nachbesserungsbegleitschäden: Wenn Ihre Arbeit zwar korrigiert werden kann, dabei aber andere Dinge beschädigt werden.
Fazit: Das „Update“ für Ihren Business-Schutz
Eine gute Gewerbeversicherung ist wie eine Firewall: Sie muss regelmäßig aktualisiert werden. Ein kurzer Check der Versicherungssummen und der Haftzeiten einmal pro Jahr sollte so selbstverständlich sein wie die Steuererklärung.