1.02.2016


Steigende Beiträge sind nicht allein ein Merkmal der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch in der privaten Krankenversicherung kommt es immer wieder zu Anhebungen der Versicherungsbeiträge. Diese haben viele Ursachen. Versicherte können auf unterschiedliche Weise auf die Beitragsanhebungen reagieren.


Nicht alle Anbieter heben Beiträge an

Für das kommende Jahr 2016 haben bereits jetzt zahlreiche Anbieter privater Krankenversicherungen Beitragssteigerungen angekündigt. Dass diese Steigerungen notwendig sind, hat verschiedene Gründe:

  • Immer weiter steigende Lebenserwartung
  • Ständig steigende Kosten im Gesundheitswesen
  • Nach wie vor angespannte Situation auf den Finanzmärkten mit extrem niedrigen Zinsen

Vor allem die schlechten Zinserträge auf den Finanzmärkten sind derzeit ein treibender Faktor bei den Beitragsentwicklungen. Die Zinserträge spielen nämlich eine entscheidende Rolle bei der Kalkulation und Bildung von Altersrückstellungen. Viele, aber längst nicht alle Anbieter müssen daher die fehlenden Zinserträge nun zunehmend über die Versicherungsbeiträge kompensieren.


Versicherte müssen Beitragssteigerungen nicht klaglos hinnehmen

Kündigt eine Versicherung Beitragssteigerungen an, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Es erlaubt es ihnen, auch abweichend vom vertraglichen Kündigungsrecht die Versicherung zu kündigen. Dies können Privatversicherte vor allem auf drei Weisen für sich nutzen:

  1. Wechsel des Anbieters
  2. Tarifwechsel beim bisherigen Anbieter
  3. Modifikationen des bestehenden Vertrages

Der Wechsel des Anbieters stellt insbesondere für Neuversicherte eine sinnvolle Variante dar. Bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter können nämlich Altersrückstellungen nur zu einem Teil mitgenommen werden. Bei älteren Versicherungsverträgen ist eine Mitnahme oft gar nicht möglich.

Modifikationen des laufenden Vertrages können ebenfalls eine Alternative darstellen, sofern sie im Rahmen des Vertrages möglich sind, oder der Anbieter sich darauf einlässt. In Frage kommen zum Beispiel:

  1. Erhöhung der Selbstbeteiligung an Behandlungskosten
  2. Verzicht auf bestimmte Leistungen (z. B. Unterbringung im Zweibett- statt im Einbettzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt)
  3. etc.

Ein Tarifwechsel beim bisherigen Versicherungsanbieter ist im Vergleich zum Anbieterwechsel deutlich unproblematischer, weil die Altersrückstellungen in voller Höhe erhalten bleiben. Ob er sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Tarife die private Krankenversicherung anbietet und ob sie eine (günstigere) Alternative zum bestehenden Tarif darstellen.