17.11.2015

Im Alter ist eine gute Krankenversicherung wahrscheinlich noch wichtiger als in den ganzen Jahren zuvor. Aber nicht jeder glaubt daran, dass er sich mit dem Beginn der Rentenzahlungen noch eine Private Krankenversicherung leisten kann und verzichtet lieber gleich darauf. Dabei ist die PKV nicht nur für die dünn gesäten „reichen Rentner“ die richtige Altersabsicherung. PKV und Rente gibt es in vielen und sogar günstigen Variationen.

Ein neuer Lebensabschnitt

Gesetzliche Krankenversicherung oder PKV und Rente markieren einen neuen Lebensabschnitt. Im Idealfall liegt ein weitgehend gradliniger Weg aus Schule, Ausbildung und Arbeit hinter dem zukünftigen Rentner. Selbst bei gutem Einkommen und weitgehend durchgehender Beschäftigung erwarten die Rentenkassen die neuen Pensionäre jedoch mit Einkommenseinbußen. Nur wenige gehören zu den wirklichen Großverdienern oder konnten sich durch entsprechende Zusatzversicherungen komfortabel absichern.

Steht die Rente an, so ändert sich auch der Status in der Krankenkasse. Dies gilt für die gesetzlichen Kassen ebenso wie für die PKV und Rente. Dabei ist es keineswegs so, dass die Versicherten der GKV die Nase besonders weit vorne haben. Die Kürzungen machen sich natürlich auch bei der Rentnergeneration bemerkbar und wohl dem, der genug Rücklagen für die von beinahe jedem Arzt gepriesenen IGEL-Leistungen hat. Allerdings gibt es natürlich die Krankenversicherung der Rentner, die die Belastung für  Krankenversorgung im Alter deutlich senkt.

Die Legende vom glücklich und kostenlos pflichtversicherten Rentner

Dieser Zustand völliger Kostenfreiheit war einmal. Wer in Rente geht, der ist nicht nur zumeist weiter krankenversichert, sondern er hat auch dafür Beiträge zu zahlen. Und dies betrifft nicht allein die PKV und Rente. Auch pflichtversicherte Rentner sind keineswegs von den Zahlungen befreit. Sie haben nur unter bestimmten Bedingungen Erleichterungen bei ihrem Beitrag zur Krankenversicherung. Erfüllen sie diese Voraussetzungen nicht, gelten schon wieder ganz andere Voraussetzungen.

Für Rentner mit Pflichtversicherung in der KVdR gilt:

  • Entscheidend ist die zweite Hälfte des Erwerbslebens. 90 % davon müssen in der GKV zurückgelegt werden – und zwar unabhängig von der Art der Versicherung (familienversichert, pflichtversichert, freiwillig versichert).
  • Die KVdR trägt die Hälfte des Anteils.
  • Den Beitrag zur Pflegeversicherung trägt der Rentner alleine.
  • Zusatzrenten sind voll beitragspflichtig.
  • Weitere Einkünfte sind frei.

Dies ist jedenfalls nicht kostenlos, sondern allenfalls günstig. Dafür muss aber auch die Voraussetzung der Beitragszeit erfüllt sein. Es lohnt sich also, sich schon frühzeitig mit diesen Daten zu befassen, genau nachzurechnen oder sich nach einer Alternative wie Zusatzversicherung oder PKV und Rente umzusehen.

Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, gelangt nicht pflichtversichert in die KVdR. Er findet Versicherungsschutz als freiwillig versicherter Rentner in der GKV. Und da trifft ihn zumeist der volle Beitragssatz. Steht dem dann keine ordentliche Rente gegenüber, so ist die Situation auch nicht vom Grundsatz her vorteilhafter als die eines Betroffenen mit PKV und Rente.

Für Rentner mit freiwilliger Mitgliedschaft in der GKV gilt also:

  • Alle Einnahmen werden voll auf die Berechnung des Beitrags angerechnet. Dies gilt auch für die Vorkehrungen, die zur Altersvorsorge getroffen wurden.
  • Die Einnahmen aus der Gesetzlichen Rente hingegen werden mit dem geringeren Rentneranteil berechnet und bezuschusst. Diese sind aber bei vielen Selbstständigen nur ein sehr geringer Teil ihrer Altersabsicherung. Sie haben Beiträge zur freiwilligen GKV, die sich auch nicht von denen zur PKV und Rente unterscheiden.
  • Die Beiträge zur Pflegeversicherung sind hinzuzurechnen.

Es summiert sich also auch für Rentner oder solche, die es einmal werden wollen, wenn sie in der GKV sind.

Die Legende vom Privatversicherten, bei dem PKV und Rente die letzten Haare kosten

Ebenso wenig, wie die Rentner in der KVdR oder der GKV den günstigen Garten Eden der Krankenversicherung im Alter erreichen, so wenig sind umgekehrt die Rentner mit Privatversicherung zur Altersarmut verdammt. Dieser Glaube hält sich immer noch hartnäckig und hatte sicherlich einen sehr wahren Kern, bevor die Reformen PKV und Rente zu einem alternativen und auch bezahlbaren Modell für die gehobene Krankenversicherung im Alter machten.

Anbieter privater Krankenversicherungen sind keine Heilige, sie haben aber auch kein Interesse daran, den Großteil ihrer älteren Mitglieder durch untragbare Beiträge zur Verzweiflung zu treiben. Dies ist wirtschaftlich unvernünftig, in hohem Maße geschäftsschädigend und außerdem auch gar nicht zulässig. Das Modell von PKV und Rente hat sich also gerade in den letzten Jahren durch viele Reformen zu einer Form der Krankenversicherung im Alter entwickelt, die viele positive Seiten hat.

Um einen reibungslosen Übergang zwischen privatversichertem Arbeitnehmer oder Selbstständigem und ebenso privatversichertem Rentner zu schaffen, gibt es inzwischen Vorkehrungen. Dazu gehören:

  • Altersrückstellung der Privaten Krankenkasse, um durch diese Reserven des Mitglieds bei PKV und Rente einen vernünftigen Beitrag zu gewährleisten.
  • Der Tarifwechsel in einen günstigen Basistarif. Dieser entspricht weitgehend des Leistungen einer Krankenkasse, hat aber immer noch viele Vorteile für Privatversicherte. Das macht sich bei den Wartezeiten auf einen Termin und einigen Zusatzleistungen bemerkbar.
  • Gesetzlich vorgesehene Altersentlastung. Diese Entlastung zahlt der Versicherte selbst und sie ist nur dafür gedacht, ihm später einen günstigen Beitrag als Rentner in der Privaten Krankenversicherung zu garantieren.

Wer dann noch Ansprüche auf eine Rente der Deutschen Rentenversicherung hat, kann von seinem Beitrag zur PKV den Zuschuss der Rentenkasse zu seinen Beiträgen abziehen. Dies alles summiert sich und entlastet privatversicherte Rentner deutlich stärker als dies noch vor einem Jahrzehnt der Fall war.

Der Kompromiss zwischen PKV und Rente

Wer doch lieber in der GKV bleiben möchte, der hat zumindest über die Zusatzkrankenversicherungen mit ihren breit gefächerten Leistungen Aussichten auf eine anspruchsvolle Krankenbehandlung im Alter.

Je nach Anbieter und Tarif können Rentner sich schon früh besondere Leistungen sichern. Diese umfassen ganz unterschiedliche Bereiche, die sich nach dem individuellen Schwerpunkt des Versicherten richten. Besonders interessant dürften die Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen und Zahnersatz sein. Es ist leider eine Tatsache, dass der Ausdruck Zahn der Zeit mit steigender Zahl der Lebensjahre eine ganz neue Bedeutung bekommt.

Diese Überlegungen gelten auch für

  • Sehhilfen
  • Hörhilfen
  • Kuren
  • Ambulante Behandlungen
  • Alternative Behandlungen

Die Liste ist lang und ein genauer Blick auf die einzelnen Angebote lohnt sich schon lange, bevor es zum Treffen zwischen PKV und Rente kommt. In jedem Fall kann der schrumpfende Basisschutz der Pflichtversicherung in den meisten Fällen zu günstigen Konditionen auf ein hohes Niveau gehoben werden. Die eigenen Beiträge gehören dabei dazu, denn die Zeiten umfassender Krankenversicherungsleistungen ohne Zuzahlungen sind lange vorbei und werden auch nicht wiederkommen.

Wenn nichts mehr geht …

PKV und Rente verträgt sich in der überwiegenden Zahl der Versicherten bei kluger Planung sehr gut. Andererseits steckt das Leben voller Überraschungen und nicht alle davon sind schön. Es ist also möglich, dass durch – welche Umstände auch immer – die Einnahmen im Alter unter das Existenzminimum fallen. Eine Rückkehr in die GKV ist aber nach dem 55. Lebensjahr normalerweise nicht mehr möglich.

Und was nun?

Zumindest steht auch derjenige nicht ohne Krankenversicherung da, bei dem PKV und Rente in geringer Höhe aufeinandertreffen. Die soziale Auffangfunktion der Grundsicherung schließt den Verbleib in der Privaten Krankenversicherung nämlich keineswegs aus. Wer also staatliche Leistungen beantragt, der kann auch davon ausgehen, dass die Kosten seiner PKV berücksichtigt werden. Er wird natürlich in den Basistarif wechseln müssen, denn einen übermäßigen Vorteil gegenüber gesetzlich versicherten Rentnern soll er mit diesen Leistungen nicht haben.

Die Entscheidungen zu PKV und Rente durchdenken

Anders als Versicherungen wie zum Beispiel die Kfz-Versicherung, die gerne zum Jahresende gegen ein günstigeres Angebot getauscht wird, sollten alle Veränderungen der Krankenversicherung und auch zur Rente sehr gründlich und professionell vorbereitet werden. Es geht immerhin um Altersrückstellungen, besondere Tarifleistungen und womöglich spezielle Lösungen für die ganze Familie.

Ein Versicherungsvergleich ist der erste Schritt, der bereits eine Auswahl von Angeboten präsentiert, die infrage kommen. Damit nicht genug kann eine ausführliche und neutrale Beratung durch Versicherungsexperten auch die letzten Fragen beantworten oder solche Informationen geben, die im ersten Moment gar nicht wichtig erschienen, bei PKV und Rente aber eine große Rolle spielen.

Die Vorstellung, im Alter auf die Vorteile einer bevorzugten Krankenbehandlung und viele zusätzliche Leistungen der PKV zurückgreifen zu können, ist erfreulich. Die Gewissheit, sich dieses auch wirklich leisten zu können, ist einfach nur beruhigend.