10.10.2017

Gesundheitssystem profitiert von zwei Säulen

Das duale Gesundheitssystem bestehend aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung sorgt immer wieder für Zündstoff.

Vor der Wahl war die Bürgerversicherung in aller Munde. Doch ist eine einheitliche Vorsorge für alle Bürger wirklich sinnvoll? Auf der einen Seite steht die GKV mit einer einkommensorientierten Beitragsberechnung, auf der anderen Seite die PKV mit der leistungsbasierten Tarifkalkulation.


Bürgerversicherung bringt geringe Vorteile für GKV-Versicherte

DiskussionIm Zuge der Bundestagswahl war das Thema gesetzliche Bürgerversicherung in den letzen Wochen in aller Munde. Die Positionen sind gespalten: SPD, Grüne und Linke setzen auf eine Bürgerversicherung, während CDU, FDP und Ärzteverbände das duale System erhalten wollen. Studien haben ergeben, dass eine Bürgerversicherung für einen Anstieg des Zusatzbeitrages um rund 1,5 Prozent in der GKV sorgen würde. Gleichzeitig würden sich die Ausgaben der PKV um etwa 40 Prozent reduzieren – die Ergebnisse zeigen, dass eine einheitliche Absicherung wenig Vorteile für GKV-Versicherte bringen würde. Aus den privaten Krankenversicherung fließen jährlich rund zwölf Milliarden Euro in die Gesundheitswirtschaft. Ohne diese Milliarden wäre der medizinische Fortschritt undenkbar, denn für diese Beträge werden Geräte angeschafft, von denen auch GKV-Versicherte profitieren. Während die gesetzliche Krankenversicherung nach einem festgelegten Leistungskatalog arbeitet, stellen PKV-Versicherte sich einen bedarfsgerechten Schutz zusammen. Wer Wert auf bessere Behandlungsmethoden und bevorzugte Behandlung legt, wählt einen individuellen Schutz, auf den er sich jederzeit verlassen kann – denn anders als in der GKV sind die Leistungen in der PKV vertraglich festgeschrieben.


Private Anbieter bleiben unter GKV-Anpassungen

Doch hohe Beiträge in der privaten Krankenversicherung bedeuten nicht automatisch Top-Leistungen. Die Zeitschrift “Focus-Money“ hat in Kooperation mit der Ratingagentur Franke und Bornberg die Tarife mit leistungsstarkem Top-Schutz ermittelt. In die Beurteilung flossen die Bereiche Leistungsqualität, Beitragshöhe und Bonität des Anbieters ein. Dabei schnitten Tarife der AXA und Hallesche mit der Note “Hervorragend“ ab. Weitere elf Tarife erhielten die Note “Sehr gut“, darunter Angebote der Debeka, Alte Oldenburger und Barmenia. Insgesamt bleiben die privaten Gesundheitsversicherer sehr gut aufgestellt. So hat eine Untersuchung des unabhängigen IGES-Instituts ergeben, dass die Anpassungen der privaten Versicherer auf lange Sicht gesehen unter den Erhöhungen der GKV bleiben.


Gute Gründe für duale Gesundheitsvorsorge

zufriendene PatientinZusammenfassend zeigen sich also gute Gründe für den Erhalt des dualen Systems und einer privaten Gesundheitsvorsorge. Insbesondere Versicherte, die bei Ihrer Gesundheitsvorsorge keine Kompromisse eingehen wollen, liegen mit der PKV richtig. Kunden sollten dabei nach Ansicht der Ratingagentur Franke und Bornberg vor allem die Leistungen im Blick haben und bei ihrer Auswahl bedenken, dass Qualität ihren Preis hat.