In den Nachmittagsstunden des 17. Juli erschütterte die Nachricht von einem Flugzeugunglück die Welt: Eine Maschine der Malaysia Airlines stürzte auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der zurzeit heftig umkämpften Ostukraine ab. Die Hinweise verdichten sich, dass es sich um einen Raketenabschuss handelt, aber die großen Fragen nach dem Wer und Warum sind bislang ungeklärt.
Neben allem persönlichen Leid trifft der Absturz auch den deutschen Versicherungskonzern Allianz schwer, denn er war der Hauptversicherer der verunglückten Maschine. Die Absicherung von Flugzeugen, die für den Personentransport eingesetzt werden, gehört zu den hochwertigsten und komplexesten Aufgaben der Versicherungsbranche. Zunächst einmal sind die Haftpflichtansprüche der Passagiere bzw. ihrer Angehörigen abzudecken. Hinzu kommt außerdem ein nicht unerheblicher Kasko-Anteil für die Schäden, die das Luftfahrtunternehmen selbst erleidet.
Allianz ist Rückversicherer für den Unglücksflug
Im Falle der abgestürzten Boing 777 ist die Allianz der Rückversicherer für die Kasko- und die Haftpflichtversicherung, die bei einem Pool von Erstversicherern abgeschlossen wurden. Allein der materielle Wert des Flugzeugs soll sich auf über 97 Millionen Euro belaufen, wobei die Allianz diese Angaben aber noch nicht bestätigt hat. „Es ist noch viel zu früh, sich zur Schadenshöhe zu äußern“, so die Aussagen einer Sprecherin des Konzerns. Die genaue Abklärung der Absturzursache wird für das Unternehmen allerdings interessant, denn falls sich herausstellt, dass die Maschine gezielt abgeschossen worden ist, wäre die zusätzlich bestehende und nicht durch die Allianz rückgedeckte Kriegskaskoversicherung zumindest für einen Teil der Schäden zuständig. Diese deckt viele der sonst bei Haftpflicht- und Kaskoversicherungen üblichen Ausschlüsse wie Krieg, Bürgerkrieg, Terror und Sabotage mit ab.
Der Absturz der Maschine MH 17 ist das zweite Flugzeugunglück des Allianz-Kunden Malaysia Airlines innerhalb weniger Monate: Bereits im März musste der Versicherungskonzern Entschädigungen in Millionenhöhe zahlen, nachdem auf dem Flug MH 370 das Flugzeug, ebenfalls eine Boing 777, spurlos verschwunden war.