Betriebsschließungsversicherung


    Weshalb ist eine Betriebsschließungsversicherung sinnvoll?

    Betriebsschließungsversicherung - Eine zufriedene Geschäftsfrau Hygiene und Sauberkeit sind wichtig, in der Lebensmittelbranche noch mehr denn woanders.
    Doch Krankheitserreger können überall lauern.

    Sie sind zwar klein, ihre Hinterlassenschaften
    jedoch können mit großen Schäden verbunden sein.
    Krankheiten bekommt jeder hin und wieder.

    Nur wenige Krankheiten sind so ansteckend,
    dass sie behördlich gemeldet werden müssen.
    Besteht jedoch Seuchengefahr, ist schnelles
    Handeln und Eingreifen erforderlich.

    Seuchengefahr droht bspw. bei:

    • Salmonellen
    • Masern
    • Grippe
    • Diphtherie
    • Meningitis
    • Hepatitis
    • Cholera
    • Milzbrand
    • Pest
    • Tuberkulose
    • Fleischvergiftung (Botulismus)
    • Tollwut
    • Typhus

    Weitere Krankheiten, die behördlich gemeldet werden müssen, listet das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen auf.

    Für betroffene Betriebe in der Lebensmittelbranche kann das schwer wiegende Folgen nach sich ziehen. Hier genügt ein betroffener Angestellter oder Unternehmer und der Betrieb muss seine gewöhnliche Tätigkeit unterbrechen oder gar geschlossen werden. Nämlich dann, wenn alle Angestellten des Betriebes mit einem behördlichen Arbeitsverbot belegt werden. Produktion und Handel stehen still. Der Betrieb steht vor dem Aus. In diesem Falle ist es gut, wenn zumindest das finanzielle Risiko einer Betriebsschließung abgesichert ist.

    Eine Betriebsschließungsversicherung empfiehlt sich u. a. besonders für:

    • Lebensmittel produzierende Betriebe
    • Groß- und Einzelhändler mit Lebensmitteln im Sortiment
    • Restaurants, Gaststätten und dergleichen mehr
    • Krankenhäuser
    • medizinische Labore

    Welche Leistungen, Gefahren und Schäden sind mit einer Betriebsschließungsversicherung abgedeckt?

    Als besondere Form der Betriebsunterbrechungsversicherung deckt die Betriebsschließungsversicherung folgende Risiken ab:

    • laufende Lohnzahlungen für die Angestellten im Betrieb, die an der Seuche erkrankt sind, als ansteckend und infektiös oder Ausscheider der Seuchenerreger gelten und denen aufgrund dessen behördlich ihre betriebliche Tätigkeit verboten wurde
    • Schäden durch behördlich angeordnete oder aufgrund gesetzlich vorgeschriebener Desinfektionen sowie die Kosten hierfür
    • Schäden durch behördliche Schließungen, um dadurch eine Verbreitung von Seuchen zu verhindern
    • Schäden an Waren, die aufgrund einer behördlich Anordnung entseucht oder vernichtet werden

    Betriebsschließungsversicherung - Geschäftsmann mit einem Sparschwein

     

    Welche Kosten werden von einer Betriebsschließungsversicherung im Schadensfall übernommen?

    Muss der Betrieb geschlossen werden, leistet die Betriebsschließungsversicherung folgende Entschädigungen:

    • Ersatz zum Warenwert
    • Begleichung der Kosten für Desinfektionen, um eine Betriebsschließung zu vermeiden (belegbare Kosten)
    • Kosten für Brauchbarmachung, Verwertung oder Vernichtung von Waren und Vorräten bei Entseuchung
    • Zahlung vereinbarter Tagessätze bei Desinfektionsarbeiten (bis zu drei Tage)
    • Zahlung vereinbarter Tagesentschädigungen bei Betriebsschließung (bis zu 30 Schließungstagen – hiervon ausgeschlossen sind bspw. Sonn- und Feiertage, wenn der Betrieb an diesen Tagen gewöhnlich geschlossen hatte, teilweise kann die Dauer auch auf 60 Tage erhöht werden)
    • Kosten für Bruttolöhne der mit behördlichem Arbeitsverbot versehenen Angestellten und Unternehmer (maximal für sechs Wochen und höchstens bis zum 30-fachen der Tagesentschädigung)
    • Kosten für Beobachtungs- und Ermittlungsleistungen (bei Ermittlungs- und Beobachtungsmaßnahmen nach § 25 Abs. 1 und § 29 IfSG)

    Teilweise kommen Versicherer auch für Imageschäden auf und übernehmen die Kosten für Werbemaßnahmen – jedoch nur, wenn der Betrieb an mindestens sieben Tagen hintereinander geschlossen werden musste.

    Der Versicherer ist jedoch nur einmal versichert, Entschädigungen zu leisten, wenn der Betrieb aufgrund derselben Umstände oder Ursachen behördlich geschlossen werden muss.


    Welche Kosten werden von einer Betriebsschließungsversicherung im Schadensfall nicht übernommen?

    Der Versicherungsschutz umfasst viele Risiken. Die Betriebsschließungsversicherung kommt jedoch nicht für alle Schäden und Kosten auf. Im Versicherungsschutz nicht enthalten sind:

    • Schäden durch Naturereignisse
    • Schäden an Waren, die bereits verseucht an den Betrieb übergeben wurden
    • Schäden an Waren, die nicht dem Versicherten gehören oder die unter Eigentumsvorbehalt erworben wurden
    • Schäden, für die der Staat Entschädigungen leistet
    • Schäden an Schlachttieren, die nach amtlicher Fleischbeschauung für bedingt tauglich bzw. sogar untauglich erklärt wurden (nach Einfuhr oder Schlachtung)

    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Betriebsschließungsversicherung - Eine Frau mit einem Stift Zur Berechnung des Versicherungsbeitrages wird
    meist der wöchentliche Umsatz zu Grunde gelegt.

    Mit ihm wird der Tageshöchstsatz ermittelt.
    Dieser liegt regelmäßig nicht höher als bei 110 %
    des Tagesumsatzes, der sich aus dem Gewinn
    und den Betriebskosten herleiten lässt.