Kredit

Wer kann einen Kredit erhalten?

Kredite werden als Darlehen oder Vorschuss durch ein Kreditinstitut oder auch durch öffentliche Einrichtungen oder private Kreditgeber gewährt. Sie müssen später zurückgezahlt werden – am Stück oder in Raten.

Kredite können sowohl an Unternehmen vergeben werden als auch an private Kreditnehmer.

Privatkredit

Die häufigste Form ist der Privatkredit. Er wird meist von Banken an einzelne Kreditnehmer ausbezahlt. Der Privatkredit soll in der Regel größere Ausgaben decken oder finanzieren helfen – vom technischen Gerät bis hin zum Hausbau.

Vereinbart wird die Ausgabe eines Geldbetrages. Mit der Rückzahlung kommen Zinsen und Verwaltungsgebühren hinzu.

Kredite für Arbeitnehmer und Angestellte

Für die Kreditvergabe verlangen die meisten Kreditinstitute sogenannte Sicherheiten. Sie wollen sicherstellen, dass der Kreditnehmer den ausbezahlten Kredit auch wieder zurückzahlen kann.

Häufigster Gegenstand dieser sogenannten Bonitätsprüfung ist der Arbeitsvertrag. Angestellte und Arbeitnehmer müssen ihn vorweisen. Er dient zur Abschätzung, ob und wie verlässlich der aufgenommene Kredit zurückgezahlt werden kann.

Dabei wird der Arbeitsvertrag nach verschiedenen Kriterien bewertet.

Dazu zählen:

  • Dauer des Beschäftigungsverhältnisses: begrenzt vs. unbegrenzt
  • Höhe des vereinbarten Einkommens
  • Abreden von Gehaltssteigerungen
  • Beteiligungen am Umsatz des Unternehmens oder Bonus-Zahlungen

Kredit für Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige und Freiberufler sind in der Regel größeren Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe ausgesetzt. Das liegt hauptsächlich an meist unregelmäßigem Einkommen und sachbezogen nicht vorhandenen Arbeitsverträgen.

Trotzdem können Selbstständige einen Kredit erhalten. Unterschiede liegen in der Art des Kredits. Meist sind Klein- und Konsum-Kredite kein Problem, soweit die Schufa-Abfrage keine andere Bewertung nahelegt.

Bonitätsprüfung

Die Bonitätsprüfung berücksichtigt nicht nur die Bestandteile des Arbeitsvertrags, sondern auch andere Faktoren. Wichtig ist die Schufa-Abfrage. Liegen Einträge vor, kann das Kreditinstitut von einer Kreditvergabe absehen.

Die Bonitätsprüfung wird unterschiedlich intensiv durchgeführt. Je nach Höhe der Kreditsumme und vor allem nach Art des Kredits. Bisweilen genügt die Schufa-Abfrage (z.B. bei Konsumgüter-Krediten beziehungsweise Kleinkrediten) zur Bonitätsprüfung. Hypotheken-Kredite werden meist jedoch mit Bewertung der Einkünfte, dem Grundstücks- und Gebäudewert und dem jeweils eingebrachten Eigenanteil für die Finanzierung geprüft.

Die Bonitätsprüfung gehört zu den zentralen Elementen im Rahmen einer Kreditvergabe. Sie muss positiv abgeschlossen werden, wenn der Kredit vergeben werden soll.

Hinweis: Sie können Ihre Schufa-Auskunft auch selbst bei der Schufa abrufen und damit schon im Vorfeld Ihre Einstufung abschätzen. Dabei können Sie auch unangemessene und falsche Einträge entfernen lassen. Sie können die Auskunft dazu nutzen und müssen sich auf die konkreten Eintragungen berufen. Beantragen Sie bei Fehlern die unmittelbare Korrektur. Je nach Sachlage müssen Sie dazu entsprechende Nachweise vorlegen.

Es sind verschiedene Abfragen bei der Schufa möglich. Die Auskunft nach §34 Bundesdatenschutzgesetz ist sehr umfangreich und informiert Sie auch über Anfragen und Prüfungen Dritter (z.B. Kreditanfragen bei Banken oder bei Abschluss eines Handy-Tarifs). Diese Abfrage ist kostenfrei und geht Ihnen postalisch zu. Andere Auskünfte kosten Gebühren. Prüfen Sie, welche Angaben Sie erhalten wollen und müssen, bevor Sie Geld ausgeben.

Welche Faktoren beeinflussen die Zinsen?

Die Höhe der Zinsen ist bei den meisten Krediten das wichtigste Entscheidungskriterium für oder gegen den Kredit. Auch Abschlusskosten und mögliche zusätzliche Absicherungskosten spielen zwar eine Rolle – aber je länger der Kredit laufen soll, desto wichtiger ist die Zinshöhe.

Wichtig: Die vereinbarte Zinshöhe gilt beim Ratenkredit meist für die gesamte Rückzahlungsdauer. Sie ist also sehr wichtig und sollte vor allem für den Abschluss größerer Kredite verlässlich bewertet werden.

Sie wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Marktlage

Ausgangspunkt ist in der Regel die Marktlage: Also der Leitzins und die allgemeine Höhe der angebotenen Zinsen auf dem Kreditmarkt. Bisweilen werden davon unabhängig höhere Zinsen für Risiko-Kapital vergeben. Das ist meistens bei Geschäftskrediten der Fall. Wenn die internationalen Leitzinsen niedrig sind, kann auch mit niedrigeren Kreditzinsen gerechnet werden.

Anbieter

Wer den Kredit anbietet, ist für die Zinsen ebenfalls wichtig. Wenn eine Bank gerade mit einer großen Geldsumme auf dem Kreditmarkt wirtschaftet, kann sie dem Einzelnen auch günstigere Zinsen besser weitergeben.

Dieser Hintergrund ist für Kreditnehmer die beste Möglichkeit, durch einen gezielten Vergleich deutlich Zinsen zu sparen. Denn die Angebote variieren zum Einen in der Höhe des zu vergebenden Kredits – dann aber über den Zeitraum der Rückzahlung, sodass der tatsächliche Sachverhalt (nicht nur das Kreditvolumen) eine große Rolle bei der Bewertung spielt.

Einkommen

Auch wenn es zunächst nicht plausibel klingt: Das eigene Einkommen spielt eine Rolle bei der Festlegung der Zinsen. Denn aus dem Einkommen werden die möglichen Raten ermittelt, und die haben eine Wirkung auf die Berechnung der Zinshöhe.

Ausfallrisiko: Schufa-Score

Errechnet eine Bank ein höheres Risiko, dass ein Kreditnehmer bei der Rückzahlung Probleme bekommen könnte, erhöht sie die Zinsen für den Kredit. Manche Banken verzichten schon bei einem schlechten Schufa-Score (ohne, dass ein weiterer Eintrag vorläge) auf die Kreditvergabe. Besonders Selbstständige kennen dieses Phänomen, da sie oft unregelmäßige Einkünfte haben und ihr eigenes Zahlungsverhalten entsprechend anpassen müssen.

Insgesamt veranschlagen Kreditinstitute bei einem schlechten Schufa-Score (je niedriger, desto schlechter – es wird die statistische Wahrscheinlichkeit wiedergegeben, mit der eine finanzielle Verpflichtung vertragsgemäß erfüllt wird) höhere Zinsen, da sie das Risiko eines Ausfalls möglichst schnell decken und früh überwinden wollen.

Welche Kredite gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Krediten, die Kreditnehmer in Anspruch nehmen können. Unterschieden werden sie danach, wie die Zinsen vereinbart werden, was als Sicherheit dient und wie kurz- oder langfristig die Kreditaufnahme und die Rückzahlung vereinbart werden.

Dispo-Kredit

Eine der häufigsten Kreditarten ist der Dispo-Kredit. Er wird im Zusammenhang mit einem Giro-Konto vergeben und kann nur über dieses Konto in Anspruch genommen werden. Seine Rückzahlung erfolgt aus den Einkünften, die auf dem entsprechenden Konto verbucht werden.

Der Dispo-Kredit umfasst in der Regel das Ein- bis Dreifache des monatlichen Einkommens (oder beispielsweise des mittleren Einkommens bei Selbstständigen) und wird ohne Laufzeit vereinbart. Er steht permanent zur Verfügung und kann ebenso permanent durch Ausgleich des Kontos zurückgezahlt werden. Er muss jedoch meist extra beantragt werden.

Die Kurzfristigkeit, mit der der Dispo-Kredit durch die Bank bereitgestellt wird, kostet Geld. Die Zinsen sind hier besonders hoch. Zweistellige Prozentsätze sind keine Seltenheit – völlig unabhängig von der Marktlage.

Raten-Kredit

Ebenso häufig wie der Dispo-Kredit ist der Raten-Kredit. Er wird separat vergeben und wird meist als eigenständiger Finanzposten gehandhabt. Das bedeutet: Der Bank wird Geld Stück für Stück zurücküberwiesen.

Die Raten für die private Kreditvergabe werden in der Regel fest vereinbart. Die Rückzahlung erfolgt meist monatlich und so lange, bis der Kredit vollständig getilgt ist. Abweichende Einstiegs- und Abschlussraten können vereinbart werden. Auch die außerordentliche Rückzahlung, die sogenannte Sondertilgung, ist ein häufig vereinbartes Mittel der Günstiger-Finanzierung.

Achtung: Wenn Sie die Möglichkeit einer Sondertilgung vereinbaren, werden möglicherweise höhere Zinsen fällig. Wenn es nicht wirklich wahrscheinlich ist, dass Sie gewinnbringend von dieser Möglichkeit auch Gebrauch machen werden, verzichten Sie besser darauf.

Die Zinsen für einen Raten-Kredit stehen von Anfang bis Ende fest. Allerdings kann der Betrag veränderlich sein, auf den sich die Zinsen beziehen. Zum einen ist es möglich, den kompletten Betrag zu verzinsen und dann die Gesamtsumme zurückzuzahlen. Zum anderen ist es möglich, die Zinsen immer neu auf den jeweils verbleibenden Betrag zu berechnen, sodass die tatsächlichen Raten wegen des geringeren und weiter abnehmenden Zinsanteils zum Ende der Kreditlaufzeit hin sinken.

Warenkredit, Einkaufskredit und Autokredit

Im privaten Umfeld gelten Warenkredite als solche, die zur Finanzierung von größeren Anschaffungen dienen sollen. Es sind meist Raten-Kredite. Allerdings können besondere Vereinbarungen Teil der Kreditverpflichtung werden.

Hinweis: Prüfen Sie Extra-Konditionen, wie Versicherungen oder zusätzliche Verwaltungsgebühren. Wenn Ihnen das Angebot beispielsweise eines Technik-Marktes, aber auch eines Autohauses, überteuert erscheint, informieren Sie sich lieber vor Kauf im Netz. Möglicherweise finden Sie bessere Angebote oder nutzen beim Barankauf dann auch noch das oft eingeräumte Skonto.

Hypotheken-Kredit

Unterschiede bei der Höhe des Kredits und bei den Sicherheiten liegen meist im Zusammenhang mit einem Hausbau, generell dem Immobilien-Erwerb oder mit umfangreicheren Sanierungsmaßnahmen.

Diese Kredite werden – so sagt der Fachmann – anders „besichert“. Laufzeit und Höhe des Kredits sind mit herkömmlichen Risiko-Bewertungen in diesem Umfeld oft nicht gut greifbar.

Also wird meist eine erweiterte Sicherheit angeboten: Die Hypothek. Das bedeutet: Über die Laufzeit hinweg wird der Bank das Haus oder die Wohnung als Pfand überschrieben. Fällt der Kreditnehmer aus, erhält die Bank trotzdem einen Gegenwert.

Es wird meist noch mit weiteren Sicherheiten gearbeitet, wie Ausfall-Versicherungen oder Lebensversicherungen.

Studien- und Bildungskredit

Studienkredite werden meistens als Raten-Kredite mit besonderen Konditionen angeboten. Dazu zählen niedrigere Zinsen – und die absolute Zweckgebundenheit, nämlich an die Ausbildung. Dazu werden Sie oft auch in monatlichen Raten für die Dauer der Studienzeit ausbezahlt. In der Regel kann nur eine maximale Anzahl von Studiensemestern mit einem Bildungskredit abgedeckt werden (Regelstudien- oder Regelausbildungszeit).

Eine andere Form des Bildungskredits dient beispielsweise der Finanzierung einer Meister-Ausbildung.

Die Rückzahlung beginnt häufig erst später nach der Ausbildung, zum Beispiel mit der Aufnahme einer geregelten Arbeitstätigkeit.

Die Vergabe von Studienkrediten kann auf ein maximales Alter beschränkt werden.

Fazit

Welcher Kredit auf wen am besten passt, entscheidet immer der konkrete Finanzierungswunsch. Konsum-Kredite werden dabei meist mit niedrigem bis mittlerem Volumen die günstigste Lösung für die entsprechenden Anschaffungen sein.

Entsprechend weicht diese Einschätzung bei anderem Finanzierungsbedarf in Richtung der anderen Kreditformen ab.

Wichtig ist:

  • Bewerten Sie immer die Laufzeit des Kredits im Verhältnis zu den Zinsen!
  • Achten Sie auf zusätzliche Kosten, wie Ausfall-Versicherungen oder Gebühren
  • Wählen Sie die höchstmöglichen Raten, die Sie wirtschaftlich ermöglichen können und damit den kürzest möglichen Zeitraum für die Rückzahlung!