Gebäudeversicherung


    Weshalb ist eine Gebäudeversicherung sinnvoll?

    Gebäudeversicherung - Frau lehnt sich ans Bürohaus Die private Gebäudeversicherung schützt Sie als Eigentümer einer Wohnimmobilie vor den finanziellen Folgen einer Beschädigung oder Zerstörung derselben.

    Zwar handelt es sich nicht um eine Pflichtversicherung, aber dennoch ist die Gebäudeversicherung angesichts des oftmals beträchtlichen Wertes vieler Immobilien unverzichtbar.

    Wie schnell können ein Brand oder eine Überschwemmung ein Wohnhaus komplett unbewohnbar machen. Hagel, Sturm oder Blitzschlag können zumindest Teile des Gebäudes schwer beschädigen und dadurch immense Kosten verursachen. Wenn ein solcher Schadensfall eintritt, dann sorgt die Gebäudeversicherung dafür, dass die finanziellen Belastungen abgefedert werden. Als Versicherungsnehmer können Sie unbesorgt alle notwendigen Maßnahmen veranlassen, um Ihre Wohnimmobilie wieder herzurichten.


    Welche Leistungen sind in einer Gebäudeversicherung versichert?

    Die Gebäudeversicherung bietet Ihnen als Versicherungsnehmer ein sehr umfassendes Spektrum an verschiedenen Leistungen. Neben dem finanziellen Ausgleich bei einer Beschädigung oder Zerstörung der Wohnimmobilie erbringt die Gebäudeversicherung auch schon im Vorfeld einige Dienstleistungen, die dazu dienen, Ihren Versicherungsvertrag genau auf das zu versichernde Gebäude abzustimmen. So wird dieses bereits im Voraus durch einen Sachverständigen des Versicherungsunternehmens begutachtet. Anhand der baulichen Qualitäten, aber auch des unmittelbaren Umfeldes des Gebäudes wird das individuelle Risiko für diese Immobilie bestimmt. Dieses ist wichtig für die Festsetzung der Höhe des Beitrags zur Gebäudeversicherung.

    Die Gebäudeversicherung schützt die versicherte Wohnimmobilie vor einer Vielzahl von Gefahren. Dies können zum Einen Schäden sein, die durch Menschen vorsätzlich verursacht werden, beispielsweise durch Vandalismus oder Einbruch. Weitaus häufiger kommen aber sicherlich Beschädigungen oder gar Zerstörungen vor, deren Ursachen Unglücksfälle oder Naturereignisse sind, wie zum Beispiel

    • Brände
    • Explosionen
    • Blitzschlag
    • Leitungswasserschäden
    • Sturm und Hagel.

    Versichert sind in der Gebäudeversicherung alle fest verbauten Bestandteile der Immobilie, das heißt:

    • Fundament
    • Außenmauern
    • tragende Wände
    • Dach
    • Kellergewölbe
    • Fußböden, wenn sie fest verbaut sind (zum Beispiel Parkett)
    • fest eingebaute Haustechnik wie Alarmanlage oder Klimaanlage.

    Je nach der konkreten Ausgestaltung des Vertrages können auch weitere Elemente wie beispielsweise die Einbauküche oder die Garage – sofern sie sich in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus befindet – in den Versicherungsschutz der Gebäudeversicherung eingeschlossen werden.

    Mitunter werden in die Gebäudeversicherung auf die sogenannten „ungenannten Gefahren“ eingeschlossen. Hiermit sind Risiken gemeint, denen das Gebäude zwar ausgesetzt ist, die aber jeweils situationsabhängig auftreten und daher nicht alle einzeln aufgeführt werden. Ein Beispiel hierfür wäre ein Kran, der bei Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück umstürzt und dabei die versicherte Wohnimmobilie beschädigt.

    Besonders interessant für alle Bauherren dürfte allerdings der Umstand sein, dass bei vielen Anbietern die Gebäudeversicherung auch schon für den Rohbau greift. Das ist vor allem dann von Bedeutung, wenn zur Realisierung des Bauvorhabens ein Kredit aufgenommen wird. Mitunter machen die Banken sogar die Kreditvergabe davon abhängig, ob für das Projekt von Anfang an eine Gebäudeversicherung besteht. Auf diese Weise sichern sie ihre Ansprüche rundum ab.


    Was ist vor Abschluss einer Gebäudeversicherung zu beachten?

    Zunächst einmal ist zu klären, wer die Gebäudeversicherung abzuschließen hat: Anders als bei der Hausratversicherung ist dies nicht der Bewohner des versicherten Gebäudes, sondern immer der Besitzer. (Bei eigengenutzten Wohnimmobilien können demzufolge der Versicherungsnehmer der Hausratversicherung und der der Gebäudeversicherung ein- und dieselbe Person sein.)

    Außerdem hat bei der Gebäudeversicherung die Umgebung der zu versichernden Immobilie einen unmittelbaren Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie. Versicherungsnehmer, deren Gebäude sich außerdem in einer besonders schneereichen Gegend oder im Überschwemmungsgebiet eines Flusses befindet, sollten vor dem Abschluss der Gebäudeversicherung unbedingt prüfen, ob die sogenannten Elementarschäden bereits enthalten sind. Diese umfassen die Absicherung gegen bestimmte Naturereignisse, wie zum Beispiel

    • Überschwemmungen,
    • Erdrutsche,
    • Lawinen,
    • Schneedruck oder
    • Erdbeben.

    Hinsichtlich der Versicherungssumme empfiehlt es sich darauf zu achten, dass das Angebot zur Gebäudeversicherung eine „Versicherung zum gleitenden Neuwert“ beinhaltet. Diese bewirkt, dass die Versicherungssumme in regelmäßigen Intervallen der aktuellen Marktsituation angepasst wird. Auf diese Weise werden sowohl eine Über- als auch eine Unterversicherung vermieden.

    Ganz wichtig ist, dass die Gebäudeversicherung nicht die Hausratversicherung ersetzt und umgekehrt. Viele unterliegen dem Irrtum, dass es sich hierbei um eine Entweder-Oder-Entscheidung handelt. Tatsächlich sind aber beide Versicherungen unverzichtbar, da sie völlig unterschiedliche Bereiche des privaten Vermögens schützen.


    Welche Kosten werden bei einer Gebäudeversicherung im Schadenfall übernommen?

    Gebäudeversicherung - Mann mit Münzen und Taschenrechner Die Gebäudeversicherung zahlt ihre Leistungen dann aus, wenn die versicherte Immobilie aufgrund eines der im Versicherungsvertrag genannten Risiken beschädigt oder zerstört worden ist.

    Zu diesen Risiken gehören Umweltrisiken wie Sturm, Hagel, Blitzschlag, Feuer oder Leistungswasser, aber auch durch Menschen verursachte Schäden wie beispielsweise Vandalismus oder Einbruchschäden.

    Versichert ist im Rahmen einer Gebäudeversicherung jedoch lediglich das Gebäude selbst mit all seinen fest verbauten Elementen. Für das im Haushalt befindliche bewegliche Inventar ist eine Hausratversicherung notwendig.

    Im Schadensfall trägt die Gebäudeversicherung die Kosten für die Reparatur bzw. den Wiederaufbau der beschädigten oder zerstörten Immobilie. Bei schweren Schäden wird in der Regel zunächst ein Gutachter bestellt, der die Situation beurteilen und Empfehlungen hinsichtlich der Schadensbeseitigung geben kann. Die Bestellung des Sachverständigen übernimmt die Gebäudeversicherung.

    Abgesehen von der Kostenübernahme für die Reparatur oder den Wiederaufbau kann die Gebäudeversicherung aber auch noch andere Leistungen erbringen. Hier kommt es jeweils darauf an, was im Versicherungsvertrag vereinbart worden ist. Typische (zusätzliche) Leistungen einer Gebäudeversicherung sind:

    • die Übernahme von Hotelkosten, falls die Immobilie vorübergehend gar nicht bewohnbar ist
    • die Übernahme von sogenannten Folgekosten, beispielsweise für Ruß- oder Löschwasserschäden
    • die Übernahme der Kosten für die Schuttbeseitigung, falls ein Wiederaufbau nicht möglich ist
    • die Übernahme der Kosten für Umweltschäden, zum Beispiel durch ausgelaufenen Heizöl.

    Welche Kosten werden bei einer Gebäudeversicherung im Schadenfall nicht übernommen?

    Die Gebäudeversicherung gilt nicht für die folgenden Sachen oder Schäden:

    • Photovoltaikanlagen und deren Zubehör
    • Zubehör, das sich nicht im oder unmittelbar am Gebäude befindet (zum Beispiel der Heizöltank im Garten)
    • vorsätzlich herbeigeführte Schäden
    • Schäden durch Krieg, Unruhen, Terrorismus und ähnliches
    • Schäden durch Kernenergie.

    Ebenso ist die Gebäudeversicherung nicht zur Leistungsauszahlung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer eine arglistige Täuschung vornimmt oder vorzunehmen versucht, die einen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsleistungen hätte. Und zu guter Letzt ist die Gebäudeversicherung auch nicht zuständig, wenn ein Dritter den Schäden an der versicherten Immobilie versehentlich bzw. fahrlässig verursacht hat. In diesem Falle muss je nach der Sachlage entweder die private oder die berufliche Haftpflichtversicherung des Schadenverursachers den Schaden regulieren.


    Wie verhalte ich mich bei einer Gebäudeversicherung im Schadenfall?

    Wenn es zu einem Schadensfall kommt, dann sollten Sie die folgenden Hinweise beachten, um Ihrer Gebäudeversicherung die Arbeit möglichst zu erleichtern:

    1. den Schaden möglichst gering halten

    Als Versicherungsnehmer der Gebäudeversicherung sind Sie verpflichtet, den Schaden an der versicherten Immobilie möglichst gering zu halten – selbstverständlich ohne sich selbst oder andere Menschen dabei in Gefahr zu bringen. Maßnahmen hierfür sind zum Beispiel:

    • bei kleineren Bränden selbst versuchen zu löschen
    • bei größeren Bränden sofort die Feuerwehr rufen
    • bei Rohrbrüchen den Hauptwasserzufluss abschalten
    • bei Nässeschäden ausreichend lüften, um der Schimmelbildung vorzubeugen

    2. den Schaden umgehend melden

    Jegliche Schadensfälle sollten Sie Ihrer Gebäudeversicherung binnen einer Woche melden. Meist stehen Ihnen hierfür mehrere Kommunikationswege zur Verfügung. Besonders bequem in der Handhabung sind die sogenannten Schadenshotlines, die viele Versicherer mittlerweile eingerichtet haben. Auch die Meldung über ein online-Formular ist inzwischen durchaus üblich. Wenn Sie sich für den Postweg entscheiden, sollten Sie die Laufzeiten beachten.

    3. den Schaden dokumentieren und Sachverständige vor Ort unterstützen

    Unter Umständen kann es Ihrer Gebäudeversicherung helfen, wenn Sie den entstandenen Schaden dokumentieren, zum Beispiel durch Foto- oder Videoaufnahmen. Je nach der Art und dem Ausmaß des Schadens wird Ihr Versicherungsunternehmen eventuell auch einen Sachverständigen vor Ort schicken, der die Situation beurteilt und ein Gutachten erstellt, das bei der Ermittlung der genauen Kosten behilflich ist. Sie können dessen Arbeit unterstützen, indem Sie ihm zum Beispiel vorhandene Baupläne zur Verfügung stellen.

    Gebäudeversicherung - Uhr

    Wann beginnt der Versicherungsschutz?

    Die Gebäudeversicherung kann schon beim Baubeginn abgeschlossen werden, da bei den meisten Anbietern bereits der Rohbau versicherbar ist. Einige Kreditgeber fordern sogar als Bedingung für die Vergabe des Kredites für ein Bauvorhaben den sofortigen Abschluss einer Gebäudeversicherung, um das Ausfallrisiko für ihre Forderungen zu minimieren.

    Der Beginn des eigentlichen Versicherungsschutzes der Gebäudeversicherung hängt von zwei Bedingungen ab:

    1. das Versicherungsunternehmen muss den Antrag annehmen und
    2. der Versicherungsnehmer muss die erste Prämie rechtzeitig zahlen.

    Nach dem Eingang des Antrages wird das Versicherungsunternehmen den Antrag prüfen und darüber entscheiden, ob und wenn ja zu welchen Bedingungen der Antragsteller in die Gebäudeversicherung aufgenommen wird. Die Annahme bekundet der Versicherer damit, dass er dem Versicherungsnehmer die Police zusendet. Auf der Police ist auch das Datum des Versicherungsbeginns vermerkt. In den meisten Fällen hat der Versicherungsnehmer nach dem Zugang der Police 14 Tage Zeit, um die erste Prämie zu bezahlen. Dabei kann das gewählte Datum für den Beginn der Gebäudeversicherung jedoch auch vor diesem Zahlungstermin liegen. Der Versicherungsschutz ist dennoch gewährt, wenn die Zahlung fristgemäß erfolgt. Ist dies jedoch nicht der Fall, so erlischt die vorläufige Deckung rückwirkend. Schäden, die in dem Intervall zwischen dem vermerkten Datum und der tatsächlichen Beitragszahlung aufgetreten sind, werden dann nicht mehr von der Gebäudeversicherung übernommen.


    Welche Deckungssumme / Versicherungssumme ist sinnvoll?

    Die genaue Bestimmung der passenden Deckungssumme ist bei der Gebäudeversicherung besonders wichtig, denn hier wird aufgrund der oftmals beachtlichen Werte der versicherte Immobilien punktgenau gearbeitet anstatt mit einer Pauschaldeckung. Dabei gilt es, sowohl eine Über- als auch eine Unterdeckung zu vermeiden, weil beide zu finanziellen Nachteilen führen können. Denn während im Falle einer Unterversicherung im Schadensfall die ausgezahlten Leistungen möglicherweise nicht ausreichen, um die Kosten der Reparatur oder de Wiederaufbaus zu decken, führt eine Überversicherung dazu, dass die Beiträge für die Gebäudeversicherung auch entsprechend – und unnötig – hoch ausfallen.

    Um eine Vereinheitlichung und dadurch auch eine erhöhte Transparenz des Marktes zu erreichen, haben sich die Anbieter der Gebäudeversicherung auf ein gemeinsames Verfahren zur Festlegung der Deckungssumme geeinigt. Dieses hat außerdem den Vorteil, dass es die Preisbewegungen innerhalb der Baubranche mit erfasst. Die Versicherung der Wohnimmobilie erfolgt zum Neuwert, also zum Wert eines Wiederaufbaus des Gebäudes.

    Der Neuwert wird mithilfe eines Basisjahr-Wertes errechnet, der als unabhängige Bezugsgröße herangezogen wird. Hierfür wurde das Jahr 1914 ausgewählt, weil dies nach Ansicht der Experten das letzte Jahr in Europa war, in dem der Baummarkt noch in sich stabil war. Dieser Wert 1914 beschreibt also, wie viel die jeweilige Immobilie im Jahr 1914 gekostet hätte – und er wird dementsprechend in Goldmark angegeben. Ausschlaggebend für den Wert 1914 sind unter anderem:

    • der Typ des Gebäudes
    • die Größe der bewohnten Fläche
    • die Bauausführung (Materialien, Extras etc.)
    • eventuell mitzuversichernde Nebengebäude wie Scheunen oder Garagen.

    Die zweite wichtige Größe zur Ermittlung der Deckungssumme bei der Gebäudeversicherung ist der sogenannte Baupreisindex. Hierbei handelt es sich um einen Wert, der in regelmäßigen Intervallen vom Statistischen Bundesamt errechnet und veröffentlicht wird. Der Baupreisindex beschreibt die Entwicklung verschiedener Kostenfaktoren innerhalb der Baubranche.

    Werden nun der Wert 1914 und der Baupreisindex miteinander kombiniert, so erhält man den Neuwert bzw. den Wert des Wiederaufbaus der zu versichernden Immobilie. Ein erheblicher Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sie bei der Gebäudeversicherung zu einer Versicherung zum gleitenden Neuwert führt. Denn mit dem sich ständig ändernden Baupreisindex wird natürlich auch die Deckungssumme jeweils angepasst. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass im Schadensfall die Leistungen aus der Gebäudeversicherung tatsächlich ausreichen, um die Reparatur bzw. den Wiederaufbau zu finanzieren.

    Noch ein Hinweis: Der Wiederaufbauwert, der für die Gebäudeversicherung ermittelt wird, liegt unter Umständen (deutlich) unter dem Kaufwert der Immobilie. Dies begründet sich damit, dass er nur die Kosten für den Wiederaufbau des Gebäudes selbst beschreibt. Weitere wichtige Faktoren, die den Kaufpreis wesentlich beeinflussen, wie beispielsweise die Lage der Wohnimmobilie oder das umgebende Grundstück, werden hierbei komplett außer Acht gelassen.


    Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

    Bei der Gebäudeversicherung wird der Beitragssatz in ähnlicher Weise kalkuliert wie die Versicherungssumme. Das heißt also, dass zunächst einmal der Wert 1914 ermittelt wird, der angibt, wie viel das Gebäude im Jahr 1914 in Goldmark wert gewesen wäre. Das Jahr 1914 dient hierbei als Basisjahr, weil davon auszugehen ist, dass es das letzte Jahr war, in dem die europäischen Baupreise ohne die Einflüsse der großen Kriege noch in sich stabil waren.

    Der Wert 1914 hängt unter anderem von den folgenden Faktoren ab:

    • Gebäudetyp
    • Flächengröße
    • Bauausführung
    • vorhandene Nebengebäude

    Anschließend wird der Wert 1914 mit einem Faktor multipliziert, der als „gleitender Neuwertfaktor“ bezeichnet wird. Er setzt sich aus dem Baupreisindex, also den aktuellen Preisentwicklungen der Baubranche, und dem jeweils geltenden Tariflohn der Branche zusammen. Das Produkt aus dem Wert 1914 und dem gleitenden Neuwertfaktor wird nun mit dem Beitragssatz zur Gebäudeversicherung multipliziert und anschließend durch 1000 dividiert. Der Beitragssatz wird dabei vom Anbieter selbst nach dessen Kriterien festgelegt, wobei Faktoren wie das individuelle Risiko für die zu versichernde Immobilie natürlich ebenfalls eine Rolle spielen. Meist wird er in Bezug auf den Wiederaufbauwert des Gebäudes in Euro pro tausend Euro angegeben, also zum Beispiel 0,60 € / 1000 €.


    Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Gebäudeversicherung?

    Gebäudeversicherung - Ansprechpartner Bei einem 2011 durchgeführten Test zum Thema Gebäudeversicherung hat die Stiftung Warentest herausgefunden, dass sich die Tarife der verschiedenen Anbieter preislich zum Teil um mehrere Hundert Euro pro Jahr unterscheiden.

    Für den Vergleich wurde immer dasselbe Musterobjekt genutzt. Wenn man bedenkt, dass die Berechnung der Versicherungssumme einheitlich erfolgen muss und dass außerdem alle Anbieter für die Festlegung des Beitrages den Wert 1914, den Baupreisindex und die Tariflöhne nutzen, wird schnell deutlich, dass die erheblichen Unterschiede zwischen den Angeboten sich hauptsächlich durch den individuellen Beitragssatz des jeweiligen Versicherungsunternehmens ergeben.

    Ein Vergleich Ihrer Gebäudeversicherung ist deswegen unbedingt zu empfehlen. Er hilft Ihnen zu beurteilen, ob das preisintensivere Angebot tatsächlich auch das leistungsstärkste ist. Denn aufgrund der hervorragenden Vergleichbarkeit der verschiedenen Tarife können Sie problemlos erkennen, wie viel Versicherungsschutz Sie bei der jeweiligen Gebäudeversicherung für Ihr Geld erhalten.


    Können die Beiträge zur Gebäudeversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

    Ob die Beiträge zur Gebäudeversicherung von der Steuer absetzbar sind, hängt maßgeblich davon ab, wie das versicherte Gebäude genutzt wird bzw. wer es nutzt.

    Wenn der Eigentümer selbst das Gebäude nutzt, dann sind die Versicherungsbeiträge nicht für ihn anrechenbar. Das liegt daran, dass das Einkommensteuergesetz (EStG) nur solche Versicherungen anerkennt, die

    • dem Schutz der Person oder
    • der Vorsorge für Alter oder Krankheit

    dienen. Demzufolge können beispielsweise die private Haftpflichtversicherung, aber auch eine private Rentenversicherung bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden (als Sonderausgaben nach § 10 EStG).

    Bei der Gebäudeversicherung jedoch handelt es sich um ein Produkt, das dem Schutz des privaten Vermögens des Versicherungsnehmer dient. Deswegen können die Beiträge bei einer Eigennutzung der Immobilie nicht angerechnet werden.

    Anders verhält es sich jedoch, wenn der Besitzer die Wohnimmobilie vermietet. In diesem Falle kann er die Beiträge zur Gebäudeversicherung als Werbungskosten nach § 9 EStG absetzen, die den „Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung“ gegenübergestellt werden. Die Anrechenbarkeit der Versicherungsbeiträge ist in diesem Falle deswegen gerechtfertigt, weil die Gebäudeversicherung dazu dient, das versicherte Gebäude nach einem Schadensfall schnell wieder bewohnbar zu machen. Insofern tragen die Versicherungsbeiträge also zur „Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen“ bei und erfüllen damit die gesetzliche Voraussetzung für eine Anerkennung als Werbungskosten.


    Was ist bei einer Kündigung der Gebäudeversicherung zu beachten?

    Die Kündigung der Gebäudeversicherung kann entweder ordentlich oder außerordentlich erfolgen, wobei jedoch in beiden Fällen eine Kündigungsfrist einzuhalten ist. Außerdem muss die Gebäudeversicherung unbedingt schriftlich gekündigt werden. Soll dies auf dem Postweg geschehen, so müssen die Laufzeiten beachtet werden – denn ausschlaggebend für die Fristmäßigkeit der Kündigung ist nicht das Datum des Poststempels, sondern der Zeitpunkt des Eingangs beim Versicherungsunternehmen.

    Die ordentliche Kündigung der Gebäudeversicherung kann ohne eine Angabe von Gründen erfolgen, jedoch nur jeweils zum Ende des Versicherungsjahres. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Versicherungsjahr in vielen Fällen nicht identisch ist mit dem Kalenderjahr. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt bei der ordentlichen Kündigung drei Monate.

    In bestimmten Situationen ist außerdem auch eine außerordentliche Kündigung der Gebäudeversicherung möglich. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn

    • das Versicherungsunternehmen die Beiträge für die Gebäudeversicherung erhöht, ohne den Leistungsumfang entsprechend zu erweitern
    • ein Schadensfall eingetreten ist
    • das Gebäude an einen neuen Besitzer veräußert wird.

    Im ersten Fall ist es in aller Regel der Versicherungsnehmer selbst, der die außerordentliche Kündigung anstrebt. Nach einem Schadensfall haben sowohl der Versicherungsnehmer als auch das Versicherungsunternehmen das Recht, die Gebäudeversicherung zu kündigen, und zwar unabhängig davon, ob die Versicherung den Schaden reguliert hat oder nicht. Bei einem Verkauf der Immobilie gilt das außerordentliche Kündigungsrecht für den neuen Besitzer und das Versicherungsunternehmen (der alte Besitzer veräußert mit dem Gebäude auch alle Rechte und Pflichten, die sich aus der Gebäudeversicherung ergeben). Die gesetzliche Frist beträgt in diesem Falle einen Monat. Außerdem muss, wenn der Grund für die außerordentliche Kündigung der Gebäudeversicherung eine Beitragserhöhung oder ein Schadensfall war, diese innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Information bzw. nach dem Abschluss des Verfahrens.


    Was ist bei einem Wechsel der Gebäudeversicherung zu beachten?

    Gebäudeversicherung - Frau mit Unterlagen Bei einem Test zur Gebäudeversicherung im Jahr 2011 hat die Stiftung Warentest herausgefunden, dass sich bei den verschiedenen Tarifen teilweise Preisunterschiede von mehreren Hundert Euro pro Jahr ergeben können.

    Da es sich allerdings bei der Gebäudeversicherung um ein Produkt handelt, das sehr stark auf das jeweils zu versichernde Objekt zugeschnitten ist, sollte eingehend geprüft werden, ob dies auf den konkreten Einzelfall zutrifft.

    Falls sich herausstellt, dass ein Wechsel der Gebäudeversicherung zu Ersparnissen und/oder einer Leistungsverbesserung führen würde, so ist dieser selbstverständlich möglich.

    Zunächst einmal ist bei einem Wechsel der Gebäudeversicherung natürlich die gesetzliche Kündigungsfrist zu beachten. Diese beträgt bei einer ordentlichen Kündigung drei Monate und bei einer außerordentlichen Kündigung einen Monat. Hierbei ist es jedoch überaus wichtig, dass keine Lücke im Versicherungsschutz entsteht, weil sonst im Schadensfall erhebliche finanzielle Belastungen drohen. Wer also seine alte Gebäudeversicherung kündigt, sollte unbedingt rechtzeitig einen neuen Vertrag abschließen.

    Versicherungsnehmer, deren Vertrag für die Gebäudeversicherung schon sehr lange läuft – vielleicht sogar schon seit mehreren Jahrzehnten – sollten vor einem eventuellen Wechsel genau prüfen, ob ihr alter Tarif eventuell Leistungsbestandteile enthält, die in dieser Form heute nicht mehr versicherbar sind. So war es beispielsweise früher üblich, auch Grundwasserschäden mitzuversichern, was heutzutage schon lange nicht mehr möglich ist. Wahrscheinlich trifft dies auf die wenigsten Versicherungsnehmer zu, aber ein umfassender Vergleich des alten Tarifs mit dem neuen Angebot zur Gebäudeversicherung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Gern unterstützen wir Sie hierbei.