Berufsunfähigkeitsversicherung

Weshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt einen wichtigen Beitrag der Absicherung persönlicher Lebens- und Gesellschaftsumstände dar. Von der beruflichen Leistungsfähigkeit eines Arbeitnehmers hängt in der Regel nicht nur dessen eigener Wohlstand ab. Gemeinhin werden Familienmitglieder und sonstige Angehörige mit versorgt – zusätzlich bestehen weitere Renten-, Sozial- und Haftpflichtverbindlichkeiten, die auch im Fall einer Berufsunfähigkeit fortbestehen.

Der Wegfall der Befähigung zur Ausübung des erlernten oder faktisch ausgeübten Berufs führt darüber hinaus zu empfindlichen Einschnitten in der eigenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Postion.
Neben der in der Regel mit Berufsunfähigkeit einhergehenden Rekonvaleszenz bzw. dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen besteht für einen beruflichen Wiedereinstieg oder die Aufrechterhaltung finanzieller Einkünfte oft keine Möglichkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kompensiert entsprechende Einschnitte und übernimmt die vereinbarte Versorgung entweder zum Teil eines Ausgleichs (bei verminderter Berufsfähigkeit) oder vollständig bis zur Höhe der vereinbarten regelmäßigen Leistungen.

Berufsunfähigkeitsversicherung vs. Erwerbsunfähigkeitsversicherung
In einigen Rentenversicherungen oder individuellen Vorsorgeversicherungspaketen ist eine grundlegende Erwerbsunfähigkeit versichert. Nachteil der Erwerbsunfähigkeitsversicherung in Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass sich die Leistungen auf die Fähigkeit zur erwerbsmäßigen Arbeit insgesamt beziehen. Berufsspezifische Ausfälle könnten demnach bedeuten, dass zwar die Fähigkeit zur Ausübung des eigenen Berufs nicht mehr gegeben ist – jedoch grundsätzlich (meist mindere) Erwerbstätigkeiten noch übernommen werden können. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung prüft hier lediglich die theoretischen Gegebenheiten ungeachtet tatsächlicher Umstände auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Leistungen greifen entsprechend nicht, wenn zwar eine Berufsfähigkeit, jedoch keine Erwerbsunfähigkeit vorliegt.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen stellt speziell auf die nötigen Voraussetzungen für die Ausübung eines konkreten Berufs ab. Fallen diese ganz oder teilweise weg, tritt der Versicherungsfall ein. Der Versicherte ist zur Wahrung seiner Lebensumstände somit nicht auf die Annahme jedes Berufs angewiesen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung versichert auf definierten Voraussetzungen bestimmter, in ihr versicherter Berufsbilder.

Welche Leistungen, Gefahren und Schäden sind in einer Berufsunfähigkeitsversicherung versichert?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt vor versicherungsrechtlichem Hintergrund als eine sog. Summenversicherung. Der Gegensatz ist die Schadenversicherung. Das bedeutet: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt einen vereinbarten Leistungswert ab dem Zeitpunkt des Schadeneintritts. Sie kann also nicht für tatsächlich eintretenden Vermögens- oder Sachschaden in Zusammenhang mit der Berufsunfähigkeit eintreten. In diesem Zusammenhang tritt sie auch nicht für den Ausgleich von Haftpflichtschäden ein.

Als Leistungs- bzw. Summenversicherung tritt die Berufsunfähigkeitsversicherung dann ein, wenn dem Versicherten die Ausübung seines Berufs ganz oder teilweise unmöglich geworden ist. Hauptsächliche Begründung für den Eintritt des Versicherungsfalls sind medizinische Hintergründe. In der Regel referiert der Umstand der Berufsunfähigkeit auf die körperlich-mentale Beeinträchtigung des Versicherten mit direktem Bezug auf die Voraussetzungen zur Ausübung eines bestimmten Berufs. Die Begründung erfolgt durch ärztliche Feststellung oder medizinisches Gutachten.

  • Teilweiser Wegfall der beruflichen Leistungsfähigkeit
    Die versicherten Leistungen und Gefahren in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind je nach Berufsbild unterschiedlich. Beispielsweise hat ein chronisches Beckenleiden auf die Wertung der Beeinträchtigung der beruflichen Leistungsfähigkeit für Arbeiten am Bau unterschiedliche Bedeutungen im Vergleich zu Büro- oder Heimtätigkeiten. Die Bestimmung der Beeinträchtigung erfolgt durch ärztliches Attest, dem je nach Sachlage ein medizinisches Gutachten zur Seite gestellt werden kann. Zusätzlich regeln die spezifischen Versicherungsbedingungen die Einordnung der Beeinträchtigung.
    Je nach Bewertung der beruflichen Beeinträchtigung und der daraus resultierenden tatsächlichen Minderung der beruflichen Tätigkeit leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung einen Kompensationsbeitrag, der die Differenz der faktischen Verdienstminderung auffangen soll. Genaue Absprachen regeln die jeweilig individuellen Versicherungsbestimmungen.
    Hinweis: Besonders wichtig sind dabei besondere Einschlüsse für spezielle Berufsgruppen, z.B. medizinische Berufe oder Berufe mit besonders hohen Qualifikationsvoraussetzungen.
  • Vollständiger Ausfall der beruflichen Leistungsfähigkeit
    Im Fall des vollständigen Verlusts der Fähigkeit zur Berufsausübung leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung entsprechend der Vereinbarung im Versicherungsvertrag einen festgelegten monatlichen Betrag an den Versicherungsnehmer. Dieser Betrag kann vor Eintreten des Versicherungsfalls je nach Regelungen des Versicherers regelmäßig angepasst werden. Zusätzlich können in das jeweilige Leistungsvolumen angepasste Leistungserhöhungen eingeschlossen sein, die nach Eintritt des Versicherungsfalls einen Inflationsausgleich kompensieren. Die genaue Festlegung erfolgt im Versicherungsvertrag. Z.B. kann ein Verzicht auf das Werkzeug der Abstrakten Verweisung (Angabe, dass dem bisherigen Beruf verwandte Tätigkeiten noch ausgeübt werden könnten) verzichtet und der Versicherungsfall vollständig berufsinhärent betrachtet wird.

Was ist bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten?

Vor Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung
Bereits vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung muss auf bestimmte Regularien Rücksicht genommen werden. Für die Leistungsvereinbarungen sind u.a.

  • Berufsausbildung
  • Tätigkeit im Beruf
  • Weiterbildungen und deren Wirkung auf den tatsächlichen Verdienst
  • tatsächlich ausgeübte Tätigkeit
  • etc.

ausschlaggebend, um die im Versicherungsfall nötige Mindestleistung der Berufsunfähigkeitsversicherung zu gewährleisten.

In die Voraussetzungen für die Bestimmung der jeweiligen Versicherungsoptionen und vor allem für die Bedingungen für den Eintritt des Schadenfalls zählen zudem Vorerkrankungen, chronische Leiden oder sonstige dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen. Ärztliche Gutachten im Zusammenspiel mit den Versicherungsbedingungen schaffen hier Klarheit, wann in und welcher Höhe die Berufsunfähigkeitsversicherung eintreten wird. Je genauer diese Leistungsbestimmungen im Vorfeld beachtet werden, desto werthaltiger ist der Leistungsumfang für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Anpassung der Berufsunfähigkeitsversicherung an den konkreten Beruf
Zusätzlich zu den grundlegenden Bestimmungen ist für die optimale Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig, wie die Leistungen für konkrete Berufsbilder gestaltet sind. So umfassen z.B. medizinische Berufe spezielle Bestimmungen zu Infektionskrankheiten, die anderen Berufsbildern nicht inhärent sind.
Neben der fachlichen Bezeichnung des ausgeübten Berufs und neben der ursprünglichen Bezeichnung des Ausbildungsberufs ist zudem von Bedeutung, welche faktische Tätigkeit der Versicherungsnehmer ausübt und welche Risiken damit verbunden sind. Bestimmte spezielle Verwendungen im Laufe eine Berufskarriere führen oft zu einer Ausweitung der Tätigkeit und damit zu einer erweiterten Schwere eventueller Berufsunfähigkeit.
Um die Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Fälle genau einzustellen ist vorab eine genaue Prüfung der Versicherungsumstände empfehlenswert. In einem Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen sollte daher zusätzlich zu den Versicherungsraten auch und vor allem ein Leistungs- und Einschlussvergleich der Versicherungsanbieter erfolgen, um im Versicherungsfall Deckungslücken weitgehend auszuschließen.

Welche Kosten werden bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Schadenfall übernommen?

Als Ausgleichsversicherung kompensiert die Berufsunfähigkeitsversicherung finanzielle Ausfälle, die als Folge verminderter oder unmöglich gewordener Berufsausübung. Basis für die Leistungen ist der bisherige Verdienst des Versicherungsnehmers, auf dessen Basis eine festgelegte maximale Vergütung je Monat erfolgt. Die Einkünfte können dabei nach Tatsächlichkeit, Lohntabellen oder bei Selbstständigen nach Steuerabrechnungen, etc. bestimmt werden.

Leistungsaufwendung der Berufsunfähigkeitsversicherung im Schadenfall
Die genaue und stimmige Voreinstellung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist im Schadenfall von besonderer Bedeutung. Im Gegensatz zu Schadenversicherungen leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung im Vorfeld festgelegte Summen an den Versicherungsnehmer. Der Effekt ist damit einer Rentenzahlung vergleichbar – entschieden erweitert um Leistungen, die in den allgemeinen Rentenansprüchen nicht erfasst werden. Die Festlegung der Leistung im Schadenfall basiert dabei auf

  • der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe
  • Höhe der Raten und der damit vereinbarten Zahlungen im Schadenfall
  • Berufserfahrung
  • ggf. weitere Bestimmung, die im jeweiligen Versicherungsvertrag festgelegt worden sind.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bei teilweiser Berufsunfähigkeit
Die vereinbarte Leistungshöhe muss nicht ausgeschöpft werden, damit der Versicherungsfall eintritt. Bereits eine teilweise Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Berufsausübung führt dazu, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet. Diese Leistung ersetzt nach bestimmter Festlegung einen Teil der Verdienstausfälle, die durch verminderte Berufstätigkeit entstehen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Berufsunfähigkeit
Konzipiert ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für den Fall, dass die Berufsfähigkeit des Versicherungsnehmers vollständig wegfällt. Die Leistung erfolgt dann in der Regel in monatlichen Raten an den Versicherungsnehmer über einen vorher bestimmten Betrag. Der Betrag kann je nach Versicherer so gestaltet werden, dass er jährliche Leistungssteigerungen etwa im Rahmen der erwarteten Inflationsentwicklung umfasst.

Kosten für medizinische Gutachten
Sind medizinische Gutachten von der Versicherung gefordert, trägt sie in der Regel die Kosten für diese Gutachten. Das gilt auch für eventuelle Prüfungen fortbestehender Berufsunfähigkeit nach einem bestimmten Zeitraum.

Welche Kosten werden von der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht übernommen?

In ihrer Eigenschaft als Summenversicherung realisiert die Berufsunfähigkeitsversicherung vorbestimmte Leistungen an den Versicherungsnehmer. Mit Feststellung des Versicherungsfalls treten diese Leistungen ein. Die Höhe ist (unter Berücksichtigung ggf. jährlicher Anpassungen) fix und unabhängig von weiteren Schäden, die die Berufsunfähigkeit u.U. bedingt.
Dazu zählen ggf.:

  • Vermögensschäden
  • Haftpflichtschäden
  • Leistungen für Reha- oder sonstige Heil- und Wiederherstellungskosten
  • soziale oder medizinische Hilfs- und Pflegeleistungen
  • Hilfsmittel für Krankheitsbewältigung
  • Gesundungskosten
  • etc.

Diese Leistungsdefinition ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass Berufsunfähigkeit in der Mehrheit der Fälle mit weitergehenden medizinischen Kosten verbunden ist, für die andere Versicherungen oder Vorsorgemodelle aufkommen müssen. Entsprechend werden solcherart Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeschlossen, deren Kosten nicht fokussiert aus der Minderung beruflicher Tätigkeit entstammen.

Besonderheit: Vermögensschäden
Vor bestimmten Hintergründen ist mit dem Wegfall der Berufsfähigkeit ein Vermögensschaden verbunden. In bestimmten Fällen ist der finanzielle Schaden in Folge einer Berufseinschränkung nicht allein aus den aktuellen Bezügen, gerechnet auf die Zukunft, zu bestimmen, sondern es fallen Einkommenssteigerungen, Karrierewechsel oder spezielle Expertisen zur überproportionalen Einkommenssteigerung ins Gewicht.
Je nach Sachlage können hier zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung bestimmte Vermögensschadenversicherungen greifen, die weiterführende Leistungen erbringen. Ebenso können zusätzliche Gesundheits- und Vorsorgeversicherungen Leistungen übernehmen, die die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung kompensieren. Die Berufsunfähigkeitsversicherung selbst jedoch tritt für Vermögensschäden nicht unmittelbar in Leistung.

Rentenzahlungen im Sinne der Erwerbsrente/ Altersrente
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt ausschließlich bezifferbare und nach Grundlage bisheriger Tätigkeit bestimmbare Einkommensleistungen auf Basis einer konkreten Vereinbarung. Sie zahlt keine Rentenleistungen im Sinne einer Altersrente aus.

Wie verhalte ich mich bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Schadenfall?

Der Schadenfall tritt in der Berufsunfähigkeitsversicherung ein, wenn ein Arzt die teilweise oder vollständige Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Berufsausübung feststellt.

Diese Beeinträchtigung kann nach Krankheit, Unfällen, Körperverletzung oder gesundheitlichem Verfall einsetzen. Zusätzlich können hierzu besondere medizinische Gutachten von der Berufsunfähigkeitsversicherung eingefordert werden, um den Umfang und die spezifischen Leistungsverpflichtungen zu klären.
Die Meldung der Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt durch den Versicherungsnehmer an die Berufsunfähigkeitsversicherung, ggf. i.V. durch ärztlichen Beistand. Diese Meldung obliegt dem Versicherungsnehmer.

Vorsorgeleistungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung
Für bestimmte Berufsgruppen sind turnusmäßige Vorsorgeuntersuchungen vorgegeben, deren Einhaltung ggf. gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung nachgewiesen werden muss. Je nach Versicherungsvertrag beeinflussen diese Vorsorgeuntersuchungen die Versicherungsleistungen.
Zusätzlich sind Vorsorgeuntersuchungen auch geeignet, eine Beeinträchtigung der beruflichen Leistungsfähigkeit rechtzeitig zu erkennen.

Nach Feststellung der Berufsunfähigkeit müssen umfassend alle Unterlagen zur Nachweisführung an die Berufsunfähigkeitsversicherung übergeben werden. Bei der Auswahl und Ergänzung unterstützt der Versicherer entsprechend. In der Folge entsteht eine Bewertung der Berufsunfähigkeit. Nach allgemeiner Rechtsprechung setzt der Versicherungsfall bei einer Berufsunfähigkeit ab 6 Monaten ein. Sie muss für 3 Jahre prognostiziert sein. Eine Wiederholungsuntersuchung kann von der Versicherung verlangt werden.

Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung beginnt unverzüglich ab Abschluss. Vor Abschluss der Versicherungsvertrags werden aus diesem Grund alle wichtigen Kriterien zu den Versicherungsbedingungen geklärt.
In der Regel gelten keine Karenzzeiten für die Berufsunfähigkeitsversicherung allgemein oder dem Grundsatz nach. Je nach Vertragsgestaltung und vor allem Risikobewertung bestimmter Berufsgruppen können jedoch bestimmte Gründe der Berufsbeeinträchtigung unter Karenz gestellt werden. Meist sind vor diesem Hintergrund Begründungen mentaler Einschränkungen angeführt. Die genaueren Bedingungen regelt jedoch der individuelle Versicherungsvertrag. Auch zur Bemessung der Versicherungsrate können individuell oder nach Berufsgruppen gestaffelt Karenzzeiten bis zum erstmöglichen Eintritt eines Versicherungsfalls festlegen.

Der Versicherungsfall löst die Zahlungsverpflichtung unverzüglich aus. Jedoch muss die Berufsunfähigkeitsversicherung erst dann eintreten, wenn der Berufsausfall bzw. die Einschränkung länger als 6 Monate andauert. Die Zahlung erfolgt dann ab diesem Zeitpunkt rückwirkend ab Schadeneintritt monatsgenau.

Auf Grundlage allgemeiner gesetzlicher Bestimmungen kann der Vertragsbeginn in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem späteren Zeitpunkt als dem Vertragsschluss vereinbart werden. Zur Ratengestaltung bzw. bei Berufs- oder Beschäftigungswechsel kann diese Option eine Rolle spielen.

Versicherungsbeginn ab Zahlung der ersten Raten
Auf der wirtschaftlichen Seite wird in den Vertragsbedingungen zur Berufsunfähigkeitsversicherung meist der Beginn der Versicherungsleistung und damit der Eintritt des Vertrags frühestens ab Eingang der ersten Rate beim Versicherer bestimmt.

Welche Deckungssumme bzw. Versicherungssumme ist sinnvoll?

Zur Bemessung der Deckungssumme in der Berufsunfähigkeitsversicherung wird keine allgemeine kumulierte Höhe angenommen. Die Deckung wird beziffert nach erwarteten monatlichen Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung im Versicherungsfall. Zur Begründung der Deckungssumme wird wichtig, welche Einkommensstruktur bei Versicherungsabschluss zu Grunde liegt. Diese setzt sich grundsätzlich zusammen aus

  • Realem Einkommen
  • Erwarteter Einkommensentwicklung
  • Nachversicherungsleistungen
  • Speziellen Regelungen für Beamte.

Reales Einkommen
Auf Basis des bestehenden Einkommens wird ein Teil der notwendigen Deckung ermittelt. Wichtig ist zu beachten, welche Berufserfahrung und welche Berufserwartung beim Versicherungszeitpunkt vorliegen. Dabei zählen auch tarifliche Vereinbarungen oder verbriefte Einkommensentwicklungen eine Rolle.

Erwartete Einkommensentwicklung
Neben bereits festgelegten Einkommenssteigerungen sind generelle Prognosen entweder auf Basis der Entwicklungen am Arbeitsmarkt oder aus tarifvertraglichen Entwicklungen wirksam für die Findung der richtigen Versicherungssumme. Diese Einkommensentwicklung kann bereits bei Vertragsabschluss in dynamische Versicherungsanpassungen eingeschlossen werden. Genaueres regelt auch hier der individuelle Versicherungsvertrag.

Nachversicherungsleistungen
Unter bestimmten Umständen kann zum Zeitpunkt des Schadeneintritts eine wesentliche Unverhältnismäßigkeit zwischen der verlorenen Einkommensleistung und der Deckungsleistung der Berufsunfähigkeitsversicherung bestehen. Im Versicherungsvertrag kann für diese Umstände die Möglichkeit von Nachversicherungsleistungen vereinbart werden, die nachträglich im Nachmeldesinn Versicherungsleistungen anpassen. Ggf. sind davon jedoch auch die Ratenleistungen betroffen. Hier muss der Einzelfall geprüft werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte
Für Beamte und bestimmte Berufe im Öffentlichen Dienst gelten zur Bestimmung der Deckungssumme Tarifvereinbarungen der Länder oder des Bundes. Das umfasst ebenfalls die Einkommensprognose.

Wonach richtet sich der Beitrag und welche Faktoren beeinflussen den Beitragssatz?

Verschiedene Faktoren beeinflussen den Beitragssatz der Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Auswahl zeigen wir Ihnen hier. Weitere Faktoren können durch individuelle Vereinbarungen ergänzend wirken.

  • Wirkung des Versicherungsalters auf die Beitragshöhe
    Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Leistungen aus Berufsunfähigkeit maximal bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters. Wenn hierfür eine Begrenzung der Leistungsdauer auf ein niedrigeres Alter vereinbart wird, kann auf diese Weise Einfluss auf die Versicherungsrate genommen werden.
  • Dauer des Versicherungsvertrags
    (In direktem Sinn) Unabhängig vom Alter des Versicherten kann die Versicherungsdauer selbst begrenzt werden. Die Begrenzung der Dauer der Versicherung bedeutet faktisch eine Verkürzung des Versicherungszeitraums nach oben. So lassen sich beispielsweise die erwartungsgemäß letzten Arbeitsjahre aus den Versicherungsleistungen ausschließen und der Versicherungsschutz kann bereits per Vertrag auf Erreichen des 60. Lebensjahres beschränkt werden. Diese Klausel wirkt auf den Versicherungsbeitrag.
  • Alter bei Versicherungseintritt und festgelegte Karenzzeiten
    Auch das Alter des Versicherungsnehmers bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung spielt für die Bestimmung der Rate eine Rolle. Vergleichsrechner berücksichtigen diesen Umstand bei der Bewertung der optimalen Versicherungslösungen automatisch mit ein. Zusätzlich können Karenzzeiten vereinbart werden, die den Zeitraum bestimmen, in dem zwar der Grund für einen Versicherungsfall besteht, für den die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nach Vertrag nicht leisten muss. Die Berufsunfähigkeitsversicherung tritt dann nach Ablauf dieser Karenzzeit in Kraft.
  • Berufsgruppe und vereinbarte Versicherungsleistungen
    Auf Grundlage der versicherten Berufsgruppe bildet sich ebenfalls ein Kriterium zur Bemessung der monatlichen Beitragsrate. Die Berufsgruppe selbst kann dabei naturgemäß nicht vom Versicherungsnehmer bestimmt werden. Jedoch können spezielle Vorsorge- und Risikominderungsmaßnahmen vergünstigend wirken.
  • Weiterhin können die angestrebten Versicherungsleistungen im Schadenfall individuell vereinbart werden. Dabei gilt der Grundsatz: je geringer die Versicherungsleistung, desto vergünstigender die Wirkung auf die Versicherungsrate.
  • Festlegung bestimmter Ausschlüsse/ Einschlüsse
    Die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen macht ggf. zusätzliche Vereinbarungen nötig, die entsprechend im Versicherungsvertrag verankert werden müssen. Auf der anderen Seite bilden Berufsabsicherungen ggf. Grundlagen, Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung gezielt auszuschließen. Eine umfassende Beratung sollte hier die Grundlage bilden, da besonders der vereinbare Ausschluss von Leistungen die Gefahr von Deckungslücken birgt.

Welche Vorteile bringt ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Bandbreite in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist sehr weit. Besonders die Möglichkeit, je nach Berufsgruppe fachlich spezialisierte Versicherer vergleichen zu können, macht die individuelle Rechercheleistung meist schnell unübersichtlich. Ausgleichsweise haben sich verschiedene Vergleichsportale auf die parallele und vergleichende Listung von Berufsunfähigkeitsversicherungen unterschiedlicher Leistungsmerkmale spezialisiert, die grundlegenden Vergleichsparametern folgen und so eine präzise und fachversierte Übersicht über Versicherungsleistungen und die entsprechenden Kostenfaktoren zu ermöglichen.

Direkte Vergleichbarkeit einer Vielzahl von Versicherern, auch nachhaltig
Ein wesentlicher Vorteil des Online-Vergleichs resultiert aus der Tatsache, dass die verglichenen Angebote auf Basis eine umfassende Datenlage erstellt werden. Die Datenbank umfasst dabei alle wesentlichen großen Versicherer neben den relevanten Marktsegmenten und Fachversicherern. Der Vergleich zieht dabei nicht nur die Höhe der Raten in Betracht, um das beste Angebot zu ermitteln. Die Differenziertheit der Anforderungen an unterschiedliche Berufsbilder erfordert gleichermaßen eine Differenziertheit der Angebote nach Leistungsmerkmalen, wie

  • Versicherungsdauer
  • Vertragsleistungslaufzeiten
  • inhaltliche Zusatzversicherungen, Leistungsein- und -ausschlüsse
  • Berufsgruppenzugehörigkeit
  • etc.

Darüber hinaus bietet der Online-Vergleich die Möglichkeit, regelmäßige Informationen zu Neuerungen und vergünstigten Konditionen einfach und übersichtlich per E-Mail.

Möglichkeit unmittelbarer Abschlüsse
Nach der erfolgreichen Identifizierung des entsprechenden Angebots, kann entweder unmittelbar oder unter späterer Nutzung des Vergleichsportals die Berufsunfähigkeitsversicherung unmittelbar gebucht werden. Zusatzkosten für diesen Service entstehen nicht. Jedoch kann der Vorteil der direkten Vermittlung und die Zuweisung der ermittelten Rate unmittelbar genutzt werden, um die optimale Berufsunfähigkeitsversicherung direkt abzuschließen.

Kostenfreie telefonische Beratung durch fachversierte Berater
In Ergänzung zum Online-Vergleich bietet der Online-Vergleich eine kostenfreie telefonische Beratung an. Alle Fragen, die nach dem Online-Vergleich möglicherweise offen geblieben sind bzw. zu individuellen Gegebenheiten können hier direkt geklärt werden. Wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung entsprechend zum Online-Angebot auch direkt telefonisch abgeschlossen werden. Es gelten entsprechend die üblichen gesetzlichen Bestimmungen für Online- und Telefon-Verträge.

Können die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung können prinzipiell von der Steuer abgesetzt werden. Dabei wird im Allgemeinen von der Veranlagung über den Sonderausgabenabzug ausgegangen, der den Ausgabenpunkt Sonstige Versicherungen umfasst und z.B. für die Berufsunfähigkeitsversicherung verwendet werden kann. Jedoch unterliegt die steuerliche Bedeutung der Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung verschiedenen Eckpunkten.

Steuerabzug im Angestelltenverhältnis
Die steuerliche Veranlagung von sonstigen Versicherungsausgaben (Ausgaben für Versicherungsleistungen, die nicht unter die Versicherungspflicht fallen und nicht zur expliziten Abwehr existenzieller Schäden dienen) ist nicht in unbegrenztem Umfang möglich. Für Angestellte gelten speziell begrenzte Sätze für Mindest- und Höchstausgaben, bis zu deren Höhe ein steuerlicher Abzug geltend gemacht werden kann. Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird hier in Verbindung mit Kranken- und Pflegeversicherungsleistungen (KV, PV) gerechnet. Zugrunde für ein positive steuerliche Bedeutung zählen hier die Gesamtausgaben. Ab einem bestimmten Jahreseinkommen fallen vor diesem Hintergrund wegen der prozentual angepassten KV- und PV-Leistungen die zusätzlichen Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr in den steuerlichen Geltungsbereich. Eine genaue Prüfung auch vor dem Hintergrund des Familienstands des Versicherten ist empfehlenswert.

Steuerabzug bei Selbstständigkeit
Die gleichen Voraussetzungen wie im Angestelltenverhältnis gelten dem Prinzip nach auch für selbstständige Arbeitsverhältnisse. Jedoch variieren wesentlich die Beträge, die für die KV und PV zu leisten sind. Ggf. sind bereits weitere Vorsorgeleistungen steuerlich absetzbar. Hier sollten die jeweiligen Ratenhöhen gegeneinander verglichen und je am günstigsten veranlagt werden. Auch hier ist eine Beratung empfehlenswert.

Was ist bei einer Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten?

Die Kündigung einer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung ist ohne Anschlussversicherung bzw. alternative Lösung nur unter bestimmten Umständen empfehlenswert. Z.B. dann, wenn die Notwendigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung durch verschiedene Umstände nicht mehr gegeben ist.

  • Aktive Kündigung eines bestehenden Vertrags
    Mit einer Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung werden alle Leistungen nach dem letzten Gültigkeitsdatum aufgehoben. Eine Rückwirkung des Versicherungseintritts erfolgt nicht. Vor diesem Hintergrund sollte grundlegend erwogen werden, wie die bisherige Investition in die Berufsunfähigkeitsversicherung bewertet wird. Je nach konkreten Umständen werden Neuabschlüsse nach Kündigung mit Mehrbelastung durch erhöhtes Eintrittsalter und ggf. weitere Vorbelastungen konfrontiert. Es sollte eine möglichst umfassende Prüfung erfolgen, die neben der absoluten Höhe der Rate auch die jeweiligen Wirkungen auf die Rate in Betracht zieht.
  • Vertraglich vereinbarte kürzere Versicherungslaufzeit
    Neben der direkten Kündigung eines aktiven Vertrags kann auch ein vorzeitiges Leistungsende der Berufsunfähigkeitsversicherung vertraglich vereinbart werden. Die vorzeitige Leistungsaufhebung hat in der Regel die Bedeutung, die Raten- oder Prämienhöhe für die Berufsunfähigkeitsversicherung positiv zu beeinflussen. Hier kann durch versierte Prüfung ggf. durch einen günstigen Anschlussvertrag diese kalkulierte Versicherungslücke geschlossen werden. Einer besonderen Kündigung bedarf der Vertrag in diesem Fall nicht.

Was ist bei einem Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten?

Ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt in der Regel aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen negativer Leistungsbewertung des gegenwärtigen Versicherers. Nicht immer ist ein Wechsel jedoch die beste oder empfehlenswerte Lösung. Wichtige Parameter sind zu beachten:

Wechsel zur Vergünstigung der Rate
Die günstigste Rate muss dabei wesentlich unter den bisherigen Konditionen veranschlagt werden, damit der Kostenvorteil nicht nur scheinbar ist und durch erweiterte Beiträge zur Grundprämie wirkungslos gemacht wird. Der Online-Vergleich unterstützt wesentlich darin, übersichtlich sortiert und nach persönlichen Gewichtungen aufbereitet die optimale Rate zu finden.
Vorteil: Modifizierende Faktoren können automatisch in die Kalkulation der Rate mit einbezogen werden.

Zusätzliche Erkrankungen und erhöhtes Eintrittsalter – erhöhte Rate muss kompensiert werden
Zu den durch den Wechsel verursachten erhöhten Belastungen gehören in einigen Fällen zusätzliche Erkrankungen, die der Versicherungsnehmer bei Abschluss der bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung nicht angeben musste. Zudem ist sein Eintrittsalter bei einem späteren Neuabschluss naturgemäß höher.
Bei der Neuauswahl der Berufsunfähigkeitsversicherung unterstützt ein fachversierter Vergleich, diese Wirkungen auf die Rate zur vermindern.